Vor Ort ist alles sicher 
Heute Morgen (Mittwoch) war es ruhig, aber es regnete. Für die Menschen im Erdbebengebiet muss das schrecklich gewesen sein. Ich bin erleichtert zu sagen, dass jeder hier im Rettungszentrum noch immer sicher ist. Wir arbeiten mit kleinstmöglicher Belegschaft. Keiner will natürlich weggehen, doch alle hatten viel Verständnis dafür, dass dadurch bei soviel vorhandener Unsicherheit der Betrieb etwas sicherer ist.

Von Anfang an war das Rettungszentrum so ausgelegt, dass es in der Regenzeit von Juni bis August auch einem zwei Meter hohen Hochwasser des Flusses Pi, der durch unser Grundstück führt, standhalten kann. In den letzten 58 Jahren hat nur einmal ein Hochwasser diesen Pegel erreicht.

Doch mit dem Erdbeben ergibt sich eine ganz andere Situation, da viele Dämme flussaufwärts beschädigt und gefährdet sind. Immer wieder hören wir, dass die Behörden dieses Problem besonders ernst nehmen, da dadurch im gesamten Becken von Sichuan tatsächlich Millionen von Menschenleben auf dem Spiel stehen.

Mitarbeiter der Britischen Botschaft haben uns heute besucht und uns konsularische Dienste und einige hilfreiche Nachrichten überbracht. Besonders beruhigend war, dass der Zhipingpu Damm offensichtlich sicher zu sein scheint. Das ist innerhalb von 12 Stunden bereits die zweite derartige Versicherung, was die Anspannung doch sinken lässt.

Auch vom Onkel von Rainbow, Herrn Hong Shi Zhong - er ist Mitglied der seismologischen Vereinigung von Sechuan und Forschungsprofessor im Chengdu Büro für Katastrophenschutz und die Vorsorge von Erdbeben (und früherer Vize-Direktor des seismologischen Büros von Chengdu) - erhielten wir heute positive Nachricht, dass die Situation betreffend weiterer Erdbeben nun jetzt wesentlich entspannter eingeschätzt wird als ursprünglich angenommen. Die Menschen in ganz Sichuan brauchen solche Nachrichten dringend, nachdem sie so viel durchgemacht haben. Wir beten, dass sie richtig sind.

Trotzdem haben wir festgelegt, dass unsere Mitarbeiter nicht vor Donnerstag Nacht zurückkehren sollen, falls nicht noch weitere Nachbeben kommen. Auch die Britische Botschaft hält das für vernünftig. Nach ihrer Auskunft werden voraussichtlich noch bis zu zwei Monate nach dem Hauptbeben vom 12. Mai Nachbeben spürbar sein.

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Nothilfe Bärenrettung


Bären auf den Farmen 
Haben Sie vielen Dank für Ihr Mitgefühl mit den Bären, die womöglich in den verlassenen Farmen im Erdbebengebiet zurückgeblieben sind. Auch wir machen uns große Sorgen um diese Bären und sind mit den Behörden in diesen Gebieten in Kontakt. WIr haben bereits klar zum Ausdruck gebracht, dass wir in der Lage und bereit sind, alle Bären aus diesen Farmen aufzunehmen.

Leider sind diese Farmen in den am schlimmsten betroffenen Gebieten. Zwar beeilen sich die Retter, die Menschen aus diesen Gebieten herauszubringen, man darf aber nicht hinein. Daher können auch wir nicht selbst dorthin, um nachzusehen.

Doch Toby, der Leiter unseres Rettungszentrums ist in ständigem Kontakt mit den Behörden und versucht, jede nur mögliche Information zu bekommen. Das ist momentan schwierig, denn auch diese Behörden sind zur Zeit an der Grenze der Belastung. Doch wir hoffen, doch noch eine Zugangserlaubnis zu erhalten um die Situation zu beurteilen und die Bären zu befreien.

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Alle auf der Rettungsstation zunächst sicher 
Hallo zusammen, ich bin sicher, dass Jill damit einverstanden ist, wenn ich kurz ihren Blog besetze um Ihnen mitzuteilen, dass inzwischen fast alle unsere nicht-chinesischen Mitarbeiter und auch einige unserer chinesischen Mitarbeiter evakuiert wurden und in unserem Bus unterwegs nach Chongging sind.

