Stille für das Leid 
Eine dreiminütige Ruhe erfasste heute um 14:28 Uhr die ganze Nation – genau eine Woche nach dem Erdbeben. Hier in China nennt man dies wörtlich „Stille für das Leid“.

Die Menschen schweigen. Im ganzen Land lassen die Menschen in den Autos, auf Schiffen oder an den Alarmknöpfen lassen ihre Signaltöne hören und vereinen so alle Menschen in China in gemeinsamer Trauer.

Es war einer der bewegendsten Augenblicke meines Lebens, als ich die Hörner und Sirenen in der Ferne und natürlich auch hier im Rettungszentrum in Chengdu vernahm.

Mögen die Opfer in Frieden ruhen, ihre Familien und die Überlebenden bald Trost und Frieden finden. Und mögen wir zusammenarbeiten, um alles wieder neu aufzubauen.

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Nothilfe Bärenrettung


Zur Hölle und zurück 

Unser Bus mit 16 unserer Mitarbeiter, plus acht Ärzte vom Roten Kreuz, kam um 8 Uhr am Donnerstagabend in Anxian an. Wir wurden in die Stadt Yingxiu im Kreis Wenchuan, ungefähr 150 km nördlich von Chengdu, geschickt.


Von Anfang an war klar, dass die dort durch das Erdbeben angerichteten Verwüstungen sowohl die Helfer aus den Städten als auch von den Rettungsdiensten vor Probleme stellen würde, die sie sich in ihren kühnsten Träumen nicht erdacht hätten.


Das Rote Kreuz in Chengdu hat unsere Hilfe angenommen, weil unser Tierärzte-Team und unsere starken Bärenpfleger sowohl für medizinische Hilfe, als auch zum Transport von Hilfsgütern oder einfach nur zum Entladung und zur Verteilung von Geräten an die Helfer vor Ort einsetzbar waren. Wir waren zu jeder Art Hilfe bereit.


Die Ortsvorsteher sagten uns bei der Ankunft, dass aufgrund der zerstörten Hauptstraße zur Stadt die Menschen in Dörfern der Shanging Berge gefangen seien. Am stärksten betroffen war der ca. 40 Meilen entfernte Ort Xiaoba mit seinen rund 10.000 Einwohnern.

Zwei Gemeinden mit zusammen 20.000 Einwohnern waren in den Bergen von jeder Kommunikation abgeschnitten worden. Hubschrauber hatten versucht, Wasser und Nahrungsmittel dort abzuwerfen. Doch weil der Wind hatte die Pakete wegblies, haben die Einwohner praktisch nichts davon erhalten. Einige Überlebende kamen zu Fuß ins Tal herunter, aber für Transportfahrzeuge gab es kein Durchkommen.

Die Behörden wiesen uns an, im Bus zu warten, während die Lage beraten wurde. Man würde sich bald wieder melden. Um uns herum stauten sich Busse, um Kranke und Verletzte in die Krankenhäuser der umliegenden Städte zu bringen. Man schickte uns ans Ende dieser Schlange, dort sollten wir unsere Instruktionen erhalten. Um 23:30 Uhr forderte man uns auf, im Bus zu schlafen und um 4:30 Uhr wieder bereit zu sein zur Weiterfahrt in die Berge und um auf den Plan zu warten. Währenddessen brachten die Busse weiterhin Menschen in Sicherheit.

Am Morgen kam die Nachricht, dass wir um 6:30 Uhr aufbrechen sollten. Währenddessen brachten uns die Hilfsdienste süßes Brot und hartgekochte Eier als Verpflegung für den Tag. Die Nachricht, dass nun auch Cholera ein mögliches Problem sei, beunruhigte uns.

Zwei Stunden später waren wir auf dem Weg in die Berge. Uns stockte fast der Atem bei dem, was wir während der Reise sahen. Ganze Dörfer abgeschnitten, ein Haus nach dem anderen auf dem Land neben der aufgebrochenen Straße völlig zerstört. Die armen, armen Menschen saßen schreckensbleich neben ihren zerstörten Häusern.

Wir parkten an einem Sammelplatz und erhielten schnell Anweisung, in Autos umzusteigen, die uns über den Pass und in die betroffenen Gebiete bringen würden. Bis wir am Fuß des Shanging Bergs ankamen, sahen wir noch viel Zerstörung. Die Rettungsdienste empfahlen, dass wir mit unseren Hilfsgütern den Berg hinaufsteigen sollten, um dort einfach unser Bestes zu geben.

