"Watermelon" – ein Symbol der Hoffnung  
Es tut mir leid, dass ich Sie immer nur in Teilen informieren kann – ich fürchte, unsere Internetverbindung war in den letzten Tagen etwas „launisch“…

Es ist späte Dienstag Nacht und wir haben nun den ganzen Tag gebraucht, um die Bären zu begutachten und ihren Zustand einzuschätzen, so dass wir die zuerst behandeln können, die am dringendsten medizinische Versorgung brauchen. Es tut mir so leid, dass wir immer neue Horrorgeschichten berichten müssen. Jetzt aber möchte ich eine hoffnungsvolle Geschichte mit Ihnen teilen.

Nach nur wenigen Stunden Schlaf in der vergangenen Nacht waren unsere Tierärzte und Pflegerinnen schon wieder ganz früh auf, um nach unseren Neuankömmlingen zu sehen. Die Bären mit ganz besonders schlimmen Schmerzen waren mit Schmerzmitteln versorgt worden, damit sie die Nacht besser überstehen.



Einer dieser Bären war ein hübscher junger Bär, dem wir den Kosenamen „Watermelon“, also Wassermelone, gegeben haben. Bei seiner Ankunft litt dieser tapfere Junge offensichtlich sehr unter lähmenden Rückenschmerzen. Man hatte ihn in einen winzig, winzig kleinen Käfig gestopft, und er hatte kaum noch die Kraft, leise zu wimmern und… zu atmen.

Watermelon lag vor Schmerz gekrümmt auf einer Seite, seinen prachtvollen Kopf flach gegen die harten Gitterstäbe gepresst und aus seinem Bauch triefte eine Mischung aus Galle, Blut und Eiter. Seine linke Vorderpfote hing zwischen den grässlichen Gitterstäben auf den blanken Boden hinaus, der einzige Platz, der ihm blieb. Eine unbeschreibliche Freundlichkeit lag über diesem schönen Bär, die uns fast das Herz brach. Sein Atem war beängstigend flach, und tief aus seinen klagenden, braunen Augen sprach großes Leid.



Sobald die Bären in ihren grauenvollen Käfigen, die wir mit Draht gesichert hatten (um unsere Arbeiter zu schützen), von den LKWs abgeladen waren, brachten wir sie in eines der Plastikzelte. Dort sollten sie die erste Nacht verbringen. Während unser Tierärzte-Team schnell ihre Verletzungen begutachtete, brachten unsere Bärenpfleger Körbe mit frischen Früchten und nahrhaften Bärenpellets, Fruchtshakes und Wasser. Die meisten der hungernden Bären griffen verzweifelt nach den Körben und schluckten wie verzweifelt die Flüssigkeit herunter.

Aber für Watermelon war das schon zuviel Anstrengung. Seine entsetzlichen Rückenschmerzen hielten ihn sogar davon ab, auch nur den Kopf zum Fressen anzuheben. Die Tierärzte waren über seinen Zustand äußerst besorgt; wenn ein hungriger Bär so wenig Reaktion beim Anblick von Futter zeigt, dann ist das ein sehr besorgniserregendes Zeichen.

Inmitten des ganzen Tumults bemerkte eine unserer Bärenpflegerinnen, dass Watermelon nichts aß und bot ihm ein Stückchen Apfel an, dann etwas Banane auf einem langen Spieß. Mit geweiteten Augen schnupperte er an der Frucht, aber er aß noch immer nicht davon. Bis sie ihm vorsichtig ein saftiges Stückchen Wassermelone an seine Lippen hielt. Da endlich öffnete dieser wunderschöne Bärenjunge langsam sein Maul und knabberte an dem zarten Fruchtfleisch – mit Sicherheit die köstlichste Frucht, die er jemals gegessen hat. Sein Wimmern wurde langsam etwas weniger. Ich möchte so gerne glauben, dass diese klein, ihm erwiesene Freundlichkeit ihm die Kraft gab, um sein Leben zu kämpfen.

Aber diese erste Nacht war eine sehr lange für Watermelon und das AAF-Team. Mit vielen Ängsten, dass er zu schwach sein könnte, um zu überleben. Wir alle stießen einen Seufzer der Erleichterung aus, als er heute Morgen noch am Leben war. Watermelon war einer der ersten Bären, die eine Notfalluntersuchung erhielten und, obwohl wir eine ganze Reihe schlimmer Verletzungen entdecken mussten (man hat ihm seine Zähne brutal im Mund zerschmettert und an seinem Rückgrat sind schlimme Quetschungen), fand unser Vet-Team keine Anzeichen für Krebs, was unsere größte Sorge gewesen war.


