Ich bete für Deinen Tod 

Lieber Hong

Ich bete für Deinen Tod

Es war ein wunderbarer Frühlingstag, als ich in den Keller hinab stiegen bin, in dem Du und 31 andere Mondbären in der Hölle lebten.
Dieser dunkle, schmutzige Raum stank nach Kot und Krankheit, und ihr alle blicktet zornig aus euren „Käfigsärgen“ in diese Düsternis. Ich erinnere mich, wie mir die Brust eng wurde vor Angst, so in der Nähe einschüchternd großer Bären. Doch dann mein Zurückschrecken, wie vom Blitz ins Herz getroffen, bei dem Anblick von Tieren, die solche Schmerzen litten.

Die Augen, die mir bei meiner Wanderung durch den Raum folgte, während ich im Geist die vielen Beispiele körperlichen und seelischen Missbrauchs zählte. Lange Metallrohre, die in blutenden und entzündeten Löchern in euren Bäuchen steckten und zahlreiche Verletzungen an euren ausgemergelten Körpern. Was haben diese Farmer getan? Was haben sie gedacht, als sie euch solche Schmerzen zufügten, um an eure Galle zu kommen?

Und dann sah ich Dich. Eigentlich fühlte ich Dich zunächst, als Du Deine Tatze durch die Stäbe stecktest und meine rechte Schulter berührtest. Schnell wurde die Welle von Furcht von einer tiefen Traurigkeit ersetzt, als ich in Deine traurig bittenden braunen Augen sah. Dein wunderschöner gelber Halbmond – so leuchtend im Gegensatz zu all dem Schmutz rundum und der in all den Jahren ein Herz bedeckt, das verzweifelt schlug, trotz der Leiden, die du in diesen Jahren auf dieser Farm erdulden musstest.



In einer unbekümmerten Reaktion ergriff ich die Tatze, die Du mir botest – und fühle einen sanften, verletzlichen Gegendruck. Dieser Augenblick dauerte mehrere Sekunden – jeder von uns verloren in seinem Kummer, und doch verständigten sich hier zwei Arten.

Genau vor zwanzig Jahren nannte ich Dich Hong („Bär“ auf Kantonesisch) und gab Dir so eine Identität und nie zuvor erwiesenen Respekt. Ich gelobte Dir feierlich, dass ich, wenn ich Dir nicht helfen könnte, versuchen würde, anderen Wesen Deiner Art zu helfen, die wie Du leiden müssen.

Dann verließ ich diesen schrecklichen Ort und wusste irgendwie, dass ich Dich nie mehr sehen würde.

Bis heute verfolgt mich dieser ploppende Laut, den ich zum ersten Mal auf jener Farm hörte und der bedeutet, dass Bären gestresst und furchtsam sind. Wir hören ihn noch immer in Farmen, die wir besuchen und wenn gerettete Bären in unseren Stationen in China und Vietnam ankommen – wie können sie auch den Unterschied erkennen zwischen uns und den Farmern, die für ihre Qualen verantwortlich waren?



In den Wochen und Monaten nach diesem Besuch vom 17. April 1993 ging ich durch die steilste Lernkurve meines Lebens. Zu der Zeit war ich zufrieden, den IFAW zu beraten. Doch der Start von Animals Asia 1996 war eine strategische Entscheidung aus der Erkenntnis heraus, dass das Los der Bären am besten aus einer „örtlichen“ Perspektive heraus verstanden und angegangen werden kann durch Menschen, die selber in Asien gelebt oder gearbeitet haben.

Indem ich die Aussage eines chinesischen Regierungsvertreters ernst nahm der uns riet, „die Debatte in China zu beginnen“, begannen wir mit dem Aufbau eines Kernteams, die ähnliche Prinzipien teilten – leidenschaftliche, professionelle Menschen, die für die Bären sprechen und mit den Behörden und örtlichen Gemeinden für das Ende der Bärengallenfarmen arbeiten.

Heute haben wir, glaube ich, das beste Team der Welt. Eine geeinte und fokussierte Familie von Mitarbeitern bei Animals Asia, Freiwilligen und Unterstützern auf der ganzen Welt – und dazu zwei preisgekrönte Rettungsstationen in China und Vietnam, die bis heute etwa 400 geretteten Opfern der Galleindustrie eine Heimat wurde.