Mit unseren Rucksäcken, gefüllt mit Antibiotika, Jod, Desinfektionsmittel, Nadeln und Spritzen, Tupfer, Verbandszeug und Wasser, begannen wir den langen Marsch. Der Aufstieg war hart, zum Teil gefährlich, doch nichts im Vergleich zu dem, was die Familien dort am Gipfel ertragen mussten. Hier muss ich Rainbow und unseren freundlichen und vorausschauenden Bärenpfleger wirklich sehr loben, die sich bei jedem Schritt der Mädchen angenommen haben.


Trotz unserer Proteste nahmen sie uns die Rucksäcke und Taschen fast mit Gewalt ab und luden sie sich zusätzlich selbst auf. Selbst ohne die Rucksäcke war die Strecke anstrengend. An Seilen mussten wir uns an einem Hang hochziehen, da es keinen Halt für die Füße gab. Rainbow hielt mit jedem von uns per Walkie-Talkie Kontakt und stellte so sicher, dass die „schnelle“ und die „langsame“ Gruppe stets sicher zusammenblieben.


Nach zwei Stunden erreichten wir eine flache, bewaldete Gegend. Dort gab es durch das erste Erdbeben tiefe Risse im Boden. Wir begegneten Dorfbewohnern auf ihrem Abstieg. Sie sagten uns, dass der nächste Aufstieg zwischen zwei bis fünf Stunden dauern könne. Verschmutzt und zerzaust, doch am Leben, erzählten sie uns von den vielen Schrecken der Ereignisse seit dem Erdbeben am Montag. Menschen verschüttet und abgeschnitten, verletzt, hungrig und durstig. Das chinesische Militär kämpft Tag und Nacht, um sie zu erreichen.

Wir standen vor einer schwierigen Entscheidung – inzwischen war es zehn Uhr und wir mussten die Zeit abschätzen, die wir für den weiteren Aufstiegen brauchen würden und auch für unsere Rückkehr, um vor Einbruch der Dunkelheit wieder im Lager zu sein. Gerade da spürten wir ein neues Beben und fast zur gleichen Zeit verbot uns die Rettungszentrale, noch weiter zu gehen. Der restliche Anstieg sei zu trügerisch. Es gäbe riesige Löcher und Erdrutsche. Daher sollten wir sofort wieder herabsteigen. Unsere Vorräte könnten wir vor Ort lassen, wo sie das Militär einsammeln und weiter nach oben bringen würde. Später hörten wir, dass das Dorf tatsächlich noch einen acht Stunden langen Aufstieg entfernt war.


Wir luden all unsere Vorräte ab - inklusive des Trinkwassers, das wir für den Aufstieg selbst mitgebracht hatten – und ließen sie für das Militär zurück. Da kamen zwei unserer Mitarbeiter zurück, die den Weg voraus erkundet hatten. In Begleitung hatten sie einen tibetanischen Terrier, der sich ihnen angeschlossen hatte. Wir legten ihm ein provisorisches Halsband um und nahmen ihn mit, den Berg hinunter. Dabei fragten wir jeden, den wir trafen, ob er einem der Überlebenden gehöre. Da er vermutlich bereits stundenlang auf dem Weg bis zu der Stelle, wo wir ihn getroffen hatten, unterwegs war, wussten wir, dass es wohl unmöglich sein würde, seinen Besitzer zu finden. Daher entschlossen wir uns, ihn zur Rettungsstation in Chengdu mitzunehmen.

Nachdem wir uns bei unseren chinesischen Mitarbeitern versichert hatten, dass dieser Name nicht unangemessen sei, nannten wir ihn „Tremor“ (Beben). Während ich diesen Blog schreibe, sitzt er zufrieden an meinem Tisch. Vielleicht schreiben wir zu einem besser passenden Zeitpunkt eine Geschichte für die lokalen Zeitungen in seiner Gegend und fragen, ob eine Familie dort ihren Hund vermisst.
Am Fuß des Berges verteilten Nic und Howard Wasser und Nahrung, die wir vom Roten Kreuz erhalten hatten, an die Überlebenden. In einem Notarzt-Zelt erhielten die Menschen Traubenzucker, Infusionen, ihre Wunden wurden genäht und ihre gebrochenen Knochen geschient. Die ganze Zeit über kamen nun Menschen vom Berg herab – junge und alte, Verletzte, einige mit Hilfe von Familienmitgliedern und andere auf dem Rücken der tapferen jungen Soldaten.

Ein Baby, das von seiner Mutter getragen wurde, wurde von den Ärzten für tot erklärt und wir mussten hilflos zusehen, wie sie mit gesenktem Kopf davonging. Howard nahm eine ältere Dame in die Arme, deren Mann nun bereits vier Tage unter dem Schutt gefangen lag – wieder konnten wir nur Worte als Hilfe und Trost anbieten für diese Menschen, deren Leben nie mehr wieder so sein wird, wie es einmal war.

