Leb wohl, Mafi 
Warum muß es immer so geschehen? Gerade als wir das Leben eines Bären (diese Woche Jasper) gefeiert haben, haben wir das Leben eines anderen verloren, das uns so lieb war. Mafi's Verhalten war typisch für die Jahreszeit - halb im Schlaf. Dabei fressen die Bären weniger und schlafen um so mehr.

Das einzige Anzeichen, dass etwas nicht in Ordnung sein könnte war, als Donata, die Bärenmanagerin, sie wog und feststellte, daß sie 27 Kg verloren hat. Doch ihr Pelz strahlte noch voll Gesundheit und ihr Verhalten war in Ordnung. Trotzdem entschied die Tierärztin Heather, nichts dem Zufall zu überlassen und daher war Mafi am Donnerstag Morgen beim Gesundheitscheck - für alle Fälle.

Schon als wir sie auf dem OP-Tisch umdrehten, war da eine Masse in ihrem Bauch, die wir gar nicht sehen wollten. Ein Leberkrebs, der im Verborgenen gewachsen war und sie schlußendlich töten würde.

Angela, unsere Media Managerin, war der Mafis Sponsorin und hat ihr auch den Namen gegeben. Jetzt ist sie ganz erschüttert und ich übergebe meinen Blog an sie und Donata, damit sie schreiben können, was für ein wunderbarer Bär Mafi war.

Ruhe sanft, Mafi. Ein Wunsch von der ganzen Familie, die du verzaubert hast.

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Wir feiern Sir Jasper 
Als sie heute Morgen in den Operationssaal kamen, machte Nic eine richtige Verbeugung und Belinda strahlte, als sie seine robuste Tatze hielt (und auch an ihr schnupperte).



Hier lag nun unser majestätischer Jasper – ein Botschafter im wahren Sinn des Wortes seit er bei uns im Jahr 2000 ankam – und schlummerte in der Narkose in Erwartung des Zahnarztes, der seine oberen und unteren rechten Eckzähne entfernen sollte.



Abgebrochene Eckzähne werden normalerweise entfernt, wenn die Farmer sie willkürlich bis zum Zahnfleisch abgeschnitten haben, um das Abzapfen der Galle für sie sicherer zu machen, oder wenn die Bären sie an den Gitterstäben der Käfige zerbrechen, die sie in den Jahren der Gefangenschaft benagen.

Doch bei Jasper brachen die Zähne nach Jahren des unermüdlichen Spielens mit seinen besten Freunden Banjo, Delaney und Frank.



Zusammen mit Nic kamen auch die chinesischen Bärenpfleger Erdi Ri Bo, Liu Xiao Yan und Guo Xiao Yan in den Operationssaal. Sie mussten einfach seinen rauen Pelz streicheln, über seine berühmten gelben Augenbrauen lachen und ihn als den durch und durch „netten“ Bären bewundern, der er ist.

Für jeden hier bei Animals Asia zählt Jasper zu den Favoriten. Denn er ist ein perfektes Beispiel dafür, wie wenig nachtragend diese Bären sind, obgleich sie jede Berechtigung hätten, die Menschen wegen der ihnen zugefügten früheren Plagen zu hassen.

15 Jahre lang musste er in einem Presskäfig leben, in dem er buchstäblich zwischen die Gitterstäbe eingeklemmt war. Doch vom Moment seiner Ankunft an bewies Jasper, dass er jedermanns Freund war und keine Zeit für schreckliche Erinnerungen oder Rachegefühle hatte. Er lebte im hier und jetzt, vergas bald den primitiven Metallkatheter in seine verwundeten Bauch, mit dem seine Galle abgezapft worden war und bald hatten ihn Bären und Menschen ins Herz geschlossen.

Genau so auch noch heute. Unser „Friedensstifter“, Jasper, beendet jede Rauferei in seinem Haus und heißt neue Bären willkommen wie lange verlorene Freunde. Er ist einer der wenigen Bären, die auf ihren Namen hören und kommt immer neugierig herbei um zu sehen, was wir haben – gewöhnlich einen Apfel oder seine besondere Leibspeise, Erdnussbutter.



Doch wegen zu übermütigen Spiels braucht er eine Zahnbehandlung und lag deshalb hier auf dem Tisch. Alle kamen sie, um diesen sanft schlummernden Bären zu berühren.

Aktuelles vom Mittwoch – Unser guter Junge hat die Operation gut überstanden und ist jetzt wieder zurück im Haus 2, wo man ihn wieder lachen sieht mit all seinen restlichen Zähnen.


