Roadshow in England bringt alte und neue Freunde zusammen 
Auf unseren Roadshows, bei denen wir Spenden sammeln, ist immer viel los. Doch die Gespräche mit unseren wunderbaren Unterstützergruppen und alten und neuen Freunden macht das Sammeln der für die Hunde, Katzen und Bären in Asien so dringend benötigten Spenden zur Freude und ist 100-prozentig.

Wie immer war unser englisches Team mit Dave, Nicky, Gill, Lara, Fiona, Sue und Eileen schon Wochen und Monate davor voll beschäftigt die Veranstaltungsorte festzulegen, den Verkauf der Eintrittskarten, die Versteigerung und die Lotteriegewinne zu organisieren und sicherzustellen, dass alles wie am Schnürchen funktioniert.

Tuan, unser Direktor in Vietnam, und ich kamen am Dienstag, den 9. Juni, an. Wir trafen „Born Free“ und dessen Gründerin – meine Heldin und Patin für Animals Asia in Großbritannien –, Virginia McKenna, und hielten gemeinsam jeweils die erste Präsentation dieser 10-Tages-Tour. Virginia und ich hatten vorher die Präsentation der jeweils anderen nicht gesehen, doch in beiden war das Bild von uns beiden, als sie unsere wunderbaren Bären in Chengdu besuchen kam.

Als ich im Jahr 1998 vor der Entscheidung zur Gründung von Animals Asia stand, fragte ich Ginny (Virginia) was sie tun würde. Ihre Antwort: Mach’s einfach. Daher war ihr Besuch bei Jasper, Banjo, Delaney und natürlich Ginnybär ein ergreifender und sehr stolzer Augenblick für mich.

Virginia und ich sprachen auch beide in unseren Vorträgen über das Einzelwesen, darüber, wie der Respekt und die Hilfe für diese Tiere eine besondere Verbindung zwischen Mensch und Tier bewirken kann und darüber hinaus für die ganzen Rasse, die sie repräsentieren. Das erinnerte mich wieder daran, wie ich mit sechs Jahren Virginia in der Sendung „Born Free“ mit der Löwin Elsa sah und dabei eine unwiderstehliche Verbindung mit der Welt der Tiere spürte. Dieser Film hat mich geleitet und meine Entscheidungen bis hin zu meinem Leben mit den Bären beeinflusst.

Dieser Abend war, wie auch alle anderen, erfüllt von einem wunderbaren Gefühl. Jedes Mal sah man die Freunde, die ihr Versprechen den Tieren gegenüber erneuerten; die ein Ende der Bärenfarmen und des Verzehrs von Hunden und Katzen fordern.

Später, an einem wunderbaren Sonntag, gab es unser erstes offizielles Treffen mit einer Unterstützergruppe. Das brachte Menschen zusammen, die ohne Pause nicht nur Spenden sammeln, sondern auch das Verständnis über die Lage verbreiten. In diesem Treffen konnten sie ihre Erfahrungen austauschen und diskutieren, wie es weitergehen soll. Diese Menschen sind der Motor unserer Kampagnen – so wie unserer Unterstützer in der ganzen Welt – denn sie geben uns alles im weitermachen zu können.



Eine andere spezielle Veranstaltung war ein von Dick White organisiertes exklusives Open-Air Event, bei dem der Tierarzt Dick White, seine Frau Christine und Tochter Jenny vor der Abendpräsentation und der Auktion in einem wunderbaren Festzelt am Nachmittag viele Stände und Veranstaltungen organisierten.

Dick und seine Familie samt den Mitarbeitern waren in den vergangenen Jahren so großzügig gegenüber unseren Bären – sie sind gekommen und haben kostenlos operiert, haben Spenden gesammelt, um ihren eigenen Bären – Dick – zu taufen und als Sponsor für seinen Unterhalt zu sorgen. Er erholt sich jetzt von den Misshandlungen auf einer Gallefarm.

Danach folgte eine Veranstaltung im Zoo von Twycross für deren Unterstützer und das Management. Es wurde von Suzie Boardman, der Leiterin des Zoos organisiert, die bereits 1995 Bären in unserer Obhut operiert hat.

Am nächsten Tag stand eine Morgenveranstaltung in der Hallgrove Schule auf dem Programm. Ausgelöst durch den Einsatz der Lehrerin Jenny Lavery sahen wir ein Meer von großäugigen Gesichtern die versprachen, den Bären zu helfen, die Tausende von Meilen entfernt sind. Wir mussten auch ein paar verzwickte und wahnsinnig komische Fragen beantworten, wie sie nur vierjährige Kinder stellen können.