Diese Rettungsstationen sind ein sicherer Hafen für Bären, die jahrelang gequält wurden. Sie sind die Grundlage für landesweite Aufklärungskampagnen und für unsere so wichtigen wissenschaftlichen und tiermedizinischen Forschungen, durch die wir die Grausamkeiten der Bärengallefarmen und die schlimmen Auswirkungen auf den Schutz und das Wohlergehen mehrerer gefährdeten Bärenarten belegen.



Heute spricht man in China über Bärengallefarmen. 20 Provinzen haben sich dort stolz als frei von Bärenfarmen erklärt. Letztes Jahr war die Bärengalleindustrie eines der Top 10 Themen, das in den Netzen diskutiert wurde und ich erhielt einen bemerkenswerten Anruf von einem Unterstützer in Shanghai, der sagte: „Jill, Du kannst jetzt Pause machen. Das ist jetzt unser Kampf.“

Die heutige Hoffnung ist, dass die Menschen in China und Vietnam, als Gruppen oder Einzelpersonen, sich dieser Herausforderung der Grausamkeit stellen – und ihren Traditionen aus der Vergangenheit. Der Zornesausbruch in China ist einzigartig. Die Menschen halten den Farmern (und all denen, die behaupten dass diese Praktiken reguliert und human seine) ihre Verantwortung vor Augen. Unser Friedhof ist gefüllt mit den Körpern von mehr als 130 Bären, die solchen unverschämten Behauptungen Hohn sprechen – von Bären, denen wir einen Namen gegeben und die wir geliebt haben, unsere Botschafter der Wahrheit und der Realität bei diesem abscheulichen und missbräuchlichen Handel.



Wenn ihr Lebensunterhalt im Mittelpunkt des Interesses ist, überrascht es nicht, dass die Farmer zurückschlagen. In den vergangenen Monaten gab es Drohungen, unbarmherzig wurde unsere Webseite gehackt, unser Charakter wurde in den Schmutz gezogen und weiteres mehr. Doch wir haben auch ein neues China gesehen – gute und aufrichtige Menschen, die solch beschämende Praktiken hassen.

Dieses Wochenende erst habe ich mit unserem wunderbaren Infoteam in Peking die „Love Moon Bears Week“ eröffnet. Dabei arbeiten Schulen im ganzen Land mit bei unserer jüngsten Kampagne. In diesen Schulen hört man die Worte „Wo ai yue Xiong“ (Ich liebe Mondbären) über Spielplätze schallen, wo Schüler und Lehrer zusammenkommen, um die Buchstaben B.E.A.R. zu formen – und ihre Gefühle zu zeigen. (Seht die Bilder dazu in meinem letzten Blog).

Unsere langfristige Kampagne „Heilen ohne Grausamkeit“ fordert – gemeinsam mit Praktikern der chinesischen Medizin (TCM) – den Ersatz aller Produkte mit Bärengalle. In China haben wir Tausende TCM Ärzte und 40 Apotheken gesehen, die diese Produkte ausgeräumt und gelobt haben, sie nie mehr zu verkaufen. Wie Professor Liu Zheng Cai, Doktor der TCM und seit 10 Jahren Berater für Animals Asia sagt: „Die Bären haben selbst Krebs. Wie können sie ihn dann heilen?“



Bärengallefarmen verlieren in Asien schnell an Popularität und Akzeptanz. Wir arbeiten weiter mit unserer Strategie für ein Ende der Industrie in China und Vietnam – der einzigen Strategie die funktioniert, da neben den Bären auch die Menschen profitieren.

In Vietnam haben wir gegen unglaubliche Widerstände gewonnen. Der Premierminister hat eine Entscheidung zur Ausweisung unseres Rettungszentrums abgelehnt. Der Ausbau wird bald weitergehen und wir werden dann insgesamt 200 Bären aufnehmen können. Die Zahl der Bären in Farmen im Land ist von etwa 4.000 auf 2.400 heute gefallen und wir sind optimistisch, dass weitere Arbeit und Information der Öffentlichkeit durch uns und andere NGOs im Land auch hier das Ende der Bärenfarmen bringen werden.


Wenn ich mich heute wieder an Dich erinnere, lieber Hong, möchte ich Dir danken, dass Du vor genau 20 Jahren den Traum für die Rettung der Mondbären gestartet hast. Seither hat dieser Traum Hunderten Bären geholfen und dafür gesorgt, dass die diese Woche geretteten Welpen Misty und Rain, deren Mutter ziemlich sicher getötet wurde, jetzt langsam ihre gewalttätige und traumatische Vergangenheit vergessen können. Durch den Traum konnten Bären wie unser schöner Jasper (hier in dem Klemmkäfig in der Farm in der er gefangen war, und heute, ganz entspannt, in einem Teich in unserem Rettungszentrum) und Oliver und alle anderen in beiden Rettungszentren heute im Schein der Frühlingssonne hinausgehen im Wissen, dass sie hier in Sicherheit sind.





