Weitere drei Bären sicher vor vietnamesischen Gallehändlern  
Jetzt gibt es doch noch gute Nachrichten! Drei wunderhübsche Bären sind dank der schnellen Reaktion der Vietnamesischen Behörden in unserem Rettungszentrum in Vietnam eingetroffen. Damit haben wir nun zwölf Bären in unserem neuen Rettungszentrum.
Vor ungefähr zwei Wochen haben wir erfahren, dass die Quang Ninh Forstschutzbehörde (FPD) und die Quang Ninh Grenzschutzpolizei einen chinesischen Staatsbürger festgenommen haben, der versuchte, mit drei Bären in Quetschkäfigen die Grenze von Vietnam nach China zu überschreiten. Der Mann hatte keinerlei Papiere, um den legalen Besitz der Bären zu dokumentieren. Daher wurden sie konfisziert und zum Standort der Forstschutzbehörde in Ha Long Bay zurückgebracht. Dieser Ort ist ca. 150 km von der Grenze und ca. 400 km von unserem Rettungszentrum entfernt.



Die Bären kamen bis zu unserer Ankunft in drei größere Käfige. Der Chinese verweigerte die Zusammenarbeit mit den Untersuchungsbehörden und behauptete, er habe die Bären im Auftrag transportiert. Momentan weiß die FPD nicht, von welcher Farm die Tiere stammen.
Bei ihrer Rettung waren sie in einem relativ guten Zustand – ich vermute, dass der Übeltäter nur „Bären im guten Zustand“ für die lange Reise nach China gekauft hat. Es weiß auch niemand, wo das Ziel dieser Reise lag. Doch da die Bären noch recht jung sind (2-3 Jahre?), sollten sie wohl auf eine Bärenfarm in China. Die Bären (zwei Männchen und ein Weibchen) wogen jeweils rund 100 kg.



Tuan Bendixsen, der Leiter der Rettungsstation in Vietnam, nahm gemeinsam mit dem Rettungsteam die Bären am Montag in Empfang. Laut Tuan verlief die Rettung problemlos, trotz der langen Fahrzeit von fast sechs Stunden vom Standort der Quang Ninh Forstschutzbehörde bis nach Tam Dao, unserem Rettungszentrum. Die Temperatur war auf über 35 Grad C gestiegen und die Forstschutzbehörde überließ uns nur einen völlig geschlossenen Lastwagen - aus Sorge, dass die ehemaligen Eigentümer der Bären versuchen könnten, sie zurückzuholen, um sie als Beweismittel für die bevorstehende Anklage verschwinden zu lassen.



Die Forstschutzbehörde überließ uns sogar zwei Beamte, die für die Fahrt zurück nach Tam Dao abgestellt wurden. Wegen der Hitze kauften wir in Ha Long Bay zehn Stangen Eis mit je einem Meter Länge, um die Bären zu kühlen. Alle Stunde hielten wir an, um sie mit Wasser abzuspritzen und mit Wassermelonen zu füttern.
Wir sind nicht sicher, ob diese Bären als „Galle-Maschinen“ missbraucht wurden, doch wie Tuan sagt: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass Bären auf einer Bärenfarm überhaupt nicht verwendet werden. Als man die Bären betäubt hat, um sie in die Klemmkäfige zu stecken, wird der Käufer wahrscheinlich eine Entnahme von Gallensaft verlangt haben, um deren Qualität zu prüfen.“



Diese prächtigen Neuankömmlinge – die wir, bis sie ihre richtigen Namen von den Sponsoren erhalten, Chica (hier mit dem Eis im Lastwagen), Amigo (oben) und Rumbles (unten zusammen mit Jen) nennen - werden nun in unserem Rettungszentum heimisch. Bei allen sind die Pfoten und Eckzähne in Ordnung. Das ist einmal eine willkommene Abwechslung im Vergleich zu unseren Neuankömmlingen in China.