Zu guter Letzt auch die Veranstaltung in Woburn, die von unserem langjährigen Freund Lord Robin Russell angeregt worden war. Vor den Vorbereitungen zu dieser letzten Veranstaltung der Tour führte er Tuan und mich freundlich zum Essen aus. An diesem Abend konnte man sehen, wie eine bekannte englische Persönlichkeit und weiterer langjähriger Freund, Martin Roberts von der BBC Serie „Homes under the Hammer“, unsere Unterstützer dazu brachte, mit ihm zusammen für einige wunderbare Dinge zu steigern, die von wohlmeinenden Spendern aus ganz England so großzügig zur Verfügung gestellt worden waren.

Die Zeit verging zu schnell und Nicky schrieb eine wunderbare Zusammenfassung mit den Highlights einer jeden Veranstaltung, in der sie auch die Großzügigkeit unserer Freunde – unserer Animals Asia Familie in England – herausstellte. Diese wunderbaren Menschen geben uns den Glauben aber auch das Geld das wir brauchen um Käfigtüren aufzubrechen und den Tieren in Asien eine Stimme zu geben. Hier können sie Nickys Zusammenfassung lesen.

Ohne ein großes Dankeschön an unseren sehr speziellen Unterstützer in England, Lee Gibbins, kann ich diesen Blog nicht beenden. Auf diesem Bild sieht man wie sie ihre Auszeichnung als hervorragende Leiterin einer Unterstützergruppe erhält.


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Nothilfe Bärenrettung


Ruhe sanft, kleiner Haribo 
Keine Worte können ausdrücken, was wir fühlen. Wieder einmal muss ich Ihnen vom Tod eines unserer wunderbaren Bären berichten. Eines ganz besonderen Bären wie Haribo, dessen Entschlossenheit zu Überleben die Herzen aller ergriffen hat, die das Glück hatten, ihn zu kennen.

Ich liebte diesen Bären vom Moment seiner Ankunft an. Und diese Zuneigung wuchs, als er tapfer eine Welle nach der anderen an Gesundheitschecks und Operationen ertrug, die alle so dringend nötig waren, um die verheerenden Auswirkungen seines früheren Lebens auf einer Farm zu lindern.





Gedrungenen und plump wie Blanca und Woodley (daher sein Spitzname „Poodley“ bei der Ankunft), hat er nicht einmal zornig auf seine Vergangenheit reagiert und lebte einfach im Hier und Jetzt. Er mochte jede Art von Futter und machte schmatzenden Geräusche, um auf sich aufmerksam zu machen, wenn er mehr wollte – denn er wusste ganz genau, dass in einigen Taschen viele Gummibärchen stecken.



Zum Glück schaffte er es bis in das Gehege für Bären mit spezieller Pflege, in Ruperts, Franzis und Snoopys Hause. Seine Zeit unter freiem Himmel liebte er über alles und schnarchend schlummerte er zufrieden unter dem Sternenzelt. Außer Rupert und ihm konnte kein Bär je das Herz der wählerischen Franzi erobern und ihr Interesse an dem Kerl da auf der anderen Seite des Gitters lies uns hoffen, dass sie eines Tages zwei Spielgefährten haben würde, wie es einer so speziellen Bärin wie Franzi auch zusteht.



Es tut mir so leid, dass ich letzten Freitag nicht in Chengdu sein konnte, als das Team Ströme von Tränen vergoss über den Verlust dieses tapferen kleinen Bären. Hier ist der Bericht von Tierärztin Jen darüber, wie wir alle uns schweren Herzens verabschiedeten von einem weiteren Bären, der uns lehrte, was Vergebung heißt:

Leider mussten wir heute den kleinen Haribo einschläfern, der unser aller Herzen gewonnen hat. Seine Hinterbeine haben ihm versagt. In den letzten beiden Wochen wurde es immer schlimmer. Zuerst waren seine Gelenke einfach steif und zuletzt war es so schlimm, dass er überhaupt nicht mehr stehen konnte und sich auch dann nicht mehr bewegte, wenn Caroline ihm die liebevoll hergerichteten täglichen Leckerbissen brachte.



Haribo war ein Kämpfer, der erst die Operationen und danach weitere Probleme mit Blähungen und Erbrechen überstand, was er trotz aller medizinischen Hilfen erdulden musste. Bei der Autopsie fanden wir heraus, dass seine Speiseröhre um ein Vielfaches verbreitet war, etwas, das auch unsere medizinische Versorgung nicht beheben konnte.



