Weihnachten mit Bedeutung 
Viele unserer geretteten Bären in China und Vietnam schlafen jetzt länger und fressen weniger. Denn der Winter kommt. Die jüngeren aber sind noch immer mit ihren Freunden sehr aktiv unterwegs und ich glaube, sie fühlen, dass bald ein paar wunderbare Überraschungen auf sie warten. Wenn auch Sie dieses Weihnachtsfest zu etwas ganz Besonderem für unsere Bären machen möchten - oder aber für Ihre Familie und Ihre Freunde - bei unseren Weihnachtsgeschenken ist dafür bestimmt etwas Passendes dabei.

Wir bieten neue "Geschenke mit Bedeutung". Das bedeutet, dass Ihr Geschenk direkt an die Bären und eine wunderbare Weihnachtskarte dazu direkt an Ihre Lieben geht.



Es gibt fast alles, vom Honigtopf über das Rosinenfässchen oder Spielgeräte für draußen bis hin zu lebensrettenden Operationen. Es gibt auch ganz wunderbare neue Glückwunschkarten und Kalender, selbstverständlich mit unseren prachtvollen Bären darauf. Ein Besuch in unserem neuen Online Geschenke-Shop lohnt sich daher auf jeden Fall. Denn damit bekommt Weihnachten seinen Sinn zurück.

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Nothilfe Bärenrettung


Bringt sie heim 
Chu Chu grinste wie immer – ein einfältiges Strahlen von Ohr zu Ohr – und die Jahre kamen zurück. Es war Sonntag, der 18. Oktober, und mein erster Besuch in Panyu in Südchina seit vielen Jahren. Doch die Bären hatten sich kein bisschen verändert.

Ursprünglich waren es neun. Sie stammten alle aus einer Bärenfarm in der Provinz Guangdong. Ich habe diese Farm – die zweite, die ich jemals überhaupt besichtigt habe – vor langer Zeit im Jahr 1993 besucht. Dieses schockierende Bild wurde damals aufgenommen.



Nachdem wir von der Vereinbarung mit der chinesischen Regierung gehört hatten, dass man diese Bären retten könne, verloren Brian Davies, der Gründer von IFAW, und die Treuhänder Jean, Mary und Karen keine Zeit und kamen überein, eine wunderbare Rettungsstation zu finanzieren und alle Bären in Sicherheit zu bringen. Boris kam als Projektmanager dazu, Gail als Tierärztin und im Handumdrehen stand die Rettungsstation und die Bären waren alle da.

Das war 1995. Ich war damals Beraterin für IFAW und Animals Asia gab es noch nicht. Heute leben nur mehr fünf dieser Bären (Xie Sheung, Digger, Elizabeth (sie heißt jetzt Bebe), Hong und Chu Chu) – und alle schauen noch genau so schön aus wie damals. Leider sind aber seitdem Yat Ho, Donny, Cookie und Boris von uns gegangen – doch nicht vergessen.

Seither haben Gail und Boris mit mir und John und Winnie Animals Asia aufgebaut – und unser Ziel waren die Bärenfarmen. Wir haben in Chengdu Hunderte Bären gerettet. Die Entwicklung war so rasant, dass sich IFAW bereit erklärte, für die Bären aus Panya zu sorgen, damit wir uns auf die weiteren Projekte in China und Vietnam konzentrieren konnten.

Doch vor kurzem haben wir mit IFAW vereinbart, dass es für diese Bären in ihrem Alter besser wäre, unter mehr Freunden zu leben, da ihre eigene Zahl unvermeidlich abnimmt. Daher kommen sie heute zu ihrer neuen Familie in Chengdu.

Kati Loeffler und Tan Minjung von IFAW haben sie auf ihrer zweitägigen Reise begleitet. Von Animals Asia dabei waren auch Boris, Jen, Rainbow, Rocky, Ou Jun, Xian Wie Rong, Caroline und ich. Jeff und Melissa haben sie in Panyu verabschiedet und Jeff flog dann zu uns nach Chengdu, um bei der Ankunft dabei zu sein. Es war eine Non-Stop Fahrt von 48 Stunden für die 2.100 km von Panyu nach Chengdu.


