Noch zwei Bären sind heimgekehrt 
Unsere Tierärztin in Vietnam, Kirsty, hat mir gerade diese wunderbaren Neuigkeiten über zwei neue Familienmitglieder in Vietnam mitgeteilt. Unter Führung von Tuan hat das Team dort zwei Bären aus einer wirklich schlimmen Umgebung befreit und sicher in unsere Rettungsstation in Tam Dao gebracht.





Es ist schon bemerkenswert, dass solche Aktionen fast gleichzeitig in China und Vietnam stattgefunden haben. Doch das sind gute Neuigkeiten für die Bären die jetzt zum ersten Mal in ihrem Leben aufwachen können ohne Angst haben zu müssen.







Eine hervorragende Teamarbeit von allen in Vietnam – wir heißen unsere neuen Familienmitglieder herzlich willkommen! Hier ist der Bericht von Kirsty.

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Nothilfe Bärenrettung


Segen für unsere Buddha Bären 
Ganz früh an einem hellen Freitagmorgen bekamen wir ungewöhnlichen, doch sehr willkommenen Besuch von einigen buddhistischen Mönchen, die 30 Stunden und 2.000 km mit dem Zug aus der Provinz Jiangsu zu uns gekommen sind, um den neuen Bären ihren Respekt zu bezeigen.

Sie sind vom Donglin Kloster (der Geburtsstätte der Schule des Reinen Landes im chinesischen Buddhismus) und zogen die Aufmerksamkeit auf sich, als sie in ihren safranfarbenen Roben leichtfüßig unsere Quarantänestation betraten.



Dort errichteten sie einen Altar wo sie für jeden der neuen Bären ein Stück Weihrauch anzündeten und Gebete sangen, in denen sie den Bären ein neues Leben in der Rettungsstation wünschten und darum baten, sie zu beschützen. Bei ihrem Tod sollen sie schließlich in das Reine Westliche Land des Buddha eingehen.

Während sie den neuen Bären einen gemeinsamen Namen gaben –Miao Xing (erstaunliche Wunder, zum Glück gerettet) – baten die Mönche auch um geistige Freiheit für jene, die ihnen Leid zugefügt haben. Sie sprachen über ihren Glauben, dass jene, die Tiere schlecht behandeln, selbst innerlich sehr leiden. Ihre Gebete baten darum, dass diese Menschen bald davon frei sein sollen, damit sie Tiere von jetzt an gut behandeln.

Die Bären, als die Empfänger der Gebete, waren ungewöhnlich ruhig. Vor der Ankunft der Mönche schaukelten einige von ihnen in ihren Käfigen umher doch als der Weihrauch brannte und die Gebete erklangen bemerkten mehrere unserer Mitarbeiter, wie sie langsam ruhiger wurden. Sogar Rocky, unser großer Braunbär, hörte auf, in seinem Käfig umherzulaufen und legte sich ruhig ins Stroh nieder.



Als praktizierender Buddhist kniet sich Jacky, unser Schulungsleiter, auf den Boden, um dem Reinen Land Buddhas seinen Respekt zu erweisen.












Bei einer weiteren Zeremonie später draußen im Licht der Frühlingssonne bewegte mich die Mitteilung eines der Mönche sehr, der sagte, dass unsere Bären jetzt zu Buddha gehören und auch Buddhisten seien. Die Mönche übergaben uns eine großzügige Spende und die Zusicherung, die Botschaft von den Qualen der Bären an andere Klöster im ganzen Land zu verbreiten und machten sich dann wieder auf die Reise – mit unseren besten Wünschen.
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Nothilfe Bärenrettung


Ein langer Weg  
6:30 Uhr am Morgen und unser Patient ist hellwach. Offensichtlich noch unwohl von der Operation schafft es Oliver doch, seine Medikamente zusammen mit Erdbeermarmelade, Honig und Kondensmilch zu nehmen und etwas Ananas und Wassermelone zu fressen. Die anderen Bären zeigten alle einen gesunden Appetit und ein glücklicher Boris verkündete, dass der Lastwagen in der Nacht repariert worden und nur noch 20 km entfernt war.

