Ihre Nachrichten bedeuten mir so viel! 
Soeben bin ich im schönen Deutschland gelandet und am Beginn einer Blitztour durch vier Städte. Wir wollen unseren Unterstützern hier die letzten Neuigkeiten von der aktuellen Rettungsaktion vorstellen. Der schreckliche Zustand vieler dieser Bären hat unsere Entschlossenheit nur noch mehr gesteigert, die Menschen über den abscheulichen Handel mit Gallensaft aufzuklären.

Trotz der vielen schlechten Nachrichten in den vergangenen Wochen möchte ich das Wort gerne an unsere Jude von AAF in Adelaide, Australien, übergeben. Sie möchte euch eine aufbauende Geschichte aus Down Under erzählen:

„Nach der langen Wartezeit sind wir bei der guten Nachricht alle in Jubel verfallen – endlich sind wieder Bären im Rettungszentrum in China angekommen! Doch als das Rettungsteam die Tiere näher untersuchte, hörten wir ganz traurig Tag für Tag schreckliche Nachrichten über den haarsträubenden Zustand der Tiere und über die so schmerzlichen Entscheidungen im Team der Tierärzte, wenn eines dieser wundervollen Tiere eingeschläfert werden musste.

Wir dachten, dass dem Team ein paar positive Nachrichten von den Unterstützern hier in Australien und Neuseeland gut tun würde, in denen wir ihm für ihre bewundernswerte Arbeit unter so schrecklichen Bedingungen danken und so in Gedanken an ihrer Seite sind.

Sobald wir dies den Unterstützern vorschlugen, erhielten wir eine Flut von E-Mails – und das bis zum heutigen Tag! Bisher haben mehr als 900 Menschen so eine Nachricht der Unterstützung und Ermutigung für die Tierärzte und die Bärenteams in Chengdu geschrieben.

Wir druckten sie alle aus auf farbigem Recyclingpapier und sandten sie nach China. Dort klebte sie das Rettungsteam an die Wände der Kantine und klammerte sie wie Wimpel an Schnüre, damit alle sie lesen konnten. Viele davon wurden ins Chinesische übersetzt.

An alle Unterstützer, die geschrieben haben: Seid versichert, dass eure Botschaften uns sehr berührt haben. Sie haben Tränen, aber auch Lächeln und Augenblicke des stillen Nachdenkens gebracht und vor allem diese tapferen Menschen „an der Front“ wieder gestärkt. Einige der Mitarbeiter aus Chengdu sagten mir, dass sie keine Ahnung gehabt hätten von dem Ausmaß der massiver Unterstützung von so weit her.

Nochmals vielen Dank an alle, die eine Nachricht geschickt haben. Das war der absolute Hit für das ganze Team!“



Auch von mir (Jill) vielen Dank für die aufmunternden Nachrichten von Lesern dieses Blogs in den letzten paar Wochen. Leider kann ich nicht jedem von Ihnen persönlich antworten, doch seien Sie versichert, dass Ihre teilnahmsvollen Worte und Ihr Verständnis für uns in diesen vergangenen traurigen Wochen uns sehr, sehr viel bedeutet haben.

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Die Füße wund gelaufen für die Bären! 
In dieser Woche werde ich zusammen mit Christa, Chee-Meng und Christine, unserem eifrigen Team aus Deutschland, auf einer Roadshow sein. Dabei gibt es eine Menge Neuigkeiten für unsere großherzigen und großzügigen deutschen Unterstützer. Seit wir unsere „Reise“ vor acht Jahren begonnen haben, haben sie und die anderen Freunde auf der ganzen Welt treu zu uns gestanden, uns vertraut und unterstützt.

So wie auch Bob und Laura Croker aus England, die am 13. April den anspruchsvollen London Marathon gelaufen sind um Geld für den AAF zu sammeln. Insgesamt hat dieses großartige Paar den stolzen Betrag von 4.393 £ zusammengebracht und damit ihr Ziel von 3.000 £ weit übertroffen!

Nach dem Rennen schrieben sie in einer E-Mail: „Der Gedanke an die Bären war während des Rennens am Sonntag eine sehr starke Motivation für uns. Die Großzügigkeit, die wir von allen Seiten erfahren haben, hat uns überwältigt. Nicht immer zeigen sich die Menschen so positiv. Dieses Mal jedoch hat uns die Zuneigung, die uns von so vielen Menschen entgegen gebracht wurde, sehr bewegt…. Unter uns, lasst uns die traurige Geschichte dieser armen, herrlichen Bären, Hunde und Katzen weiter erzählen.“



Wenn sie die Mühen dieses Paares auch unterstützen möchten, ihre Website www.justgiving.com/bobandlaura2008 ist noch für 55 Tage aktiv. Noch ist es nicht zu spät für eine Spende. Dort können sie auch all die warmherzigen Kommentare der Menschen lesen, die diesen Lauf unterstützt haben.

