Erdbeben in Chengdu 
Viele von Ihnen haben inzwischen sicher schon gehört, dass es in Chengdu ein Erdbeben gegeben hat. Viele besorgte Menschen melden sich deshalb bei uns – daher ein kurzer Eintrag, um allen zu sagen, dass bei uns auf der Rettungsstation alles soweit in Ordnung ist.

Noch immer treffen neue Meldungen ein, aber die gute Nachricht ist, dass es sowohl Menschen als auch den Bären auf der Rettungsstation in Chengdu gut geht. Das Beben war zu spüren und alle rannten auf den Parkplatz – die Gebäude sind offenbar alle heil geblieben, aber wir haben doch sicherheitshalber angefangen, sie zu überprüfen.

In den Nachrichten gibt es bislang keine Meldungen von Opfern in Chengdu, aber es gibt immer neue Nachrichten und aus Yunnan wurde von einstürzenden Gebäuden berichtet.

Die Telefonleitungen im Center funktionieren nicht und die E-Mails nur sporadisch. Sobald wir mehr wissen, werde ich Ihnen berichten.


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Nothilfe Bärenrettung


Lebwohl „Papermoon”  
Es tut mir so leid, dass ich Ihnen noch mehr traurige Nachrichten aus Chengdu bringe. Gerade haben wir Papermoon verloren, die seit fast acht Jahren bei uns lebte und einer der ersten drei Bären war, die diese erstaunliche Reise der tausend Meilen mit uns begann.

Wir alle werden sie vermissen – sie hatte ein Charakter, der Bären und Menschen gleichermaßen verwunderte: eigenwillig, unbeugsam, aber auch sanftmütig und liebevoll.

In ihrem Gehege galt sie als alte Matriarchin, unglaublich groß und von den Pflegern mit dem Kosenamen „Gail“ bedacht, brachte sie uns oft zum Schmunzeln, ohne dass wir genau sagen könnten, weshalb.




Papermoon starb spät Mittwochnacht nach einer Schlacht, die wir gemeinsam mit ihr schlugen. Ich bin gerade in Spanien und es war einer der traurigsten Anrufe für mich, als Heather mir um Mitternacht (ihrer Zeit in China) mitteilte, dass sie und das Team nichts mehr für Gail tun konnten. Diese unglaublichen Mädchen hatten, wieder einmal, nächtelang neben einem Bären gewacht, nach Heather gesehen, sie beruhigt, alles für sie getan, was sie nur konnten.

Papermoon, ihr Sponsor ist eine liebe Dame aus Deutschland, war eine Kämpferin. Sie war einer von drei Bären der ersten Gruppe, die wir erhielten, in einer kalten Oktobernacht im Jahr 2000. Sie kam in einem Quetschkäfig an, gleich nach Andrew und Melody. Außer sich vor Wut und Angst, wurde sie, kaum dass sie bei uns ankam, unaufhörlich von Krämpfen geschüttelt.

Nichts in oder an ihrem Körper war so, wie es sein sollte. Schlimme Arthrose, Zähne und Tatzenspitzen abgehackt, einen schrecklichen Latexkatheter, der aus ihrem Bauch herauskam und dann unter der Haut bis zur Hüfte weiterführte – mit massenhaften Infektionen unter der Haut, die man sich nur vorstellen kann. Und, als ob das nicht schon mehr als genug wäre, hatte sie auch noch eine tellergroße Verbrennung auf ihrer Kehrseite – eiternd, tropfend und offensichtlich schrecklich schmerzhaft.

Obwohl ihre Operation gut verlief, wurden Papermoons Laune und ihre Krämpfe nicht besser, solange sie in ihrem Erholungskäfig war. Erst als sie in eine Bärenunterkunft kam – zusammen mit Heather, Crystal und Joy – begann sie, sich wie ein Bär zu benehmen.

seit dem waren diese vier “Mädels” zusammen – hockten beieinander als enge kleine Gruppe, dabei stundenlang und ohne Ende „tratschend“. Deshalb erhielten sie auch ihren wohlverdienten Spitznamen „der Strickzirkel“. Wehe jedem leichtsinnigen jungen Bären, der sich zu nah heran wagte – die alten Damen sind für keinen Schabernack zu haben und drohen mit aufgerissenen Mäulern so eindrucksvoll, dass selbst die verwegensten Männchen den Rückzug in die Sicherheit ihrer Bärenunterkunft antreten.