Gegen 8:30 Uhr waren wir wieder unterwegs. Beim Mittagessen ging es Oliver bereits besser – mehr Wassermelonen und die Dusche, die Heather ihm anbot, wurden gern angenommen. So weit so gut.





Selbst jetzt erkennt man schon die einzelnen Persönlichkeiten. Wenn sich die Türen ihres Lastwagens öffnen, sitzt die kleine Monkey schon in ihrem Käfig auf – ganz gespannt, ihre lustigen Ohren drehen sich und ihre Augen folgen hungrig dem Fressnapf, wie er aus den verschiedenen Eimern mit Früchten gefüllt wird. Astrid, unser schwarz/brauner Mischling, von Monika unserer Tierärztin so benannt, ist als unser „Blondchen“ bekannt. Sie sieht die Welt anders als die anderen. So kaut sie zufrieden an der Schale der Wassermelonen und lässt das saftige rosa Fleisch darin unberührt. Sie rätselt auch über die Kauknochen, die wir mit Käse und Erdnussbutter bestrichen haben.

So etwas wird von Bären wie unserem riesigen Rocky mit einem Bissen verschluckt. Einmal sahen wir, wie sie auf ihrem Knochen stand und wir liesen sie in ihrer Überlegung alleine, ob sie ihn fressen, damit spielen oder ihn ignorieren sollte. Es ist wenig verwunderlich, dass dieser schöne Bär so verwirrt ist, wenn man bedenkt, dass sie 15 Jahre auf dieser grauenvollen Farm verbracht hat:



Die Kälte und der Regen des Nordens wandelt sich jetzt in das warme Wetter von Sichuan. Jeder ist erschöpft und eine Dusche täte uns allen gut. Doch der Optimismus siegt wieder einmal, denn Bären, die ohne Hoffnung waren, erhalten eine neue Lebenschance durch Menschen, die alles was möglich ist tun, um ihre Bedürfnisse, ihr Leiden und ihren Charakter zu verstehen.

14 Uhr und die Lastwagen kommen an. Das Heimatteam in Chengdu unter Führung von Nic und Rocky hatten sichergestellt, dass alles vorbereitet und fertig zum Empfang unserer neuen Familienmitglieder war. Unser fantastisches „A Team“ war vorbereitet und begann vorsichtig, aber dennoch schnell mit dem Abladen der Bären vom Laster.



Um 16 Uhr war Oliver in der Krankenstation. Hier hat er es bequemer, um sich von seiner Operation vom Tag zuvor zu erholen. Die kleine Kylie begleitete ihn, um auf ihre Operation Anfang nächster Woche vorbereitet zu werden. Die übrigen acht Bären wurden vorsichtig in unsere Quarantänestation in den Folientunnels gebracht, wo wir sie königlich verwöhnen, damit sie gut vorbereitet sind auf ihre Operation in den nächsten Wochen.

Nicht nur allen unseren Mitarbeitern in der ganzen Welt möchte ich herzlich danken, sondern besonders auch den Freunden und Unterstützern, deren Glaube und Großmütigkeit – ihre Liebe zu den Bären – jedem einzelnen Tier in Not hilft, wenn wieder eine Farm geschlossen wird. Mit der Schließung dieser Bärenfarm ist die Provinz Shandong jetzt offiziell frei von Bärenfarmen. Insgesamt 20 von 31 Provinzen haben sich verpflichtet, diese Tiere nie wieder in Farmen zu halten.

Bei der Erreichung usneres Ziel, die Bärenfarmen in China zu schließen, haben wir bis heute 276 Bären gerettet. Wir stehen zu unserem Versprechen, dass ihre Geschichte die Welt berühren wird. Und dass unsere Kinder lernen, dass Bären wie Monkey, Oliver, Rocky oder Astrid in ihre eigene freie Welt hineingeboren sind und nicht von uns ausgebeutet und missbraucht werden dürfen.