Im Laufe des Tages sahen wir, dass die Leute vom Roten Kreuz alles unter Kontrolle hatten. Daher entschlossen wir uns, zum Sammelplatz zurückzukehren, um auf weitere Anweisungen zu warten.

Dort meldeten wir uns wieder bei den Organisatoren des Roten Kreuzes. Sie fragten, ob vier unserer Tierärzte nicht zu dem Berglager zurückkehren könnten, von dem wir gerade gekommen waren um den Tausenden von Leuten zu helfen, die noch im Laufe des Nachmittags erwartet würden. Lara, Hayley, Anne-Marie und Judy gingen wieder zurück. Die anderen blieben, um medizinische Güter, Lebensmittel und Trinkwasser von den ankommenden Lastwagen abzuladen. Zwar war von den erwarteten Tausenden von Menschen nichts zu sehen, doch die Mädchen verschwendeten keine Zeit und wuschen die Füße der müden Überlebenden oder rieben die zerschundenen Hände mit Salben ein.


Am Abend, nachdem wir sahen, dass wir nichts mehr tun konnten, entschlossen wir uns zur Rückkehr nach Chengdu. Dort konnten wir nochmals in der Zentrale des Roten Kreuzes unsere Hilfe für die kommenden Tage und Wochen anbieten. Bei unserer Abreise kamen wir an einer Frau vorbei, die verlassen auf einem Stuhl saß. Wir sagten ihr, wie traurig wir über das seien, was hier geschehen war. Sie lächelte und dankte jedem für seine Hilfe. Doch dann brach sie plötzlich in Tränen aus und erzählte, dass ihre Großmutter immer noch in den Bergen sei, verletzt und nicht in der Lage sich zu bewegen und nur darauf warte, dass die Hilfe sie noch rechtzeitig erreiche. Ihr gepeinigtes, schönes Gesicht wird mir immer in Erinnerung bleiben.

Gerade als wir losfahren wollten, kam ein Mitarbeiter des Roten Kreuzes angerannt. Er hielt einen sechs Wochen alten Welpen in den Händen, den er uns übergab. Auch „Quake“ (Erdbeben) ist nun sicher bei uns in Chengdu.

Jetzt warten wir auf weitere Anweisungen vom chinesischen Roten Kreuz. In der Zwischenzeit sammeln wir nicht nur für sie, sondern auch für unsere eigenen Mitarbeiter, die Familienangehörige und Häuser verloren haben.

Nachtrag für alle, die sich Sorgen wegen der Evakuierung von Menschen aus Beichuan wegen des geborstenen Staudamms gemacht haben. Das ist nicht der Damm in Dujiangyiang, vor dem wir Angst haben und wegen dem wir ständig mit den Behörden in Kontakt sind.

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Ärzteteam auf dem Weg ins Erdbebengebiet 
Heute (Donnerstag) erhielten wir die Erlaubnis vom chinesischen Roten Kreuz, in die am stärksten betroffenen Gebiete zu gehen. Daher starten wir um 16:30 Uhr nach Anxian im Norden der Provinz Sichuan, um bei der Erdbebenhilfe mitzuarbeiten.

Wir haben gehört, dass in einigen Regionen die Lage immer noch verzweifelt ist. Daher ging Rainbow Zhu, unser Leiter Öffentlichkeitsarbeit und Weiterbildung, zum Büro des Roten Kreuzes in Chengdu und erklärte, wir hätten Medikamente und ausgebildete (Tier-)Ärzte, die gerne bei der Erstversorgung helfen wollen. Ich freue mich zu berichten, dass unser Angebot angenommen wurde.

Daher machen sich 17 Personen, darunter die Hälfte unseres Tierärzteteams und einige Bärenpfleger (die sich für schwere körperliche Arbeiten angeboten haben), im Bus des Rettungszentrums auf die vierstündige Reise nach Anxian. Dieser Ort liegt nahe beim Epizentrum des Bebens und ich habe schon große Sorge, was wir dort vorfinden werden. Doch eines ist sicher – viele Menschen und Tiere dort brauchen ärztliche Hilfe.

Unser Team in Chengdu hat mich heute sehr stolz gemacht – jeder hat seine Hilfe angeboten. Trotz der offensichtlichen Gefahren. Schließlich musste das Los entscheiden. Natürlich bleibt ein Kernteam von Tierärzten im Rettungszentrum und stellt dort das Wohlergehen der Bären sicher. Allerdings bestand ich darauf, dass jeder, der gehen wollte, zuerst seine Familie anrief. Sie sollten auf keinen Fall aus den Nachrichten davon erfahren, das wollte ich nicht.

