Tausende tot in Chengdu 
Die letzten Nachrichten um 9:00 Uhr chinesischer Zeit brachten die Meldung der Staatlichen Nachrichtenagentur, dass wohl 3.500 Menschen bei dem Erdbeben in Chengdu zu Tode gekommen sind.

Außerdem sind sechs Schulen eingestürzt und über 900 Schüler wurden offenbar unter den Trümmern begraben, das Erdbeben erreichte auf der Richter-Skala 7,8 Punkte.

Premier Wen nennt es eine Katastrophe und ruft zur Ruhe auf. 

Unsere Herzen sind bei den Familien der Opfer, die ihr Leben verloren haben.


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Nothilfe Bärenrettung


Teilweise Schäden an den Gebäuden 
Hier ein Update von Heather, unserer Senior Vet auf der Station:

Die Gebäude wackelten und das Gebäude C1 (Büro und Unterkunft) wurde ziemlich geschüttelt und ist beschädigt. Die Unterkünfte sind unsicher und es gibt Risse in der Decke. Der Boden bewegte sich und das Gebäude schwankte, auf den Dächern fehlen Ziegel, der Mauerteile sind in das Dach der Bärenküche gefallen und haben ein großes Loch hineingerissen, aber die Menschen und Bären sind OK.

Bei Haus 2 und Haus 3 hätte niemand bemerken können, das irgendetwas passiert ist. Jasper und sein Team lagen draußen und nahmen ein Bad ein der Sonne, als ob nichts passiert wäre. Alle anderen Bären sausten zurück in ihre Unterkünfte, gerieten in Panik und versuchten, sich durch den Zwischenraum zwischen Tür und Wand in ihre Unterkünfte zu schieben – aber jetzt sind sie OK. Wir haben noch immer Fälle von Schütteln Schock-Nachwirkungen.

Heather sagt, dass alle Mitarbeiter aus ihren Unterkünften in das alte und das neue Krankenhaus umgezogen sind.


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Nothilfe Bärenrettung


Erdbeben in Chengdu 
Viele von Ihnen haben inzwischen sicher schon gehört, dass es in Chengdu ein Erdbeben gegeben hat. Viele besorgte Menschen melden sich deshalb bei uns – daher ein kurzer Eintrag, um allen zu sagen, dass bei uns auf der Rettungsstation alles soweit in Ordnung ist.

Noch immer treffen neue Meldungen ein, aber die gute Nachricht ist, dass es sowohl Menschen als auch den Bären auf der Rettungsstation in Chengdu gut geht. Das Beben war zu spüren und alle rannten auf den Parkplatz – die Gebäude sind offenbar alle heil geblieben, aber wir haben doch sicherheitshalber angefangen, sie zu überprüfen.

In den Nachrichten gibt es bislang keine Meldungen von Opfern in Chengdu, aber es gibt immer neue Nachrichten und aus Yunnan wurde von einstürzenden Gebäuden berichtet.

Die Telefonleitungen im Center funktionieren nicht und die E-Mails nur sporadisch. Sobald wir mehr wissen, werde ich Ihnen berichten.


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Lebwohl „Papermoon”  
Es tut mir so leid, dass ich Ihnen noch mehr traurige Nachrichten aus Chengdu bringe. Gerade haben wir Papermoon verloren, die seit fast acht Jahren bei uns lebte und einer der ersten drei Bären war, die diese erstaunliche Reise der tausend Meilen mit uns begann.

Wir alle werden sie vermissen – sie hatte ein Charakter, der Bären und Menschen gleichermaßen verwunderte: eigenwillig, unbeugsam, aber auch sanftmütig und liebevoll.

In ihrem Gehege galt sie als alte Matriarchin, unglaublich groß und von den Pflegern mit dem Kosenamen „Gail“ bedacht, brachte sie uns oft zum Schmunzeln, ohne dass wir genau sagen könnten, weshalb.




Papermoon starb spät Mittwochnacht nach einer Schlacht, die wir gemeinsam mit ihr schlugen. Ich bin gerade in Spanien und es war einer der traurigsten Anrufe für mich, als Heather mir um Mitternacht (ihrer Zeit in China) mitteilte, dass sie und das Team nichts mehr für Gail tun konnten. Diese unglaublichen Mädchen hatten, wieder einmal, nächtelang neben einem Bären gewacht, nach Heather gesehen, sie beruhigt, alles für sie getan, was sie nur konnten.