Zum Schluss hier die Vorstellung unserer zehn neuen Bären:
Rustin, ein Mondbärenmännchen – Bruch, verheilte Entnahmestelle. Narben am Bauch mit verdicktem und aufgeworfenem Gewebe. Alle Tatzen verhornt (sehr trocken und aufgerissen). An den Vorderpfoten die Abdrücke der Gitterstäbe. Weißlicher Ausfluss aus der Nase. Entfernung der Gallenblase nötig.

Kylie, ein Braunbärenweibchen – geschätztes Gewicht 160 kg. Großer Bruch, aus dem eitriger Gallensaft tropft. Narben von einem Latexkatheter und metallenen Korsett. Laut dem Farmer wurde ihr im vergangenen Jahr keine Galle entnommen (????). Legt sich nicht voll auf den Bauch – sitzt im hinteren Käfigteil. Zähne wurden abgeschnitten. Braucht Zahnbehandlung und Entfernung der Gallenblase.

Baxter, ein Mondbärenmännchen – Geschätzte 140 kg. Offene Fistel. Ein dünner Bär – eitrige und pastöse gelbe Galle läuft aus Fistel. Verhornte Tatzen mit Abdrücken der Gitterstäbe. Zahnbelag an allen Zähnen. Braucht Zahnbehandlung und Entfernen der Gallenblase.

Erdi, ein Mondbärenweibchen. Geschätzt 150 kg. Keine Fistel. Offensichtlich seit ca. einem Jahr keine Galle abgezapft. Haarausfall an beiden Vorderpfoten. Ein sehr aggressiver Bär, der schlägt und zulangt. Verheilte äußere Wunde. Keine Narben von einem Korsett. Braucht Zahnbehandlung und Entfernung der Gallenblase.

Nica, ein Mondbärenweibchen. Geschätzt 150 kg. Große wollige Halskrause, ein Bruch und verdicktes Narbengewebe. Ein festes langes Objekt steckt in ihrem Bauch – Katheter? Verhornte Tatzen und Abdrücke von Gitterstäben in allen. Die Zähne bis zum Gaumen abgeschnitten. Braucht Zahnbehandlung und Entfernung der Gallenblase.

Monkey, ein Mondbärenweibchen. Geschätzte 100 kg. Geschwollener Bauch, offene, blutige Fistel mit einem Narbenring. Bruch mit ausgeprägter Schwellung und Narben. Narben von einem Metallkorsett und Haarausfall oder kleiner Fleck auf der Nase. Schwarzer Zahnschmelz und schwarze Verfärbung des Gaumens. Braucht Zahnbehandlung und Entfernung der Gallenblase.

Rocky, ein Braunbärenmännchen. Geschätzt über 240 kg. SEHR großer Braunbär – mit einem dicken rostfreien Katheter und Narben von einem Metallkorsett. Als Killer kam er aus einem Zoo auf die Farm. Schreckliche Zähne. Braucht Zahnbehandlung und Entfernung der Gallenblase.

Astrid, ein Braunbärenweibchen oder Mischling von Braun- und Schwarzbär. Geschätzt 250 kg. Offene Fistel und wahrscheinlich Bruch. Frei laufende Gallenentnahme. Narben von einem Metallkorsett. Schreckliche Zähne – einer der Zähne bis zum Gaumen abgeschnitten, Zahnhöhle entzündet und voller Futterreste. Braucht Zahnbehandlung und Entfernung der Gallenblase.

Oliver, ein Braunbärenmännchen. Geschätzte 220 kg. Großer Kopf, kurze Beine, Gewebe hängt aus Fistel mit darin sichtbarem Draht. Narben von einem Metallkorsett. Dünn, mit eingesunkenen Augen. Laut dem Farmer kann er dreißig Jahre alt sein! Liegt lange nur da. Die Zähne sind abgeschnitten. Braucht Zahnbehandlung und Entfernung der Gallenblase.


