Doppelte Plage und zweimal soviel Freude  
Unsere Rettungsstation in Vietnam besuche ich sehr gerne, auch wenn ich zur Zeit die meiste Zeit auf unserer Rettungsstation in China verbringe. Dort läuft alles schon rund, gut durchdacht und es ist voller glücklicher, umhertollender Bären. Doch auch Vietnam ist großartig.

Das Schutzgehege liegt in einem Tal gegenüber einem mit Pinien bedeckten Hügel im Hintergrund. Die Luft ist würzig und frisch vom Duft dieser Pinien und weht in unsere Gebäude. Dort leben inzwischen 25 gerettete Bären, einschließlich der beiden jüngsten Monster: Maggie und Vader, die beide gut über 3 kg schwer sind und ein Selbstbewusstsein wie ausgewachsene Grizzlys haben.

Diese Woche mussten wir – das sind Leanne, Bec, Pernille, Tuan und ich – einfach lachen, als die kleine Maggie sich auf wackelige Hinterbeine erhob und mit herausfordernd geschürzten Lefzen zu uns herüberwackelte. Als sie mit ihren winzigen Vordertatzen ausholte, verlor sie die Balance und fand sich als kleines Häufchen auf dem Boden wieder. Doch das war sofort wieder vergessen und ihre Aufmerksamkeit galt jetzt ihrem Bruder. Sie sprang auf ihn und beide purzelten im Spiel durcheinander.

Ich dachte, dass Ihnen vielleicht diese Fotos gefallen, die zeigen, wie einige aus dem Team diese jüngsten Neuankömmlinge kennenlernen. Das sind von oben nach unten Leanne, Bec, Tuan und Pernille.







Diese neuen Mitglieder der Animals Asia Familie sind einfach bezaubernd. Maggie ist die von den beiden Welpen geschickter und schleckt ihre Milch schon aus der Schüssel. Ab und zu schaut sie dabei mit ihrem Milchbart hoch. Ihre Augen glänzen vor Zufriedenheit, während ihr Bauch immer voller wird.

Vader vermisst wohl nach wie vor seine Mutter. Er kann noch nicht aus der Schüssel trinken und ruft kläglich nach der Flasche, an der er mit der Kraft eines Staubsaugers hängt.



Wir freuen uns so, dass diese beiden hier sind und gerettet wurden vor einem Leben voller Leiden und einem frühzeitigen Tod auf einer Farm – und dass sie bei so guter Gesundheit sind. Doch wie Leanne sagte, das ist eigentlich ein tragisches Zeichen, denn es bedeutet dass sie noch bis vor kurzem bei ihrer Mutter waren. Was wohl aus ihr wurde? Wer kann das sagen?

Doch für jetzt schieben wir die traurigen Gedanken beiseite und lassen unser wunderbares Team in Tam Dao weiter ihre heilende Arbeit tun. Denn schon in ein paar kurzen Monaten, wenn alles gut geht, werden sich Maggie und Vader zu zwei ausgelassenen Jungtieren entwickelt haben, die neugierig darauf sind, was die Welt ihnen bietet.

Wenn Sie mehr über die Welpen erfahren wollen, klicken Sie bitte hier.

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Ein neues Leben für Richter 
Erinnern Sie sich noch an Richter, den verschreckten Retriever, den wir ein par Tage nach dem Erdbeben im Mai des letzten Jahres in Sichuan verlassen in einem Laden für Haustiere fanden? Zusammengekauert in einem schmutzigen Käfig?

Zuerst war der Eigentümer des Ladens sehr zögerlich bereit, uns seinen wertvollen reinrassigen Hund zu überlassen. Doch schließlich übergab er ihn uns zur Pflege. Unser PR Mann Rainbow hat ihn in seiner ruhigen stetigen Art überredet, dass es im besten Interesse für alle Beteiligte wäre, wenn Richter zu uns ins Rettungszentrum kommt, damit er dort richtig versorgt werden kann.

Ich erinnere mich noch an die Fahrt zurück ins Rettungszentrum. Der arme Richter war ganz mager und in sich zurückgezogen.