Papermoon, ihr Sponsor ist eine liebe Dame aus Deutschland, war eine Kämpferin. Sie war einer von drei Bären der ersten Gruppe, die wir erhielten, in einer kalten Oktobernacht im Jahr 2000. Sie kam in einem Quetschkäfig an, gleich nach Andrew und Melody. Außer sich vor Wut und Angst, wurde sie, kaum dass sie bei uns ankam, unaufhörlich von Krämpfen geschüttelt.

Nichts in oder an ihrem Körper war so, wie es sein sollte. Schlimme Arthrose, Zähne und Tatzenspitzen abgehackt, einen schrecklichen Latexkatheter, der aus ihrem Bauch herauskam und dann unter der Haut bis zur Hüfte weiterführte – mit massenhaften Infektionen unter der Haut, die man sich nur vorstellen kann. Und, als ob das nicht schon mehr als genug wäre, hatte sie auch noch eine tellergroße Verbrennung auf ihrer Kehrseite – eiternd, tropfend und offensichtlich schrecklich schmerzhaft.

Obwohl ihre Operation gut verlief, wurden Papermoons Laune und ihre Krämpfe nicht besser, solange sie in ihrem Erholungskäfig war. Erst als sie in eine Bärenunterkunft kam – zusammen mit Heather, Crystal und Joy – begann sie, sich wie ein Bär zu benehmen.

seit dem waren diese vier “Mädels” zusammen – hockten beieinander als enge kleine Gruppe, dabei stundenlang und ohne Ende „tratschend“. Deshalb erhielten sie auch ihren wohlverdienten Spitznamen „der Strickzirkel“. Wehe jedem leichtsinnigen jungen Bären, der sich zu nah heran wagte – die alten Damen sind für keinen Schabernack zu haben und drohen mit aufgerissenen Mäulern so eindrucksvoll, dass selbst die verwegensten Männchen den Rückzug in die Sicherheit ihrer Bärenunterkunft antreten.

Die Gruppe verlor bereits 2004 Joy durch Leberkrebs und wird nun, nach dem Verlust von „Gail“, noch stiller sein.

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Fünf Bären, die sich erholen!  
Ich weiß, dass viele von Ihnen begierig darauf sind zu erfahren, wie es den fünf kranken Bären inzwischen geht. Hier also ein aktueller Status unsere Senior Tierärztin Heather. Und es sind überwiegend gute Nachrichten!

Bevor wir damit anfangen, den Bären die von ihren Sponsoren ausgesuchten Namen zu geben, warten wir darauf, dass sie sich erholen und auf dem Weg der Besserung sind. In der Zwischenzeit rufen wir sie mit den Kosenamen, die wir für sie haben.

Hier sind Heathers Notizen:

„Rasta” hat sich gut erholt von seinem Husten und der Diarrhö, hat aber sehr entzündete Augen und schlimme Zähne. Deshalb mussten wir ihn am Dienstag für eine Zahnbehandlung betäuben. Wir mussten ihr alle vier Eckzähne ziehen und einen Backenzahn. Alle waren verfault und sie hatte eine ausgedehnte Infektion in ihren Kieferknochen. Außerdem hatte sie Geschwüre in den beiden Hornhäuten, die behandelt wurden. Im Moment erhält sie Antibiotika und entzündungshemmende Mittel.

”Suki” hat sich gut erholt, aber sie leidet diese Woche ein bisschen unter Verstopfung, weil sie während ihrer Erkrankung eine Vorliebe für Hundefutter entwickelt hat. Wir gewöhnen sie langsam wieder an Bärenfutter. Sie über-pflegt ihr Fell (ein bedingt durch Langeweile auf der Bärenfarm entwickeltes Verhalten) und hat massiven Fellverlust. Aber langsam kommt das Fell zurück und sie spielt auch mehr mit ihren Spielzeugen.

”Sarah” hat keinen Husten und keine Diarrhö mehr und sieht richtig gut aus.

„Eyeore“ weigert sich, ihr Gemüse zu essen, genießt dafür aber alles andere und ist sehr munter, guter Dinge und aktiv. Sie sieht gut aus, kein Husten oder Diarrhö.

„Flipper“ hat keine Probleme; er hat sich gut erholt.

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