Vier gute Jahre 
Das Schicksal pochte am Donnerstag um 9:20 Uhr morgens an die Tür. Jill war am Telefon und ihre Stimme zitterte leicht: „Oh Angie, es tut mir so leid ….“ Sofort wusste ich, es war Mafi.

Doch es ergab keinen Sinn. Als ich diesen faszinierenden, außergewöhnlichen Bären sah, spielte sie glücklich, tollte mit den anderen Bären in überschäumender Spiellaune umher und umarmte „ihre“ Schaukel. Mafi war das Leben selbst.

Jill war in Chengdu, als die Tierärzte Mafi in Narkose legten und den großen Lebertumor entdeckten. Sie rief mich an, damit ich ein paar Worte sagen konnte bevor Mafi sanft eingeschläfert wurde. Doch ich fand bis heute keine Worte.

Später fragte mich Jill, ob ich in ihrem Blog etwas über Mafi schreiben wolle. Ich habe mit mir gekämpft, denn ich finde, dass Worte, oder zumindest wie ich sie habe, einfach nicht passend erscheinen. Auch Donata (sie leitet derzeit das Team der Bärenpfleger, die Mafi so viele wunderbare Tage im Paradies geschenkt haben) wurde von Jill gefragt, ob sie über Mafi reden wolle. Ich bin sicher, sie erinnert sich an wunderbare Geschichten, die sie zur gegebenen Zeit mit uns teilen wird….

So will ich mich kurz fassen und statt dessen vier Fotos zeigen, die für micham besten die erstaunliche Reise Mafis dokumentieren – von einer zerbrechlichen, ängstlichen, ausgemergelten Seele wie sie hier vor viereinhalb Jahren ankam, hin zu einem inspirierenden Botschafter für alle Mondbären, der schließlich aus ihr wurde.

Diese herrliche Bärin war auf dem Deckblatt unseres Kalenders von 2008 und auf dem Umschlag unseres Bildbands „Freedm Moon“. Sie war mit vollem Einsatz unser Supermodel und liebte nichts mehr, als sich für den Fotografen in Positur zu setzen.

Das erste Foto zeigt die arme Mafi am Tag ihrer Ankunft in Chengdu. Alle Bären kommen in kleinen Käfigen an. Doch selbst nach den abscheulichen Standards der Farmen war die Winzigkeit von Mafis Käfig schockierend. Damals war sie schwer traumatisiert und zeigte Verhaltensweisen wie gleichförmiges Herumwandern oder das Schaukeln des Körpers auf der Stelle.

Es dauerte Monate und unzählige, mit Beruhigungsmittel versetzter Fruchtshakes, gutem Futter, einer erstklassigen medizinischen Betreuung und einer hochprofessionellen Pflege durch geduldige und freundliche Menschen tagaus und tagein, bis sie langsam wieder Vertrauen zu ihren Pflegern fasste, Mafi wieder sie selbst wurde und aufblühte.

Als ich einige Monate später das Privileg hatte, diesem wunderbaren Tier zu begegnen, war sie schon so ruhig, dass sie zufrieden in ihrem strohgefütterten Erholungskäfig saß und die in Honig gerösteten Cashew Nüsse annahm, die ich ihr reichte.

Ich bemerkte, dass sie einige davon für spätere Zeiten aufhob und sie mit ihrer Tatze auf einen kleinen Hafen zusammen schob. Dann schaute sie mich mit ihren kuhbraunen Augen wieder an und streckte die Zunge hervor um mehr zu bekommen. Wer hätte diesen Bären nicht geliebt?

Das war 2005:



Die beiden nächste Fotos zeigen, wie leicht diese wunderbare Bärin anlässlich der schrecklichen Rettungsaktion von 28 ausgemergelten Bären im vergangenen März meinen Kummer in Freude verwandeln konnte nur dadurch, wenn man ihm ein wenig bei Spiel zusieht.

Diese Bilder zeigen auch, wie sehr sie ihrem Namen treu war. Mafi heißt auf Hindu „Vergebung“ (Den Namen hat meine liebe Freundin Archanga aus Bangalore vorgeschlagen). Diese lebhafte Bärin hat jeden Augenblick ihrer vier guten Jahre ausgekostet.





Dieses letzte Bild liebe ich am meisten. Juanita, unsere Marketing Leiterin, hat als erste die besondere Kraft in diesem Bild bemerkt. Das stimmt. Sehen Sie sich nur Mafis Gesicht an.


