Zwei neue Freudenbündelchen in Vietnam 
In Vietnam geht es frustrierend langsam voran. Achtzig Bären, die derzeit illegal auf Farmen in der Ha Long Bucht gehalten werden und die ursprünglich uns zugesagt waren, stecken jetzt mitten in einem komplizierten Geflecht aus Verzögerungen und regierungsseitigen Einwänden.

All das hat seine Ursache in einer Entscheidung der Zentralregierung, die kürzlich den Artenschutz dezentralisiert hat und die Verantwortung, Verstöße dagegen zu verfolgen, den Provinzen übertragen hat.

Diese handeln nun gegen die eigenen Staatsgesetze und deshalb ist Animals Asia auch entschlossen, Gerechtigkeit für diese achtzig Bären und die vielen anderen, illegal auf Farmen im ganzen Land gehaltenen zu verlangen. In diesem Kampf haben wir mächtige Verbündete wie Mitglieder der Nationalversammlung, die Medien, andere Gruppen außerhalb der Regierung, Umweltverbände und Rechtsanwälte.

Doch es gibt auch gute Nachrichten. Dank des unermüdlichen Einsatzes von Tuan Bendixsen, unseres Direktors in Vietnam, haben wir offensichtlich einen Durchbruch erreicht, so dass die Regierung jetzt wieder an den Verhandlungstisch kommt und mit uns neue Optionen diskutiert. Tuan und ich werden uns in Kürze mit den Verantwortlichen dort treffen. Zwar wird es wohl einige Wochen dauern doch wir geben diese 80 gefangenen Bären nicht auf und wir sind nach wie vor guter Dinge, dass wir sie doch noch in unserem Rettungszentrum in Tam Dao wieder sehen werden.

Inzwischen besteht unsere Familie am Rand des wunderbaren Tam Dao Nationalparks aus 13 Bären, denen es allen sehr gut geht.

Die Welpen Mara, Mausi und Olly haben ihre zwei Kilogramm vom vergangenen Jahr inzwischen auf über 50 kg ausgebaut! Sie sind immer noch hinreißend und sehen heute wie „Mini Mondbären“ aus. Sie sind von blühender Gesundheit und Charakter. Doch es muss gesagt werden, dass sie fest davon überzeugt sind, das Sagen zu haben - sie halten sich für die Chefs der Rettungsstation – oder sogar von ganz Vietnam. Auf jeden Fall haben sie unsere gesamte Mannschaft hier um die Tatzen gewickelt! Mischa, eine weiterer Welpe, kam später zu dem Trio hinzu. Alle verstehen sich gut und sind heute eine richtige kleine Bande.

Noch mehr gute Neuigkeiten – noch zwei kleine Welpen, Snippy und Goblin, sind angekommen. Sie wiegen 5,8 beziehungsweise 6,5 kg.

Hier sind Snippy und Goblin, wie sie frische Blätter genießen:





Hier ist Snippy mit seinem Lieblingsspielzeug:



Und Goblin, sehnen Sie nur, wie er schaut!



Und nochmals Snippy:



Sobald sie sich noch etwas von ihren schrecklichen Erlebnissen - ihrem Einfang in der Wildnis und den Schrecken des Lebens auf der Farm – erholt haben, werden wir sie gründlich untersuchen.

Auch die erwachsenen Tiere, Marmite, Miracle, Marvin, Lexi und Little Jane gewöhnen sich gut ein. Miracle hat sich ihren Namen zu Recht verdient – sie ist knapp dem Schlachthaus entkommen, nachdem ihre Bärenfarm geschlossen worden war und ihr Farmer sie gemästet hat, um sie als Fleisch zu verkaufen. Sie ist einfach süß und noch immer recht mollig. Daher bleibt sie auch in nächster Zeit auf Diät, damit sich ihr Gewicht langsam wieder normalisiert.

Jetzt sind diese Bären sicher und zufrieden und haben ein ganz anderes Leben vor sich, als es ihnen ursprünglich bestimmt war. Glücklich, gut genährt und in abwechslungsreicher Umgebung können sie jetzt jeden Tag ohne Furcht im Herzen aufwachen.



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Die Roadshow in England 
Ein verdientes Kompliment für unser hervorragendes Team in England, das sich jedes Lob verdient hat! Unsere Roadshow brachte Spaß, Spenden und war von Anfang bis Ende voller Energie und Emotionen, die wir um Nichts hätten missen wollen. Es tat so gut, alte Freunde und Unterstützer wieder zu treffen und neue Mitstreiter für unsere Programme zu gewinnen, die wir persönlich vielen Zuhörern im ganzen Land vorstellen konnten.

Meine langjährige Freundin und Mentorin, Virginia McKenna, die Gründerin der Born Free Foundation, hat das bei der letzten Veranstaltung in London zusammengefasst - Berge wurden versetzt, und das nur durch die Hilfe und Leidenschaft von Menschen wie Sie, die Sie diese Nachricht hier lesen. Die ersten Schritte zur Ersteigung eines schier unüberwindlichen Bergs sind gemacht.