Die Reise war wunderbar und alle fünf Bären in ihren geräumigen Käfigen waren ganz ruhig und entspannt auf dem Lastwagen.

Boris hat die Vorbereitungen getroffen und die komplexe Logistik mit IFAW abgesprochen. Damm haben Rocky, er und das Team alles für die Sicherheit und den störungsfreien Ablauf getan. Kati und Tan Minjung haben uns während der Reise beraten, über Stunden, doch ohne Panne verlief.

Für uns gab es nur schnelle Mahlzeiten zwischendurch und ein hartes Nachtlager im Begleitbus. Die Bären waren natürlich unsere erste Priorität und wurden wie Könige der Landstraße behandelt. Jen und Kati passten unermüdlich auf die Straße auf um möglichst alle Schlaglöcher zu vermeiden. Sie waren so sehr an einer ruhigen Fahrt interessiert, dass ich schon dachte, sie würden dem Fahrer das Lenkrad wegnehmen.









Alle paar Stunden machten wir Rast um alles zu sichern und die Bären zu füttern und sauber zu halten. Sie waren überhaupt nicht gestresst und haben alles, was wir ihnen in die Schüsseln gaben, gleich aufgefressen. Sogar die von Jen und Caroline sorgfältig mit Medikamenten versehenen Marshmallows verschwanden schnell, als wir sie Xie Sheung, Bebe und Chu Chu anboten. Auch Rainbow war immer mit seiner Kamera zur Stelle und hat so fast jeden Augenblick der Reise festgehalten. Hier ist ein süßes Foto von Digger, wie sie ihre Tatze im Trinknapf kühlt.



An einer Station standen wir neben einem Reisebus, dessen chinesische Passagiere unsere Plakate auf der Seite des Lastwagens sahen und sofort lachten und uns mit hochgerecktem Daumen ihre Zustimmung zeigten. Oft kamen die Menschen herbei – speziell bei den Tankstopps – und wir konnten sehen, wie ihre Augen fast aus den Höhlen sprangen, wenn sie Hong sahen, der sie neugierig durch einen Spalt in der Leinwand anschaute.

Schließlich kamen wir gegen 10:30 Uhr am Dienstagmorgen in unserer Rettungsstation an. Die Journalisten und die glückliche Gruppe unserer Mitarbeiter begrüßten die Bären in ihrem neuen Zuhause. Bebe wurde als erster abgeladen – zufrieden wie Larry saß sie auf ihrem Hinterteil und schaute ruhig und sorglos auf die Menschen vor ihr. So wie ich sie all die Jahre am besten in Erinnerung habe. Halb habe ich erwartet, dass sie die Arme verschränkt und uns fragt, warum das so lange gedauert hat.



Die Bären schauten alle gesund aus. Nur Hong machte Kati etwas Sorgen, denn er wirkte etwas „flach“. Die Reise hat ihn wohl doch etwas angestrengt. Auch als er in seine neue Behausung im Haus 10 gebracht wurde, blieb er zurückhaltend und wir sahen ihn etwas nervös hin und hergehen. Sichtlich beunruhigt von der neue Umgebung, den neuen Lauten und Gerüchen.

Doch tapfer wie unsere Bären sind, hatte sich Hong heute Morgen (Mittwoch) schon genug eingewöhnt, um an das Gitter seines Käfigs zu kommen, als er den Topf mit Honig roch, der für Xie Sheung geöffnet wurde. Als er an die Reihe kam, schleckte er verzückt seine Portion mit vor Verzücken geschlossenen Augen.

Als sich die Türen zum Freigehege öffneten, war Digger noch vor Chu Chu als erste draußen. Während sie aber zimperlich nur die nächste Umgebung erforschte, lief Chu Chu einfach weiter und ging zielsicher zum Schwimmteich (Laut Tan Minjung liebt sie das am meisten) wo sie kurz schnüffelte und sich dann entschied, dass es zum Schwimmen wohl noch etwas früh sei und sie sich statt dessen lieber all den Leckerbissen um sie herum widmen könnte. Hier schnuppert sie an einem Apfelstück (und genießt anschließend eine ausgiebige Rückenmassage nach ihrem Snack!)





