Die Operationen beginnen mit Kylie und Oliver 
Es ist Dienstag, 9 Uhr morgens und Kylie ist der erste Bär auf dem OP-Tisch, nachdem Olivers bereits auf dem Lastwagen operiert wurde.

Kylie ist eine Braunbärin mit langen und starken Vorderbeinen, doch sie wiegt nur etwa 149 kg. Die gesunde Ernährung schlägt bei ihr bereits an und sie verschlingt alles, was wir ihr anbieten. Doch noch ist sie mager und der einzige Bär, bei der man laut Tierärztin Monica den Puls an ihrem knochigen Hinterbein fühlen kann.





Wie sie so daliegt, krank und verletzlich, ist klar, dass viel Arbeit auf Monica wartet. In ihrer Bauchmitte hat Kylie einen großen Bruch. Dort steckt auch ein Latexkatheter in einem Loch, aus dem Galle und Eiter fließen. Weiter unten ist eine weitere rote Wunde.

Möglicherweise ein Abszess oder die Überbleibsel einer früheren Operation (besser wohl Schlachterei), um einen anderen Katheter einzusetzen. Möglicherweise hat aber auch die Galle, die aus dem oberen Loch fließt, dort unten eine Verätzung verursacht.





Weiter oben am Brustkorb findet man die Narben von dem metallenen Korsett, das ihre Brust umspannt hat und zu Entzündungen und Schmerzen führte. Eine walnussgroße Masse an einer Zitze muss auch entfernt und untersucht werden. Kein Wunder, dass dieser Bär vor Schmerzen verkrümmt lag und nicht fähig war, sich auf den Bauch zu legen, als wir in der Farm ankamen, um sie zu retten.

Jetzt schläft sie tief und wird zum Röntgen gefahren. Dort zeigt sich, dass die Masse an der Zitze sich noch nicht ausgebreitet hat, doch im tieferen Rückgrat zeigen sich Zeichen von Arthritis.

Ihre Zähne sind in einem schrecklichen Zustand und müssen fast alle entfernt werden. Die vier Eckzähne sind mit Absicht herausgebrochen worden und dort sieht man schwarzes Zahnbein und blanke Nerven. Die Zähne, die der Farmer nicht herausgebrochen hat, hat sie durch ihr andauerndes Beißen in die Gitterstäbe selbst zerstört. Der Käfig hat sie verrückt gemacht, und der jahrelange Stress und die Frustrationen haben sie zu diesen Selbstverletzungen getrieben. Trotzdem müssen die Zähne noch warten, denn die Operation unter sterilen Bedingungen an ihrem Bauch hat Vorrang, ehe wir in den kommenden Wochen die Zähne unter den dort vorherrschenden unsterilen Bedingungen angehen.



Jetzt ist es 14:30 Uhr und Heather und Monica schließen die letzte Naht. Die Gallenblase ist entfernt und mit ihr der schreckliche Latexkatheter mit seinen metallenen Flanschen, die ihn dort fixiert hatten. Der Bruch wurde genäht und jetzt hängt es von Kylies eigener Heilungskraft ab, ob das Bauchgewebe so gut zusammenwächst, dass sie wieder ein normales Bärenleben führen und mit den Gefährten spielen kann.

Am Donnerstag wurde auch Olivers armer verkrüppelter Körper geröntgt und so warten für die kommenden Tage und Wochen noch acht Tiere auf ihre Operation.



Vielen Dank an alle diejenigen, die uns geschrieben und sich nach Olivers Zustand erkundigt haben. „Wirklich großartig“, das muss man dazu sagen. Er ist neugierig, wach und meilenweit entfernt von seinem Zustand vor 10 Tagen. Sowohl was die Entfernung, aber auch was seine Erholung betrifft. Seine Operationswunde ist sauber und trocken und langsam erkennen wir seinen Charakter. Er schlägt auch nicht mehr wütend nach jedem, der sich ihm nähert.

Heather sagt, dass Oliver wieder in der Quarantänestation in den Folientunneln ist und „frisst, als ob er 30 Jahre lang nichts bekommen hätte. Er nimmt auch seine Medikamente gut an“. Doch wegen seines Alters, der schweren Arthritis und der Kompression seiner Lungen - wegen einer Deformation des Brustkorbs -, muss man ihn weiter gut im Auge behalten.

Die Tierkrankenschwester Caroline erklärt, dass er Gemüse über alles liebt und hier sieht man, ihn wie er Berge von Futter verspeist – ein entspannter und zufriedener Bär.



Bei dieser Gelegenheit möchte ich mich auch nochmals beim Personal der Klinik und bei der Polizei in Shanxi bedanken für alles, was sie zur Rettung von Oliver getan haben.





Ihre freundliche Hilfe unter schwierigen Bedingungen war ganz außerordentlich und wir sind allen wirklich sehr dankbar. Dieses Schild an der dortigen Station der Verkehrspolizei sagt alles. Sie sind wirklich wunderbar (T(e)RIFFIC) im wahren Sinn des Wortes.



