Ein Ende des Leidens für die todkranken Hunde 
Auf meiner letzten Fahrt zum Qimeng Rettungszentrum habe ich daran gedacht, Papiertaschentücher mitzunehmen. Der Gesundheitszustand von „Little Eddie“ ist sehr labil und sie war schon zweimal nahe daran, zu sterben – wo ich schon überzeugt war, ihren schwachen kleinen Körper zum letzten Mal zu halten. Dieses Foto von Rainbow Zhu zeigt sie bei ihrer Ankunft auf dem Lastwagen:



Die Aufgabe, Hunde für eine humane Euthanasie auszuwählen, ist grausam. Das ganze Team ist dabei gefordert und alle teilen die Verantwortung, damit jeder Aspekt, sei es aus ärztlicher Sicht, aus Sicht des Tierschutzes und auch die Wahrscheinlichkeit, ein neues Zuhause berücksichtigt werden – damit jeder Hund die allerbeste Chance bekommt.

Seit der Rettungsaktion zu Silvester haben wir die Tiere geprüft, ihren körperlichen und Gesundheitszustand bewertet und sie gegen Krankheiten geimpft, wenn wir glaubten, dass sie eine Chance hätten. Andere, die offensichtlich krank waren, haben wir zum Schutz der anderen Hunde eingeschläfert.

Doch wir konnten leider nicht voraussagen, welches Tier tatsächlich eine Krankheit in sich trug. Wir konnten nur beten, dass die Impfungen ihnen bei ihrem Kampf gegen die Krankheiten helfen würden, die sich während der Wartezeit auf der Fahrt zum Schlachthaus in Guangzhou in der Gruppe ausgebreitet haben.

Jetzt sehen wir, dass viele der Hunde, die wir beschützen wollten, auch krank werden. Nun zeigen sich die Krankheiten, die lange verborgen waren und nur allmählich wachsen, bis sie eines Tages doch offensichtlich sind. Einst wache und klare Augen sind jetzt trüb und eingesunken. Schleim läuft aus Schnauzen, die zuvor sauber und gesund waren.

Wir müssen den Tatsachen ins Auge sehen – die meisten dieser Hunde hatten nie eine Chance. Sie wurden in der Mehrzahl als Fleischhunde aufgezogen – ohne Pflege, ohne richtiges Futter, ohne medizinische Versorgung. Für viele waren unsere Hilfsanstrengungen vergebens. Zusammengepfercht in Zwischenlagern und dann weiter auf den Lastwagen, konnten sich die Krankheiten in ihnen und zwischen ihnen schnell ausbreiten - und so war für viele das Schicksal bereits besiegelt, als wir sie abluden.

Zu sehen, wie krank die Tiere geworden sind, die wir so gern gewonnen haben, war entsetzlich für uns, und hat uns erschüttert. Es war wirklich schrecklich. Immer wieder hörte man Rufe wie „oh nein“ und lautes Schluchzen, als wir die Hunde sahen, die schließlich doch Opfer der Krankheiten wurden.



Es ging uns sehr zu Herzen, wenn wir ihnen Beruhigungsmittel geben mussten, bevor sie die tödliche Spritze erhielten. Beim Einstich der Nadeln hörte man leise Worte wie „gehe in Frieden, du kleiner Kerl“, „es tut mir so leid“, und „jetzt kannst Du wieder mit den Kaninchen um die Wette laufen“. Wir haben ganz offen um diese Tiere geweint - Mitglieder einer Art, die wir anhimmeln, denen wir dieses Mal aber nicht helfen konnten.

Genau so mit den aggressiven Hunden – Tiere die bei freundlichen und geduldigen Menschen, die bereit wären, sie aufzunehmen, vielleicht eine Chance hätten. Bei Menschen, die bereit sind, viele Stunden zu opfern, um das Vertrauen wieder zu gewinnen, das diese Hunde schon vor langer Zeit verloren haben. Doch wir wissen nichts von diesen Tieren.

Sie greifen die anderen Hunde gewalttätig an, verursachen Bisswunden und Verletzungen und sind so für das Elend der Gruppe mit verantwortlich. Diese Hunde sind potenziell auch für Menschen gefährlich und wir können leider nicht sicher sein, ob eventuell auch Tollwut mit im Spiel ist.