Es tut mir leid, Hong, dass ich Dir den Tod wünsche – doch der Tod ist ein friedlicher Platz, weit weg von Schmerz und Qual. Und ich kann den Gedanken einfach nicht ertragen, dass Du heute noch immer in einer Farm leiden musst.

Ruhe sanft und vergiss bitte nie die Worte unseres Gedichts von all den Bären in den Farmen, die noch immer auf ihre Freiheit warten.

„Bitte schaut auf die anderen und versprecht auch ihnen baldige Hoffnung.
Habt Geduld und tragt stolz euren Mond.“

Mein Versprechen – und jetzt im Namen von Animals Asia – ist so aufrichtig und unbedingt wie es 1993 war. Until the cruelty ends….





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Die Woche der Liebe zu Mondbären beginnt 
Diese letzten Wochen waren wirklich verrückt. Randvoll gefüllt mit Präsentationen und Veranstaltungen in England und Amerika. Viel passiert auch in dem wunderbaren Prozess der Erholung bei unseren neu geretteten Bären.

Bals werde ich neue Nachrichten über unsere prachtvollen Mondbären haben, doch zunächst möchte ich erst einmal ein paar Bilder von einer ersten Feier zur „Woche der Liebe zu Mondbären“ zeigen, während der Schüler von Mittelschulen in Peking sprichwörtlich über ihre Bärenliebe geschrieben haben.





Nächste Woche gehen die Feiern weiter, während der Menschen aus allen Teilen dieses wunderbaren Landes ihre Liebe zu diesen herrlichen Geschöpfen und ihre Unterstützung unserer Kampagne für ein Ende der Bärengallefarmen verkünden – und bestimmt habe ich auch dazu weitere Fotos.

Zeigen auch Sie Ihre Gefühle für die Mondbären und machen Sie mit bei den Feiern zur Woche der Liebe zu Mondbären!



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Kreative Unterstützung der Bären durch Schüler in Luxemburg 
Heute überlasse ich gern mein Blog für Christa, unsere Direktorin in Deutschland – und zusätzlich mein ganz besonderer Dank an Denise in Luxemburg für ihren jahrelangen, leidenschaftlichen Einsatz und Hilfe für die Bären. Wie viele unserer Freunde in der ganzen Welt hat sie die Geschichte der jüngsten Rettung in China besonders bewegt. Das hat auch die Schüler der Robert Schumann Schule in Luxemburg veranlasst, sich für die Bären einzusetzen. Wie sie in dieser Geschichte von Christa sehen, war das Ergebnis ganz erstaunlich:

„Das Engagement unserer Unterstützer zu sehen, erfüllt mich immer mit großer Freude und Dankbarkeit, umso mehr, wenn es sich dabei um Kinder handelt, denen das Leid der Tiere nicht gleichgültig ist. Am 22. Februar überreichten die Schüler des Robert-Schumann-Gymnasiums in Luxemburg einen Scheck über fantastische € 1.100 an Denise Kirchen, unsere unermüdliche Freundin und Repräsentantin in Luxemburg.

Denise war Ende letzten Jahres eingeladen worden, die Schüler über das traurige Schicksal und unendliche Leid der Bären in China zu informieren. Es gab eine Ausstellung und die Vorführung unserer DVD über unsere Arbeit, an der die 60 Schüler und Schülerinnen der Klassen 701, 702 und 705 teilnahmen. Die Schüler waren so beeindruckt, dass sie spontan beschlossen, etwas zur Unterstützung der Bären beizutragen.

Unter Anleitung ihrer Lehrerinnen haben sie dann jede Menge Bärenkekse gebacken, Stoffbären und Bärenbuttons genäht und alles im Rahmen des Weihnachtsmarktes der Schulgemeinschaft mit Fotos von Animals Asia dekoriert und zum Verkauf angeboten.









Der Erlös dieser wunderbaren Aktion waren stolze € 1.100, die auch gleich auf das Spendenkonto von Animals Asia in Luxemburg überwiesen wurden, um unserer sechs Neuankömmlinge in Chengdu mit dringend benötigter medizinischer Pflege und auch Spielsachen zu versorgen.