Die anderen folgten und schnell waren alle draußen und hatten einen herrlichen Tag. Jen, die Tierärztin meinte: „Wenn man bedenkt, dass das alles neu ist für sie, machen sie sich sehr gut.“ Und als Boris heute Morgen nach den Bären sehen wollte, die er vor so vielen Jahren zum ersten Mal gesehen hatte, entdeckte er, dass auch sie ihre neuen Hängekörbe lieben. Hier ist Boris mit seinen alten Freunden zu sehen - alle dösen und genießen ein kuscheliges Zusammenliegen. Und sie wissen, dass die Tür zu ihrem neuen Gehege offen ist und draußen viele neue Überraschungen auf sie warten.



Damit haben wir 265 Bären an unserem Ort der Liebe und des Friedens hier in Chengdu empfangen und wir hoffen, dass die chinesische Regierung ihr Versprechen hält und wir bis zum Jahresende weiter Bären bekommen.



Kati, Jeff, Lisa, Tan Minjung und IFAW, vielen Dank an euch für die besondere Pflege und Aufmerksamkeit, die ihr diesen Bären in all den Jahren geschenkt habt und auch dafür, dass ihr so gut geholfen habt, sie hierher in ihr endgültiges Zuhause und zu ihrer Familie zu bringen. Zu Animals Asia in Chengdu.

Hier ist unsere Pressemitteilung zu den Bären und unsere spezielle Beziehung zur schönen Xie Sheung (Auf diesem Bild geniest sie gerade ihre Begrüßungsleckerei!)




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Nothilfe Bärenrettung


Unsere wunderbaren Spendensammler! 
Einige unserer Freunde und Unterstützer haben uns in China und Vietnam besucht, andere habe uns von Zuhause aus geholfen und ihr Herzblut in die lokalen Aktionen gesteckt, um Geld im Rahmen unserer „Süss wie Honig“ Tage zu sammeln.

Jetzt, wo der Sommer zu Ende geht, sind Einfallsreichtum und Leidenschaft nochmals angewachsen in den letzten warmen Tagen, während derer Diana Trawford und ihr Mann Andrew ein wunderbares karibisches Fest in Sidmouth in England organisiert haben – komplett mit einem echten DJ aus der Karibik, Reggae Musik und Limbo Tanz!





Dieses Fest von Diana und Andrew hat viel Spaß gemacht – wohl auch durch das geheime Rum Punsch Rezept von Andrew (siehe hier). Aber sie stellten auch sicher, dass die Gäste verstanden, wofür das alles organisiert wurde. Sie haben einen Inforaum aufgebaut mit Schautafeln und einem Bildschirm, auf dem unser Film „Die Rettung der Mondbären – der Anfang“ lief.







Als Tierarzthelferin war Diana bereits dreimal in Chengdu und hat uns hier geholfen. So konnte sie ihre eigenen Erfahrungen mit den Bären auf den Schautafeln darstellen und auf diese Weise ihre Gäste mit einbinden und zeigen, wie jeder mithelfen kann!



Unsere langjährigen Unterstützer, Chris und Roy aus Exmouth hatten ebenfalls einen Infostand aufgebaut und zwei örtliche Restaurants stifteten für die Tombola großzügig Gutscheine für Essen und Wein. Vielen Dank, Diana und Andrew, für eure Großzügigkeit und dafür, dass ihr in England den Bären eine so laute und inspirierende Stimme gebt.

Auch in Deutschland hatten Dieter Häckl (siehe unten) und sein Team von der Unterstützergruppe Babenhausen von Animals Asia, die den geretteten Bären Babo, Bali (in China) und Moggy (in Vietnam) beistehen, einen geschäftigen Tag.



Bei dem örtlichen Volksfests im letzten Monat haben sie einen ihrer bekannten Animals Asia Stände aufgebaut und konnten Spenden für die „Süss wie Honig“ Tage von den vielen interessierten Menschen sammeln, die kamen, um sich über unsere Arbeit zu informieren.





