So weit so gut 
Das beste Erlebnis der Welt gestern war, als wir in der Pflegestation des Hospitals sahen, wie Willow eifrig seinen Fruchtshake schlürfte, der ihm von der strahlenden Tierärztin Heather gereicht wurde. Ganz wach stand er auf allen vier Pfoten in seinem Aufwachkäfig. Nachdem ihm ein 4,3 kg schwerer Lebertumor entfernt wurde, geniest Willow nun den dritten Tag seines neuen Lebens.

Nach einem großen Frühstück - und zwei Biskuits aus Haferflocken als Dessert (natürlich nur mit Erlaubnis der Tierärztin) – schmolzen unsere Herzen dahin für diesen herrlichen Bären, der sich gerade von dieser schweren und belastenden Operation erholt und uns trotz allem so voller Vertrauen ansieht.

Wieder ist meine Bewunderung für unser Team hier in China grenzenlos. Rundum haben sie die ganze Nacht abwechselnd über Willow gewacht, um sicher zu sein, dass seine Erholung ohne Komplikationen verläuft. Mit jedem Morgen geht es ihm besser und wir beginnen zu hoffen, dass unser Wunder-Bär seinem Namen („Weide“) gerecht wird.

Hier ist ein Bild von Willow, wie er die Sonnenstrahlen genießt. Es wurde vor ungefähr einem Jahr aufgenommen.


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Nothilfe Bärenrettung


Willow, unser Wunder-Bär 
Bei dem Gesundheitscheck gestern gab es traurige Gesichter, als wir Willow auf dem OP-Tisch umdrehten. Die ominöse Schwellung an der Stelle wo sein rechter Leberlappen sein sollte – hier sahen wir alle Anzeichen eines Leberkrebses. Noch am Tag zuvor tollte er fröhlich in seinem Gehege herum. Dabei war ihm nichts anzumerken. Trotzdem hatten wir schon einige Wochen zuvor einen Verdacht, als Willow an Gewicht verlor und der Glanz seines Fells stumpf wurde. Es gab keine weiteren Anzeichen – jedenfalls nicht in seinem Verhalten. Er fetzte weiter mit seinen Freunden durch das Gras und freute sich an ihrem Schwindel erregendem Spiel. Unwissend und ungestört durch die tödliche Wucherung in ihm.

Jetzt hier auf dem OP-Tisch, klein und verletzlich, wurde Willow in alle Gebete mit eingeschlossen. Die Tierärztinnen Heather und Lara machten sich zur Operation bereit, während die traurigen Gesichter und die Stille im Raum alles über die Gefühle der Anwesenden sagte. Einige Minuten später hatte Heather die Bauchdecke von Willow weit genug eröffnet, so dass wir alle mit eigenen Augen sahen, was wir schon befürchtet hatten. Eine riesige Geschwulst an seinem rechten Leberlappen saugte im Sinn des Wortes die Lebenskraft dieses herrlichen Bären auf.

Bei jedem anderen Bären bisher in vergleichbarem Zustand gab es keine andere Alternative als den traurigen Abschied, da wir wussten, dass es unmöglich war, die Geschwulst herauszuschneiden.

Ich wollte mich gerade abwenden, um den Sponsor von Willow zu verständigen, als Heather plötzlich sagte, dass dieser Krebs doch vielleicht entfernt werden könne. Sie und Lara diskutierten die Möglichkeiten um nach einigen Minuten zu bestätigen: Ja, sie wollen es versuchen. Was konnten wir noch verlieren? Wir konnten ihn hier und jetzt sanft einschlafen lassen oder einen Versuch wagen – und, sollte er fehlschlagen, könnten wir ihn danach immer noch auf dem OP-Tisch einschläfern.

Über die nächsten Stunden musste ich unser Team tief bewundern. Wie Ärzte und Assistenten ruhig, schnell und methodisch zusammen arbeiteten und wie wir anderen Willow mit reiner Willenskraft zum Leben zwangen.

Schließlich war der Tumor entfernt. Als die Waage 4,3 kg anzeigte, gab es ungläubige Rufe. Wie ein Ding aus einem Horrorfilm, mit einem eigenen Leben, war dieser Krebs ein weiteres Beispiel aus einer langen Reihe, die wir gesehen haben. Und zugleich ein weiterer Beweis – wenn denn noch einer nötig wäre – warum und wie die Bärenfarmen die majestätischen Mondbären in China töten.

Willow (im Bild in dem barbarischen Käfig zu sehen, in dem er zehn Jahre lang gefangen gehalten war) erholt sich ganz langsam gut genug, um seinen mit Medikamenten angereicherten Fruchtcocktail zu schlürfen. Jetzt entscheidet sich sein weiteres Schicksal. Das war eine wirklich schwere Operation an einem kranken und erschöpften Bären. Wir machen uns keine Illusionen, dass er bereits über dem Berg ist. Wenn Gebete Leben retten, wird Willow wieder mit seinen Freunden durch das Gras rennen. Ein Wunderbär, der gegen alle Wahrscheinlichkeit ankämpft.