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Nothilfe Bärenrettung


„Peace“ – ein Symbol der Schande 
Heute war für jeden hier ein hektischer und Herz zerreißender Tag. Deshalb nur ganz schnell ein paar Zeilen, leider sind es noch mehr schlechte Nachrichten. Zwei weitere schöne Bären sind heute gestorben. Einen mussten wir einschläfern, um ihn von seinen Schmerzen zu erlösen. Der andere hielt es einfach nicht mehr länger aus – und wer könnte ihm das vorhalten?

Mehr Einzelheiten werde ich Ihnen berichten, sobald ich etwas freie Zeit habe. Doch jetzt möchte ich gemeinsam mit Ihnen „Peace“ gedenken und würdigen – diesen armen Bären, der leider letzte Nacht bereits tot bei uns ankam. Unsere Tierärztin Dr. Kati Loeffler hat diese Zeilen geschrieben. Wie sie dafür die Zeit gefunden hat, kann ich nicht sagen. Denn zusammen mit dem Team hat sie praktisch durchgearbeitet.

Auf dem Bild unten ist die abgestorbene, skelettierte Tatze Peace zu sehen. Er war nur noch zum Sterben auf der Farm. Man ließ ihn ohne Wasser und Nahrung. Da er keinen Gallensaft mehr gab, war er wertlos geworden. Hier nun die Worte von Kathi:

Peace war ein asiatischer Schwarzbär, der auf dem Lastwagen auf der Fahrt von der Gallenfarm zur Rettungsstation der AAF gestorben ist. Er lag zusammengekrümmt in seinem winzigen Käfig, der ihm zum Sarg wurde. Sein abgezehrter Kopf lehnte gegen das eine Ende und seine rechte Vorderpfote hing zwischen den Stäben hervor, so als ob er noch jemanden bitten wollte, seine Leiden zu beenden.

Man hätte es nicht für möglich gehalten, dass so ein ausgemergelter Körper lebensfähig war. Seine Augen lagen tief eingesunken n seinem Schädel, klein und leblos und gelb unterlaufen. An der rechten Hintertatze war kein Fleisch mehr vorhanden. Die Zehenknochen lagen bloß und die faulende, ledrige Haut hing faltig darüber wie eine Socke, die gerade abfallen will. Tiefe Furchen im Fleisch seiner rechten Vorderpfote lassen darauf schließen, dass Peace diese Tatze selbst zerbissen hat, um die Agonie seines Körpers nicht zu fühlen.

Bei der Öffnung des Bauchraums fanden die Tierärzte seine Leber von Krebs zerfressen, die Oberfläche seiner Gallenblase voller Polypen, die Gallenflüssigkeit dickflüssig vor Wassermangel und Hunger. Sein Gewebe war wegen des Versagens der Leber ganz gelb und Gallensaft sickerte in den Bauchraum. Dieser Bär hat unvorstellbare Schmerzen erlitten. Seine letzte Bitte ging unter im Lärm des Dieselmotors eines Lastwagens, der ihn nicht rechtzeitig zu der einzigen Hilfe bringen konnte, die er jemals hätte haben können.


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Nothilfe Bärenrettung


Die Rettung beginnt … 28 Bären kommen an 
Wie soll man nur anfangen. Als wir gestern wussten, dass weitere Bären auf dem Weg in unsere Rettungsstation in China sind, waren wir realistisch genug zu wissen, dass einige in sehr schlechtem Zustand sein würden und dringend medizinische Hilfe brauchen. Aber wir erlaubten uns selbst auch ein Gefühl von Aufregung und Hoffnung. Das mussten wir.

Nichts hat uns darauf vorbereitet, was wir dann zu sehen bekamen. Die Verzweiflung und der Schmerz in den Gesichtern dieser armen Seelen werden mich immer verfolgen. Das Entsetzen, die Agonie, der wir uns gegenübersahen, als das Team vorsichtig die Käfige von den Lastwagen herunterhob. Diesen majestätischen Tieren hat man alle Hoffnung entzogen. Ein Leben ohne Würde…



Ich beobachtete die Helfer, wie sie ihren Kummer und ihr Entsetzen durch körperliche Arbeit kompensierten. Diese braven Männer aus Sichuan. Je acht pro Käfig. Ihr Blick richtet sich nach vorne. Die metallnen Tragestangen drücken auf ihre Schultern. Sie sind die Sargträger der lebenden Toten. Ich sah, wie das Team aus Tierärzten und Bärenpflegern tapfer ihren Schmerz niederkämpften und bewusst professionell voll konzentriert war, diese Bären vor jeder weiteren Ungerechtigkeit zu bewahren. Trotz der erschütternden Grausamkeiten, die sie zu sehen bekamen.