Liebe Schülern und Schülerinnen der Klassen 701, 702 und 705 – ich danke euch sehr herzlich für eure Kreativität, das habt ihr ganz toll gemacht und damit einen wichtigen Beitrag für die Bären geleistet!

Unser bäriges Dankeschön geht aber auch an ihre Lehrerinnen für dieses Engagement zugunsten der Tiere und natürlich ganz besonders auch an Denise Kirchen!


Vielen Dank an alle, die ihr bei dieser Reise mitmacht und dabei bleibt, bis die Bärenfarmen geschlossen sind.



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Einen frohen Valentinstag! 
Nur eine einfache, doch von Herzen kommende Botschaft unseres ganzen Teams um zu sagen, wie sehr wir Sie dafür lieben, dass Sie die Bären, Hunden, Katzen und alle Tiere in Asien lieben....




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Wünsche zum Mondneujahr 
Kürzlich hatten wir in Chengdu bei einem Besuch von Dr. Hund einen speziellen Gast dabei – den englischen Schauspieler Peter Egan. Er besuchte uns, um die Bären zu sehen (speziell seinen Namensvetter, den vor kurzem geretteten Bären Peter) und war sogleich bereit, uns zu dieser ganz besonderen Zeit des chinesischen Neuen Jahrs auch beim Besuch einiger Senioren in Xi Shu Rui Yuan zu begleiten.





Wir trafen uns dort mit drei unserer freiwilligen Dr. Hund Helfer und ihren wunderbaren Hundetherapeuten. Der erste Besuch führte uns ein paar Stockwerke hinauf in den kleinen Raum von Herrn Lei Shue Dei, einem lebhaften und warmherzigen 78-jährigen Herren!



Herr Lei ist Meister im Schneiden chinesischer Papierfiguren. Nach einigen Umarmungen und Spielen mit den Hunden lud er uns e in die Lobby nach unten (dort ist mehr Platz) ein, um uns zu zeigen, wie man die Worte für „Frühling“ und „Chinesisches Neujahr“ machen kann.





Peter war als erster fertig und wir zeigten uns stolz unsere Kunstwerke, während Herr Lei sehr höflich war und lachte und uns zu unseren sehr plumpen, aber doch mit Hingabe gefertigten Zeichen gratulierte. Einmal war Peter begeistert von den Gesängen eines anderen Mitbewohners, der laut und volltönend Lieder aus chinesischen Opern vorsang.

Was uns in dem kleinen Raum von Herrn Lei auffiel war, dass er auf einem einfachen Holzstuhl saß und Fernsehen sah. Wir hatten alle das Gefühl, dass etwas mehr Komfort für seine Entspannung und Rast nicht schaden könnte.

So entstand ein Plan. Zurück in der Rettungsstation sprachen wir mit allen Mitarbeitern und fragten, ob sie nicht ein paar RMB (ein oder zwei Cent) spenden würden, um Herrn Lei mit seinem ganz persönlichen bequemen Sessel zu überraschen. Bald schon war genügend Geld gesammelt und Suki, Jenny und Saber machten sich auf und fanden einen Sessel mit Fußschemel, der dafür wie geschaffen war.

Mit Erlaubnis und Hilfe des Heims standen wir diese Woche wieder vor der Tür von Herrn Lei, zusammen mit der Überraschung zum chinesischen Neujahr. Leider kam der Sessel nicht montiert an doch zum Glück wusste einer der Freiwilligen von Dr. Hund und ein Mitarbeiter des Heims, was zu tun war und schon bald war der bequeme Sessel fertig!



Bilder sagen mehr als Worte – hier sieht man Herrn Lei bei der Sitzprobe und es ist klar, dass für seinen kleinen Körper für den perfekten Komfort noch ein Kissen nötig ist. Während ich das schreibe, schauen Suki und ihr Team bereits nach einem schönen flauschigen Kissen und einer Decke, damit er es zum Frühlingsfest ganz warm hat.



Allen unseren Mitarbeitern in Chengdu ein großes Dankeschön dafür, dass sie bei dieser speziellen Überraschung für einen lieben älteren Herrn mitgemacht haben, der uns so gastfreundlich empfangen und uns eine weitere interessante Seite des Lebens in China gezeigt hat.



Vielen Dank auch an Herrn Lei, der für uns dieses wunderschöne chinesische Neujahrsposter mit guten Wünschen gemacht hat.

Und natürlich auch an Sie von uns allen bei Animals Asia ein herzliches und glückliches neues Mondjahr.




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