Vielen Dank, Bob und Laura für euren unglaublichen Einsatz!
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Weitere fünf kämpfen ums Überleben 
Schweren Herzens verlasse ich heute Chengdu um für einige Präsentationen nächste Woche nach Deutschland zu fliegen. Der Abschied von den Bären und dem Team macht mich immer traurig – besonders jetzt. Denn die letzten Wochen waren für uns alle hart.

Bären wie Poodley, Watermelon und sogar der zornige Plug sind „stabil“. Doch andere nicht. Besonders fünf machen Heather und dem Tierärzteteam schwere Sorgen: Sarah, Rasta, Suki, Eeyore und Flipper. Diese fünf wurden zur Vorsicht im dritten Folienzelt in Quarantäne gesteckt, damit mögliche Viren nicht die anderen Bären anstecken können.

Wie Plug sind auch wir voll Zorn. Denn wir glauben, dass der Farmer von der geschlossenen Bärenfarm uns betrogen hat und alle gesunden Bären gegen kranke und sterbende Tiere aus umliegenden Farmen ausgetauscht hat. Er fühlt sich wohl sehr clever.

Doch während er sein Geld zählt , sollte er wissen, dass wir es keineswegs bedauern nicht, für diese armen Tiere bezahlt zu haben, die durch seine Grausamkeit gebrochen und zerstört wurden. Wenigstens hatten wir die Möglichkeit, ihr armseliges, schmerzenreiches Leben zu beenden. Die Geschichte dieser Bären hört inzwischen die ganze Welt. Die Medien sind schockiert und stellend die Schande bloß, die diese von Gier getriebene Industrie bringt. Diesmal könnte der Farmer auch etwas zu clever gewesen sein, denn auch die Vertreter der Behörden sind schockiert.

Die Leber von elf Bären, jede drei mal so groß wie normal, das stinkende, faulige Gewebe, an dem kaum ein Gramm als „gesund“ bezeichnet werden kann, sind für uns und Ärzte hier in China ein weiterer Beweis. Welcher Mensch bei klarem Verstand würde Gallensaft von einem so kranken Tier einnehmen? Der Nachweis, dass dadurch die menschliche Gesundheit massiv beeinträchtigt wird, wird damit immer klarer.

Jetzt müssen wir die übrigen Bären Schritt für Schritt wieder aufbauen. Nicht nur ihre Körper, sondern auch ihre Seelen.

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Unsere wertvollen Überlebenden 
Die Folienzelte sind unsere Quarantänestation – bald hört man dort auch wieder Lachen. Die abgemagerten, verängstigten und verständlicherweise oft aggressiven Ankömmlinge von vor zwei Wochen verändern sich.

Das Herz hüpft vor Freude, wenn man ihren wahren Charakter erkennt, der ganz langsam aus tiefstem Inneren hervor scheint - und wenn man weis, dass aus ihnen, hoffentlich schon bald, ebensolche Spitzbuben werden wie Jasper, Banjo und Woodley, die wir inzwischen so ins Herz geschlossen haben.

Poodley, der so genannt wurde, weil er eine Kopie unseres Woodley sein könnte mit seinem schelmischen flachen Gesicht, seinem gedrungenen breiten Körper und seiner Gier nach Futter aller Art und jeden Geschmacks, entwickelt sich rasch zu unserem Liebling. Oh Schreck! Schon wieder dieses Wort, wo wir im Team uns doch versprochen haben, keine Lieblinge zu haben. Na, sei’s drum. Dieser kleine Kerl ist einfach zu so tapfer.




Sein Leistenbruch, seine schmerzenden, ausgetrockneten und aufgerissenen Tatzen – gepaart mit einem Selbstbewusstsein so groß wie China -, hindern Poodley nicht daran, mit schmatzenden Lauten um Aufmerksamkeit zu heischen. Damit bettelt er um weitere Gummibärchen, die ich in meiner Hosentasche verstecke. Wenn ich sehe, wie er wie ein frohes Kind mit grünen Blättern und Zweigen spielt, meine ich fast, dass er und die anderen Überlebenden wohl eher uns aus dieser wohl traurigsten Zeit unseres Lebens gerettet haben.