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Leb wohl, Mafi 
Warum muß es immer so geschehen? Gerade als wir das Leben eines Bären (diese Woche Jasper) gefeiert haben, haben wir das Leben eines anderen verloren, das uns so lieb war. Mafi's Verhalten war typisch für die Jahreszeit - halb im Schlaf. Dabei fressen die Bären weniger und schlafen um so mehr.

Das einzige Anzeichen, dass etwas nicht in Ordnung sein könnte war, als Donata, die Bärenmanagerin, sie wog und feststellte, daß sie 27 Kg verloren hat. Doch ihr Pelz strahlte noch voll Gesundheit und ihr Verhalten war in Ordnung. Trotzdem entschied die Tierärztin Heather, nichts dem Zufall zu überlassen und daher war Mafi am Donnerstag Morgen beim Gesundheitscheck - für alle Fälle.

Schon als wir sie auf dem OP-Tisch umdrehten, war da eine Masse in ihrem Bauch, die wir gar nicht sehen wollten. Ein Leberkrebs, der im Verborgenen gewachsen war und sie schlußendlich töten würde.

Angela, unsere Media Managerin, war der Mafis Sponsorin und hat ihr auch den Namen gegeben. Jetzt ist sie ganz erschüttert und ich übergebe meinen Blog an sie und Donata, damit sie schreiben können, was für ein wunderbarer Bär Mafi war.

Ruhe sanft, Mafi. Ein Wunsch von der ganzen Familie, die du verzaubert hast.

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Wir feiern Sir Jasper 
Als sie heute Morgen in den Operationssaal kamen, machte Nic eine richtige Verbeugung und Belinda strahlte, als sie seine robuste Tatze hielt (und auch an ihr schnupperte).



Hier lag nun unser majestätischer Jasper – ein Botschafter im wahren Sinn des Wortes seit er bei uns im Jahr 2000 ankam – und schlummerte in der Narkose in Erwartung des Zahnarztes, der seine oberen und unteren rechten Eckzähne entfernen sollte.



Abgebrochene Eckzähne werden normalerweise entfernt, wenn die Farmer sie willkürlich bis zum Zahnfleisch abgeschnitten haben, um das Abzapfen der Galle für sie sicherer zu machen, oder wenn die Bären sie an den Gitterstäben der Käfige zerbrechen, die sie in den Jahren der Gefangenschaft benagen.

Doch bei Jasper brachen die Zähne nach Jahren des unermüdlichen Spielens mit seinen besten Freunden Banjo, Delaney und Frank.



Zusammen mit Nic kamen auch die chinesischen Bärenpfleger Erdi Ri Bo, Liu Xiao Yan und Guo Xiao Yan in den Operationssaal. Sie mussten einfach seinen rauen Pelz streicheln, über seine berühmten gelben Augenbrauen lachen und ihn als den durch und durch „netten“ Bären bewundern, der er ist.

Für jeden hier bei Animals Asia zählt Jasper zu den Favoriten. Denn er ist ein perfektes Beispiel dafür, wie wenig nachtragend diese Bären sind, obgleich sie jede Berechtigung hätten, die Menschen wegen der ihnen zugefügten früheren Plagen zu hassen.

15 Jahre lang musste er in einem Presskäfig leben, in dem er buchstäblich zwischen die Gitterstäbe eingeklemmt war. Doch vom Moment seiner Ankunft an bewies Jasper, dass er jedermanns Freund war und keine Zeit für schreckliche Erinnerungen oder Rachegefühle hatte. Er lebte im hier und jetzt, vergas bald den primitiven Metallkatheter in seine verwundeten Bauch, mit dem seine Galle abgezapft worden war und bald hatten ihn Bären und Menschen ins Herz geschlossen.

Genau so auch noch heute. Unser „Friedensstifter“, Jasper, beendet jede Rauferei in seinem Haus und heißt neue Bären willkommen wie lange verlorene Freunde. Er ist einer der wenigen Bären, die auf ihren Namen hören und kommt immer neugierig herbei um zu sehen, was wir haben – gewöhnlich einen Apfel oder seine besondere Leibspeise, Erdnussbutter.



Doch wegen zu übermütigen Spiels braucht er eine Zahnbehandlung und lag deshalb hier auf dem Tisch. Alle kamen sie, um diesen sanft schlummernden Bären zu berühren.

