Weckt mich, wenn es Frühling ist 
In Nordvietnam können die Winter bitter kalt sein. Doch Mara, dieser kleine Bär, weiß wie man sich warm hält. Sie ist eines von drei putzigen Welpen, die aus den Händen von Schmugglern gerettet wurden. Hier hat sie sich ein kuscheliges Bett gemacht und zum Glück hatte Amanda, unsere Bärenchefin, ihre Kamera dabei.

Nun sind Mara, Mausi und Olly 12 Monate alt. Sie kamen im Juni 2007 in unserem Rettungszentrum für Mondbären als unterernährte kleine Pelzbällchen an. Nun sind sie springlebendige Energiebündel – immer unterwegs in der Erkundung ihres neuen Heims – sie klettern, purzeln umher und schubsen sich.

Bald kommen sie in eine schöne große Behausung mit Leitern, Klettergerüsten, einem Planschbecken und einer Menge gut schmeckendem Bambus. Doch jetzt kuschelt sich Mara erst einmal zufrieden zusammen, um den Winter zu verschlafen.


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Agathons Fäustlinge sind ein Treffer 
Es bleibt kalt hier in der Rettungsstation in China. Doch dank all der lieben Menschen, die so viele Tatzenwärmer gestrickt und genäht haben, ist unseren Bären nun auch bei Operationen kuschelig warm. Auf diesem Foto ist unser großer Agathon mit einem Satz hellblauer Tatzenwärmern zu sehen, die Dorothy Frew, eine Unterstützerin aus den USA, gestrickt hat. Agathon bestand seinen Gesundheitscheck mit Bravour und konnte schon bald mit heißen Pfötchen zurück in sein Bärenhaus und zu seinen Freunden. Auch unsere Arzthelferinnen Havley (links) und Wendy ist schön warm, dank ihrer eigenen Handschuhe.


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Hope und Shame… 
Leider muss ich Ihnen heute schlechte Nachrichten überbringen – unsere beiden Welpen haben es leider nicht geschafft. Aber wenigstens waren ihre letzten Tage voller Liebe und Zärtlichkeit. Vielen Dank dafür an ihren Pfleger John Wu, den Tierarzt aus Shenzen. Ruht in Frieden, ihr beiden, Hope und Shame – Hoffnung und Schande. Euer Tod soll nicht umsonst sein


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Das Grauen von Maoshan – Teil 2 
Der Markt dient auch als Schlachthaus. Eine runde Metalltrommel mit orangeroten Stacheln dient dazu, das Fell bei Hunden und Katzen zu entfernen. Daneben steht ein Kessel mit kochendem Wasser. Darin wird gegen Mittag das Fleisch für die Kundschaft gekocht. Ganz in der Nähe kommen Lastwagen vollgepackt mit weißen Ziegen auf den Markt. Esel werden aus ihren Verschlägen gezerrt und in Käfige geladen um zur Schlachtung per Lastwagen an einen anderen Ort gebracht zu werden. Verängstigt und erschöpft haben einige von ihnen nicht die Kraft aufzustehen. Die Händler schlagen sie mit Metallstangen in die Seite und auf den Rücken bis sie nicht mehr anders können und sich auf wackeligen Beinen erheben. Selbst dann gehen die Schläge weiter. Die Händler packen die Schwänze, machen einen schmerzhaften Knoten und zwingen die Esel die Metallrampe hinauf in die Käfige.

Christie sagt, sie fühlt sich diesmal etwas besser hier. Aber ihre traurigen Augen erzählen es anders. Das Gesicht von Rainbow ist aschfahl als er sich herabbeugt um eine Nahaufnahme von ein paar Hunden zu machen, die in einen Käfig gequetscht sind. Die Bilder von solch einem Ort verfolgen einen noch für Tage und Wochen. Es ist sehr schwer, dabei positiv zu bleiben.

Aber es gibt Hoffnung – unser zweites Symposium über Begleittiere in China im November 2007 war ebenso wunderbar wie das erste. Fast 40 Leiter von Gruppen, die Millionen von Menschen aus dem ganzen Land repräsentieren, stimmten einstimmig für Ziele, die das Leben dieser Tiere hier verbessern können. Wir müssen beharrlich bleiben. – und das werden wir, denn wir können täglich Veränderungen sehen.

Zurück in der Tierklinik von John sind wir darauf gefasst, dass er diese beiden schwachen, winzigen Welpen einschläfern möchte. Die Fütterung im zweistündigen Rhythmus über die nächsten Tage ist für einen Tierarzt in Südchina, der in Arbeit untergeht, eine enorme Herausforderung. Doch John schaut die beiden nur einen kurzen Augenblick an und sagt. „Versuchen wir es.“ Hoffnung lebt ewig. Doch wir, die wir ihre Geburt in einer so krankheitsschweren Umgebung kennen, sind auf das Schlimmste gefasst.

Wir nennen die beiden Fellknäuel „Hope“ (Hoffnung) und „Shame“ (Schande). Wenn sie es schaffen, werden sie in Zukunft Botschafter sein für die Hunde, die sie zurück lassen mussten. Ich bedauere nur, dass ich sie auf dem Markt nicht einigen Hündinnen gezeigt habe, die vielleicht ihre Mütter gewesen sein könnten. Wenn das Leben in ihren Augen bricht, hätten sie gewusst, dass ihre Babys in Sicherheit sind.