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Eine lebensrettende Operation im Lastwagen 
Ein sehr kalter und regnerischer Tag. Seit heute Morgen ging es praktisch nicht mehr weiter. Wegen Straßenarbeiten, während der die Fahrbahnen alle paar Meter komplett gesperrt und dann wieder frei gegeben wurden, steckten wir fest.

In 12 Stunden schafften wir gerade ein paar Kilometer und Boris, der die Planung gemacht hat, sagte uns, dass unsere Reise wohl noch mindestens einen Tag länger dauern wird. Anne und Jude aus Australien brachten uns zum Lachen als sie sagten, wenn so etwas bei ihnen geschehen würde, wäre wohl schon Blut geflossen nach all diesen frustrierenden Stunden auf der Straße. Doch hier blieb alles ruhig und friedlich und wie von Zauberhand erschienen Geschäftemacher, die den hungrigen und durstigen Reisenden am Straßenrand heißes Wasser und Nudelsuppe verkauften.

Olive ging es schlechter. Um 11 Uhr war das unübersehbar – sie keuchte und Schaum stand ihr ums Maul. Die Augen weit und verängstigt aufgerissen.





Wir waren sicher, dass die Farmer noch vor unserer Ankunft den Bären die Katheter aus den Bäuchen gerissen haben, was zu wer weiß welchen Verletzungen und Schmerzen geführt hat. Heather entschloss sich Olive zu betäuben und sie mit dem Ultraschallgerät zu untersuchen um zu sehen, ob irgendetwas offensichtlich falsch war. Wir hatten eine komplette medizinische Notausrüstung dabei und konnten den Bären so in seinem Käfig betäuben.

Olive lag schlafend auf dem Rücken und Heather betastete ihren Bauch, der ungewöhnlich warm war und bei dem Gallensaft aus der Fistel tropfte, die zu der Gallenblase führte. Aus dem Loch schaute auch ein Stück Draht heraus. So schlafend hatte sie keine Schmerzen – doch wie viele Wochen, Monate, Jahre musste sie auf der Farm leiden?

Einmal hörte ich Heather sagen, dass unser Mädchen wohl ein Junge sei – im Chaos der ersten Untersuchungen in der Dunkelheit kann man schon verstehen, dass das übersehen wurde. So wurde aus Olive schnell Oliver. Doch lang hielt unsere Heiterkeit nicht an, denn Eiter zeigte sich an der Fistel und sein Bauch blieb knotig und heiß.

So entschieden wir uns, diesen Bären in das nächste Krankenhaus zu bringen und dort nach Sauerstoff zu fragen, damit Heather und Monica die lebensrettende Operation durchführen konnten. Sofort sprach Rainbow, unser Leiter Öffentlichkeitsarbeit in China, mit der Polizei und eine ganz neue und überaschende Episode in dieser Geschichte begann. Die Polizei kam mit Sirenengeheul an, half uns aus dem Stau heraus und brachte uns in das Krankenhaus der nächsten Stadt.

Shanxi war die Heimatprovinz der Familie von Boris – vielleicht war das schon ein gutes Zeichen, denn der Leiter des Krankenhauses und sein Team taten sofort alles, um uns zu helfen.

Als wir ankamen warteten schon die Ärzte am Eingang mit dem Sauerstoff – zusammen mit fast der Hälfte der Mitarbeiter und einer wachsender Zahl von Zuschauern von der Straße.



Auch das Büro für öffentliche Sicherheit und die Verkehrspolizei waren äußerst hilfreich. Sie hielten die Menge zurück und boten uns alle Hilfe und Unterstützun, an die sie geben konnten. Rainbow und Sailing erklärten der Menge geduldig, warum wir hier waren. Oliver schlief derweilen weiter, sein Körper in Flaschen mit heißem Wasser gepackt und warme wollene Pfotenwärmer an allen vier Tatzen.

Nach vier Stunden hatten Heather und Monica die Gallenblase heraus und fast gleichzeitig fielen der Blutdruck und die hohe Herzfrequenz von Oliver. Selbst im Schlaf schien er jetzt ein viel zufriedenerer Bär zu sein. Heather fragte mich, ob ich sein verdicktes und beschädigtes Organ aufschneiden möchte. Ca. 40. Minuten schnitt ich durch ungewöhnlich zähes Fleisch, das über die Jahre versucht hat, dieses fremde Objekt einzukapseln und das sich zäh wie Leim um es herum gelegt hat. Hier war das Folterinstrument.