Röntgenaufnahmen zeigten, dass seine Wirbelsäule an mehreren Stellen zusammengedrückt war. Im Laufe der Zeit führte das zu einem erhöhten Druck auf das Rückenmark und schnürte so langsam die Nervenverbindung zu seinen Hinterbeinen ab. Wir alle hätten Haribo gern für sehr lange Zeit bei uns behalten. Aber uns war auch klar, dass wir dafür sorgen mussten, dass Haribo diese Welt verlässt, solange er sich noch an seinem letzten Gummibärchen freuen kann!

PS: Mein Lieblingsfoto von Haribo – wie er lacht – es wurde von Heather aufgenommen:


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Nothilfe Bärenrettung


Hanzhong Update Massentötung von Hunden 
Schweren Herzens muss ich sagen, dass das Wochenende keine positiven Neuigkeiten über das brutale Schlachten der Hunde in der Provinz Shaanxi von letzter Woche gebracht hat. Unser guter Freund, die chinesische Tierschutzaktivistin Jianghong und ihr Team sind gerade von einem traumatischen Trip in die Städte Hangzhong und Yangxian zurückgekehrt. Sie sahen keine lebenden Hunde in den Straßen von Yanxian – nur die gebrochenen Knochen unschuldiger Opfer. Die Behörden waschen das Blut und die Verantwortung für dieser brutalen, übers Knie gebrochenen Reaktion auf die Tollwut von ihren Händen.

Die Behörden haben blind mit ihren Massentötungen weitergemacht, obwohl Experten in China und aus der ganzen Welt ihnen mit solidem Rat zur Seite standen und die betonen, dass derartige Aktionen das Grundproblem des Ausbruchs von Tollwut in China in keiner Weise adressieren. Unser Brief, den wir durch Jianghong übergaben, wurde von den Beamten, die völlig unberührt und gleichgültig schienen, schlechterdings übersehen, obwohl ihr Handeln dem Image dieses Landes doch solchen Schaden zufügt.



Wir müssen weiterhin hoffen – weil mutige Bürger wie Jianghong sich mehr und mehr erheben, um die Wehrlosen zu verteidigen und dabei unsere Hilfe mehr denn je benötigen.

Bevor sie weggingen, hielten Jianghong und ihre Gruppe zusammen mit 200 Bewohnern eine Trauerfeier in Hangzhong ab, im Gedenken an die Hunde, die so rigoros abgeschlachtet wurden. Ihr SOS aus Kerzen konnte offenbar die die kalten, kalten Herzen der Offiziellen nicht erweichen, aber dafür einte es die Tierliebhaber, die nun überall öffentlich gegen ein Regime herzloser Brutalität gegenüber Tieren demonstrieren, die doch so sehr unseren Respekt verdienen.





Lesen Sie hier die vollständigen Beitrag über Jianghongs Besuch.

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Nothilfe Bärenrettung


Hunde in den Straßen von Hanzhong erschlagen 
Der Anblick war nicht zu beschreiben - erbarmungswürdigen Hunde, die sie versuchen von den Menschen weg zu kriechen, die sie auf den Kopf schlagen. Noch schlimmer war der Anblick eines Hundes, der Schwanz wedelnd die Männer begrüßte, die ihn mit ihren Stangen umringten – bevor er in Todesangst aufschrie, als die Stangen und Knüppel auf seinem Körper niederprasselten. Jaulend vor Entsetzen versuchte er, sich auf seinen bereits gebrochenen Beinen aufzurichten, als die Schläge in einmal mehr zu Boden streckten. Der aufgehäufte Stapel toter Hunde wuchs – und die Menschen in dem Video lachten, voller Zufriedenheit über einen Job, der auf so grausame Weise die schlagenden Herzen unserer besten Freunde zum Stillstand bringt.



Fassungslos sah ich diesen Film – und dachte, wir müssen sicher von einer anderen Art abstammen als diese grauenvollen Leute, die vollkommen losgelöst und unberührt sind von der Todesqual der Tiere, die ebenso wie wir Menschen Schmerzen, Angst und noch viele andere Gefühle empfinden, ähnlich wie wir selbst. Dass Leben so geringschätzig ausgelöscht wird, als habe es keinerlei Gewicht in dieser Welt, spiegelt in erschreckender Weise ein Land und die Menschen wider, die ich lieben gelernt habe.