Doch jetzt heißt es – warten


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Eilige Info – Bärenhandschuhe 
Danke an alle, die für unsere Bären in China Tatzenwärmer stricken – und ganz schnell noch eine zusätzliche Info: Viele wollten wissen, welche Materialien für die Tatzenwärmer verwendet werden können. Alles geht, solange es waschmaschinentauglich ist und im Trockner nicht einläuft – und, natürlich, keine Felle oder Pelze. Einfach alles, was die Tatzen unserer Bären warm hält. Im Moment benutzen wir kleine Handtücher, aber die sind nicht wirklich gut und das Waschen und Trocknen ist ziemlich aufwändig. Auf unsere Anfrage haben wir ein sagenhaftes Feedback erhalten – dafür nochmals herzlichen Dank von uns allen!
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S.O.S. – Wer kann stricken? 
Jetzt, wo das Quecksilber hier im kalten Chengdu gut unter null Grad rutscht und wir in Vietnam jeden Tag unsere erste große Gruppe geretteter Bären erwarten, hat unser Tierärzteteam einen ganz besonderen Wunsch: Wir benötigen warme Tatzenwärmer für unsere Bären! Wenn die Bären betäubt werden und sie zur Erstuntersuchung in den Operationssaal kommen, ist es wichtig, dass sie nicht auskühlen und ihre Körpertemperatur um die 37 Grad gehalten wird. Also – wenn einer von Ihnen gut mit Stricknadeln umgehen kann, hier kann er kreativ werden und mithelfen, die Tatzen unserer liebenswerten Bären warm und kuschelig zu halten.

Leider haben wir kein Strickmuster für diesen besonderen Fall. Aber vielleicht hilft dieses Bild von einem typischen Tatzenabdruck. Mit etwas Luft und unter Berücksichtigung der großen Klauen kommt man dabei auf eine Länge von 30 cm und eine maximale Breite von 18 cm. Bitte keine Finger, Daumen oder Zehen! Dafür müssen die Bärenfäustlinge in der Waschmaschine gewaschen und im Wäschetrockner getrocknet werden können... ohne einzulaufen!



Sie können die Fäustlinge an unsere Büroanschrift in Ihrem Land schicken (sehen Sie einfach auf unserer Webpage unter „Schreiben Sie uns“ nach).

Vielen Dank schon im Voraus und eine eifrige Nadel!

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Vor uns liegt ein Glück versprechendes Jahr 
Bevor ich Ihnen über den aktuellen Stand unserer Bärenprogramme berichte, möchte ich Ihnen im Namen des ganzen Teams von Animals Asia ein glückliches, gesundes und friedvolles neues Jahr wünschen – mögen alle Wünsche für 2008 in Erfüllung gehen! Glück verspricht in China auch die Zahl „8“. Da wir am 8.8.2008 unser zehnjähriges Jubiläum haben, verstehen wir die in diesem Datum häufig vorkommende „8“ als Glückszahl und sind ziemlich sicher, dass dies ein ganz besonderes Jahr werden wird.

Der 8.8.2008 wird in ganz China gefeiert, natürlich, denn dieser Tag läutet die „Grünen“ Olympischen Spiele in Peking ein. Das ist auch für uns die Gelegenheit, die Behörden hier von ganzem Herzen um die Freiheit der Bären und ein Ende ihrer Leiden zu bitten.

Die herrlichen Mondbären sind als Tierart ein Erkennungszeichen für China. Seit fast drei Jahrzehnten opfern sie ihr Leben für eine Substanz, die heute in der traditionellen Medizin ganz und gar unnötig ist. Mit dem nun erwachenden Umweltbewusstsein in China und seiner Selbstdarstellung als „grüne“ Gesellschaft ist es nur recht und billig, wenn wir für diese majestätischen, vom Aussterben bedrohten Tiere die Freiheit fordern.

In der Tat erhielten wir eine sehr willkommene Antwort, als wir vor nicht einmal zwei Wochen diese Forderung der neuen Leiterin des Ministeriums für Forstschutz der Provinz Sichuan vorgetragen haben. Sie hörte sich die von uns erbrachten Beweise an und versprach, diese Industrie genauer zu prüfen. In der Zwischenzeit will sie bis Ende März weitere Bären befreien und unserer Pflege übergeben!

Das ist nicht nur ein Grund zum Feiern, sondern man muss sich auch darauf vorbereiten, eine weitere Gruppe missbrauchter, unglücklicher Seelen aufzunehmen und ihnen ein „Zuhause“ zu geben. Noch wissen wir nicht, wie viele Bären genau ankommen und vielleicht werden wir das auch erst nach dem chinesischen Neujahrsfest Ende Februar erfahren. Aber ganz gleich ob es nur ein Bär sein wird oder 100 – für diese Tiere bedeutet es einfach alles.

In Vietnam sind wir noch immer auf „Standby“, um fast 80 Bären aus illegalen Farmen in der Ha Long Bay bei Hanoi zu retten. Der offizielle Vorschlag der Lokalregierung von Hanoi wurde sogar dem Premierminister selbst beantwortet (nach frustrierenden Verzögerungen gegen Ende letzten Jahres). Nun müssen noch mehr Fragen von verschiedenen anderen Ministerien beantwortet werden, ehe diese beschlagnahmten Bären in unsere Obhut übergeben werden können.

Manchmal ist geduldig sein alles andere als einfach… Aber nachdem wir den Brief des Premierministers mit eigenen Augen gesehen haben, bleiben wir zuversichtlich – trotz der langsamen Entscheidungsprozesse in der vietnamesischen Politik. Früher oder später werden die Bären aus diesen Farmen bei uns eintreffen. Nach all den Frustrationen und Verzögerungen des letzten Jahres sieht es so aus, als ob es sich für die Bären sowohl in China als auch Vietnam nun doch noch zum Besseren hin wenden wird.


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