Wir helfen, wo wir können 
Gestern (Mittwoch) waren wir in Dujiangyiang, wo viele Menschen ums Leben gekommen sind und viele Gebäude nicht mehr stehen.

Unsere Fahrt führte vorbei an zerfallenen Bürohäusern, Wohnhäusern, Krankenhäusern und Schulen und wir konnten nur hilflos die Menschen beobachten, die verloren in den Straßen saßen und auf das starrten, was einmal ihr Zuhause oder ihre Arbeitsstelle war. Ein Mann stand auf einem Schuttberg und grub verzweifelt mit bloßen Händen in den Resten dessen, was einmal ein Wohnblock war. Er sagte, dass noch Menschen darin gefangen seien. Einige versuchten ihm zu sagen, dass keiner den Einsturz überlebt habe doch, er lies sich nicht aufhalten und versuchte verzweifelt, einen seiner Lieben zu finden, die er dort verloren hat.

Ein Seil aus zusammen geknüpften Tüchern hing von einem Zimmer hoch oben aus einem beschädigten Wohnblock bis herab zum Boden. Es zeigte den Einfallsreichtum der Menschen, da das Treppenhaus zerstört wurde. Bei einigen Häusern fehlte die gesamte Vorderwand. Man sah Schlafzimmer und Wohnzimmer mit den unbeschädigten Möbeln. Die Menschen, die nur Stunden zuvor dort gelebt hatten, saßen nun in Behelfszelten auf den Straßen.

Wir kamen an Bussen vorbei, die voll mit Ärzten und Krankenschwestern auf dem Weg zu den Verwundeten waren. An einer völlig zerstörten Schule bildete die Armee eine Rettungslinie, um Schutt von einer Hand zur anderen abzutragen und nach hinten wegzuschaffen. Daneben warteten die Eltern schweigend auf Nachrichten.

Wohin wir auch kamen, überall zeigte sich die Zähigkeit der Menschen. Denn das Leben muss weitergehen. An den Ecken drängten sich Verkäufer von Gemüse und Nudeln. Gruppen von Menschen saßen zusammen und spielten Karten. Sogar Lachen war dann und wann zu hören. Die Mitarbeiter der verschiedenen Hilfsdienste waren unwahrscheinlich in ihrem Einsatz. Sie kümmerten sich um Menschen auf den Tragbaren in den Zelten, legten ihnen Venentropfs trotz ihrer Müdigkeit.

Wir boten unsere Hilfe an, doch es war klar, dass man momentan nach der eigenen Methode vorgehen wollte. Mindestens die Hälfte der Gebäude in Dujiangyiang muss neu gebaut werden und auch der Staudamm dort stellt ein großes Problem dar. Wenn er bricht, wird auch unsere Rettungsstation flussabwärts innerhalb von Minuten überschwemmt sein.

Toby (der Leiter unseres Rettungszentrums) und sein Team sind in ständigem Kontakt mit den Behörden, da jemand auch die Schäden an unseren Gebäuden begutachten muss.

Unser Tierärzteteam war mit Medikamenten und Versorgungsgütern auch vor Ort und bot seine Hilfe für Menschen und Tiere an. Wir erhielten die freundliche, doch eindeutige Rückmeldung, dass die Menschen für die Hilfsgüter dankbar seien doch dass man lieber selbst arbeiten möchte. Das war, wohin wir kamen, überall gleich. Wir sind immer noch im Kontakt mit dem Roten Kreuz und bieten unsere Hilfe an, wo und wie immer sie benötigt wird.

In der Zwischenzeit hat Christie (unsere Kommunikationsexpertin für China) bei vielen um Unterkünfte für Hunde und Katzen in unserer Region nachgefragt. Dort gibt es keine Probleme. Wir werden diese Hilfsaktion für Menschen und ihre Begleittiere auch in die umliegenden Bezirke ausweiten.

In den örtlichen Fernsehnachrichten wurde letzte Nacht verkündet, dass Bärenfarmer im Erdbebengebiet geflüchtet seien und ihre Bären zurück gelassen hätten. Eines der Tiere konnte offenbar entkommen und wurde von der Polizei erschossen. Wir wollen diese Nachricht noch durch Frau Xiong von der Sechuan Forstverwaltung abklären. Bisher gibt es dazu noch nichts Neues. Natürlich haben wir angeboten, diese Bären in unsere Rettungsstation zu bringen und auch den Farmern zu helfen.

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Nothilfe Bärenrettung


Die Gebäude in der Rettungsstation sind nicht sicher 
Bevor ich das Flugzeug von Hongkong nach Chengdu besteige, möchte ich noch einen kurzes Update über die Situation in der Rettungsstation geben und mich dafür entschuldigen, dass ich bei den ersten drei Veranstaltungen meiner US-Roadshow, die morgen beginnt, nicht dabei sein kann.