Massentötungen sind zurück in China – ein blutiger Ruhm – und wir brauchen Ihre Hilfe, um größeren Druck auszuüben als jemals zuvor, um dieses Abschlachten zurück ins Mittelalter zu drängen, wohin es auch gehört. Auch die lokalen Tierschutzgruppen in China sind erschüttert. In unseren Appellen an die Behörden arbeiten wir eng mit ihnen zusammen – geeint in unserer Forderung, dass Hunde Besseres verdienen.





Animals Asia versucht, Spenden zu sammeln, um diese lokalen Gruppen in ihrer Angstrengungen zu unterstützen, diese Massentötung zu stoppen und den Stadtbehörden von Hanzhong alternative Lösungen zur Kontrolle der Hundepopulation und der Seuchenkontrolle zu bieten.

Bitte klicken Sie hier um unsere Antwort auf dieses jüngste Massaker in Hanzhong zu lesen und bitte spenden Sie, egal welche Summe, damit Hunde, die in Zukunft Schwanz wedelnd Menschen begrüßen, mit freundlichem Lächeln begrüßt werden und vielleicht einen freundlichen Klaps erhalten, anstatt ein abscheuliches blutiges Ende ihres Lebens.

Wenn Sie spenden wollen, klicken Sie bitte hier.


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Nothilfe Bärenrettung


Ein Gebet für Assisi 
Dienstag, 26. Mai, 9:17 Uhr: Nicht weniger als drei Tierärzte konzentrieren sich auf die Operation von Assisi – dabei auch unser Freund Dr. John Wu aus Guangzhou (im purpurfarbenen Hemd), der zufällig heute hier ist, um unsere Bären zu besuchen, aber gern mithilft.



Assisi ist der vorletzte Bär der zehn Überlebenden der Bärenfarm vom Februar, bei dem die zerstörte Gallenblase entfernt wird. Er wird auch noch kastriert und drei völlig zerstörte Eckzähne werden entfernt, die durch sein frustriertes Nagen an den Gitterstäben kaputt gingen.

Doch wir sind sehr in Sorge über diesen wunderbaren Bären. Denn erst vor einigen Wochen, nachdem unsere Tierärztin Heather und ihr Team auf seinem Röntgenbild einen Schatten in seiner Brust entdeckten, hatte er eine Untersuchung.



Englische Röntgenärzte haben das Bild untersucht und bestätigt. Laut ihrer Erklärung könnte es sich dabei entweder um eine Ausbeulung seiner Aorta (einem großen Blutgefäß, das vom Herzen wegführt) handeln oder auf einen Tumor auf der Innenwand der Aorta hindeuten.

Nach Meinung von Heather sind beide Fälle praktisch nicht behandelbar. Bei anderen Tierarten wäre die Prognose sehr schlecht und sie gewöhnlich ein Grund dafür, das Tier einzuschläfern. In den vielen Jahren, die wir nun schon mit diesen unglaublichen Bären arbeiten, haben wir aber gelernt, dass sie ungewöhnlich zäh sind und Bedingungen ertragen, die bei anderen Tieren tödlich wären.

Unser größter Kummer ist es, wenn einer unserer geretteten Bären es nicht mehr schafft, auf Gras zu gehen – wenn wir ihn an Krankheiten wie den Leberkrebs verlieren, noch bevor sie einen Tag an der Sonne waren. Daher überlegen wir bei jedem Bären mit einer „Chance“ ganz genau die Optionen. Sowohl aus medizinischer Sicht als auch unter Berücksichtigung seines Wohlergehens und treffen erst dann unsere Entscheidung.

Daher bekommen Bären, deren Schmerzen wir ‚behandeln’ und klein halten können, eine Chance. In ihren Gehegen beobachten wir ganz genau, ob und wie sie sich der glücklichen Tage mit ihren Freunden erfreuen.

Auch Assisi hat diese Chance verdient. Wir alle sind der Meinung, dass er nur geringe Beschwerden zeigt und bereits auf der Farm eine Fisteloperation (oder Schlächterei) überlebt hat, sowie den Gesundheitscheck bei uns. Die Operation zur Entfernung der Gallenblase und die Weiterführung seiner Rehabilitation sind daher den Versuch wert. Wir halten an unserem Traum , ihn im Gras spielen zu sehen fest - bis zu dem Tag, wenn wir alle traurig einsehen müssen, dass seine geborgte Zeit abgelaufen ist.

