Großer Umzug für Familie „Braun“ – Teil 1 
Am Dienstag hatte Nic, unsere leitende Bärenmanagerin, Geburtstag. Das war auch der Tag des großen Umzugs. Der Braunbär Cäsar und die tibetanischen Braunbären Benji und Poupouce sollten in ihre neuen und speziell entworfenen Unterkünfte umziehen, die besser auf ihr Naturell abgestimmt sind als die Mondbärenunterkünfte, in denen sie bisher lebten. Braunbären sind bedeutend größer als asiatische Schwarzbären und graben gerne – vor allem, wenn es kalt ist. Besonders Cäsar ist, wie Sie vielleicht in einem früheren Blog gelesen haben, darin ein Meister. Oft hat sie, nach einem Nachmittag voller Arbeit, stolz ihre „Unterkunft“ begutachtet - eine Erdhöhle, in der sechs erwachsene Männer Platz gefunden hätten.



Sicherheit stand bei der neuen Konstruktion ganz weit oben, deshalb dauerte der Bau auch Monate. Doch schließlich konnten die drei Bären umziehen in das, was wir liebevoll als ihre „Bunker“ bezeichnen. Projektleiter Boris und Assistent Robin, die alle Einzelheiten in harter, professioneller Arbeit realisiert haben, prüften immer wieder die Funktionstüchtigkeit der Tore, Gitter und Schlösser – und dann doch noch einmal, um auch ganz sicher zu sein. Dann war alles bereit für den Umzug.





Cäsar war die erste – Bärenpflegerin Donata und ihr Bärenteam lockten Cäsar geschickt in ihren Transportkäfig und per Lastwagen ging es zu ihrer neuen Behausung. Nach dem Abladen wurde ihr Käfig mit dem Tor dort verbunden. Als die Tür aufging, schoss sie heraus und in ihr neues Heim. Noch etwas angespannt vom Umzug, aber neugierig auf ihre neue Umgebung. Wir hatten sie sehr hübsch mit Bananenblättern, Früchten, gefüllten Bambusrohren geschmückt – und einer Kokosnuss, auf die sie mit ihren riesigen braunen Tatzen schlug und in Nullkommanichts zerquetscht hatte. Ich bemerkte beiläufig im Scherz zu Belinda, unserer Bärenpflegerin, dass Cäsar das wohl auch mit eine menschlichen Kopf fertig brächte wenn sie die Gelegenheit dazu hätte. Belinda sagte, sie hätte gelesen, dass in der Wildnis einige Braunbären Menschen tatsächlich auf diese Weise getötet haben. Also ganz und gar kein Scherz! So viel zu dem oft gelesenen Rat, sich hin zu legen und den Kopf mit den Armen zu schützen, wenn man einem Grizzly begegnet!



Innerhalb von zwei Minuten war die Kokosnuss verschwunden – sehr eindrucksvoll. Dann war ihr Teich an der Reihe – am Boden liegend patschet sie mit ihren Pfoten hinein und schickte Sturzbäche durch die Gitterstäbe und auf uns, draußen im Gang des Bärenhauses. Dann begann Cäsar kurze Töne auszustoßen, während sie sich etwas nervös weiterhin mit ihrer neuen Umgebung bekannt machte. Es waren sehr tiefe Töne, doch so schnell, dass sich einem die Nackenhaare sträubten. Ich möchte ihr wirklich nicht im Dunklen begegnen!

Dann kam Benji, der tibetanische Bär mit dem Umzug an die Reihe. Der süße sanfte Benji – bis sich sein Käfig bewegte. Da wurde er plötzlich zum Tyrannen und drohte jedem, der dem Käfig nahe kam. Die Kokosnuss überlebte seine mehrfachen Sprünge – daher hat man vielleicht eine Chance, wenn man einen Bären wie ihm in der Wildnis begegnet und sich auf den Boden legt.

Auch Poupouce, Benjis Schwester, war sehr vorsichtig und ihr Umzug dauerte mehr als eine Stunde. Donata war schon ganz verzweifelt und versuchte auf immer andere Art, Poupouce in den Transportkäfig zu locken. Schließlich schafften wir es mit Erdnussbutter. Warum nur waren sie alle so nervös… vielleicht kamen bei ihnen Erinnerungen aus der Vergangenheit hoch, als das Leben wirklich nicht so gut war?

Schließlich schauten sie uns alle aus ihren neuen Behausungen an. Während sie sich mit deren Innerem vertraut machten, bereiteten sie sich auf die große Überraschung am nächsten Morgen vor, als es hinaus ging in zwei unglaublich schöne Gehege mit Schwimmteichen, Klettergerüsten, Spielzeug – und natürlich „Bunkern“, um sich nach Lust und Laune zu verkriechen. Mit einem großen Seufzer der Erleichterung konnte man Nic sagen hören, dass dies ihr schönstes Geburtstagsgeschenk wäre. Und sie hat recht … es gibt keine besseren.