Eine große spiralförmige Metallscheibe mit einem Loch in der Mitte, durch das einmal ein Katheter geführt hat. Ein Draht hat offensichtlich dazu gedient, die Scheibe an der Gallenblase zu befestigen. Das zusammen machte klar, warum dieser arme Bär so viele Schmerzen erleiden musste.

Der örtliche Fernsehsender kam an und Rainbow und Sailing erzählten, was geschehen war und alles über die Praxis der Bärenfarmen. Dann begrüßte uns die Mutter (im Rollstuhl) des Leiters des Krankenhauses und sagte, dass sie sich freu, uns helfen zu können. Wir fragten die Menge, ob sie jetzt jemals wieder Bärengalle kaufen würden und die Antwort war ein lautes „Nein“.

Gegen 19:30 Uhr wachte Oliver wieder in seinem Käfig auf und es ging ihm so viel besser als noch ein paar Stunden zuvor. Wir dankten allen für Ihre Hilfe und Unterstützung. Als ein Bär mit 30 Jahren hat er praktisch keine Reserven für eine Erholung. Doch wir drücken ihm alle Daumen und hoffen, dass ihm wenigstens noch ein paar Wochen in einem Garten vergönnt sein mögen und so diese arme Kreatur noch eine kleine Chance hat, sich wie ein Bär zu fühlen. Auch in der zweiten Nacht sind wohl viele leise Gebete gesprochen worden.

Für den armen Boris gab es jetzt eine weitere Herausforderung – einer unserer drei gemieteten Lastwagen ging kaputt. Noch ehe er uns etwas sagte wussten wir, dass dies wieder stundenlange Verzögerungen bedeutet. Wir gingen zu unseren Bussen zurück, um etwas zu schlafen oder nach den E-Mails zu sehen. Wieder brachte Sailing heiße Gemüseklößchen, damit wir die Nacht warm und satt verbringen konnten.

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Bringt sie heim 
Fast ein magischer Moment, wenn man unsere neuen Patienten sieht, wie sie ihr Frühstück genießen – voller Begeisterung, wie Kinder an einem Buffet. Alles verschwand blitzschnell – Ananas, Orangen, Bananen und Birnen – zusammen mit Hundekuchen und Reis. Erdbeersauce half mit beim Schlucken. Nicht das kleinste Krümel liesen sie übrig.

Trotz ihrer Unruhe und ihrem hupenden Rufen am Tag zuvor empfand sich Monkey ganz offensichtlich als ein Bär mit Stil. Jedes einzelne Stück Hundekuchen fraß sie mit Genuss. Ein Viertel Orange, aufgehoben bis zum Schluss, wurde vorsichtig mit den Vorderpfoten aufgenommen und voller Genuss beknabbert. Wohl noch nie zuvor in ihrem Leben hat sie so etwas berührt.



Schließlich wurde es wohl als genießbar eingestuft und auf einem Sitz mitsamt der Schale verschluckt, während wir diesen Bären und seinen Ohren wie Minnie Maus ständig anlächelten. Wendy, die Tierkrankenschwester, sagte, sie haben „Ohren am Stil“. Natürlich wird sie es nie zugeben, aber sie hat hier ihren Lieblingsbären gefunden.
Während die meisten Bären es sich schmecken liesen, rührte Olive fast nichts an. Nur Wassermelonen konnten sie in Versuchung führen. Doch auch hier verließ sie nach ein paar Bissen die Lust. In unserer ersten Nacht im Bus gab es sicher einige stille Gebete für das Überleben eines Bären, der fast drei Jahrzehnte lang auf den kalten Gitterstäben seines Käfigs schlafen musste und ganz bestimmt etwas besseres verdient hat als so kurz vor seiner Freiheit zu sterben.

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