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Das Grauen von Maoshan – Teil 1 
Kürzlich besuchte ich zusammen mit Christie und Rainbow, zwei Kollegen aus unserem chinesischen Team, Maoshan, den Markt für lebende Tiere in Guangzhou. Solche Besuche sind wohl mit dem Schlimmste unserer Arbeit bei Animals Asia. Doch damit sind sie umso wichtiger. Wir müssen die Situation beobachten und die Wahrheit über diese höllischen Löcher berichten. Hier sind meine Notizen von diesem Besuch:

Es ist acht Uhr und ich weiß einfach nicht, wie Christie und Rainbow diese Schmerzen ertragen können. Man fühlt es in jeder Faser des Körpers, wenn man den ranzigen, säuerlichen Geruch nach Krankheit riecht und den Staub von Tod und Zerfall schmeckt. Das bleibt so, auch noch Stunden nachdem wir einen dieser obszönen Märkte für lebende Tiere in China verlassen haben.

Wir sind hier im Maishen Markt in der südlichen Provinz Guangdong. Schon als das Taxi bei dem offenen Marktplatz hält, lassen uns die Schreie der verängstigten Tiere zusammenzucken. Diese Schreie verfolgen uns in allen Gassen des Marktes, bis wir schließlich den Blicken angststarrer Hunde und Katzen begegnen, die nur Minuten oder Stunden von ihrem Tod entfernt sind. Vor Durst und Austrocknung keuchend, schreiend vor Angst, Verwirrung und Schmerzen: Ihre Leiden sind umfassend. Manchmal wedeln ihre Schwänze in der Hoffnung, dass die leisen Entschuldigungen von Menschen, die dieser Leiden gewahr sind, ihnen die Freiheit bringt – bis ihre Blicke aufs Neue stumpf werden vor Hoffnungslosigkeit und sie sich abwenden.

Wir versprechen, ihr Tod wird nie vergebens sein. Rainbow sagt: „Bitte, schau in die Kamera, damit aus deinem Leid ein Wandel für die Tiere in der Zukunft wird.“ Den Augen, die sich mir zuwenden, kann ich nur sagen: „Bitte entschuldigt“. Und ich sage es laut und versuche ihnen zu versichern, dass ihr nächstes Leben besser sein wird.

Hunderte, vielleicht tausende Hunde stecken in winzigen Käfigen, die in Pyramiden auf Lastwagen gestapelt hoch in die Luft ragen. Katzen werden in Käfigen auf Waagen gestapelt, um ihr Gewicht für die lokalen Restaurants zu bestimmen.

Plötzlich bricht einer der Käfige auf, als er von einem Lastwagen auf den Beton fällt. Ein Tohuwahobu setzt ein als drei Katzen die Lücke finden und auf die Gasse springen, um zu fliehen. Doch die Händler bleiben gelassen. Sie kesseln die verzweifelten Katzen in einer Ecke ein, packen sie mit Drahtzangen im Genick und schlagen ihre Körper auf den Boden, bis diese schlaff werden. Ein junges ingwerfarbenes Männchen zuckt für ein paar Sekunden und liegt dann still. Eine schwarz-weiße Katze verkrampft sich, halb ohnmächtig. Blut fließt aus ihrem Maul, ihrer Nase und den zerbrochenen Beinen. Sie versucht, unter einen Lastwagen zu kriechen. Ihr Adrenalin gibt ihr noch eine letzte Chance zu entkommen. Der Händler lässt sie laufen. Er nimmt sicher an, dass sie sowieso bald am Schock und an den Schmerzen sterben wird und es die Suche nicht wert sei. Wir versuchen sie zu finden. Aber in dem Irrgarten aus Tieren und Menschen ist das eine unmögliche Aufgabe. Wir beten, dass ihre Leiden bald zu Ende sein mögen.

Tote und lebende Tiere werden gemeinsam zusammengepfercht. Sie ersticken in koffergroßen Käfigen. Die Bewegung eines Tieres führt zu Scherzensschreien, wenn gebrochene Glieder gezerrt und getreten werden. So viele Hunde sind krank. Sie leiden an Staupe oder dem Parovirus; Einige liegen in ihren letzten Zügen, andere sind bereits tot in ihren Käfigen. Während wir weiter fotografieren hören wir ein schwaches, klagendes Miauen und gehen hinüber zu einem Käfig, bei dem wir wohl eine Mutter mit ihren Jungen erwarten. Stattdessen steigen wir fast auf einen neu geborenen Welpen, der von den Männern einfach weggeworfen wurde.

Sein Körper ist kalt, aber er atmet noch. Wir wickeln ihn in das Tuch eines alten Regenschirms, den wir am Boden finden. Eng halte ich ihn am Körper um ihn zu wärmen. Kaum 30 Minuten später findet Rainbow einen weiteren. Ein neugeborenes schwarz-weißes Weibchen, wieder mit anhängender Nabelschnur und noch ausgekühlter als der erste. Zwei winzige Leben, die wir später unserem Freund, dem Tierarzt John Wu bringen, von dem wir uns erst am Abend zuvor bei unserem jährlichen Symposium Tiere als Begleiter in China verabschiedet haben.



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