Ihnen allen, der wunderbaren Animals Asia Familie, möchte ich ein großes, von Herzen kommendes Dankeschön sagen für dieses neue Zuhause der „Brauns“. Auch Nic schickte allen, die daran beteiligten waren, eine Nachricht und dankte ihnen für diese gemeinschaftliche Anstrengung. Hier kann man ihre Nachricht lesen.

Bitte, schauen Sie am Montag wieder vorbei und lesen Sie den nächsten Teil dieser einzigartigen Begebenheit – und sehen Sie die ersten Bilder dieser liebenswerten Braunbären und ihrer Erforschung der neuen Umgebung. Bis dahin wünsche ich allen ein wunderbares Wochenende.


  Teile diesen Artikel mit deinen Freunden
Nothilfe Bärenrettung


Ein großer Sieg für die Hunde in Vietnam 
Ich werde nie vergessen, wie ich vor einigen Jahren in einem Restaurant in Hanoi die Schlachtung von Hunden filmte. Zwei Stunden lang musste ich innerlich weinen und nach außen den Anschein von Ruhe zeigen. Damit diese Menschen, die gerade die Hunde schlachteten, wirklich glaubten, dass ich ein Reisebuch über die „exotischen“ Speisen in Vietnam schreibe.

Die Hunde wurden aus den „Schweinekäfigen“ gezerrt. Dann schlug man ihnen im Beisein der übrigen mit einem Hammer auf den Kopf und stach ihnen in den Hals und das Herz damit sie ausbluten. Brutal und grausam – besonders wenn man sah, wie die anderen Hunde, die dabei auf den Tod warteten, ihre Köpfe abwandten vor den erstickten Schreien und den letzten krampfhaften Atemzügen.





Angesichts unserer geringen Zahl von Mitarbeitern und den beschränkten Möglichkeiten dort wussten wir, dass es besser war, sich auf die Bären dort in Vietnam zu konzentrieren. Denn auch dort ist die Haltung von Bären in Farmen verboten. Daher entschieden wir, eine Kampagne für Hunde und Katzen aufzuschieben, bis unser Rettungszentrum für Bären in Betrieb sein würde.

Wie immer spielte auch hier das Schicksal mit. Anfang Februar erhielt Tuan Bendixen, unser Direktor in Vietnam, ein offizielles Schreiben der Hauptabteilung für Tiergesundheit im Landwirtschaftsministerium. Offenbar waren dort offizielle Anfragen verschiedener Provinzregierungen nach Richtlinien bezüglich des Schlachtens von Hunden für den menschlichen Verzehr eingegangen. Als Tuan das hörte, blieb ihm fast das Herz stehen und er erarbeitete eine Eingabe an die Abteilung als Verteidigungsschrift für die Hunde.

Tuan wusste, dass es wichtig war, Erkenntnisse aus anderen asiatischen Ländern zusammenzutragen, die den Verzehr von Hunden verboten haben und sich nicht nur auf Gesetze des Westens zu berufen. Daher kontaktierten wir sofort Nita, Anna und ihr Team von PAWS, der Tierschutzorganisation der Philippinen (die auch unser Dr. Hund Programm in Manila koordiniert), wohl wissend, dass wir auf deren Unterstützung rechnen konnten. Sofort schickte Anna uns alle Dokumente und Gesetzte zu diesem Thema, die es in den Philippinen dazu gibt und fasste ihre Kampagne, an der sie so viele Jahre bis zum Verbot des Hundeessens gearbeitet hat, zusammen.

Der Brief von Tuan an die Regierung beschrieb unser Dr. Hund Programm in sieben Ländern Asiens und weshalb die Vorteile, Hunde als Begleittiere zu halten viel größer sind, als sie nur als Nahrungsquelle zu betrachten. Er stellte fest, dass es in keinem Land der Welt anerkannte humane Schlachtungsmethoden für Hunde gibt, die als Fleischlieferanten aufgezogen werden und dass Länder wie Hongkong, Singapur, Philippinen und Taiwan Hundefleisch als Nahrungsmittel für Menschen bereits verboten haben.

Tuan brachte sogar ökonomische Argumente und verglich die Kosten für die Aufzucht von Hunde als Fleischlieferanten mit den Kosten von Hunden als Begleittiere – und wies auf die wachsende wirtschaftliche Bedeutung von Haustieren in Peking hin und den Beitrag von Haustierbesitzern zur Wirtschaft. Natürlich ging er auch auf die Gesundheitsrisiken für alle, die in diesen Fleischhandel verwickelt sind, ein. Bis hin zu den Konsumenten. Er wies auf die Gefahr von Parasiten, Tollwut, Leptospirose und anderer Krankheiten. Schließlich bot er auch die Unterstützung von Animals Asia bei der Erstellung von Aufklärungsprogrammen für das Land an – etwas, das wir bereits in China tun – und machte nochmals klar, warum Hunde unsere Freunde und nicht unsere Nahrung sind.