In den Bus kamen Erste Hilfe Güter wie Nadeln, Spritzen, Verbände, Tupfer, Desinfektionsmittel und Antibiotika, Jod, Augensalbe und Wundreiniger. Vor Ort unterstehen wir der Einsatzplanung des Roten Kreuzes und werden Menschen und Tieren helfen, wo und wie wir können.

Dazu zählen Dinge wie Wunden reinigen, nähen und verbinden, Knochen schienen. Vielleicht können wir mit dem Bus auch Überlebende in die Krankenhäuser transportieren. Wir werden alles nur Mögliche tun, um zu helfen.

Das chinesische Rote Kreuz hat acht chinesische Ärzte engagiert, die wohl ebenfalls auf dem Weg nach Anxian sind. Wir werden vielleicht mit ihnen zusammenarbeiten. Doch das ist noch nicht sicher – die Lage ist momentan noch unklar.

Nach zwei Tagen Arbeit rund um die Uhr werden wir Samstagnacht zum Rettungszentrum zurückkehren (Das Rote Kreuz erlaubt Freiwilligen nur einen zweitägigen Einsatz). Je nach Lage der Dinge werden wir dann vielleicht ein frisches Team und weiteres Material zurückschicken.

Leider schaut es so aus, als ob ich nicht wie ursprünglich geplant nächste Woche an der Roadshow in Amerika teilnehmen kann. Das hängt momentan völlig in der Luft.

Sobald als möglich werde ich weiter berichten. Doch wir werden dort, wo wir sind, keine Verbindung zum Internet haben. Deshalb möchte ich allen sagen, wie sehr uns Ihre Unterstützung und Ihre Gebete in den letzten Tagen geholfen haben. Gern würde ich jedem von Ihnen persönlich antworten, doch ich bin sicher, Sie haben Verständnis dafür, dass es hier sehr hektisch ist.

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Wir helfen, wo wir können 
Gestern (Mittwoch) waren wir in Dujiangyiang, wo viele Menschen ums Leben gekommen sind und viele Gebäude nicht mehr stehen.

Unsere Fahrt führte vorbei an zerfallenen Bürohäusern, Wohnhäusern, Krankenhäusern und Schulen und wir konnten nur hilflos die Menschen beobachten, die verloren in den Straßen saßen und auf das starrten, was einmal ihr Zuhause oder ihre Arbeitsstelle war. Ein Mann stand auf einem Schuttberg und grub verzweifelt mit bloßen Händen in den Resten dessen, was einmal ein Wohnblock war. Er sagte, dass noch Menschen darin gefangen seien. Einige versuchten ihm zu sagen, dass keiner den Einsturz überlebt habe doch, er lies sich nicht aufhalten und versuchte verzweifelt, einen seiner Lieben zu finden, die er dort verloren hat.

Ein Seil aus zusammen geknüpften Tüchern hing von einem Zimmer hoch oben aus einem beschädigten Wohnblock bis herab zum Boden. Es zeigte den Einfallsreichtum der Menschen, da das Treppenhaus zerstört wurde. Bei einigen Häusern fehlte die gesamte Vorderwand. Man sah Schlafzimmer und Wohnzimmer mit den unbeschädigten Möbeln. Die Menschen, die nur Stunden zuvor dort gelebt hatten, saßen nun in Behelfszelten auf den Straßen.

Wir kamen an Bussen vorbei, die voll mit Ärzten und Krankenschwestern auf dem Weg zu den Verwundeten waren. An einer völlig zerstörten Schule bildete die Armee eine Rettungslinie, um Schutt von einer Hand zur anderen abzutragen und nach hinten wegzuschaffen. Daneben warteten die Eltern schweigend auf Nachrichten.

Wohin wir auch kamen, überall zeigte sich die Zähigkeit der Menschen. Denn das Leben muss weitergehen. An den Ecken drängten sich Verkäufer von Gemüse und Nudeln. Gruppen von Menschen saßen zusammen und spielten Karten. Sogar Lachen war dann und wann zu hören. Die Mitarbeiter der verschiedenen Hilfsdienste waren unwahrscheinlich in ihrem Einsatz. Sie kümmerten sich um Menschen auf den Tragbaren in den Zelten, legten ihnen Venentropfs trotz ihrer Müdigkeit.