Sie genießen bereits die Leckereien aus frischen Früchten und Nüssen, ihre frischen grünen Zweige, aus denen sie sich Nester bauen – und natürlich die Bewunderung unserer Mitarbeiter.
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Hier ist der kleine „Pi“ 
Wie versprochen ist hier ein Foto des kleinen Pi, den wir aus dem Fluss Pi gezogen haben, der durch unser Rettungszentrum für Mondbären in Chengdu fließt. Er lebt jetzt zusammen mit Eric und dem Sicherheitsteam, das ihn gerettet hat.


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Die neuen Bären gewöhnen sich ein  
Auch jetzt, wo wir uns mit den Auswirkungen des Erdbebens beschäftigen, weiß ich, dass viele Menschen sich um die Gesundheit unserer neuen Bären sorgen. Natürlich mussten wir zunächst alle Behandlungen, bis auf die allerwichtigsten Operationen, verschieben, denn unser Veterinär-Team möchte nicht in die Situation geraten, dass ein betäubter Bär auf unserem OP-Tisch liegt und genau in diesem Moment ein neues Beben losgeht. Das letzte Beben am Montag, wir waren gerade mitten in einem Meeting, ließ unsere Stühle ganz schön wackeln.

Allen Bären geht es offenbar gut, aber wir sorgen uns ein bisschen um Bosham, dem es schwer fällt, sich zu bewegen. Heather, Lara und ihr Team behalten ihn sorgsam im Auge, aber allen anderen Bären sind wohlauf.

Plug, Gott segne ihn, hat gelegentlich noch immer Anfälle von Unmut, aber angesichts all der guten Dinge, die das Leben auf der Rettungsstation mit sich bringt, wird sein Charakter zunehmend besänftigt – und außerdem liebt er Bären- und Hundekuchen!

Inzwischen sind wir so gut wie sicher, dass Watermelon blind ist. Aber er fühlt sich wohl und ihre Beweglichkeit scheint sich auch zu verbessern – jedenfalls kann man ihn längere Zeit stehend sehen. Er ist auch fordernder geworden und macht sich laut bemerkbar, wenn er eine Mahlzeit erwartet oder wenn etwas von seinem Futter herunterfällt. Zum Glück haben unsere Bärenpfleger Verständnis und sammeln seine kleinen Reste auf und füttern sie ihm von Hand, bis auf das letzte Krümelchen.

Als wir gestern Nachmittag aus den Plastikzelten heraus kamen, hörte ich plötzlich die vertrauten, süßen Geräusche, die der hinreißende Haribo (sein Spitzname ist Poodley) mit seinem Mund macht. Eigentlich eher zufällig fand ich einen kleinen Reiscracker in meiner Tasche, der auch prompt innerhalb von Sekunden von diesem lustigen kleinen Bären vernascht wurde. Hoffentlich können Heather und das Team bald mit den großen Unterleibsoperationen beginnen, die all die neuen Bären brauchen. Wir werden Ihnen dann darüber berichten.

Nic, unsere Bärenmanager und Arbeiter haben mittlerweile ein neues Vergnügen für diese Bären entdeckt – etwas, das “stinkender Tofu” genannt wird. Du meine Güte – es riecht wie eine Abflussrinne, aber die Bären gieren danach. Sie essen es liebend gerne oder rollen sich darin voller Wonne, wie ein Hund in einem Kuhfladen. Ich denke, Sie wissen, was ich meine.

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Noch mehr Familienhunde gerettet 
Es ist Mittwoch. Wir haben noch sieben weitere Anrufe über die Hotline erhalten und jetzt stehen wir mitten unter 22 Hunden, die uns in Dujiangyjang übergeben wurden. Es ging zu wie im Tollhaus - Mitten im Chaos Heather, Judy und Christie bei den Gesundheitschecks, Impfungen, Registrierungen und Kennzeichnungen. Christie, Rainbow und Suki sorgten für einen geregelten Ablauf. Sie fotografierten und versicherten den Hundebesitzern, dass es ihren Lieblingen gut gehen wird.

Toby hat die Verwaltungsarbeiten in unserem Bärenzentrum etwas zurückgestellt und schleppt stattdessen zusammen mit Pan Qi, unserem Bärenpfleger, und Li He, unserem Fahrer, schwere Käfige.



