Richter und Quake  
Sie könnten nicht hübscher aussehen – und auch nicht glücklicher. Wir fanden sie in der Ladenzeile für Haustiere, kurz nach dem das Erdbeben Chengdu verwüstet hatte. Richter hätte nicht überlebt, wenn unsere freiwillige Krankenschwester Judy nicht gesagt hätte: „Lasst uns zurückgehen und nochmals nachsehen, ob wir auch nichts vergessen haben?“ Und da war er – in einem Käfig, Haut und Knochen und, nach Aussage des Ladenbesitzers, „viel Geld wert, wenn ich jemanden finde, der ihn kaufen will.“ Zum Glück, unser Manager für Aufklärungsarbeit Rainbow Zhu bewege Himmel und Hölle, um den Besitzer zum Verkauf an uns zu überreden. So konnte Richter das schrecklich verwüstete Gebiet verlassen und mit uns kommen. Von allen auf unserer Rettungsstation für Bären bewundert, aber von niemandem mehr als von unserer Krankenschwester Wendy (die rund um die Uhr für ihn sorgt und nie ohne ihren kleinen weißen „Schatten“ gesehen wird). Richter wird einmal ein perfekter Dr. Hund sein, wenn erst seine Rachitis ausgeheilt sein wird und er zugenommen hat.



Der dritte glückliche Hund ist Quake. Das Chinesische Rote Kreuz gab ihn in unsere Hände, als wir zu Rettungsarbeiten in den Bergen von Anxian waren. Dieser kleine Welpe wächst unaufhörlich – sowohl an Körpergröße als auch was das Frechsein betrifft. Er wird schon bald nach Hongkong umziehen, wo er bei Juanita Tom, unserer Marketingdirektorin, die sich auf den ersten Blick in ihn verliebt hat, leben wird.

Dies sind nur einige der Hunde, denen wir helfen konnten – tatsächlich sind es inzwischen über 120 Hunde und sieben Katzen, die ihrem Glücksstern dafür danken, dass Animals Asia zur rechten Zeit am rechten Platz war… gerade als das Erdbeben zuschlug.





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Nothilfe Bärenrettung


Ein Boykott ist nicht unsere Art 
Wir erhalten viele Anfragen dazu, wie Animals Asia die Olympiade nutzen wird, um auf das Leid der Tiere in China hinzuweisen. Das ist ein Thema, über das wir viel nachgedacht und oft diskutiert haben. Wir arbeiten seit über 20 Jahren in China und glauben zu wissen, was funktioniert und was nicht. Nach unserer Meinung sind ein Boykott und „aggressive“ Proteste einfach nicht hilfreich – tatsächlich können sie sich gegen uns arbeiten.

Wir zeigen das Leid und den Missbrauch und wir treten für die Tiere ein – aber das was wir heute sind, konnten wir nur durch die Zusammenarbeit mit den Behörden und lokalen Einrichtungen erreichen, nicht in dem wir uns gegen sie gewendet haben. Natürlich arbeiten wir auch mit mehr als 150 chinesischen Mitarbeitern zusammen und buchstäblich Hunderttausenden von Tierfreunden, die unsere Ziele unterstützen – die Olympiade ist für sie eine stolze und völlig unpolitische Zeit.

Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, wie wir darüber denken, dann lesen Sie unser Positionspapier.


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Nothilfe Bärenrettung


Auf geht’s zur Baumparty! 
Oft fragt man uns, ob die Bären wirklich ihre schlimme Vergangenheit vergessen und sich auch seelisch von den traumatischen Jahren auf den Farmen erholen können. Die einfachste Antwort darauf lautet „Baumparty“!

Der Moment , der zeigt, dass sich ihr Leben total gewandelt hat, dass sie glücklich sind, mit ihren Artgenossen zusammen zu sein, frei zu stöbern, zu futtern und zu spielen – das ist dann, wenn wir sie dabei erwischen, wie sie genau das tun, was sie in ihrem Freigehege eigentlich nicht dürfen. Und noch dazu unter den Augen ihrer Pfleger.

Unser Team bemüht sich sehr um den Schutz der Bäume auf dem Gelände. Doch die Bären schert das wenig. Am liebsten zeigen sie, wie geschickt sie das Seil aufbekommen, das die Bambusstöcke zum Schutz der Bäume im Freigelände zusammenhält – und dann ab in die Baumwipfel!



Gewöhnlich – und das ist gerade das besondere, treiben diesen Schabernack unsere „körperbehinderten“ Bären vom Haus 6, denen Gliedmaßen fehlen da sie mit Fallen eingefangen wurden. Sie zeigen jetzt, dass diese „Behinderung“ für sie bedeutungslos ist.

Ältere Schätzchen, die unser dreibeiniges Schlitzohr Somerset, die schon viele Jahre bei uns sind (er kam als Welpe im Jahr 2004 zu uns. Seine Patin ist die fantastische Lee Gibbins und ihre Mondbären Rettungsgruppe aus England), bringen den Neuen bei, wie man geschickt alle Regeln brechen kann.



Wenn man das sieht, muss man lachen. Kürzlich verbreitete sich die Nachricht in der Rettungsstation, dass wieder eine Baumparty stattfindet. Alle liefen wir hinüber um das zu sehen.