Wir boten unsere Hilfe an, doch es war klar, dass man momentan nach der eigenen Methode vorgehen wollte. Mindestens die Hälfte der Gebäude in Dujiangyiang muss neu gebaut werden und auch der Staudamm dort stellt ein großes Problem dar. Wenn er bricht, wird auch unsere Rettungsstation flussabwärts innerhalb von Minuten überschwemmt sein.

Toby (der Leiter unseres Rettungszentrums) und sein Team sind in ständigem Kontakt mit den Behörden, da jemand auch die Schäden an unseren Gebäuden begutachten muss.

Unser Tierärzteteam war mit Medikamenten und Versorgungsgütern auch vor Ort und bot seine Hilfe für Menschen und Tiere an. Wir erhielten die freundliche, doch eindeutige Rückmeldung, dass die Menschen für die Hilfsgüter dankbar seien doch dass man lieber selbst arbeiten möchte. Das war, wohin wir kamen, überall gleich. Wir sind immer noch im Kontakt mit dem Roten Kreuz und bieten unsere Hilfe an, wo und wie immer sie benötigt wird.

In der Zwischenzeit hat Christie (unsere Kommunikationsexpertin für China) bei vielen um Unterkünfte für Hunde und Katzen in unserer Region nachgefragt. Dort gibt es keine Probleme. Wir werden diese Hilfsaktion für Menschen und ihre Begleittiere auch in die umliegenden Bezirke ausweiten.

In den örtlichen Fernsehnachrichten wurde letzte Nacht verkündet, dass Bärenfarmer im Erdbebengebiet geflüchtet seien und ihre Bären zurück gelassen hätten. Eines der Tiere konnte offenbar entkommen und wurde von der Polizei erschossen. Wir wollen diese Nachricht noch durch Frau Xiong von der Sechuan Forstverwaltung abklären. Bisher gibt es dazu noch nichts Neues. Natürlich haben wir angeboten, diese Bären in unsere Rettungsstation zu bringen und auch den Farmern zu helfen.

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Die Gebäude in der Rettungsstation sind nicht sicher 
Bevor ich das Flugzeug von Hongkong nach Chengdu besteige, möchte ich noch einen kurzes Update über die Situation in der Rettungsstation geben und mich dafür entschuldigen, dass ich bei den ersten drei Veranstaltungen meiner US-Roadshow, die morgen beginnt, nicht dabei sein kann.

Alice Ng ist unsere Repräsentantin in Amerika. Sie war kürzlich in der Rettungsstation anlässlich der letzten Rettungsaktion und wird mich in Boston und in Florida vertreten. Ich bin zwar sehr traurig, dass ich nicht selbst dort sein kann, doch mit Alice weiß ich mich gut vertreten.

Jetzt sind schon mehr als 20.000 Menschen tot. Auch bei uns ist die Lage viel schlimmer als zunächst angenommen. Obwohl die Menschen und die Bären dort Gott sei Dank in Sicherheit sind, sind die meisten Unterkünfte für unsere Mitarbeiter unsicher und daher gesperrt.

Viele Teammitglieder schlafen auf dem Betonboden in hastig errichteten Notunterkünften und in den Unterkünften für die neuen Bären (den „Folienzelten“). Wir suchen verzweifelt nach Baufachleuten, um die Schäden zu beurteilen. Doch da Tausende von Menschen in Chengdu ebenso betroffen sind, können wir nicht sagen, wann diese Arbeiten beginnen können.

Zum Glück sind die Unterkünfte „bärensicher“ gebaut. Daher glauben wir nicht, dass sie strukturell geschädigt sind.

Neben unseren eigenen Problemen werden wir in den nächsten Tagen auch sehen, wie unsere Tierärzte in der weiteren Umgebung helfen können. Bei den schrecklichen Nachrichten über ganze Städte, die zerstört wurden,müssen auch viele Tiere in Not sein.

Daher hat Christie, unsere Kommunikationsexpertin für China, örtliche Tierschutzgruppen und Rettungsstellen für Hunde und Katzen kontaktiert, um sich ein Bild von der Lage zu machen und die benötigte Hilfe abzuschätzen.

Sobald ich in Chengdu bin, werden Christie, unsere leitende Tierärztin Heather, der Leiter der Rettungsstation Toby und ich nach Dujiangyjang gehen. Dieses Gebiet ist mit am schlimmsten von dem Erdbeben betroffen. Dort werden wir schauen, wie wir den Tieren dort helfen können.

Ich möchte mich nochmals dafür entschuldigen, dass ich bei den ersten Veranstaltungen der US Roadshow nicht selbst teilnehmen kann und bedanke mich besonders bei Alice dafür, dass sie so kurzfristig eingesprungen ist.


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