Am Ende des Korridors sehe ich unsere leitende Tierärztin Heather wie sie versucht, dem armen zornigen Plug seinen fünften Frucht-Honig Shake des Tages zu servieren.




Er schlägt nun nicht mehr beständig nach dieser schrecklichen Person, von der er annimmt, dass sie ihn wohl aufs Neue verletzen will. Langsam begreift er etwas von der Hingabe und der Liebe die Heather, unsere Tierärzte und unsere Bärenteams ihm so gern geben wollen. Ich schwöre – einmal sah ich, wie er die Augen zufrieden zumachte – nur für eine oder zwei Sekunden – bevor aus ihnen wieder Furcht und Misstrauen blitzten.

Wir gehen weiter zu Watermelon, um zu sehen, wie sie aus ihrem Nachmittagsschlaf erwacht. Wir alle sind uns einig, dass irgendetwas mit diesem Schatz von einem Bär nicht in Ordnung ist. Etwas, das noch neben den anfänglichen Problemen mit der Beweglichkeit seine Gesundheit beeinträchtigt.




Ähnelt er etwa Rupert? Hat er etwa auch einen Gehirnschaden wie unser wunderhübscher Bär mit dem kleinen Hirn, der vor mehr als sieben Jahren zu uns kam und nun zufrieden in dem speziellen Pflegebereich in der Rettungsstation lebt? Warum bewegt er seinen Kopf so seltsam und schaut nicht auf uns oder auf das Futter direkt vor ihm? Und warum ist er der einzige Bär auf der ganzen Welt, der mein letztes Gummibärchen in meiner Tasche verschmähte?

Einen Augenblick später nuckelt er zufrieden an einem von Heathers speziellen Shakes. Es geht halt doch nur Schritt für Schritt vorwärts.

Und am anderen Ende des Gangs wartet ein kleiner Bär schon darauf, dass das letzte Gummibärchen nicht verloren geht.

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Vertraut werden mit unseren Neuankömmlingen  
Es ist nun zwei Wochen her, dass unsere 28 Bären der Hölle auf den Bärenfarmen entkommen konnten. Für elf dieser Bären kam leider jede Hilfe zu spät und in ihrem Fall lag das Entkommen in einem viel zu frühen Tod, ohne jemals zu erfahren, was Freiheit und Liebe bedeuten, etwas, das wir ihnen so gerne gegeben hätten.

Die 17 überlebenden Bären sind sehr wertvoll für uns und wir sind fest entschlossen, alles zu tun, um sie zu retten, damit es für sie noch eine Zukunft gibt.

Dieses Wochenende sagten wir Jen O’Dwyer, unserer lieben Tierärztin aus Australien “Auf Wiedersehen”. Sie kam aus unserem Rettungszentrum in Vietnam zu uns nach Chengdu, um uns bei der Rettung zu helfen. (Sie können Jen auf dem Foto sehen, in Blau, während wir die Gräber für die verstorbenen Bären vorbereiten.)



Nach immer neuen Gesundheitschecks, Operationen, Obduktionen und Beerdigungen war Jen froh über ein bisschen freie Zeit, um sich unserer neuen Mitbewohner in Ruhe etwas näher kennen zu lernen, bevor sie wieder nach Tam Dao zurückkehrt.

Hier in Jens eigenen Worten:

„Es ist so wunderbar, einfach so ein bisschen Zeit mit den Bären zu verbringen, bei ihnen zu sitzen, mit ihnen zu reden und sie dabei den Geruch von Kaffee in meinem Atem riechen zu lassen (was sie wirklich mögen). Oder sie zu dabei zu beobachten, wie sie die Zweige zerlegen… oder ‚Flipper’ beim flippen zuschauen, wie er seine Futterschüssel hin und her schiebt, stundenlang. So etwas Einfaches und doch beschäftigt ihn der Geruch der Schüssel, wie sie sich anfühlt und wie sie sich bewegt.

‚Watermelon’ geht es von Tag zu Tag besser. Sie hat sehr sanfte, seelenvolle Augen und ist schon glücklich, wenn sie nur dasitzen kann und von jemandem angesprochen wird, das ist immer sehr schön. Der arme alte ‚Plug’ ist noch immer sehr, sehr wütend, aber wir alle geben unser bestes, ihn mit Früchten, die wir zuvor in Honig getaucht haben, zu beruhigen!

Es sieht so aus, als ob die meisten unserer Neuankömmlinge nun ihren Frieden darin gefunden haben, bei uns zu sein und anfangen zu begreifen, dass dies der Anfang vieler guter Dinge ist, die hier noch auf sie warten!“


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