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Die Professoren mit der nassen Schnauze 
170 Kinder und 20 Hunde in einer Schule sind wohl ein Rezept für Chaos – zumindest auf den ersten Blick. Doch schon bald nachdem unsere Veranstaltung „Spaß mit Professor Pfote“ begonnen hatte wurde klar, dass sowohl die Kinder als auch die Hunde eine prima Zeit hatten – und dabei auch noch etwas lernten.

Unser Animals Asia Superteam mit Mark, Chelsea, Marnie, Jasmine, Cassie, Austin und Arvid trafen sich zusammen mit unseren freiwilligen Lehrern in der Lok Sin Tong Leung Kau Kui Grundschule in den New Territories von Hongkong, um zusammen mit den dortigen Lehrern 170 aufgeregte Schüler aus den umliegenden Schulen und Sozialeinrichtungen zu stolzen Pet Kadetten (Haustier-Kadetten) zu machen.

Die Kinder wurden in kleine Gruppen eingeteilt und jeder wurde ein eigener vierbeiniger Professor Pfote (und auch ein erwachsener Lehrer) zugeordnet. Dort lernten sie viel über die Pflege von Hunden und den Umgang mit ihnen in unserer Gesellschaft, und warum jeder sie mit Respekt behandeln soll.

Zunächst wurden die Kinder aufgefordert, den Hund zu streicheln, der in der Mitte ihres Kreises saß. Doch zuvor mussten sie den Hundebesitzer höflich darum bitten und auch erst den Hund an ihrer Hand schnüffeln lassen, ehe sie das weiche Hundefell kraulen durften.



So ein Programm bereitet die Kinder, die nie zuvor einen Hund berührt hatten, auf den Kontakt mit den Hunden vor - darauf, sie sicher und mit Respekt zu behandeln, wenn sie ihnen draußen begegnen, und das Verhalten und die Eigenheiten unserer „besten Freunde“ zu verstehen.

Am Ende des Nachmittags hatten sie gelernt, dass Hunde ganz ähnliche Bedürfnisse und Gefühle haben wie wir Menschen, dass sie uns in vielen Situationen vor Schaden bewahren und uns ohne Vorbedingungen als Mitglied der Familie lieben.

Höhepunkt des Tages waren lustige Quizfragen und das gemeinsame Singen des Lieds der Pet Kadetten. Dabei lernten die Kinder nicht nur etwas über den Umgang mit Hunden, sondern verbesserten zugleich noch ihre englischen Sprachkenntnisse. Ich war ganz mit Stolz erfüllt, als die Kinder zum Schluss ihre Hand aufs Herz legten und feierlich das Gelöbnis der Pet Kadetten sprachen, alle Tiere immer zu lieben und zu respektieren.

Hier findet man die ganze Geschichte über dieses harmonische Zusammentreffen von Kindern und Tieren hier in Asien. Ein Programm, bei dem beide Seiten gewinnen. Die Bilder stammen von Arvid!


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Fanpost für Wilfred 
PS: Judy Blythe ist eine unserer großartigen Freiwilligen, die sich hier um Wilfred gekümmert hat. Sie sah den letzten Blog und musste sich einfach dazu melden. Auch Poodley (er heißt jetzt Haribo) geht es heute ausgezeichnet.

Hier ist die Nachricht von Judy:
Tränen liefen mir übers Gesicht als ich die wunderbare Geschichte von Wassermelone und seinen ersten Schritten auf das Gras gelesen habe - dieser fantastische Kerl hat es jetzt doch nach draußen geschafft!!!

Wer, der ihn in der Krankenstation sah, könnte ihn vergessen - neben dem armen aufgedunsenen und kranken Poodley -, wie er voller Freude nach der Entfernung seiner Gallenblase in seiner Wasserschüssel herumplanschte und kaum noch bemerkte, dass er gerade seine Operation hinter sich hatte?

Ich gebe zu, ich habe viel Zeit vertrödelt und ihm immer wieder das Wasser nachgefüllt, wenn er es über den Boden, über sein Gesicht verspritzt hatte und danach so erstaunt schaute, als hätte ihn jemand anderes nass gemacht!. Wunderbare Neuigkeiten.