Schon nach ein paar Tagen kam eine Antwort zurück und hier folgt in Tuans eigenen Worten, was die Regierung dazu sagte:

„Ich freue mich bekannt zu geben, dass die Zentralministerium für Tiergesundheit ein offizielles Schreiben verfasst ha, wonach die Zentralregierung von Vietnam keine Vorschriften für die Verarbeitung von Hundefleisch für den menschlichen Verzehr erlassen wird. Zwar können Bezirksregierungen für ihre Gebiete solche Regelungen erlassen, doch normalerweise wird dies nicht geschehen, da es gegen die zentralen Richtlinien ist. Ich versuche jetzt zu erreichen, dass die Zentralregierung ein offizielles Verbot erlässt und nicht nur „nichts“ tut. Vielen Dank an jeden von euch und speziell Anna von PAWS. Ein erster wichtiger Schritt ist getan, doch ein langer Weg liegt noch vor uns bis wir unser Ziel, das Ende des Verzehrs von Begleittieren in Vietnam, erreicht haben.“

Dies ist ein unglaublicher Sieg für die Hunde in Vietnam – und vielleicht auch in China, da wir dort diese Entwicklung nutzen können, um ähnliche Verbote dort zu erwirken. Tuan, ich weiß, dass jeder, der diesen Blog liest, sehr stolz sein wird auf diesen ersten wichtigen Schritt für die Zukunft der Hunde in Vietnam sein.

Hier ist Tuan in unserer Rettungsstation zusammen mit Max, einem Hund, der als Fleischhund gezüchtet wurde. Max gehört jetzt zu unserer Familie in Vietnam.


  Teile diesen Artikel mit deinen Freunden
Nothilfe Bärenrettung


Harriet im Mittelpunkt der Presseaufmerksamkeit 
Als ich in einer renommierten Hongkonger Sonntagszeitung, der Sunday Morning Post, einen Artikel über unsere großzügige und sehr bekannte Unterstützerin Harriet Tung fand, war ich ganz aufgeregt. Harriet war bei unserer letzten Rettungsaktion dabei. Hier ist das Interview von Harriet.

Nochmals vielen Dank, Harriet, dass du die Schrecken der Bärenfarmen so öffentlich gemacht hast.

  Teile diesen Artikel mit deinen Freunden
Nothilfe Bärenrettung


Jen und ihr Bär 
Vor kurzem hat unsere bezaubernde Jen, die als Tierärztin bei uns in Vietnam war, ihren ganz persönlichen „Bären“ geheiratet.

Hier sieht man sie an ihrem Hochzeitstag in Australien, zusammen mit ihrem gutaussehenden Mann (und ein paar vierbeinigen Hochzeitsgästen) bei der Feier ihres neuen gemeinsamen Lebens







Danke für alles, Jen und Bär. Glück- und Segenswünsche von der ganzen Animals Asia Familie in Tam Dao und Chengdu – und seid vorsichtig!

Leider sind die Flitterwochen bereits vorüber und Jen plant jetzt, den Tieren, die bei den schrecklichen Waldbränden (die noch immer in ihrem Heimatstaat Victoria wüten) verletzt wurden, zu helfen. Im Herzen sind wir bei allen unseren australischen Freunden, die vielleicht durch diese schreckliche Tragödie zu Schaden gekommen sind.

  Teile diesen Artikel mit deinen Freunden
Nothilfe Bärenrettung


Der Schrecken geht weiter 
Obwohl unsere neuen Bären in besserer körperlicher Verfassung sind als jene vom März 2008, zeigen die ersten Gesundheitschecks nur zu deutlich, welche Probleme die Farmer verbergen wollen.

Bei fast allen aus dieser Gruppe sind die Tatzen völlig verhornt, aufgesprungen und ausgetrocknet. Auf den normalerweise weichen Ballen findet man schmerzhafte kieselsteinartige Ausbuchtungen. An vielen Tatzen zeigen sich tiefe Abdrücke der Gitterstäbe, da die Tiere täglich stundenlang stereotyp und ziellos schaukelten. Immer in derselben Haltung, haben die Gitterstäbe in den Jahren ihre Abdrücke hinterlassen.

Die meisten haben schreckliche Zahnprobleme – abgeschnittene Eckzähne, bei denen die Nerven blank liegen – oder sie sind gesplittert und gebrochen, weil die Bären in jahrelanger Frustration an den Käfigstäben nagten.