Dieter, Gudrun und ihr Team sind wunderbare Botschafter der Bären und nun schon seit Jahren für sie unterwegs. Sie trotzen allem widrigen Wetter und die Verbreitung ihrer Botschaft lässt sie ganz heiser werden. Auf diesem Bild sieht man unsere liebe Angela Ernst, Claudia Häckl (die Schwester von Dieter) sowie Gudrun Häckl (seine Frau).



Vielen Dank an euch alle für euren Einsatz, eure Leidenschaft und die harte Arbeit, die uns unserem großen Ziel näherbringt – dem Ende der Bärenfarmen.

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Besuch aus der ganzen Welt für Jasper und seine Freunde 
Erfüllte und aufregende Wochen waren das in Chengdu. Besucher aus der ganzen Welt kamen eine Gruppe nach der anderen hier an. Erst vergangenen Monat haben wir unsere treuen Unterstützer Denise Kirchen und unsere Freunde aus Luxemburg hier begrüßt, die im Lauf der Jahre 25 Bären adoptiert und ein ganzes Bärenhaus gesponsert haben!







Es stimmt, Denise und unsere Freunde aus Luxemburg finden immer wieder neue und innovative Wege um den Bären zu helfen. Sie hier endlich in China begrüßen zu können und ihnen zu zeigen, wie sehr die ehemals in Farmen eingesperrten Bären von ihren rastlosen Bemühungen profitiert haben, war einfach toll. Hier sieht man sie mit Douglas und auf dem nächsten Foto läutet Denise die Frühstücksglocke!



Denise hat viele Menschen dazu gebracht, Spenden für Bären, die Tausende Kilometer entfernt sind zu sammeln. Das war wirklich schön – besonders als so viele der „Luxemburger“ Bären neugierig an den Zaun kamen und freundlich Hallo sagten. Nochmals vielen Dank an Denise und die Luxemburger Freunde – unsere Botschafter der Bären.



Gerade mal eine Woche danach kam eine liebe Gruppe von 12 Personen aus Deutschland hier an – und wieder waren die Bären neugierig, vor Ort neue Freunde kennenzulernen. Diese schönen Fotos hat uns Claudia Pierzchot geschickt.





Für eine unserer lieben Unterstützerinnen – unsere großzügige Edeltraud Rath, eine langjährige Freundin von Animals Asia - war dies schon die zweite Reise innerhalb von zwei Jahren. Sie hat sogar einen der im März 2008 geretteten Bären adoptiert.

Leider ist ihre Bärin Tanja gegen Ende des letzten Jahres gestorben und Edeltraud bat darum, ihr Grab in unserem Garte der Ruhe zu sehen. Tränen flossen als Edeltraud und ihre Tochter Jasmin ein wunderschönes rotes Herz, darauf Worte der Liebe, auf das Grab legten und ein stilles Gebet sprachen.



Tränen und Lachen gab es bei diesen Besuchen, wenn wir zu den Bären kamen die im Spiel umhertollten und dann an den Ort kamen, wo wir die alten Käfige gestapelt haben. Ein Gebilde aus verdrehten Eisenstangen und Leid. Wir vergessen auch nicht, Ihnen allen, die Sie diesen Blog lesen, zu danken für Ihre großzügige Unterstützung dieser Bären, die jetzt wieder frei sind - aber auch für Ihre Hilfe, um jene zu retten, die noch immer gepeinigt in den Farmen warten. Sie sind ihre Lebenskraft und lassen sie hoffen, während unsere Arbeit weitergeht.

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Lebwohl, unsere geliebte Franzi 
Während ich heute Nachmittag die letzte Weintraube für Franzi abschäle, denke ich zurück an den Augenblick, als meine Liebe für sie entstand. Es war der 6. Dezember 2002, als sie von der Bärenfarm hier ankam. Schnell wurde sie bekannt als der Bär, der unsere Herzen gewinnt, sie aber auch bricht.