Die Gruppe verlor bereits 2004 Joy durch Leberkrebs und wird nun, nach dem Verlust von „Gail“, noch stiller sein.

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Fünf Bären, die sich erholen!  
Ich weiß, dass viele von Ihnen begierig darauf sind zu erfahren, wie es den fünf kranken Bären inzwischen geht. Hier also ein aktueller Status unsere Senior Tierärztin Heather. Und es sind überwiegend gute Nachrichten!

Bevor wir damit anfangen, den Bären die von ihren Sponsoren ausgesuchten Namen zu geben, warten wir darauf, dass sie sich erholen und auf dem Weg der Besserung sind. In der Zwischenzeit rufen wir sie mit den Kosenamen, die wir für sie haben.

Hier sind Heathers Notizen:

„Rasta” hat sich gut erholt von seinem Husten und der Diarrhö, hat aber sehr entzündete Augen und schlimme Zähne. Deshalb mussten wir ihn am Dienstag für eine Zahnbehandlung betäuben. Wir mussten ihr alle vier Eckzähne ziehen und einen Backenzahn. Alle waren verfault und sie hatte eine ausgedehnte Infektion in ihren Kieferknochen. Außerdem hatte sie Geschwüre in den beiden Hornhäuten, die behandelt wurden. Im Moment erhält sie Antibiotika und entzündungshemmende Mittel.

”Suki” hat sich gut erholt, aber sie leidet diese Woche ein bisschen unter Verstopfung, weil sie während ihrer Erkrankung eine Vorliebe für Hundefutter entwickelt hat. Wir gewöhnen sie langsam wieder an Bärenfutter. Sie über-pflegt ihr Fell (ein bedingt durch Langeweile auf der Bärenfarm entwickeltes Verhalten) und hat massiven Fellverlust. Aber langsam kommt das Fell zurück und sie spielt auch mehr mit ihren Spielzeugen.

”Sarah” hat keinen Husten und keine Diarrhö mehr und sieht richtig gut aus.

„Eyeore“ weigert sich, ihr Gemüse zu essen, genießt dafür aber alles andere und ist sehr munter, guter Dinge und aktiv. Sie sieht gut aus, kein Husten oder Diarrhö.

„Flipper“ hat keine Probleme; er hat sich gut erholt.

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Danke Deutschland, Österreich und Luxemburg!  
Ich bin gerade zu Präsentationen hier in Spanien gelandet – müde und glücklich, nachdem ich in Deutschland und Österreich alte und neue Freunde getroffen habe. Die Roadshow dort verlief so wunderbar, dank der harten Arbeit unseres unglaublichen Teams in München – und der tatkräftigen Hilfe unserer treuen Freiwilligen und Unterstützer bei den verschiedenen Veranstaltungen. Christa, Christine und Chee-Meng haben wirklich ihr Bestes gegeben, damit alles rund lief – und die Woche wie im Flug verging.

Christie, unser China Relations Direktor, war mit dabei und konnte so aus erster Hand über die Herausforderung ihrer Arbeit mit Tieren und Menschen in ihrem Land sprechen. Sie war mehr als glücklich, unsere Unterstützer endlich persönlich zu treffen und ich denke, diese waren sogar noch glücklicher als Christie, von den durch Christie und ihrem Team gestarteten Projekten zu hören, die diese Welt zu einem besseren Ort für Hunde und Katzen in China machen.

Überall wurden wir von unseren Zuhörern herzlich begrüßt. In Köln hatten wir die Ehre, Heinz Wiescher vom ETN zu treffen – eine Organisation, di ein den vergangenen Jahren sehr großzügig ein Bärenhaus für unsere Rettungsstation in Chengdu gesponsert hat. Die meisten Bären in Haus 6 sind behindert – ihnen fehlen Tatzen, Zähne, Klauen und Augen – aber wenn Sie Gelegenheit hätten, diese Gruppe kleiner Übeltäter dabei zu beobachten, wie sie auf ihren sorgfältig geplanten und heiß geliebten Spielplattformen im Freigehege herumturnen (und sie zerstören!), würden Ihnen das kein bisschen auffallen.