Heute sind noch 66 Hunde übrig – doch noch einmal – wir sind darüber nicht glücklich. Vor allem, weil wir auch über die Zukunft dieser Hunde nicht sicher sein können. In den nächsten Wochen kommt es darauf an, ob sie den Krankheiten widerstehen können. Einige werden eine stärkere Immunabwehr haben als andere und wir können ihn nur durch eine nochmalige Impfung helfen, mit richtigem Futter und Antibiotika in den Fällen, wo es notwendig ist.



Je kräftiger und selbstsicherer sie werden, desto mehr sehen wir ihren wahren Charakter – langsam, doch beständig – und das schenkt uns ein Lächeln. Potato Head (Kartoffelkopf) ist ein seltsam geformter Rüde mit einem viel zu großen Kopf für seinen Körper. Zusammen mit seinem besten Freund Jeeves tollt er im Gehege herum und genießt den Tag in der kalten Wintersonne.

Wooster, der schokoladenbraune Labrador, hat ebenfalls klare Augen und ist voller Tatendrang. Wir alle hoffen und sind zuversichtlich, dass diese kräftigen jungen Hunde eine Chance haben werden. Eine kleine Dalmatinerhündin (wenn man ihren verbrauchten Körper sieht weiß man, dass sie in ihrem früheren Leben eine Gebärmaschine war) gehörte zu den Hunden, die niemanden an sich heranlassen wollten; sie schnappt nervös nach uns, um das auch ganz klar zu machen. Heute ist sie wie ausgewechselt.



Sie sitzt bei unserer Tierärztin Leanne und man kann sehen, dass sie wieder bereit ist, dieser merkwürdigen Rasse zu trauen, die sie bisher nur gequält hat. Ein paar Minuten später stupst sie Leannes Arm und möchte gekrault werden.

Bei Little Eddie wissen wir nicht, was kommt. Bei jedem Besuch war sie mit auf der „Liste“ und wir sehen sie als einen Grenzfall. Als einige unserer Mannschaft kurz verschnauften, saß ich etwa 30 Minuten mit ihr auf dem Schoß. Sie hat keinen Ausfluss, keine offensichtlichen Krankheitsanzeichen, außer dass sie oft apathisch ist, bis auf die Knochen abgemagert und nicht sehr an Futter interessiert.

Dann wieder ist sie ganz wach – läuft in dem Gehege herum und schnüffelt neugierig an den anderen Hunden. Wenn wir rufen, kommt sie immer gerne, um gekrault zu werden. Und dann verschlingt sie drei Würste auf einen Sitz.

Jetzt, da weniger Hunde in dem Gehege sind, hat Leanne entschieden, diese Hündin in eines der kleineren Gehege zu verlegen. Sie wird weiterhin ihre Antibiotika erhalten und nächste Woche nochmals von uns begutachten werden. Als ich ging, lag sie lag da und schlief und ich wusste, dass wir nichts weiter für sie tun können – sie wird leben oder sterben, wie immer das Schicksal es für sie bestimmt hat.


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Glückliche Neuigkeiten... 
Geschichten wie diese sind Balsam für die Seele. Diese Fotos in den chinesisch-sprachigen Hongkonger Medien brauchen keine Worte der Erklärung, sie zeigen unsere stolzen Botschafter von Dr. Hund, wie sie der Bevölkerung die heilenden und helfenden Kräfte von Begleittieren vermitteln.

Mein Traum ist es, dass einige der in Käfigen gehaltenen Hunde, die gerade in Chengdu gerettet wurden, eines Tages auch als Hundedoktoren arbeiten und zeigen (wie wir immer sagen), weshalb Hunde unsere Freunde sind und keine Nahrsmittel.

Hier sind einige der aktuellen Pressemeldungen, die über unseren Besuch im ducess of Kent Kinderkrankenhaus in Hongkong berichten. Der größte Teil der Texte berichtet darüber, wie glücklich die Kinder waren, gerade am Weihnachtstag Besuch von Dr. Hund zu bekommen.








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Die traurigen Tatsachen der Hundefleischindustrie 
So war es eigentlich nicht geplant – zumindest nicht, wenn man an Märchen glaubt. Dort hätten sich die 149 geretteten Hunde in ihrem neuen Heim niedergelassen und glücklich bis an ihr Lebensende dort gelebt.

