Der Mann hat ein großes Herz 
„Danny hat Hobbies: Gestreichelt werden, Autos beobachten und an Füßen riechen“. So geht ein Vers im Gedicht „Ein Tag im Leben von Danny der Katze“ des berühmten Dichters Benjamin Zephaniah, der uns diese Woche in Chengdu besuchen kam.
Nach offizieller Beschreibung ist er ein britisch-jamaikanischer Rastafari Schriftsteller und Poet. Benjamin ist in der zeitgenössischen englischen Literatur eine bekannte Persönlichkeit und steht als einer der 50 besten Nachkriegsschriftsteller Englands auf der „Times“-Liste von 2008. Bereits 15 Ehrendoktorhüte hat er bekommen. Doch viel, viel wichtiger – er ist einfach ein liebenswerter, zurückhaltender Mann, der ganz und gar gelebt und geliebt hat.
Einer seiner ersten Freunde und Lehrer scheint Danny die Katze gewesen zu sein. Für uns war sein Aufenthalt hier etwas ganz Besonderes, denn wir konnten ihm unsere ein bisschen größere, doch genau so freundlichen vierbeinigen Freunde zeigen.
Lee und Heidi, unsere Unterstützer in England, haben schon eine Zeit lang versucht, Benjamin zu überreden, uns während eines seiner regelmäßigen Reisen nach China zu besuchen und am Dienstag war es schließlich so weit. Hier war er auf seinem Rundgang um die Bärengehege, Rupert bekam dabei auch einen Leckerbissen ab (Foto unten), und er begrüßte dabei alle anderen Bären, die Mitarbeiter und unterhielt sich angeregt mit den örtlichen Journalisten, die ihm bei seinem Rundgang mit ihren Kameras nicht von der Seite wichen. Wer will sie dafür schelten? So groß und majestätisch wie er ist, mit Dreadlocks bis zu den Hüften und doch von einer Sanftmütigkeit, die wohl von seinem rauen Leben und seiner Überzeugung als Veganer her kommt.
Benjamin sprach auch im Bücherwurm Club in Chengdu und trug einige seiner Gedichte vor – der Saal dort war bis auf den letzten Platz voll – und unser Team ließ ihn gleich zu Begin hochleben, als er sagte: „Gestern habe ich mich in einen Mondbären verliebt“.
Nun, Benjamin, wir haben uns auch in Dich verliebt. Komm bald wieder zurück und vielen Dank für die frühen Weihnachtswünsche. Für alle, die sich näher für diese Zeilen interessieren, begannen sie so:
Be nice to yu turkeys dis Christmas
Cos’ turkeys jus wanna hav fun.



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Nothilfe Bärenrettung


Kleine Jingle - ganz groß 
Wir hätten nie gedacht, dass unsere kleine magere Jingel so schnell wachsen und erwachsen würde. Ende 2009 in Chengdu gerettet, wiegt unser "Baby" inzwischen unglaubliche 50 kg - ein paar Gramm mehr oder weniger.





Annie, unsere hilfsbereite Voluntärin, hat auf Jingle aufgepasst und ihre Vorlieben und Abneigungen genau beobachtet: Wie sie sich (daneben) benimmt und hat Fotos von diesem unbändigen Welpen, der inzwischen "sehr weiblich, verspielt und bedächtig" ist, gemacht. Ich kann Ihre entzückten "Ahhhs" genau hören...
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Nothilfe Bärenrettung


Ruhe sanft, kleiner Tiger 
Hier ist eine Meldung, die am Sonntagmorgen an das Team ging. Tiger hat seinen Kampf ums Leben verloren…
An alle, mir fehlen die Worte. Doch ihr müsst wissen, dass Tiger vor ein paar Minuten gestorben ist. Kirsty hat eine E-Mail an Heather und mich geschickt in der stand, dass er eine schlechte Nacht hatte – mit schwerem Atem und der Weigerung zu trinken. Doch da er eine gute Farbe hatte, Urin und Kot abgab und sich bewegte, waren Belinda und sie die ganze Nacht auf und haben ihm Sauerstoff, Elektrolyten und Antibiotika gegeben. Leider ging es ihm immer schlechter und sein Atem wurde flacher. Gerade eben ist er gestorben.
Natürlich sind alle sehr traurig, doch es ist keine Frage, dass alles getan wurde was möglich wa, um unserem Tiger die bestmögliche Chance zu geben. Sein kurzes Leben zeigt, dass diese Gallenindustrie kein Gewissen hat – sie bringt Schande auf jeden Bärenfarmer in Asien.
Ich spreche für alle aus unserem wunderbaren Team bei Animals Asia, wenn ich mein tiefes Mitgefühl ausdrücke – speziell für Belinda, die praktisch über eine Woche lang keinen Schlaf gefunden hat. Sie hat schon Hunderte junger Säugetiere mit ihren behutsamen und beschützenden Händen aufgezogen.
Eine Familie, die dich lieb hatte. Ruhe in Frieden, kleiner Tiger. X