Diese Entscheidung wurde auch von seinen großzügigen Sponsoren - Bob Kerridge und seine Team vom SPCA Neuseeland - gut aufgenommen und unterstützt, die seit seiner Ankunft für ihren Bären gebetet haben. In den ganzen Jahren waren Bob und sein Team einfach wunderbar zu unseren Bären, haben die Geschichte ihrer Leiden auf den Farmen verkündet und Spenden gesammelt, damit unsere Arbeit weitergehen kann.

Aus der Gruppe der Neuankömmlinge vom Februar haben wir einen Bären ausgewählt, der am besten zu ihnen passt ausgewählt - mit dem Spitznamen „Hamster“. Er wurde so genannt, weil er nach seiner Ankunft das Stroh, das wir auf seinen Käfig gelegt haben, ganz sorgfältig Halm für Halm herabzog, um daraus ein offensichtlich perfektes Bett zu machen, auf dem er dann bequem zusammengerollt schlief.

In diesen ersten Tagen muss sogar das Aufstehen eine Qual für diesen Bären gewesen sein, denn zwei seiner Krallen waren praktisch im Kreis gewachsen und haben seine Tatze schmerzhaft durchbohrt. Der Gestank dieser faulenden Wunde war übel und der jahrelange, pochende Schmerz muss für ihn sehr schwer zu ertragen gewesen sein. Hier sieht man ihn bei seiner Ankunft und auch die vernachlässigten Krallen.



Heute scheint der Name „Assisi“ – nach dem heiligen Franz von Assisi, dem Schutzheiligen der Tiere – perfekt für diesen braven und sanften Bären zu passen.

10:10 Uhr: Wenn wir Assisi sehen, wie er in seiner Narkose atmet, sind wir voller Hoffnung. Die verschiedenen Eingriffe werden gleichzeitig durchgeführt, um die Gesamtzeit seiner Operation und der Narkose zu minimieren.

Caz und Wendy, unsere wunderbaren Schwestern, kontrollieren zusammen mit der Freiwilligen Kelly die Narkose, tupfen das Blut ab und nehmen Proben der Gallenblase für den chinesischen Pathologen, der mit uns bei der Analyse zusammenarbeitet. Sie verabreichen Medikamente, erneuern Infusionen und sorgen dafür, dass Heather, Jen und John immer sterile Instrumente, Skalpelle und Nähmaterial haben, während Assisi weiterschläft.

11.02 Uhr: Die Gallenblase ist entfernt und schaut zu unserer Überraschung nicht schlecht aus. Doch Heather hat einige Narben an seiner Leber entdeckt, die von Operationen auf der Farm stammen. Doch die Leber kann sich selbst verjüngen wie sie sagt und sie erwartet von dieser Seite langfristig keine Probleme.

Jen hat bereits zwei der zerbrochenen Zähne entfernt und arbeitet an dem dritten. Ach zwei kleine Organe am hinteren Ende Assisis fehlen jetzt, nachdem die Kastration ebenfalls abgeschlossen ist. Irgendwie scheinen wir wieder aufatmen zu dürfen.

Letzte Woche habe ich einige Zeit mit diesem langen und schönen Bären verbracht und mich gefreut, wie aufgeweckt und neugierig er war, wie er gierig und mit dem Enthusiasmus eines ganz gesunden Bären eine Auswahl an Früchten verputzte.

Sein zitronenfarbener Halbmond leuchtet und geht in einen Schal an seinen Schultern über. Er hätte wohl auch wunderbare Mickymaus Ohren, wenn sie nicht an den Enden beschnitten wären (Vielleicht auch von einem anderen Bären auf der Farm abgebissen, was geschehen kann, wenn ihre Käfige zu dicht nebeneinander stehen).

In der ganzen Zeit spielte Assisi die Bärenkarte mit Perfektion und erbettelte extra Früchte, allein durch einen Blick in unsere Richtung mit diesen seelenvollen, braunen, schmelzenden Augen.
12.30 Uhr: Das Narkosegerät ist abgestellt und Assisi wird in den Aufwachraum gefahren. Dort wird unsere Freiwillige Lucy bei ihm wachen, bis er wieder ganz bei sich ist und auf allen vier Beinen stehen kann. Wir hoffen, dass es ihm in ein paar Tagen wieder besser geht und seine Operationswunden anfangen zu verheilen.

Bis dann wird ihm liebevolle Pflege verordnet – ganze Mengen davon – und wir alle beten, dass dieser Heilige von einem Bären wieder gesund wird.

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