Wenn man den wunderbaren Kerl heute in seiner neuen Familie sieht würde man schwören, dass dies ein anderer Hund ist. Wendy, unsere liebe Tierarzthelferin und ihr Freund Rocky, er arbeitet bei den Bären, wurden schnell die neuen besorgten Pfleger von Richter. Schaut nur, wie gut es ihm da heute geht!






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Flagge zeigen! 
Man spricht wieder über Harriet Tung – und Dank ihr auch über unsere Bären! Als das „Prestige“ Magazin aus Hongkong einen Artikel über unsere berühmte Unterstützerin brachte, war darin auch viel von Animals Asia und den Rettungsaktionen zu lesen.

Harriet ist die Frau des Reeders Tung Chee Chen und Schwiegertochter von Tung Chee Hwa, Hongkong’s erstem Chief Executive. Sowohl öffentlich als auch in privatem Kreis spricht sie über die Grausamkeiten der Gallenfarmen und die Gesundheitsrisiken bei der Einnahme dieses Gallensafts. Vielen Dank dafür, Harriet.

Hier findn Sie den Artikel von Prestige.

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Ein großes DANKE SCHÖN von Snoops! 
Während unsere wunderbare Snoopy ihre neue Welt des Sichtbaren erkundet, will ich euch im Namen des ganzen Teams (und natürlich auch von Snoopy) für eure Botschaften der Unterstützung danken. Snoopy hat sich besonders über die "Werde bald wieder gesund" Karten gefreut ;-)

Unsereliebe Anna, ein Mitglied der famosen Unterstützer aus South Devon, hat uns mit ihrer Nachricht besonders erfreut. Ich bin sicher, dass sie (und Snoops) nichts dagegen haben, wenn wir diesen Brief hier zeigen:

Hallo Snoopy

Ich hoffe, das ist groß genug, damit Du es lesen kannst. Prima Neuigkeiten - Du wirst bald sehen, wie schön Du bist!

Mit vielen Umarmungen und Streicheleinheiten von

Anna

XXOOXXOOXX

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Snoopy kann sehen! 
Auf der ganzen Rettungsstation hatte sich Traurigkeit darüber breit gemacht, dass Snoopy sich nach der Augenoperation nicht so erholt hatte, wie wir alle erhofften. Obwohl uns die Augenärzte vom englischen Animals Health Trust, Claudia und David, die sich so großzügig bereit erklärt hatten, herzukommen und Snoopy und unsere anderen blinden und sehbehinderten Bären zu operieren, zur Geduld geraten hatten, waren wir wohl alle etwas niedergeschlagen.

Heute bot ich an, mir die Zähne von Franzi, der Nachbarin von Snoopy, anzusehen. Heather war etwas beunruhigt, weil Blut an ihrer Schnauze zu sehen war und sie für ein oder zwei Tage Probleme beim Fressen hatte.



Ich habe schon in der Vergangenheit bei Franzis Training mitgeholfen und Hoffnung, dass sie mir ihre Beißerchen auch jetzt wieder zeigen würde.

Als alte Dame von 30 Jahren (das sind 90 in menschlichen Lebensjahren) ist Franzi wegen der jahrelangen Gefangenschaft in einem Presskäfig für Welpen klein wie ein Zwerg geblieben. Auch wurden ihr auf der Farm die Klauen ausgerissen und die Zähne abgebrochen. Es war schon ein Wunder, dass sie sich wieder erholte. Aber – sie gedieh und erfreute sich eines idyllischen Lebens in ihrem „geheimen Garten“, zusammen mit ihrem Spielgefährten, dem geistig behinderten Rupert, der sie bis heute anhimmelt.

Als ich an Snoopys Behausung vorbeikam, um Früchte für das Training von Franzi zu holen, sah ich, wie Snoopy mir Kopf und Augen zuwandte. Zurück ging ich den anderen Weg und wieder drehte sie sich um und folgte mir mit den Augen. Geräuschlos lief ich immer wieder hin und her und Snoopy folgte mir immer aufs Neue.



Unser Bärenpfleger Xiao Yong beobachtete das ganze mit einem Lächeln und als ich Belinda auf dem Walkie-Talkie rief und sie dazukam, sagte er auf Englisch, „Snoopy folgt Jill“.