Aus irgendeinem Grund fühlte ich das Bedürfnis, zu dem Markt für Haustiere zurück zu gehen, bei dem wir schon am Sonntag waren. Es war nur so ein Gefühl, dass da „noch etwas“ ist. Das „etwas“ war ein struppiger Collie in einem Käfig. Als wir mit Heather, der Tierärztin und Judy und Rainbow, die sich freiwillig gemeldet hatten, dort ankamen, fanden wir ihn. Er hatte Staupe und lag im Sterben. So ein lieber Hund. So krank und doch so ruhig. Als Judy ihn vorsichtig aus seinem Käfig befreite, wedelte er ein paar Sekunden lang mit dem Schwanz.

Ich rief Christie an und fragte sie, ob sie ihm einen Namen geben möchte. Sie wählte „Wish“ (Wunsch), um ihren eigenen Wunsch zu bezeichnen, dass die Leiden der Menschen und Tiere bald zu Ende sein mögen. Heather gab ihm vorsichtig die erlösende Spritze und wir alle streichelten ihn und flüsterten Worte des Abschieds und der Liebe.
Danach eilten wir zurück zur Rettungsstation. Wir waren dankbar, dass Fiona und Callais vom SPCA in Hongkong uns an diesem Tag beistanden. Wir hatten bereits Medikamente und Tiermedizinen von ihnen erhalten und jetzt waren sie auch noch hier, um in unserer Abwesenheit mit dem Strom der ankommenden Hunde fertig zu werden. Eine fantastische Unterstützung!

Eine Frau mit einem ausnehmend schönen Tibeter war außer sich vor Kummer. Sie erzählte uns, dass ihr Hund die „Nummer eins“ in ihrem Leben sei und jeder in ihrem nun zerstörten Zuhause dies wusste. Unterbrochen von tiefem Schluchzen sagte sie uns, dass er alles für sie bedeute und dass sie sich so schlecht fühle, wenn sie ihn nun verlasse. „Er will nicht fressen“, sagte sie. „Er weiß, dass ich ihn bald alleine lasse.“ Wie um ihre Worte zu unterstreichen, drehte der herrliche Hund mit seinen warmen braunen Augen den Kopf weg von dem Leckerbissen in ihrer Hand.

Nach ihr erzählte uns ein Mann mit einer hochträchtigen Pinscherdame, dass seine Hündin nun schon fünf Tage Wehen haben und über ihrem Termin sei. Heather machte sofort ein Auto bereit, damit Judy und sie in die Rettungsstation zurückfahren konnten, um dort einen Kaiserschnitt vorzunehmen. Bereits Augenblicke nach diesem Vorfall erhielten wir eine weitere trächtige Hündin. Damit waren es zwei, die dringend operiert werden mussten.



Das war vielleicht ein Nachmittag, doch er war noch nicht vorbei! Als Heather und Judy mit ihren Patienten abfuhren, verlud der Rest des Teams die übrigen 20 Hunde auf den Lastwagen und los ging’s zum Tierheim von Frau Qiao Na. Ihr Bruder Qiao Wie hat, seit wir ihn vor zwei Tagen zuletzt sahen, praktisch nonstop gearbeitet und so mehr Plätze geschaffen, wo Hunde und Katzen sicherer untergebracht werden können.

Als wir die neuen Hunde dort unterbrachten, sie mit Futter und Wasser versorgten und dabei auch nach denen sahen, die wir zwei Tage zuvor gebrachte hatten, konnte ich mich selbst davon überzeugen, dass es nun eng wird. In den nächsten Tagen wird Quiao Wei den Platz für zwei weitere Einfriedungen vorbereiten. Dann können auch unsere Bauarbeiter dort bei der Planung und dem Bau mithelfen.