Aktuelles vom Mittwoch – Unser guter Junge hat die Operation gut überstanden und ist jetzt wieder zurück im Haus 2, wo man ihn wieder lachen sieht mit all seinen restlichen Zähnen.


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Die Professoren mit der nassen Schnauze 
170 Kinder und 20 Hunde in einer Schule sind wohl ein Rezept für Chaos – zumindest auf den ersten Blick. Doch schon bald nachdem unsere Veranstaltung „Spaß mit Professor Pfote“ begonnen hatte wurde klar, dass sowohl die Kinder als auch die Hunde eine prima Zeit hatten – und dabei auch noch etwas lernten.

Unser Animals Asia Superteam mit Mark, Chelsea, Marnie, Jasmine, Cassie, Austin und Arvid trafen sich zusammen mit unseren freiwilligen Lehrern in der Lok Sin Tong Leung Kau Kui Grundschule in den New Territories von Hongkong, um zusammen mit den dortigen Lehrern 170 aufgeregte Schüler aus den umliegenden Schulen und Sozialeinrichtungen zu stolzen Pet Kadetten (Haustier-Kadetten) zu machen.

Die Kinder wurden in kleine Gruppen eingeteilt und jeder wurde ein eigener vierbeiniger Professor Pfote (und auch ein erwachsener Lehrer) zugeordnet. Dort lernten sie viel über die Pflege von Hunden und den Umgang mit ihnen in unserer Gesellschaft, und warum jeder sie mit Respekt behandeln soll.

Zunächst wurden die Kinder aufgefordert, den Hund zu streicheln, der in der Mitte ihres Kreises saß. Doch zuvor mussten sie den Hundebesitzer höflich darum bitten und auch erst den Hund an ihrer Hand schnüffeln lassen, ehe sie das weiche Hundefell kraulen durften.



So ein Programm bereitet die Kinder, die nie zuvor einen Hund berührt hatten, auf den Kontakt mit den Hunden vor - darauf, sie sicher und mit Respekt zu behandeln, wenn sie ihnen draußen begegnen, und das Verhalten und die Eigenheiten unserer „besten Freunde“ zu verstehen.

Am Ende des Nachmittags hatten sie gelernt, dass Hunde ganz ähnliche Bedürfnisse und Gefühle haben wie wir Menschen, dass sie uns in vielen Situationen vor Schaden bewahren und uns ohne Vorbedingungen als Mitglied der Familie lieben.

Höhepunkt des Tages waren lustige Quizfragen und das gemeinsame Singen des Lieds der Pet Kadetten. Dabei lernten die Kinder nicht nur etwas über den Umgang mit Hunden, sondern verbesserten zugleich noch ihre englischen Sprachkenntnisse. Ich war ganz mit Stolz erfüllt, als die Kinder zum Schluss ihre Hand aufs Herz legten und feierlich das Gelöbnis der Pet Kadetten sprachen, alle Tiere immer zu lieben und zu respektieren.

Hier findet man die ganze Geschichte über dieses harmonische Zusammentreffen von Kindern und Tieren hier in Asien. Ein Programm, bei dem beide Seiten gewinnen. Die Bilder stammen von Arvid!


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Fanpost für Wilfred 
PS: Judy Blythe ist eine unserer großartigen Freiwilligen, die sich hier um Wilfred gekümmert hat. Sie sah den letzten Blog und musste sich einfach dazu melden. Auch Poodley (er heißt jetzt Haribo) geht es heute ausgezeichnet.

Hier ist die Nachricht von Judy:
Tränen liefen mir übers Gesicht als ich die wunderbare Geschichte von Wassermelone und seinen ersten Schritten auf das Gras gelesen habe - dieser fantastische Kerl hat es jetzt doch nach draußen geschafft!!!

Wer, der ihn in der Krankenstation sah, könnte ihn vergessen - neben dem armen aufgedunsenen und kranken Poodley -, wie er voller Freude nach der Entfernung seiner Gallenblase in seiner Wasserschüssel herumplanschte und kaum noch bemerkte, dass er gerade seine Operation hinter sich hatte?

Ich gebe zu, ich habe viel Zeit vertrödelt und ihm immer wieder das Wasser nachgefüllt, wenn er es über den Boden, über sein Gesicht verspritzt hatte und danach so erstaunt schaute, als hätte ihn jemand anderes nass gemacht!. Wunderbare Neuigkeiten.

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