Leider ist das hier die reale Welt und wir müssen uns auf die nüchternen Tatsachen einstellen. Diese Hunde haben kein liebevolles Zuhause gehabt, mit gutem Futter, einem weichen Bett für die Nacht und einer liebenden Familie. Die nachfolgenden Fotos wurden alle am Tag der Rettung gemacht.



Die Hunde kommen zumeist von ärmlichen kleinen Bauernhöfen – oft waren sie als Wachhunde angekettet und mussten schutzlos im Freien schlafen. Ihre Nahrung bestand aus Reis, Abfällen und sogar menschlicher Ausscheidungen. Wenn die Hunde rund ein Jahr alt sind, kauft sie ein Händler, steckt sie in einen Käfig und bringt sie zum Markt.



Manchmal verkaufen Menschen auch ihre Haustiere – speziell die alten und kranken, wenn ihre Pflege zu teuer wird. (Ich erinnere mich, vor Jahren auf einem der Märkte einen Mann gesehen zu haben, wie er mit seinem weißen Hund unterm Arm von seinem Motorrad stieg, ihn dem Händler übergab und sagte: „Er ist krank. Töte ihn“. Der Hund hatte Glück, da Anneleise und ich voller Entsetzen zusahen und den Hund für etwas Geld abkauften. Basil wurde in der kurzen Zeit bis zu seinem Tod sehr geliebt.)



Doch heute hier im Qiming Rettungszentrum helfen wir mehr als 140 Hunden – einige sind krank, aggressiv und außer sich vor Angst. Leider hat die Anlage nicht genug Platz, um alle aufzuteilen und so zu behandeln, wie wir das gern möchten. Daher mussten wir uns schweren Herzens entscheiden, die kranken und aggressiven Hunde einzuschläfern.




Bis acht Uhr abends an einem bitterkalten Abend mussten wir 17 Hunde einschläfern. Unser Team – Rainbow, Suki, Christine, Rocky, Wang Li, Jaime, Li He, Zhang Xiao Bing, Leanne, Wendy, Hayley und Emily – muss ich dafür bewundern. Hier stand ein Team vor der schrecklichen Aufgabe, Lebewesen zu töten, die sie liebten. Ohne Rücksicht auf ihre eigenen Gefühle – das Herz musste ihnen dabei brechen. Ich wusste nur, dass Tremor, der vom Erdbeben gerettete Hund, bei unserer Rückkehr von ihnen allen geherzt wurde.

Jetzt müssen uns alle die Daumen drücken, dass die übrigen Tiere sicher sind. Das ist nicht selbstverständlich, denn dieser schreckliche Dämon, die Tollwut, lauert stets in der Nähe. Man muss nur daran denken, wie aggressiv einige der Hunde waren! Von allen wurden Gewebeproben genommen, die wir nun untersuchen werden. Wir können nur hoffen, dass keiner von ihnen diese tödliche Krankheit in sich trägt.

Wie ich schon in meinem letzten Blog geschrieben habe, bin ich froh, dass die Mehrzahl der Hunde sich zu erholen scheint. Die junge grauschwarze Hündin wächst schnell - sowohl körperlich als auch in ihrer Zuversicht. Er schießt auf dich zu und kommt schliddernd und tapsig zum stehen und lacht mit aufgerissenem Maul übers ganze Gesicht. Sie kennt grenzenlose Freude und ich habe sie Monty getauft. Denn das ist ein glücklicher Name für einen glücklichen Hund, der nie sein Schicksal ahnte.

Auch bei unserem Eddie-Zwilling ist der anfänglich von ihr eingehaltene Abstand zwischen uns (bis zu dem sie sich uns näherte) ganz verschwunden. Am Freitag sprang sie zu uns hoch mit dem ganzen Glück eines Hundes, der das Vertrauen wieder gefunden hat.

Wir nennen sie „Little Eddie“, nach ihrem Namenspatron. Noch ist sie nervös, aber ich hoffe, ihr neuer schöner Name macht ihr Mut, so dass auch sie eines Tages einer unserer Hundedoktoren in China sein wird.

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A Xin rockt! 


Vor einem Jahr hatten wir einen ganz besonderen Besucher auf unserer Rettungsstation - einen taiwanesischen Rockstar namens A Xin. Als Vegetarier und Tierliebhaber muss er sich sofort in unsere Bären verliebt haben, denn er versprach, noch vor seiner Rückkehr ein neues Lied zu komponieren.