Frau Alexandra Oetker, unsere großzügige Unterstützerin aus Deutschland, gab ihr den Namen. Einen Namen, der einfach perfekt zu ihr passte. Doch an diesem Tag damals hatte man zum Feiern keine Zeit, denn wir sahen den winzigsten Bären, der sich in die Ecke des kleinsten Käfigs, den wir je gesehen hatten, zusammenkauerte. Franzi hatte alle Hoffnung verloren – kein Wunder.



Grausame Menschen hatten ihr die Klauen ausgerissen und ihre Zähne abgebrochen. Am Kinn war ein großer Abszess und aus dem Loch in ihrem Bauch flossen Eiter und Galle. Franzi war ein Opfer der Bärenfarmen, wo ihr täglich der Gallensaft abgezapft wurde. Für jedermann war hier das perfekte tragische Beispiel eines Tieres zu sehen, das bedingt durch den Stress kleinwüchsig blieb. Zwar mit einem normal großen Kopf, doch der Körper grausam verkrüppelt. Nach 25 Jahren in einem Käfig gefangen und eingepfercht war dies jetzt nur noch die äußere Hülle eines Tieres.

Anstatt uns anzusehen, starrte sie auf den Käfigboden. Ihre Brust hob und senkte sich beim hektischen Atmen, getrieben von der Angst vor dem nächsten Schmerz. Doch plötzlich zuckte ihre Nase und sie drehte mir den Kopf zu. Denn ein ihr unbekannter Geruch stieg ihr in die Nase. Unbekannt zwar, doch einfach zu köstlich, um ignoriert zu werden. Es war eine Mischung verschiedener Früchte wie Erdbeeren, Äpfel, Mangos, Kondensmilch und Marmelade – genau vor ihrer Nase und, noch erstaunlicher, nur für sie.

Behutsam kam ihre weiche, rosarote Zunge heraus und Franzi machte den ersten Versuch – von da an gab es kein Halten mehr. Sie schloss die Augen und schlürfte und schlürfte und schlürfte. Als der Topf schließlich fast leer war, goss ich den Rest auf meine Finger – nicht das schlauste, was man bei einem neu geretteten Bären tun sollte – ich fühlte ihre weichen veilchenfarbenen Lippen, als sie vorsichtig die Reste der besten Mahlzeit ihres Lebens aufleckte.



Seit damals gab Franzi den Ton an. Sie hat uns perfekt im Griff und wusste genau, an welcher Schraube sie zu drehen hatte. Trotz ihrer Liebe zu Weintrauben spukte sie die Haut und die Kerne so lange verächtlich aus, bis wir gelernt hatten, dass sie bitteschön ohne Haut und ohne Kerne zu servieren sind. Ein anderes Mal probierten wir nervös, sie durch viele Arten „ordentlichen“ Bärenfutters aus ihren wiederkehrenden Anfällen von „Hungerstreik“ zu locken – bis wir wieder einmal nachgaben und ihr genau das servierten, auf was sie Lust hatte – ihre bevorzugte Portion Hundefutter mit Soße.

Einen Monat nach ihrer Ankunft, im Januar 2003, machten wir uns wieder Sorgen über die zahlreichen Anzeichen von Krankheiten und ihre Weigerung, zu fressen. Gail war damals unsere leitende Tierärztin und besonders besorgt um Franzi, auch wegen ihrer ständigen Atembeschwerden und den damit zusammenhängenden Lungenproblemen. Sie machte uns auf das Schlimmste gefasst indem sie sagte :„Das schaut nicht gut aus“.

Sieben Jahre lang, nachdem sie wie üblich die Lehren und Ratschläge der Tiermedizin einfach ignoriert hatte, hat Franzi sich glücklich durchgebissen und sich am Leben erfreut, entschlossen, selber zu entscheiden, wann es Zeit ist, zu gehen.

Wenn wir uns um Franzi nicht gerade Sorgen machten, mussten wir immer über sie lachen. Höflich umschrieben ein „windiger“ Bär, lies sie die Luft voller Genuss sowohl hinten als auch vorne ab – meistens gerade dann, wenn ich sie einer großen Besuchergruppe vorstellte. Immer im Moment der höchsten Spannung, wenn die Besucher respektvoll um ihr Gehege standen und die schmerzliche Geschichte unseres so speziellen Bären mit seiner traurigen, tragischen Vergangenheit hörten. Wie konnte man da ernst bleiben, wenn sie los lies wie eine selbstgefällige alte Tante.