Heinz Habenicht und Manfred Herzog unterstützten Sofie tatkräftig bei ihren Vorbereitungen und bewiesen einmal mehr, dass auf die Unterstützer von AAF und ihr Teamwork bestens Verlass ist – wann immer es gebraucht wird!

Als nächstes stand Salzburg auf dem Reiseplan – und was für ein Event erwartete uns dort. Gut Aiderbichl ist ein großartiges Rettungszentrum für alle Arten von Haustieren, die von Höfen und Schlachthäusern in Österreich gerettet wurden. Es ist ein wahrhaftiger Ort des Friedens und der Ruhe für Pferde, Schweine, Schafe, Kühe, Hühner und Ziegen – und ein paar unbändige Hunde und Katzen -, die alle harmonisch zusammenleben. Der Gründer dieser Oase des Friedens ist Michael Aufhauser (unten im Foto), der in ganz Europa bekannt ist. Nicht nur für die Rettung so vieler einzelner Tiere, sondern auch dafür, dass er jeden Besucher zum Nachdenken darüber bringt, wie man heute auch mit kleinsten Schritten die grausame Welt der Nutztiere ändern kann.

Viele Tierliebhaber waren nach Aiderbichl gekommen, vor allem Österreicher, um mehr über das Leid der Mondbären zu erfahren und am Ende meiner Präsentation wartete eine weitere Überraschung auf mich – das Komitee von Gut Aiderbichl verleiht jedes Jahr einen Spezialpreis für Tierschutz und in diesem Jahr hatte ich die große Ehre, diesen Preis zu erhalten – natürlich stellvertretend für Jasper und unsere anderen vierbeinigen Freunde, Tausende von Meilen entfernt!




Während dieser anderthalb Tage hatte ich auch Gelegenheit, Maggie Entenfellner und ihr Filmteam des ORF zu einem Interview zu treffen. Sie widmeten unserem Animals Asia Projekt sehr viel Zeit für eine Sendung, die Ende Mai im Österreichischen Fernsehen bei „tierzuliebe“ ausgestrahlt werden wird.

Eine weitere Überraschung war es, auf Gut Aiderbichl liebe Unterstützer aus Luxemburg zu treffen – darunter Anita und René Claus, die uns mit ein paar Fotoaufnahmen aushalfen (René ist auf dem Foto neben mir).




Am Tag darauf eilten wir in die chinesische Botschaft in Berlin, um den chinesischen Botschafter Ma Canrong und seine Mitarbeiter zu treffen. Das Treffen war vorbereitet worden von unserer langjährigen Freundin und Schirmherrin in Deutschland, Alexandra Oetker, die nicht weniger als drei Bären in Chengdu adoptiert hat.

Alexandra Oetker kam am Morgen zum Frühstück zu uns, mit ihren beiden prächtigen Hunden, beides gerettete Tiere. Tiertherapie als wunderbarer Start in den Tag und bevor wir zu Botschaft fuhren.

Der Botschafter, Ma Canrong, war sehr aufmerksam und nachdenklich während unseres Treffens, bei dem wir auch 55.000 Petitionen in Form von Unterschriftslisten von Menschen in Deutschland übergaben, die China respektvoll darum bitten, das Tempo der Bärenrettung zu beschleunigen und diese Industrie zu beenden.

Christie und ich übergaben ihm auch einige entsetzliche Fotos unserer neu angekommenen Bären – einschließlich der elf, die an Leberkrebs gestorben sind – und wir freuen uns sehr, dass S.E. Ma Canrong versprochen hat, diese Beweise und unsere Bedenken an hochrangige Beamte der Regierung in Peking weiterzuleiten.

Schließlich eilten wir zum Flugzeug, um rechtzeitig zu unserer letzten Veranstaltung in München zu kommen – und um dort Barbara Rütting zu treffen, Mitglied des Bayerischen Landtags und der Grünen (als Ernährungs-, verbraucherschutz- und tierschutzpolitische Sprecherin), Schauspielerin und Autorin von 18 vegetarischen Kochbüchern. Ich hoffe, sie nimmt es mir nicht übel, wenn ich hier verrate, dass Barbara im vergangenen Jahr ihren 80sten Geburtstag gefeiert hat – ein wandelndes Vorbild gesunder Ernährung und unverändert schön in ihrem Aussehen und in ihrem Herzen (Barbara ist Dame in Pink).