Es ist 17:00 Uhr in China und bislang hat es keine Anzeichen des angekündigten Erdbebens gegeben. Eine Restbesetzung an Mitarbeitern ist noch immer auf der Rettungsstation und alle Bären, Hunde und Katzen werden gut versorgt. Tatsächlich sind Jill und das Team gerade draußen, um ihnen ihr Abendessen zu servieren!

Danke Ihnen allen für Ihre Gebete und Ihre guten Wünsche.

Angela Leary
Media Manager
Animals Asia

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Mitarbeiter werden evakuiert 
Da uns einige Botschaften dazu aufgefordert haben, beginnen wir mit der Evakuierung ausländischer Mitarbeiter aus dem Rettungszentrum für Mondbären in Chengdu – es ist jetzt 13:30 Uhr und man hat uns gesagt, dass ein weiteres Erdbeben bis 16:00 Uhr Chengdu treffen kann.

Wir beladen den Bus und fahren nach Chongqing. Toby und ich sprechen mit den Mitarbeitern hier und versuchen, so viele wie möglich in den Bus zu bekommen. Doch sie sagen, sie wollen mit ihren Familien in Chengdu bleiben. Toby, Heather und ich bleiben hier und wir wollen schauen, wie wir den restlichen Mitarbeitern am besten helfen können.

Unsere größte Sorge ist die Flut, falls der Zhipingpu Damm bricht.

Ich werde hier immer die aktuelle Lage schildern.

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Helden der Heimat 
Die Sache mit Freiwilligen ist, dass niemand gern zurückbleiben will. Wie schon geschildert, mussten wir das Los entscheiden lassen zwischen den Tierärztinnen Heather und Lara, den Arzthelferinnen Hayley, Wendy und Annemarie und den Bärenpflegern Nic, Kia und Donata. Denn jeder wollte nach Möglichkeit bei dem Unglück helfen, das über Sichuan gekommen ist.

So war es auch mit unseren Mitarbeitern in den Bärenteams. Das Schwerste war für sie der Abschied, als der Bus die Rettungsstation auf seinem Weg nach Anxian verließ.

Aber die Zurückbleibenden wussten auch, dass ihr Beitrag für das Funktionieren des Rettungszentrums genau so wichtig und notwendig war. Sie stellten sich dieser Aufgabe mit verstärktem Einsatz, wo immer es möglich war.

Unser Leiter des Zentrums, Toby, und sein Assistent Richard machten Überstunden bei der Organisation der Evakuierung der Mitarbeiter. Durch seine Anrufe bei den Behörden stellte er sicher, dass wir ständig über den Zustand des Damms auf dem Laufenden gehalten wurden.

Die Mitarbeiter in der Verwaltung mussten aus einem stark beschädigten Gebäude ausziehen und man konnte sie sehen, wie sie Tische, Stühle, Computer und Ablageschränke in ihr neues Domizil im Krankenhaus schafften. Unser Küchenchef und sein Team bereiteten uns noch ein Essen zu, als wir spät am Abend zur Station zurückkamen. In den Tagen danach versorgten sie uns mit speziellen Leckerbissen, denn sie fühlten, dass jeder eine extra Portion Zuwendung brauchen konnte.

Unser Reinigungsteam wollte weitermachen und die Gebäude säubern, die als unsicher eingeschätzt wurden. Wir mussten sie fast mit Gewalt davon überzeugen, kein solches Risiko einzugehen. Unser Reparaturteam entfernte gefährliche Dachziegel, flickte Zäune, überprüfte den Vorrat an Wasser und die Stromversorgung und stand allen mit Rat und Tat zur Seite. Die Gärtner entfernten beschädigte Bäume und stellten sicher, dass alles so sauber wie nur möglich war.

Unsere Projektabteilung machte Überstunden, telefonierte mit den Baubehörden und recherchierte in den Büchern der Bibliothek über Gefahrenpunkte bei den beschädigten Gebäuden. Daneben warteten sie auf die völlig überarbeiteten Spezialisten, die die gesamte Rettungsstation begutachten sollten. Unser Sicherheitsteam überwacht beständig den Stand des Flusses Pi bei der Rettungsstation und auch das Aus und Ein der Menschen der Station.

Ein jeder hat aus eigener Tasche gespendet und arbeitet weiter zum Wohl der Bären, Hunde und Katzen, die in unserer Obhut sind.

Solche fürsorglichen Gedanken und Taten sind es, die ein Team ausmachen und ich könnte nicht stolzer darüber sein.

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