Die folgende Botschaft von Russel, Belindas Mann, hat mich zu Tränen gerührt – so wie die Bilder von Tigers Abschied. Er hatte den perfekten Halbmond eines Mondbären – und welche Tragödie, dass sein starkes Herz darunter aufhörte, zu schlagen.
Schweren Herzens sende ich euch diese letzten Bilder unseres kostbaren kleinen Tigers. Es wurde schon mehrmals gesagt und ich wiederhole es: Dieser kleine Kerl hatte das Herz und den Kampfesmut des Tigers und die Stärke des Bären. Jeder, der das Privileg hatte, ihm zu begegnen, wäre über die Stärke in diesem kleinen Körper erstaunt gewesen.
Wir kommen gerade von seiner Beerdigung und ich muss sagen, dass die Stimmung hier nie niedergeschlagener war. Obwohl die Bärenpfleger nicht direkt in seine Pflege eingebunden waren, haben sie das Fenster regelmäßig besucht und sogar die Sicherheitsleute waren sehr interessiert und haben jeden Tag gefragt, wie es ihm geht. Der kleine Kerl hatte keine Vorstellung von dem Wirbel, den er verursachte, doch es ist absolut erstaunlich, wie diese kleine Kreatur so viele Menschen berührt hat.
Vom Start seines kurzen Lebens an gab es Fragen, ob er seiner Mutter zurückgegeben werden oder ob eine Amme bekommen sollte. Jetzt nach seinem Tod ist es normal, dass alles in den vergangenen sechs Tagen hinterfragt wird und ob wir stets das Richtige getan haben. Doch nach dieser Woche an Belindas Seite kann ich bestimmt sagen, dass selbst Italia mit der professionellen Pflege durch Belindas erfahrene und sanfte Hände glücklich gewesen wäre. Bitte denkt auch an sie. Sie ist jetzt die zweite Mutter, die ihr Junges verloren hat.
Dieser wunderbare kleine Bär hat seinen Kampf verloren und uns allen damit das Herz gebrochen. Er fiel in unsere Hände am Vorabend des Neuen Jahres und hat selbst die besten Pfleger herausgefordert. Dieser kleine Kerl war ein Edelstein der nicht mehr funkelt, doch in Erinnerung bleiben wird als der kämpfende „Tiger“ den wir nie kennen lernten.




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Nothilfe Bärenrettung


Arbeit mit Herz 
In unseren Rettungsstationen in China und Vietnam bedeuten unsere Freiwilligen wirklich alles für die Bären (und Hunde und Katzen). In all der Zeit haben uns leidenschaftliche Menschen, die bereit waren, uns drei Monate ihres Lebens zu schenken und den Schritt ins Große Unbekannte zu wagen, auf absolut fabelhafte Weise geholfen. Außer Verpflegung und Unterkunft gibt es dafür nichts. Doch natürlich viel „Nahrung für die Seele“ von unseren Tieren dort.

Ihr seid alle einzigartig und voller Hingabe und Zuneigung. Jeder einzelne von euch – ihr wisst, wen ich alles meine – und euer Aufenthalt hier vor Ort war für uns alle eine wunderbare Zeit. Einige Freiwillige sind bereits zum zweiten Mal hier – darunter Emily, Judy und Diana – und jetzt auch unsere Annie.



Annie kam das erste Mal zu uns, nachdem sie einen Wettbewerb in der Zeitschrift Woman’s Day in Australien gewonnen hatte. Es ging darum, einem Bären einen Namen zu geben. Sie wählte „Mani“ und wir gaben diesen Namen der Bärin Rosie (die bis dato nur diesen provisorischen Namen hatte) : Mani ist Teil des buddhistischen Mantras „Om Mani Padme Hum“ und bedeutet „Juwel im Lotus“.

Manche erinnern sich bei uns allerdings nicht immer gleich an Rosies neuen Namen – doch Annie hilft dabei strahlend mit ihrem lieben Lachen als ob sie sagen wollte: „Ich vergebe euch dafür“.



Letzten Oktober kam Annie für ihre zweite Tour zurück, die bis Dezember geplant war. Doch als sie erfuhr, dass wir dringend weitere Freiwillige suchten, stellte sie sich für weitere drei Monate zur Verfügung und ging ganz in ihrer Arbeit für die Bären und Hunde auf.

Im Vorfeld von Weihnachten und auch dem chinesischen Neuen Jahr hat Annie im Stillen gearbeitet, damit unsere Bären eine spezielle Feiertagsleckerei bekommen. Rainbow nennt es „Dino Eier“. Aber es sind große Kugeln aus Pappmaché die mit ungiftigen Farben strahlend rot und gelb bemalt sind. Darin befinden sich die Leckerbissen. Die Bären müssen „arbeiten“ um an sie heran zu kommen und sie zu verzehren.







Verstreut in den Gehegen, nur wenige Tage vor dem Jahr des Tigers, sahen Annies Schöpfungen fabelhaft aus. (Besonders, wie sie auf Chinesisch und Englisch ‚Frohes Neues Chinesisches Jahr’ darauf geschrieben hatte). Die Bären konnten es kaum erwarten, sie aufzubrechen und sich an ihrem Inhalt zu erfreuen. Hier erzählt uns Annie, wie sie auf diese brillante Idee einer Beschäftigung für die Bären kam:

„Was konnte ich mir nur ausdenken um den Bären zu helfen, das neue chinesische Jahr zu feiern? 25 Jahre Erfahrung als Lehrerin für Handarbeit für Grundschulkinder kamen mir zur Hilfe und ich begann mit der Herstellung von Pappmaché.