Barbara hat uns so sehr geholfen, eine politische Plattform für unsere Bären zu finden und es war am Ende der Veranstaltung für uns alle einfach nur wunderbar, gemeinsam an einem Tisch zu sitzen, Pasta mit dieser leidenschaftlichen und redegewandten Frau zu essen und einfach nur noch zu entspannen.

Beim diesem Abendessen trafen wir auch Sandra und Roland Schwarz. Roland ist ein österreichischer Sportler, Zehnkämpfer, und wird diesen August an den Olympischen Spielen in Peking teilnehmen – in einem Animals Asia T-Shirt!

Die Münchener Veranstaltung war das I-Tüpfelchen einer perfekten Roadshow – mit ganz wunderbaren Unterstützern, vielen Tränen für unsere Bären, aber auch hoffnungsvollem Lächeln beim Bericht über unserer Hilfsprojekte für sie.

Alle Veranstaltungen dieser Woche in Deutschland wurden begleitet von Freunden, die seit so vielen Jahren treu zu uns stehen – und wir sind Ihnen allen zu großem Dank verpflichtet, jedem einzelnen von Ihnen, für Ihren Glauben an uns und Ihre selbstlose Hilfe (trotz aller Alltagsanforderungen an Sie selbst) für die Bären, Hunde und Katzen, die Tausende von Meilen von Ihnen entfernt leben. Wir alle danken Ihnen ganz herzlich – wir hatten eine wunderbare Zeit und können es nicht erwarten, wiederzukommen.

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Eine Zeit der Trauer aber auch der Hoffnung 
Die letzten paar Wochen scheinen im Rückblick fast surreal. Wir haben so lange gewartet und so hart für die Befreiung weiterer Bären gearbeitet. Jetzt sind 11 von ihnen tot. Einige dieser armen Kreaturen hatte der Tod bereits in den Fängen. Doch andere hätten wohl noch viele Monate unter erbarmungslosen Schmerzen weiterleben müssen. Das konnten wir ihnen zumindest ersparen.

Das war für uns alle hart und diese Tragödie der Rettungsaktion im Frühjahr 2008 wird uns noch viele Jahre heimsuchen. Doch wir haben auch 17 Überlebende und diese stehen für die Zukunft.

Ich habe diese drei Fotos ausgewählt da sie unsere Gefühle wohl am besten wiedergeben. Das erste zeigt Toby, unseren Leiter der Rettungsstation (links) und Rainbow, unseren PR-und Schulungsleiter zu Beginn des Begräbnisses von dreien der Bären, die wir verloren haben.




Wenn man die drei Körper im Gras liegen sieht ist die Erkenntnis, dass diese Bären so eine simple Erfahrung in ihrem Leben nie gemacht haben, umso schmerzlicher. Man sieht es in den Gesichtern von Toby und Rainbow.

Die nächsten beiden Bilder zeigen Chen, eine unseren so liebevollen und geduldigen Bärenpfleger, deren Freundlichkeit langsam auch die Herzen der Neuankömmlinge gewinnt.




Hier sieht man sie bei der Zubereitung des Futters und wie sie Watermelone füttert, den Bären, der unsere Hoffnungen trägt.. Ich habe unsere Sorge bereits geschildert, dass dieser schöne Kerl vielleicht durch die brutale Behandlung auf der Bärenfarm seiner natürlichen Intelligenz beraubt worden ist.




Doch Chen und die anderen chinesischen Helfer werden Tag für Tag an seiner Seite bleiben bis sich dieser große und sanfte Bär so weit erholt hat, um in eine der naturnahen Einfriedungen umzuziehen.

Der tapfere Watermelone und die 16 anderen Überlebenden könnten es nicht besser haben. Von nun an werden sie nur noch freundlich behandelt werden. So meint auch Chen über die Neuankömmlinge:

„Als die Bären ankamen, war ich sehr traurig. Sie waren ja in so winzigen Käfigen eingesperrt. Ich freue mich, dass sie nun nach den Gesundheitschecks einen viel größeren Käfig haben. Erst nach etwa zehn Tagen schauen sie uns langsam zutraulicher an. Es macht so viel Spass sie mit den Zweigen und den verschiedenen Spielsachen spielen zu sehen, die wir in die Käfige stecken. Diese Veränderung ist wie eine Belohnung für uns. Ich hoffe, dass sich alle Bären aus den Farmen bald auch so erholen können.“

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