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„Watermelon“ macht seine ersten Schritte auf Gras! 
So viele Menschen haben die Geschichte des blinden Wilfred seit seiner Ankunft bei uns im März 2008 verfolgt. Wir hatten ihn liebevoll „Watermelon“ – Wassermelone – genannt, denn dies war das einzige, was er bereit war, zu sich zu nehmen, nachdem wir ihn vom Laster abgeladen hatten. Dieser wunderbare Bärenjunge ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie die Bären wieder gesunden und vergeben, nachdem sie in diesen Höllenlöchern von Farmen missbraucht und gequält wurden.



Die Bilder seiner Ankunft haben Medien und Beobachter auf der ganzen Welt geschockt. Aber sein Überleben und seine Lebensgeschichte bringen heute die Herzen unseres Teams ebenso zum Schmelzen, wie die unserer Unterstützer. Mit Watermelon feiern wir das Überleben eines Bären, der nicht bereit war, aufzugeben.

Erst vor kurzem zog Wilfried um und wurde in eine Bärengruppe in Haus 8 integriert – dort sind viele, ähnlich wie er selbst, blind oder können nur eingeschränkt sehen. Und so begann die Integration in kleinen Schritten.

Alles ging gut und heute hat Wilfried in Mityan und Akimo seine besten Freunde gefunden. Auch sie wurden nach Haus 8 verlegt, um den nächsten Abschnitt ihrer Reise (ins Glück) zu beginnen.

Erst letzte Woche haben unsere leitende Bärenpflegerin Nic und ihr Team die Tür zu dem mit Gras bewachsenen Gehege geöffnet, damit diese tapferen Bären zusammen den Rasen betreten und einen der ersten Frühlingstage genießen konnten. Währen der nächsten Wochen werden sie allmählich mit den restlichen Bewohnern von Haus 8 bekannt gemacht werden und dann den Rest ihres Lebens dort verbringen.

Hier nun Nics Bericht über einen perfekten Tag im Bärenland:

Wieder ein befriedigender Tag. Vor einiger Zeit haben wir Wilfred, der bei den Mitarbeitern liebevoll auch als Wassermelone/Xi Gua bekannt ist, erfolgreich mit Mityan und Akimo zusammengebracht. Diese beiden leben schon einige Jahre glücklich hier im Zentrum und wechseln sich mit Rupert beim Zugang zum „Speziellen Garten“ ab. Da die beiden blind sind, sind sie auch in dem besonderen Pflegebereich untergebracht.

Doch im Lauf der Jahre sind noch mehr Bären mit Augenproblemen hier im Zentrum angekommen und einige davon wohnen schon im Haus 8. Als Wilfred letztes Jahr hier ankam und wir erkannten, dass er blind war, haben wir die Optionen für ihn diskutiert.

Wir haben immer wieder erwogent, Mityan und Akimo in ein normales Bärenhaus umzuziehen um sie als Mitglieder einer normalen Gruppe zu betreuen. Daher haben wir nach Weihnachten die drei Bären in Unterkünfte im Haus 8 transferiert und Wilfred mit Mityan und Akimo zusammengebracht. Speziell zwischen Mityan und Wilfred hat sich eine Freundschaft entwickelt.

Als nächstes planten wir, den drei blinden Bären Zugang zu ihrem neuen Freigehege zu geben damit sie sich an diesen neuen Raum gewöhnen und damit speziell Wilfred zum ersten Mal Gras kennenlernen kann!

Heute blieb die große Gruppe drinnen, damit die drei blinden Freunde sich an der neuen Umgebung erfreuen und herausfinden konnten, wo die Dinge überall sind.

Mityan war der erste der sich hinauswagte um das gute Futter und die Leckereien zu suchen, die im Gehege auf sie warteten. Kurz darauf machten auch Akimo und Wilfred ihre ersten vorsichtigen Schritte hinaus. Mehrere Minuten lang setzte er erst seine Vorderpfoten aufs Gras doch bald war er mit allen vieren darauf.

Nach zehn Minuten war er auf der anderen Seite des Geheges und hat einen wunderbaren Tag in der Sonne verbracht. Er erschnüffelte sich seinen Weg und freute sich an den Gerüsten und einem Ringkampf mit Mityan.

Einmal lag er auf dem Rücken mit allen vier Pfoten in der Luft und streckte seinen Bauch der Sonne von Chengdu entgegen! Noch liegt ein weiter Weg vor diesem Bären. Als der Tag zur Neige ging blieb Wilfred zufrieden im Gras liegen, unwillig, wieder in die Unterkunft zurück zu kehren. Wer kann ihm dafür nach den Jahren in einem Käfig in der Bärenfarm einen Vorwurf machen?

Hier geht es zu einer Diaschau über die Fortschritte von Wilfred.

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