Belinda strahlte und sagte, sie habe den Verdacht schon seit einigen Tagen, aber sie konnte die neue Sehfähigkeit von Snoopy nicht sicher beweisen. Sie hatte sich so sehr gewünscht, dass Snoopy wieder sehen kann und ging daher jeden Morgen zu ihr, noch bevor die anderen da waren, um die Tests in größtmöglicher Ruhe zu machen.



Manchmal dachte sie, dass Snoopy ihr folgt, doch bei näherem hinschauen schien sie noch blind zu sein und mit ihrem guten Geruchssinn die Leckerbissen zu finden. Die arme Belinda fragte sich in diesen Tagen immer wieder: „Bilde ich mir da etwas ein, was nicht wirklich da ist? Oder kann sie tatsächlich sehen? Doch als ich sah, wie sie auch Jill folgte, war ich ganz aufgeregt. Denn jetzt war klar, dass ich mir dieses alles nicht eingebildet habe.“



Heute war es ganz offenschtlich – Snoopy folgte Russel, dem Partner von Belinda, als er vor- und zurück lief. Ohne Zweifel war nach Wochen des angespannten Wartens zumindest Snoopys Fernsicht wieder da. Heather klärte jetzt den Status von Nah- und Fernsicht bei Snoopy:



„ Im Prinzip kann sie wohl große, sich bewegende Objekte in einiger Entfernung sehen. Doch keine kleinen Objekte oder solche, die nahe bei ihre Augen sind, kann sie nicht erkennen. Der Grund ist die fehlende Linse in ihrem linken Auge. Daher kann sie in der Nähe nicht scharf fokussieren. Doch sie sieht in der Ferne.

Claudia und David haben in ihrem rechten Auge eine künstliche Linse für Katzen implantiert. Allerdings wissen wir nicht, wie sich deren Stärke zu der bei einem Bären verhält und wie gut sie damit auch Dinge in der Nähe sehen kann.“

Etwas später legte Belinda in Snoopys Gehege mit großen blauen Eimern eine Barriere vor die Tür ihrer Behausung. Mit Zwischenräumen, um durchzulaufen.

Belinda erzählte: „Sie kam heraus und stand sofort still. Dann ging sie von den Eimern fort. Im weiteren Verlauf des Tests wurde klar, dass sie wusste, dass dort etwas war. Doch je näher sie zu den Eimern kam, desto weniger schien sie sehen zu können. Für Snoopy war das in dieser Phase ohne Bedeutung, denn sie entschloss sich, die Gelegenheit zu nutzen und mit den Eimern zu spielen.“

Claudia hat uns schon gesagt, dass der Heilungsprozess bis zu drei Monate dauern kann. Daher bleiben wir hoffnungsvoll – und sind relativ sicher, dass unser bis dato blindes Mädchen zumindest etwas von der Schönheit ihrer Umgebung und vielleicht auch Franzi nebenan sehen kann.

Nachtrag

Nach dieser ganzen Aufregung wartete die kleine Franzi immer noch geduldig auf ihre Zahnuntersuchung. Zwar haben wir fast zwei Jahre nicht mehr zusammen gearbeitet, doch sie hat sich noch an den Ablauf erinnert. Wie es sich gehört, nahm sie die Anfangsstellung ein und setzte sich auf ihr Hinterteil, Brust heraus und die Pfoten an die Gitterstäbe und wartete auf den Beginn des Unterrichts.



Gern lies sie mich wie früher ihre klauenlosen Vordertatzen berühren. Dann weiter mit Daumen und Zeigefinger an ihre Ober- und Unterlippe mit der Aufforderung „ahhh“ zu sagen. Und das war’s. Sie zeigte mir ihre Zähne und wir sahen kein offensichtliches Problem. Wahrscheinlich hat sie nur auf etwas Hartes in dem Futter gebissen und jetzt ist wieder alles in Ordnung.

Tage wie diese sind wertvoll, wenn Franzi und Snoopy zufrieden und glücklich sind und sich an der wunderbaren Frühlingssonne in unserer kleinen Gemeinschaft in Chengdu erfreuen.


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