An einem kalten Wintertag blickte ich aus meinem Fenster hinaus in ihren geheimen Garten, der an mein Zimmer anschließt. Ich sah, wie sie mit einem riesigen Strohbündel im Maul zielbewusst zurück in ihr Gehege lief, als wolle sie uns zeigen, wie ihr Bett bitte zu machen sei, vielen Dank auch.



Keine Worte gibt es für meine Traurigkeit, jetzt an diesem Nachmittag, an dem ich diesem tapferen kleinen Bären sein letztes Abendessen reiche. Sie sitzt in perfekter Haltung an den Stäben ihres Geheges und beginnt ihr kleines Mahl mit etwas Rindfleisch und saftigem Hundefutter, gefolgt von einem Stück Minzetorte (mince tart). Letzteres als Anerkennung dafür, dass sie a) dieses Jahr Weihnachten nicht sehen wird und b) in Erinnerung an die unvergessenen Worte von Steve Irwin (er ruhe in Frieden), der sie eine „kleine heiße Braut“ (hot little tart) nannte, als er sie zum ersten Mal sah. Wie sich herausstellte, hatte Steve ganz recht damit, denn dieses sehr wählerische Mädchen, das die Nähe aller anderen Bären in „ihrem“ Gehege gehasst hat, fühlte sich im Lauf der Zeit zu unserem hirngeschädigten Rupert hingezogen – eine einmalige und liebevolle Freundschaft entstand daraus.

Sie haben sich gegenseitig angebetet – Franzi mit ihren armseligen 60 kg und ein Zwerg im Vergleich zu einem Bären der drei mal so groß war, der aber von Anfang an unter ihrem Regiment stand. Im Frühjahr flirtend und herumstolzierend und dann, wenn er Interesse zeigte, sich abwendend, so dass er sich mit einem Sack Stroh trösten musste.

Nur an den kältesten Wintertagen zeigte sie sich ihm gewogen, wenn sie sich an ihn kuschelte, um ihren kleinen Körper zu wärmen. Sonst hielt sie sehr auf Abstand und zeigte, wer hier der Boss war. Be diesem Bild müssen wir auch immer lachen, denn es zeigt Rupert, wie er von der unerwarteten Zuneigung Franzis überrascht wird.



Während sie sich ihr Futter schmecken lässt, tauchen weitere Erinnerungen auf. So mag sie keine Kirschtomaten, doch sie spielt gerne damit.



Eine skurrile, liebenswerte Eigenart ist es, wenn sie sie sorgfältig mit ihren klauenlosen Tatzen packt und die Arme dann ganz hoch hebt, um sie über die Schulter zu werfen. Und wehe Rupert, wenn er ihr zu nahe kam, in der Hoffnung, etwas aufzuschnappen, was sie offensichtlich verschmäht hatte. Ein gut gezielter Hieb auf die Nase schickte ihn sofort respektvoll zurück und erst wenn sie sich entschlossen hatte, davonzugehen, durfte er zurückkommen und sich an den Überbleibseln laben.

Als Nachtisch nahm sie gnädigerweise einige geschälte Weintrauben an (natürlich ohne Kerne), bevor wir ihr alle zum letzten Mal sagten, wie lieb wir sie haben.

Selbst mit ständiger Medikamentengabe und tiermedizinischer Betreuung ist ihr Bauch unnatürlich aufgebläht und sie fühlt sich unwohl, da Herz und Lunge mühsam gegen den Druck ankämpfen. Vor ein paar Wochen haben wir sechs Liter Flüssigkeit punktiert und jetzt füllt es sich bereits wieder. Das kann so nicht weitergehen und ihre Lebensqualität sagt uns, dass es jetzt Zeit für sie ist, zu gehen.

Im Narkoseschlaf, bei ihrem letzten Gesundheitscheck in ihrem nun übervollen geheimen Garten, spürt sie nichts von ihrem erneut geschwollenen Bauch. Ihre Familie steht um sie herum, um sich zu verabschieden.