Sie haben furchtbaren Mundgeruch – aber das ist es nicht, was uns krank macht. Es ist die Tatsache, dass sie bei jedem Versuch zu Fressen die schrecklichsten Schmerzen in ihren Zähnen erleiden mussten. Kein Wunder, dass sie so mager sind.

Bären wie der arme Louis hatten riesige Löcher in seinen Zähnen. Innen war alles faulig und schwarz. In einem riesigen Loch fanden wir sogar sechs faulende Kürbiskerne.







Einige der Bären hatten offene Wunden von der frei tropfenden Methode, aus denen Galle und Eiter sickerten. Viele hatten sogar zwei dieser künstlichen Fisteln im Bauch. In diesem Fall konnte der Farmer aus dem einen Loch keinen Gallensaft mehr zapfen, das bereits begonnen hatte, wieder zuzuwachsen. Deshalb musste ein herbeigerufener sogenannter Arzt ein neues Loch in den Bauch schneiden. Etwa so rücksichtsvoll, wie wenn man ein Stück Papier locht.

Viele haben Probleme mit den Gelenken – man kann ihre Ellenbogengelenke, Knie- und Hüftgelenke hören, wenn die Tierärztinnen Heather, Leanne und Faithe die Beweglichkeitschecks machen. Jungtiere, die noch bewegliche Gelenke haben sollten, die Knochen eines alten arthritischen Bären haben.

Bei anderen Bären fanden wir bei den Untersuchungen schrecklich verkrümmte Wirbelsäulen, weil sie ihr ganzes Leben lang zusammengerollt in ihren Käfigen liegen mussten. Zum Glück haben wir seit Beginn unserer Rettungsaktionen im Oktober 2000 ziemliche Erfahrung bei der Behandlung solcher Tiere sammeln können. Schon bisher bekamen junge und alte Bären die verschiedensten Kombinationen von Medikamenten, mit denen wir Probleme von ihnen fernhalten können, die sie eigentlich erst im hohen Alter plagen sollten.

Wenn sie dann in ihren Erholungskäfigen aufwachen, erfüllt uns das mit Freude. Wenn sie langsam aus der Narkose erwachen, sich strecken bis dahin, wo bisher die Gitterstäbe ihrer alten Käfige waren. Dann merken sie plötzlich, dass etwas anders ist. Noch nicht ganz aus der Narkose aufgewacht, strecken sie sich weiter und weiter ganz aus – zum ersten Mal in ihrem Leben.

Bei Colin mussten wir gestern schlucken, als wir ihn nach seiner Narkose aufstehen sahen. Er bemerkte eine Schüssel mit Futter am Ende seines Käfigs, doch er schien Angst zu haben, dass sein neues Zuhause wieder kleiner würde, falls er sich dorthin bewegte. Er schaffte es sich so geschickt zu drehen und strecken, dass Kopf und Schnauze das Futter erreichten und dabei eine seiner Hinterpfoten gerade noch gegen die Rückwand seines Käfigs zu pressen.

Jetzt haben sie auch Stroh, dort, wo noch nie ein Bett war. So etwas war für diese Tiere nie vorgesehen, denn die Farmer sahen in ihnen nur eine „Produktionsmittel“, für die man über das Notwendigste hinaus keinen Cent investiert.

Hamster bekam gestern von Leanne und mir seinen Spitznamen. Leanne sagte mir, dass er Stroh liebe, aber nicht wisse, wozu das gut sei. Ich war dabei, als er es vom Dach des Käfigs herabzog – Büschel für Büschel. Es dauerte fast den ganzen Nachmittag bis er schließlich sein Bett gemacht hatte, in das er sich sogleich wie ein Hamster zusammenrollte und einschlief.

Hier sieht man Hamster noch auf dem Lastwagen:






Und hier ist er gestern bei dem Gesundheitscheck, bei dem wir diese schreckliche eingewachsene und schmerzhafte Klaue fanden. Hamster liegt gern auf dem Rücken – wahrscheinlich, um seine Pfoten nicht zu belasten.







Ich glaube es ist kein Zufall, dass es jetzt genau drei Jahre her ist, seit wir unseren geliebten Andrew, unseren allerersten Bären, an den Leberkrebs verloren haben. Jetzt, da 12 Bären hier bei uns ganz warm eingekuschelt sind, ganz satt vom guten Futter. Andrews Tod hat David, einen unserer Unterstützer in England, bewegt uns zu schreiben: „Wir sind nicht schwächer ohne Andrew, sondern stärker durch ihn“. Jetzt, da unsere neuen Bären jeden Tag aufwachen, ohne Furcht und Schmerzen, glaube ich, dass unser schlafender Riese Andrew ihr neues Leben mit einem Lächeln begrüßen würde.

  Teile diesen Artikel mit deinen Freunden
Nothilfe Bärenrettung



Zurück Weiter