Am Montag um acht Uhr abends (chinesischer Zeit) kamen die drei Lastwagen mit den Bären an. Der Gestank aus den Käfigen bereitete uns schon etwas auf das Kommende vor. Ein armes Tier war bei der Ankunft bereits tot. Sein zaundürrer Körper war noch warm und grotesk entstellt von entzündeten Wunden, die sich bis auf die Knochen durchgefressen hatten. Wir gaben ihm den Namen „Peace“ und hielten seine magere Pfote zum Abschied in den Händen.



Bis Mitternacht waren alle Bären abgeladen und für die Nacht in zwei langen Schutzzelten aus Kunststoff untergebracht.


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Ein perfekter Tag 
Nach den Schrecken auf dem Markt für lebende Tiere in Maoshan, wo wir vor einigen Wochen Zeugen der schrecklichen Misshandlungen von Hunden, Katzen und anderer Haustiere waren, wurden Christie, Rainbow und ich an diesem Osterwochenende Teil von etwas, was uns wieder unglaublich beflügelte.

Jiang Hong lud uns nach Xian ein, wo sie die dortige Tierschutzgruppe führt und eine Zuflucht für fast 170 Hunde und einige Katzen leitet. Sie hatte uns gebeten, bei einer ihrer „Straßenausstellungen“ mitzumachen. In unseren Ohren klang da ein wenig „Demonstration“ durch. Da kann man in China schon etwas besorgt sein.

Doch unsere Befürchtungen waren unbegründet – Jiang Hong wusste genau, was sie tat. Sie holte sich die Erlaubnis der Polizei – die nebenbei bemerkt die streunenden Hunde bei ihr abliefert, die sie auf den Straßen einfängt – und zusammen mit einer Gruppe Freiwilliger verkleideten sie sich als Haustiere und verteilten Handzettel. Ein Rudel von Rettungshunden mit wachen Augen, das die Notlage ihrer Rasse sichtbar machte war mit Transparenten und Postern und gemeinsam mit uns auf dem Weg zur Jin Hua Shopping Plaza.

Schnell baute Jiang Hong zwei Käfige auf, die denen ähnelten, die wir auf dem Markt von Maoshan gesehen hatten. Ein Freiwilliger und sie, beide als Hund verkleidet, kletterten dort hinein. Innerhalb von Sekunden waren Reporter und Fernsehkameras da, die um das beste Foto von dieser mutigen Frau stritten, die mit ihrer Botschaft Hunderte Menschen um sich herum ansprach.

Während sich Rainbow in die Menge stürzte und fotografierte, nutzen Christie und ich die Chance und fragten die Menschen nach ihrer Meinung. Die Antworten machten mich stolz … ein alter Mann sagte, wie traurig er darüber sei, wie grausam Hunde und Katzen in China misshandelt würden. Da seine Hunde sein Haus bewachten und die Katzen die Ratten fernhielten, habe er besonderes Mitgefühl für sie! Eine perfekte Antwort - nach Art der Chinesen! Eine Frau sagte, wie sehr sie die schlechte Behandlung von Tieren verachte, die so offensichtlich unsere Freunde seien und dass sie hoffe, dass diese Situation sich bald bessert. Die Meinungen ändern sich!

Jiang Hong und ihr Team sind nur eine von 39 Gruppen, die wir dieses Jahr unterstützen, damit sie ihre eigenen Flyer und sonstigen Materialien wie Banner und Poster für ähnliche Aktionen in ganz China erstellen können.

Popmusik schallte über den Platz. Als Jiang Hong in ihrem Käfig war und mit ihrem Aufruf begann, ertönte der einzige westliche Song dieses Tages. Es war „Proud“ von Heather Small – einer meiner Lieblingssongs. Ich stand und schaute auf diese bewundernswerte Gruppe von Menschen und hörte ihre Botschaft. Und dazu erklangen Heathers Worte: „Was hast Du heute getan, worauf Du stolz sein kannst?“ Der Tag hätte nicht besser sein können.

Heute haben wir vielleicht nicht die Welt für die Hunde und Katzen in China gerettet. Doch es war ein weiterer kleiner Schritt nach vorne. Ein Schritt, der zeigt, dass die Menschen hier wirklich den Wandel wollen.


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Nothilfe Bärenrettung


Großes Lob für Artikel über Bärenfarmen 
Ganz schnell ein paar Zeilen, um Ihnen tolle Neuigkeiten zu berichten! Ein Journalist aus Hongkong, der Monate damit verbrachte, über Bärenfarmen zu recherchieren, Farmen und unsere Rettungsstation in Chengdu zu besuchen, hat gerade den Hongkong Nachrichtenpreis in der Kategorie „Bester Text“ erhalten. Gut gemacht, Elsa! Wenn Sie die ganze Story lesen und die Übersetzung von Elsas preisgekröntem Bereicht lesen wollen, dann klicken Sie bitte hier.

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