Er blieb seinem Wort treu und besuchte vor kurzem unsere Rettungsstation erneut. Dabei erzählte er uns von seinem neuen Song "Release", der von den Bären handelt, und von seinem aktuellen Album.



Er kam nach Chengdu, um dort in eiem gigantischen Stadium ein Konzert zu geben. Er nutzte die Gelegenheit und kam auch zu uns, um die Bären zu sehen und unserer leitenden Tierärtzin Heather zu helfen, die mit ihrem Team einen Gesundheitscheck bei Cookie durchführte.



Danach bescuhtge er unseren beeindruckenden Braunbären, Cäsar, und auf seinem Gesicht erschien ein Ausdruck von Ungläubigkeit, als er das Metallkorsett sah, das Cäsar auf der Farm tragen musste.



Auf der Pressekonferenz, die ebenfalls auf unserer Rettungsstation stattfand, hielt er ein Schild hoch, auf dem Stand: "Lasst uns keine Produkte mit Bärengalle miehr verwenden oder kaufen! Offensichtlich kam Xin gut bei den Journalisten an, denn sie schrieben jedes seiner Worte mit.



Dabe fragten sie ihn auch nach seinem neuen Album, aber er verweigerete die Antowrt: "Ich möchte nicht über meine Songs reden, ich bin nur wegen der Bären hier."



Einer der Journalisten fragte, ob er einen Bären adoptieren möchte und ohne zu zögern entgegnete er: "Ja, sicher möchte ich das - und ich hoffe, dass mehr Menschen dem Beispiel folgen können und diese Rettung unterstützen."



Was für ein Star in jeder Beziehung - Danke, A Xin, dafür, dass du deinen Namen so klug und großzügig einsetzt, und damit soviel Gutes für die Bären tust.
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Wissenschaft sagt: Es gibt Alternativen zu Bärengalle 
Gerade jetzt gibt es so viele positive Entwicklungen für Hunde, Katzen und Bären, dass man gar nicht weiß, wo man anfangen soll.

Bevor wir zu Silvester den Lastwagen mit Hunden abgefangen haben, die vor den Märkten für lebende Tiere gerettet wurden, wollte ich schon über aktuelle Forschungsergebnisse zu Alternativen für Bärengalle schreiben.

Frank Pong, unser guter Freund und Wohltäter – der uns im Juli 2000 so großzügig die finanzielle Basis für den Start zur Rettung des Chinabären geschaffen hat – hat erneut seine Entschlossenheit bewiesen, zum Ende der Bärenfarmen beizutragen.

Anfang 2008 vergab Frank ein Stipendium im Rahmen seiner Pong Ding Yuen Stiftung für Ausbildung und Forschung in Chinesisch-Westlicher Medizin.

Mit diesem Stipendium konnten Assistenzprofessor Feng Yibin und seine Kollegen an der Hongkong Universität für Chinesische Medizin die Wirksamkeit verschiedener pflanzlicher Alternativen bei Krankheiten erforschen, die man gewöhnlich mit Bärengalle behandelt. Das Stipendium wurde durch die Regierung von Hongkong verdoppelt und sichert die Weiterführung dieser Untersuchungen für vier Jahre.

Am 13. Dezember wurden wir zum 5. Pong Ding Yeun Internationalen Symposium über Traditionelle Chinesische Medizin an der Schule für Chinesische Medizin der Universität Hongkong eingeladen, wo Professor Feng (links, zusammen mit Frank und mir) die ersten Ergebnisse seiner Forschungen vorstellte.



Eine unvergessliche Präsentation. Professor Feng verglich die Wirksamkeit von Kräutern mit Bärengalle und zeigte, dass die Pflanze „Coptis“ noch weitaus wirksamer Krebszellen abtötet als Bärengalle. Es muss weiter geforscht werden. Doch diese ersten Ergebnisse sind sehr hilfreich für unsere Arbeit, und natürlich auch für die armen Bären, die so unnötig in den Farmen leiden müssen.

Wir sind Frank und seiner Familie, die unsere Arbeit jetzt schon seit neun Jahren unterstützen, unendlich dankbar

Hier ist die ganze Geschichte der Präsentation und der Pressekonferenz.


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