Das Ergebnis waren 21 Hohlkugeln, in denen getrocknete Früchte als spezielle Leckerbissen für die Bären steckten. Ein chinesischer Neujahrsgruß war mit grellroter Farbe daraufgemalt und die Bären rissen sie sofort auseinander, um an die versteckten Leckereien zu kommen, die sie eifrig auffraßen. Es machte Spaß, die Bälle herzustellen und noch mehr Spaß zu sehen, wie sie Abwechslung in das Leben der Bären brachten.“

Wenn sie nach Australien heimkehrt, wird Annie über ihr Leben mit den Bären in wunderbaren Vorträgen erzählen. Auf eine dieser Präsentationen an der Forster Schule haben die Lehrerin Lindy Nixon und ihre Schüler mit wunderbaren Kunstwerken und Gedichten reagiert, die sie dem Rettungszentrum zur Ausstellung in dem dortigen Schulungsraum sandten.



Einen guten Weg, Annie – und eine große bärige Umarmung und xie xie nee (Vielen Dank) an Dich und alle aus unserer Familie der Freiwilligen, die im Laufe der Jahre den Sonnenschein in das Leben unserer Tiere dort gebracht haben.
Hier noch aus dem Bericht von Nic, unserem Leitenden Bärenmanager, welcher Schatz Annie ist ….:-)

„Annie arbeitet emsig daran, die Shakes herzustellen, die Hunde auszuführen, die kranken Bären zu pflegen, dazu Verwaltungsarbeiten und die Beobachtung von Jingle Bär. Sie war ein kleiner Diamant hier für uns.“


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Gestatten, mein Name ist ‚Tiger’! 
Am Vorabend des neuen Mondjahres erhielten wir die schönste Nachricht von Belinda, der Bärenmanagerin in Vietnam. Sie erzählte davon, dass Italia, eine der Neuankömmlinge dort, ein kleines männliches Bärchen geboren hat:

„Er wurde in der vergangenen Nacht geboren (seine Mutter ist Italia) und wurde sehr ausgekühlt und schreiend heute morgen (Samstag, 13. Februar) gefunden. Ich habe ihn gewärmt und etwas später spezielle Babymilch angeboten, die er zufrieden annahm. Wir sind sehr erleichtert.

Er hat auch während des Tages weiter gut getrunken und benimmt sich im Übrigen wie ein richtiges Baby. Er hat ein paar Verletzungen und seine Ohren wurden abgebissen. Doch alles wurde gesäubert und wir glauben, dass alles gut verheilt.“

Kirsty (unten links), Belinda (rechts) und das Team kümmern sich jetzt rund um die Uhr um das kleine Baby. Da er zu Beginn des neuen Mondjahres geboren wurde, war es naheliegend, dass er jetzt ‚Tiger’ heißt.



Auch der Mutter geht es gut. Sie liegt eingerollt in einem Nest aus Stroh und verspeist die Leckerbissen, die wir ihr geben. Zum ersten Mal Mutter und mit dem beschränkten Platz in dem Erholungskäfig, hat Italia wohl unabsichtlich die Ohren ihres Babys während der Geburt abgebissen. Als in der Wildnis gefangener Bär, der auf der Farm eingesperrt und schließlich erst vor kurzem gerettet und hierher in eine sichere, doch fremde Umgebung gebracht worden war – und wenn man berücksichtigt, dass sie zum ersten Mal Mutter geworden ist und wir keine richtige Aufzuchtstation haben, ist es besser, wenn wir das Junge mit der Flasche aufziehen.



Der kleine Tiger hat es mit Sicherheit noch nicht geschafft – doch wenn man die bisherigen Fähigkeiten unseres Teams in Vietnam zur Aufzucht von Welpen als Maßstab nimmt, hat er sicherlich die besten Chancen.



Jetzt wissen wir auch, dass der Farmer darüber gelogen hat, wie lang er sie schon hat (nach Aussage des taiwanesischen Besitzers hat er die Bären für sechs bis sieben Jahre in Betonzellen in der Zentrale seiner Firma in der Stadt Binh Duong gehalten, ehe sie in die Einzelzellen in den Frachtcontainern umgesiedelt wurden).

Sie wurde offensichtlich erst vor kurzem aus freier Wildbahn eingefangen. Daher ihre Vorliebe für Blätter und Gräser als Nahrung. Ihre Schwangerschaft erklärt auch ihr etwas ungewöhnliches Verhalten nach dem Abtransport von der Farm und ihrer Ankunft hier bei uns.

Lasst uns für ihn beten – Tiger hat noch einen langen Weg vor sich. Doch er kämpft ums Überlegen im wahren Geist seines Namenspaten.

Mehr dazu in unserem Tagebuch der Rettung.

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