Jetzt bin ich wieder zurück in Chengdu bei den Bären. Zwölf Veranstaltungen in etwas mehr als zwei Wochen zusammen mit Dave, Nicky, Gill, Lara und Fiona, die rund um die Uhr gearbeitet haben um das alles erfolgreich zu organisieren. Die wunderbaren Auktionen, wo uns einige Gebote fast sprachlos gemacht haben und wir schon glaubten, dass der Hammer nie mehr fallen würde. Bekannte Gesichter bei vielen Veranstaltungen und das beste vegetarische und veganische Essen in den chinesischen Restaurants, wo fast alle Veranstaltungen stattfanden.

Christie Yang, unsere Leiterin für die Beziehungen in China und ich verließen England letzte Woche müde, aber sehr glücklich und wir freuen uns schon auf die nächste Roadshow dort!

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Ruhe sanft, tapferer Bossham 
Es tut mir so leid, Ihnen zu sagen, dass Bossham gestorben ist. Er war einer der 28 Mondbären vom 31. März. Damit sind bereits13 Bären aus dieser Gruppe Opfer der Leiden geworden, die sie auf den Farmen erdulden mussten. Bossham war ein tapferer und schöner Bär. Trotz seiner Behinderungen war er ein prächtiges Tier und wurde von uns allen sehr geliebt.



Bei seinem Ende war Dr. Kati Loeffler, unsere Tierärztin, bei ihm. Hier ist ihre Schilderung seiner letzten Lebenswochen:

„Bossham wurde am 31. März in die AAF Familie aufgenommen. Er war Teil einer Gruppe von Bären mit dem schlechtesten Gesundheitszustand, die jemals von Animals Asia aus Gallenfarmen gerettet worden war. Er war sehr groß, schön und freundlich und ertrug still sein Leiden in einem Käfig, in den man ihn hineingestopft hatte, wie Kleider in einen Koffer.

Als wir ihn daraus befreiten und er in seinem neuen großzügigen Quartier wieder aufwachte, wurde schnell klar, dass etwas mit seinen Hinterbeinen nicht in Ordnung war. Er konnte sie nicht benutzen. Zunächst schien es, als könnte er sie überhaupt nicht bewegen. Doch durch die Ermunterung, Unterstützung und unermüdliche tiermedizinische Versorgung der Mitarbeiter im Mondbären-Rettungszentrum konnte er seine Beine langsam wieder bewegen und sich schließlich selbständig auf den Bauch rollen und aufsetzen.

In den letzten paar Wochen konnte er sogar für kurze Zeit stehen. Er liebte sein Futter und sprach ihm so gut zu, als ob jede Mahlzeit seine letzte sei. Die Arbeit mit diesen Bären, wenn sie langsam wieder Zutrauen fassen und ihre Angst vor Hunger und Schmerz, die sie ihr ganzes früheres Leben verfolgt hat, verlernen, ist meine größte Freude. Wir waren so glücklich, Bosshams wachsendes Vertrauen zu sehen.

Doch vor zehn Tagen hatte er plötzlich einen Krampfanfall. Er erhielt sofort tiermedizinischen Hilfe, auf der auch gut ansprach, und schon am nächsten Tag war er scheinbar wieder völlig in Ordnung und weiter auf dem Weg der Genesung. Doch am Morgen des 30. Juni fanden wir ihn tot vor.

Die Todesursache war ein massiv überdehnter Magen, der praktisch bis zum Platzen gespannt war und den Kreislauf überlastete. Die genaue Ursache und ob eine Verbindung zu dem Krampfanfall besteht, ist schwer zu sagen. Doch Bossham war bereits der dritte Bär aus der Gruppe vom 31. März mit einem solchen Befund. Der erste starb noch auf dem OP-Tisch, der zweite, Poodley/Haribo, konnte gerettet werden.

Bislang war nur einer von fast 200 Bären vergleichbar aufgedunsen. Man muss sich fragen, ob das mit irgendeiner Sache auf dieser speziellen Farm zu tun hat, von der diese Bären gekommen sind. Zum Beispiel vom Futter oder einem Gift. Von etwas, das die normalen Verdauungsfunktionen stört und sie zu einem so schmerzvollen Tod verdammte.“

Ruhe sanft, Bossham.



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Dr. Hund besucht Kinder im Erdbebengebiet  
Und noch mehr gute Nachrichten aus China. Suki Deng, unser Dr. Hund Koordinator in Chengdu, und Rainbow waren gerade mit ein paar unserer unwiderstehlichen Hundedoktoren und ihren Besitzern, die als Freiwillige für uns im Einsatz sind, in mehr als 40 Grundschulen zu Besuch bei Kindern, die durch das Erdbeben in Sichuan obdachlos geworden sind.



Die Kinder kommen aus einigen der am schlimmsten betroffenen Gebiete, wie z.B. Yingxiu und Beichuan, und sind vorübergehend in einem Altenheim in Xin Fan, Longquiao, untergebracht. Ganz offensichtlich haben sie traurige und traumatische Erlebnisse hinter sich. Die Hunde schenkten diesen Kindern eine Therapie voller Fröhlichkeit, gerade jetzt, wo sie etwas Freude dringend brauchen und Suki hat uns ein paar entzückende Fotos von diesem Besuch geschickt. Ich dachte mir, dass Sie die bestimmt auch sehen möchten.