Alice Ng ist unsere Repräsentantin in Amerika. Sie war kürzlich in der Rettungsstation anlässlich der letzten Rettungsaktion und wird mich in Boston und in Florida vertreten. Ich bin zwar sehr traurig, dass ich nicht selbst dort sein kann, doch mit Alice weiß ich mich gut vertreten.

Jetzt sind schon mehr als 20.000 Menschen tot. Auch bei uns ist die Lage viel schlimmer als zunächst angenommen. Obwohl die Menschen und die Bären dort Gott sei Dank in Sicherheit sind, sind die meisten Unterkünfte für unsere Mitarbeiter unsicher und daher gesperrt.

Viele Teammitglieder schlafen auf dem Betonboden in hastig errichteten Notunterkünften und in den Unterkünften für die neuen Bären (den „Folienzelten“). Wir suchen verzweifelt nach Baufachleuten, um die Schäden zu beurteilen. Doch da Tausende von Menschen in Chengdu ebenso betroffen sind, können wir nicht sagen, wann diese Arbeiten beginnen können.

Zum Glück sind die Unterkünfte „bärensicher“ gebaut. Daher glauben wir nicht, dass sie strukturell geschädigt sind.

Neben unseren eigenen Problemen werden wir in den nächsten Tagen auch sehen, wie unsere Tierärzte in der weiteren Umgebung helfen können. Bei den schrecklichen Nachrichten über ganze Städte, die zerstört wurden,müssen auch viele Tiere in Not sein.

Daher hat Christie, unsere Kommunikationsexpertin für China, örtliche Tierschutzgruppen und Rettungsstellen für Hunde und Katzen kontaktiert, um sich ein Bild von der Lage zu machen und die benötigte Hilfe abzuschätzen.

Sobald ich in Chengdu bin, werden Christie, unsere leitende Tierärztin Heather, der Leiter der Rettungsstation Toby und ich nach Dujiangyjang gehen. Dieses Gebiet ist mit am schlimmsten von dem Erdbeben betroffen. Dort werden wir schauen, wie wir den Tieren dort helfen können.

Ich möchte mich nochmals dafür entschuldigen, dass ich bei den ersten Veranstaltungen der US Roadshow nicht selbst teilnehmen kann und bedanke mich besonders bei Alice dafür, dass sie so kurzfristig eingesprungen ist.


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Angst vor einem weiteren Beben 
Es ist 13 Uhr hier in China und ein Freund aus Chengdou sagte uns gerade, dass in den Lokalnachrichten für heute nachmittag ein weiteres Erdbeben erwartet wird. Es gibt noch keine Details.

Unsere leitende Tierärztin Heather sagt, dass jeder in der Rettungsstation besorgt ist über die Bewohnbarkeit von Gebäude C1 und dem alten Hospital. Daher werden einige der Angestellten in einem Folienzelt oder in Bärenräumen im alten Hospital zur ebenen Erde schlafen.

„Asia“, der Hund unseres Übersetzers Eric wurde gestern vermisst. Aber sie wurde zum Glück gefunden und ist in Sicherheit.


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Es gibt noch Nachbeben 
Herzlichen Dank für eure Botschaften des Mitgefühls und der Unterstützung. Jetzt sind es bereits über 10.000 Tote und die Zahl wächst weiter.

Es bricht einem das Herz. Unsere Gedanken und Gebete sind bei den Menschen von Chengdu.

Rainbow Zu, unser PR und Weiterbildungsmanager ist derzeit in der Rettungsstation in Chengdu und sandte uns gestern spätabends diese Fotos.




Dieses Foto nahm er gleich nach dem Hauptbeben auf. Die Mannschaft war in diesem Raum für ein Meeting zusammengekommen als das Gebäude erbebte.




Sofort nach dem Beben waren alle Telefonleitungen tot. Besorgte Mitarbeiter versuchten draußen ihre Verwandten und Freunde anzurufen, doch es gab keine Verbindung.




Ziegel fielen vom Dach des Schlafsaals der Mitarbeiter. Ebenso vom Dach des neuen Hospitals.




Die Mitarbeiter versammelten sich auf dem Parkplatz fünf Minuten nach dem Hauptbeben… Rainbow schrieb: „Immer wieder gibt es Nachbeben. Wir stellten einen Becher mit Wasser in die Mitte des Wohnbereichs. Oft kräuselt sich das Wasser und manchmal schlagen die Türen. Wir beten.“

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Todeszahl steigt 
Die Nachrichten werden immer schlechter, fürchte ich. Um 9.30 Uhr chinesischer Zeit, wurde die offizielle Zahl der Erdbeben-Todesopfer bei 5.000 angesetzt. Aber wir befürchten, dass die Zahl während der Nacht noch steigen wird.


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