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Die Tiere & wir 
Jemand sandte mir kürzlich diesen Link zur Serie der BBC World Service: One Planet - Animals & Us.

Es geht dabei um Vivisektion. Wenn die bei Tieren auf diese Weise gefundenen erfolgreichen Behandlungsmethoden auf den Menschen übertragen werden, liegt die Fehlerrate bei 90%. Die Gesprächspartner in dieser Sendung sind der Meinung, dass die Wirksamkeit von Tierversuchen bei weitem überschätzt wird. Ein überzeugendes Argument, wenn man bedenkt, dass die Zahl der Tierversuche in England heute höher ist als 1987.

Ich bitte Sie um eine halbe Stunde Ihrer Zeit, um darüber nachzudenken, warum wir dringend eine solche Verwendung von Tieren verringern und beenden sollen - und warum, wie dort erzählt wird, soziale Gerechtigkeit gegenüber anderen Arten sogar gut ist für die Menschen.

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Ein Lächeln kehrt zurück 
Wenn Sie einen schlechten Tag haben, einfach mal hier klicken und das Lächeln kehrt auf Ihr Gesicht zurück bei diesen kurzen Clips über Podge und Benji, die von Jude Siekmann, unserer Spendenmanagerin für Australien, kürzlich nach unserer Rückkehr von der Rettungsaktion in Shandong gemacht wurden.

Das erklärt, warum ich immer sage, dass die Bären uns ebenso retten wie wir sie.
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Noch zwei Bären sind heimgekehrt 
Unsere Tierärztin in Vietnam, Kirsty, hat mir gerade diese wunderbaren Neuigkeiten über zwei neue Familienmitglieder in Vietnam mitgeteilt. Unter Führung von Tuan hat das Team dort zwei Bären aus einer wirklich schlimmen Umgebung befreit und sicher in unsere Rettungsstation in Tam Dao gebracht.





Es ist schon bemerkenswert, dass solche Aktionen fast gleichzeitig in China und Vietnam stattgefunden haben. Doch das sind gute Neuigkeiten für die Bären die jetzt zum ersten Mal in ihrem Leben aufwachen können ohne Angst haben zu müssen.







Eine hervorragende Teamarbeit von allen in Vietnam – wir heißen unsere neuen Familienmitglieder herzlich willkommen! Hier ist der Bericht von Kirsty.

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Segen für unsere Buddha Bären 
Ganz früh an einem hellen Freitagmorgen bekamen wir ungewöhnlichen, doch sehr willkommenen Besuch von einigen buddhistischen Mönchen, die 30 Stunden und 2.000 km mit dem Zug aus der Provinz Jiangsu zu uns gekommen sind, um den neuen Bären ihren Respekt zu bezeigen.

Sie sind vom Donglin Kloster (der Geburtsstätte der Schule des Reinen Landes im chinesischen Buddhismus) und zogen die Aufmerksamkeit auf sich, als sie in ihren safranfarbenen Roben leichtfüßig unsere Quarantänestation betraten.



Dort errichteten sie einen Altar wo sie für jeden der neuen Bären ein Stück Weihrauch anzündeten und Gebete sangen, in denen sie den Bären ein neues Leben in der Rettungsstation wünschten und darum baten, sie zu beschützen. Bei ihrem Tod sollen sie schließlich in das Reine Westliche Land des Buddha eingehen.

Während sie den neuen Bären einen gemeinsamen Namen gaben –Miao Xing (erstaunliche Wunder, zum Glück gerettet) – baten die Mönche auch um geistige Freiheit für jene, die ihnen Leid zugefügt haben. Sie sprachen über ihren Glauben, dass jene, die Tiere schlecht behandeln, selbst innerlich sehr leiden. Ihre Gebete baten darum, dass diese Menschen bald davon frei sein sollen, damit sie Tiere von jetzt an gut behandeln.

Die Bären, als die Empfänger der Gebete, waren ungewöhnlich ruhig. Vor der Ankunft der Mönche schaukelten einige von ihnen in ihren Käfigen umher doch als der Weihrauch brannte und die Gebete erklangen bemerkten mehrere unserer Mitarbeiter, wie sie langsam ruhiger wurden. Sogar Rocky, unser großer Braunbär, hörte auf, in seinem Käfig umherzulaufen und legte sich ruhig ins Stroh nieder.



Als praktizierender Buddhist kniet sich Jacky, unser Schulungsleiter, auf den Boden, um dem Reinen Land Buddhas seinen Respekt zu erweisen.












Bei einer weiteren Zeremonie später draußen im Licht der Frühlingssonne bewegte mich die Mitteilung eines der Mönche sehr, der sagte, dass unsere Bären jetzt zu Buddha gehören und auch Buddhisten seien. Die Mönche übergaben uns eine großzügige Spende und die Zusicherung, die Botschaft von den Qualen der Bären an andere Klöster im ganzen Land zu verbreiten und machten sich dann wieder auf die Reise – mit unseren besten Wünschen.
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