Dem strahlenden Lächeln der Kinder nach zu urteilen, hatten sie offensichtlich eine wunderbare Zeit und mit ihnen auch der kleine Mops, Dr. Bi Bi, der es ganz eindeutig genoss, im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu sein und der gerne stillsaß, um sich von den Kindern portraitieren zu lassen.



Das Mädchen auf dem Foto oben ist die zehnjährige Zhou Xiao Yan aus Yinxiu. Das Haus ihrer Familie wurde durch das Erdbeben zerstört und sie verlor bei dem Unglück ihren Onkel.



Zwei unserer Dr. Hund-Freiwilligen brachten zwei große Schachteln mit Malutensilien aller Art und leckeren Kuchen für die Kinder. Es blieben sogar noch genug Papier und Stifte übrig für andere Kinder, die nicht an diesem Besuch teilnehmen konnten.



Das kleine Mädchen unten, in dem pinkfarbenen T-Shirt (vorderste Reihe, links) ist die siebenjährige Wu Yi aus Dujiangyan. Sie lag über mehrere Stunden begraben unter Geröll. Sie gab nicht auf, die Trümmer über sich weg zu schieben und schaffte es schließlich, sich zu befreien – traumatisiert, aber am Leben.



Rainbow sagt, am Ende des Besuchs, als alle Kinder aus voller Kehle “Xie xie ni!” (Danke!) riefen, fühlte es sich ein bisschen wie ein Nachbeben in Sichuan an!
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Ein kleiner Held kehrt heim 
Das Ende der Roadshow in England ist für Christie und mich nun in Sicht. Es war zwar anstrengend, aber auch sehr schön und ich werde bald mehr darüber berichten.

Jetzt will ich nur kurz einige gute Neuigkeiten weitergeben, die mir von Hayley, unserer Krankenschwester aus unserem Rettungszentrum in Chengdu, berichtet wurden. Vielleicht erinnern Sie sich noch an den kleinen weißen Hund namens „Tudo“ (übersetzt heißt das „Kartoffel“) aus meinem Blog vom 6. Juni. Tudo hat das Leben seines Besitzers am Tag des starken Erdbebens gerettet, als er ihn ins Bein biss und nach draußen rannte. Sein Besitzer ist ein alter Mann. Er folgte Tudo und befand sich draußen in Sicherheit, als sein Haus zusammenstürzte. Danach versteckte er Tudo in seinem Zelt. Aber weil er ihn nicht mehr richtig ernähren konnte, brachte er ihn zu uns, damit wir ihn aufnehmen.

Nun, sie sind wieder zusammen. Hier ist Hayley’s Geschichte:

Die Familie von Tudo ging zuerst zum Rettungszentrum für Hunde, um ihn zurück zu holen. Doch da erzählte man ihnen, er sei bei uns im Bären-Rettungszentrum. Sie kamen sofort hierher und trafen alle vor dem Rehabilitationsgehege wieder zusammen. Vier Familienmitglieder kamen, um ihn nach Hause zu bringen und ihre Gesichter strahlten, als sie ihn sahen. Auch Tudo erkannte sie sofort wieder. Er rannte zu ihnen und lief vor ihnen im Kreis, bis er von ihnen gestreichelt wurde. Ganz aufgeregt sprang er von einem zum anderen und war offensichtlich überglücklich, sie wieder zu sehen. Ich hatte Tränen in meinen Augen!

So ein schöner Anblick. Sie haben uns herzlich dafür gedankt, dass wir uns so gut um Tudo gekümmert haben und erklärten, dass sie nun ein neues Appartement hätten und ihn daher wieder aufnehmen könnten. Dann erzählten sie wieder die Geschichte, wie er das Leben ihres Onkels gerettet hat, indem er ihn am Bein zog, bis der alte Mann aus dem Haus war und wie zehn Sekunden später das Erdbeben begann.

Bei uns war Tudo ein braver kleiner Hund, der gut auch mit den anderen Erdbebenopfern auskam, die noch darauf waren, von ihren Besitzern abgeholt zu werden.

Auf diesem Bild ist Tudo im Hintergrund mit Chris, einer unserer freiwilligen Helfer, im Mondbären Rettungszentrum zu sehen.



Und Hayley hatte noch mehr gute Neuigkeiten:

Eine weitere Geschichte betrifft Yoda – so genannt wegen ihrer großen Ohren. Sie wurde aus einem der geschlossenen Läden für Haustiere gerettet und hatte damals eine gebrochene Vorderpfote, die nicht richtig geheilt war.



Sie blieb bei uns, bis ihre Pfote wieder gesund war und wurde dann von einer der Frauen aus der Küche mit nach Hause genommen. Schon drei Tage ist sie dort und hat sich gut eingelebt. Besonders bei der elfjährigen Tochter. Sie beschreiben Yoda in einem Wort – goldig!
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