Ganz oben in der Baumkrone saß Somerset und riss freudig Zweige ab, um sie auf seine mindestens 14 Kumpane zu werfen. Stunden später zeugten nur noch ein paar einzelne Zweiglein und Blätter von diesem bärenfrohen Nachmittag.



Zum Glück war Donata, unsere Bärenpflegerin mit ihrer Kamera dabei und konnte diese „wüste“ Zerstörungsorgie einer Gruppe fröhlicher Bärenschurken festhalten, die keinen Gedanken mehr an ihre Vergangenheit verschwenden.
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Nothilfe Bärenrettung


Peking verbietet Hundefleisch - zumindest jetzt 
Einige von Ihnen haben vielleicht schon davon gehört, dass Peking ein Verbot für die offiziellen Olympia-Restaurants erlassen hat, während der Spiele Hundefleisch zu servieren. Christie Yang, unsere Managerin für die Beziehungen zu China, schrieb daraufhin dem Bürgermeister von Peking, um ein permanentes Verbot zu fordern.

Mehr Informationen finden Sie hier, unter Pressemeldungen.
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Nothilfe Bärenrettung


Miracle muss als erste unters Messer 
Donnerstag, 10:00 Uhr Morgens. Jen hat gerade den ersten Schnitt in Miracles Baubereich gesetzt. Genau in diesem Moment flackert das Licht und ein paar der Geräte fallen aus. Die Augen unserer Tierärzte werden ganz groß über den Gesichtsmasken. Wenn man einen schlafenden Bären auf dem OP-Tisch hat, ist das kein guter Moment für einen Stromausfall.



Doch zu unserem Glück – und auch zu Miracles – schaltet sich der Notstromgenerator ein (ich danke Gott, dass wir einen haben) und die Lage beruhigt sich wieder. Das sind ein paar der Herausforderungen, wenn man in Vietnam arbeitet. Ich bin für ein paar Tage hier, da einige der geretteten Bären operativ untersucht werden müssen, um die Auswirkungen der lebenslangen Extraktion des Gallensafts beurteilen zu können. Immer wieder bin ich begeistert, wenn ich unser unglaubliches Team aus Tierärzten, Krankenschwestern und den Bärenpflegern bei der Arbeit sehe.

Heute ist die erste größere Operation eines Bären in unserer neuen Rettungsstation in Vietnam – und wie immer hat dieses Team an alles gedacht.



Gerade erst vor einer Stunde waren alle mit einem schön schlafenden Bären beschäftigt. Die Schwestern Cands und Fiona rasieren ihr den Bauch und saugen die Haare vom Tisch, vom Boden und rund um den Körper ab (tatsächlich!), sie schneiden die Krallen, nehmen Blut ab und schließen sie an die Überwachungsgeräte an, die unter anderem das Herz, die Atmung und die Körpertemperatur während der Operation überwachen. Vier gestrickte Pfotenwärmer zieren ihre molligen Pfoten (auch von hier nochmals ein großes Dankeschön an den, der dies hier liest und selbst die Nadeln tanzen lies!). Dabei mussten wir die traurigen Folgen, des Einfangens in freier Wildbahn für diese arme Bärin sehen, mit ihrer von der Schlinge verursachten Wunde rund um ihre linke Vorderpfote und den beiden fehlenden Zehen.



Und wir wissen auch, dass Miracle sich ihren Namen verdient hat. Ein Opfer der Gallenfarm – vielleicht für viele Jahre – bis das Unternehmen geschlossen wurde und der Farmer auf die Idee kam, sie zu mästen und ihr Fleisch auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen. Gerade noch rechtzeitig wurde sie gerettet. Sie kam vor ein paar Wochen zu uns mit einem enormen Gewicht von 170 kg; ein großer Unterschied zu den 150 kg jetzt – obwohl man sagen muss, dass ihr Hinterteil noch immer etwas groß ist!

Zwei Stunden später können wir bereits die Auswirkungen der Behandlung auf der Farm erkennen. Die jahrelangen Stiche in die Gallenblase mit unsterilen Spritzen haben dieses Organ jetzt unglaublich mit der Leber verklebt, was von Jen und seinem Team geduldige Feinarbeit erfordert. Unsere leitende Tierärztin Heather ist auch aus China hierher gekommen, um zu helfen. Zusammen versuchen die beiden nicht an die schmerzenden Rücken und Beine zu denken, als sich die Operation stundenlang in den Nachmittag hinzieht.


Jetzt ist es 5:00 Uhr am Nachmittag und alles ist wieder sicher vernäht. Miracle erhält ein Aufwachmittel und kommt langsam wieder zu sich. Jen und das Team haben sich ihren Kaffee wohl verdient und können stolz darauf sein, dass Dank ihrer Leistung unsere erste Bärin hier auf dem OP-Tisch alles gut überstanden hat – ohne zu wissen, was sie gerade selbst zu unserer Arbeit beigetragen hat: Weder in China noch in Vietnam gibt es eine akzeptable, humane Methode zur Entnahme des Gallensafts eines Bären – daher: Bärenfarmen MÜSSEN geschlossen werden!

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