Seit Andrew hat kein Bär mehr so viel Respekt von allen Mitarbeitern hier in der Rettungsstation erhalten. Sie alle haben sich versammelt, um ihre Tatzen zu halten und sich unter Tränen von ihr zu verabschieden – so wie auch unsere Mitarbeiter in der ganzen Welt, die sich ihrer nur in Liebe erinnern können.



Am Montag habe ich alle bei Animals Asia gefragt, ob sie ein paar Worte senden möchten, die wir ihr mit ins Grab geben können – die Antworten haben mein Email verstopft. Es sind zu viele um sie alle zu zitieren. So wie diese:

Mein kleiner Bär, Du weißt, dass Du den Namen meines liebsten Hundes trägst. Du wirst wie er immer in meinem Herzen sein, mein besonderer, kleiner Freund.. Ich fühle mich noch immer geehrt, dass ich Dich als meinen ersten adoptierten Bären wählen durfte. Meine Wahl stand fest von dem Augenblick an, als ich von Dir hörte. Von Dir und Deiner schrecklichen Vergangenheit. In dem Moment als ich Dich sah, wusste ich, Du musstest es sein!

Ruhe in Frieden, Franzi. Ich werde Dich nie vergessen.

Danke Franzi dafür, dass Du uns jeden Tag in Deinem Leben gezeigt hast, dass es die Größe des Geistes ist, auf die es ankommt.

Den Menschen in der ganzen Welt hast Du die Barbarei dieser grausamen und herzlosen Industrie vor Augen geführt. Aber auch die unglaubliche Stärke, die Du und Deine Artgenossen haben. Eure Kraft zur Vergebung und Euer Wille, ein neues Leben zu beginnen.

Franzi – es ist ein Wunder, dass Du mehr als 20 Jahre Schmerz und Leid überlebt hast. Doch Du hast es und warst immer mein besonderer kleiner Bär, denn Du bist einzig. All Deine lustigen Eigenheiten, Dein tönendes Hinterteil, Dein untersetzter Körper haben uns alle zum Lachen gebracht. Ich wünschte, wir könnten die Zeit zurückdrehen, damit Du den Platz tauschen könntest mit dem Schuft, der Dir Deine besten Jahre gestohlen hat. Was wird nur Rupert tun ohne Dich. Sicher ist er genau so traurig wie wir alle, die Dich verlieren.

Den nicht zu unterdrückenden Geist von Franzi kennen zu lernen, war für uns alle wahrhaftig ein Geschenk. Ein Geist, der irgendwie einen winzigen zerschlagenen Körper überzeugt hat, weiterzuleben. Gegen alle Erfahrung und über jede Hoffnung hinaus.

…einen süßen kleine Kuss auf die Nase dieser alten Dame, die uns so viel gelehrt hat über das wertvolle Geschenk des Lebens und der Liebe.

Ich weiß, es tut weh, auf Wiedersehen zu sagen. Doch jetzt kann sie bei Andrew und den anderen sein, die sie im sicheren Hafen des Himmels willkommen heißen.

Es ist wirklich traurig zu hören, dass die Großmutter der Rettungsstation uns verlassen hat. Doch ihr wisst, dass ein Mensch, der in China über 80 Jahre alt ist und stirbt, eine gesegnete Person ist und dass die Familie für ihn ein „fröhliches Begräbnis“ veranstaltet. Obwohl Franzi in ihrem Leben viel erdulden musste, glaube ich, dass sie schlussendlich sagen würde, dass sich ihr Leben gelohnt hat.

Liebe Franzi
Ich vermisse Dich sehr. Gern habe ich Dich mit Deinem Hundefutter gefüttert.
In Liebe

Damit sie die ganze Welt sieht – unsere Franzipants, unsere kleine heiße Braut, unsere Lehrerin, unsere Freundin. Wir haben ein Fotoalbum zusammengestellt in Erinnerung an diesen, unseren speziellen Bären. Schaut sie euch nochmals an.

Ruhe in Frieden, Franzi, Du unser Liebling. Deine Familie, die Dich über alles geliebt hat – bis zum Mond und zurück.




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