Um 20 Uhr kamen wir schließlich wieder zu unserem Krankenhaus zurück. Ich rief Heather an. Zusammen mit der Krankenschwester Hayley war sie gerade dabei, die kleine Pinscherdame nach der Operation wieder zusammenzuflicken. Die Operation hat ihr das Leben gerettet – alle ihre Welpen waren tot und das hätte sie auch umgebracht, wenn ihr nicht noch rechtzeitig geholfen worden wäre. Alle beiden Hündinnen haben die Nacht überlebt und sie kommen auch zu Frau Qiao Na, wenn ihre Wunden verheilt sind.

Ein kleiner alter Zwergspitz, der ganz verwahrlost war und bei dem der Unterkiefer fehlte hatte nicht soviel Glück. Wir mussten ihn sanft einschläfern als wir erkannten, dass er im Leben nichts mehr zu erwarten hatte. Er stammte aus dem Laden für Haustiere vom vergangenen Sonntag und war sein ganzes Leben lang nur eine Zeugungsmaschine. Wie traurig, dass er nie eine Familie hatte, die ihn um seiner selbst liebte und nicht wegen seiner Fähigkeit, Nachkommen zu zeugen.



Als ich in mein Zimmer zurückging musste ich lächeln als ich Hayley in der Ferne gutmütig über Rubble klagen hörte (Bild oben wie wir ihn fanden und untern gebadet und rasiert, zusammen mit Christie, Rainbow und Hayley). Nun, den Bauch voll, hat er seine frühere Angst ganz überwunden und benimmt sich wie ein typischer Yorkshire Terrier. „Er tyrannisiert die anderen;“ beschwert sie sich lachend. „Dabei sollte man doch meinen, er müsste dankbar sein.“



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“Diese Tiere sind mein Leben” 
Am Montagnachmittag kamen wir um zwei Uhr wieder bei unserer provisorischen Aufnahmestelle in Dujiangyjang an. Eine Menschenschlange wartete schon auf uns. Eine Bestätigung für das Funktionieren unserer Hotline. Diese und auch eine Sendung eines örtlichen TV-Senders am Vorabend hatte die Besitzer von Haustieren über unser Hilfsangebot für ihre Hunde und Katzen informiert.
Aus den Anrufen bei der Hotline erwarteten wir, sieben oder acht Besitzer dort zu treffen. Doch schon die Größe der Schlange zeigte uns eine weit größere Anzahl. Die traurigen Besitzer umarmten ihre geliebten Familienmitglieder ein letztes Mal, bevor sie sie hergeben mussten. Doch welche Alternative bleibt ihnen sonst?
Schon platzt die Zeltstadt, in der sie alle leben aus allen Nähten. (Die Regierung hat die Zeltfabriken aufgefordert, weiterhin 40.000 Zelte pro Tag herzustellen) und manche Nachbarn sind Hunden gegenüber, wenn sie nur ein paar Zentimeter entfernt leben, nicht sehr tolerant. Auch für die Behörden war das keine einfache Situation. Zwischen den Menschen, die verzweifelt ihre Haustiere behalten wollen und den Klagen der anderen, dazu Gerüchte von Krankheiten – es war klar, dass dabei die Hunde verlieren mussten.
Doch die Massentötung ist nicht die richtige Antwort darauf. Wenigstens in Dujiangyjang konnten wir den Menschen, die sich um das Leben ihrer Haustiere so große Sorgen machen, etwas Hilfe und Hoffnung bringen.
Nachdem wir uns eingerichtet hatten, war unsere erste Besucherin eine Dame, die ihre zwei kleinen Zwergspitze in den Armen hielt. Ihre Namen, sagte uns Frau Xiao Ru Lan, seien Niu Niu (Kleines Mädchen) und Fei Fei (Dick Dick). Für uns brachte diese Namensgebung einen kurzen heiteren Moment in diese traurige Lage, denn wir sahen, dass Niu Niu die dickere der beiden war.

Während des Erdbebens rannte Niu Niu davon und wurde neun Tage lang nicht mehr gesehen. Frau Xiao fand sie schließlich zitternd in ihrer beschädigten Wohnung wieder, wohin sie durch die Straßen voller Schutt zurück gefunden hat.
Sie konnte die Tränen nicht unterdrücken und sagte mehr als einmal „diese Tiere sind mein Leben“. Jetzt musste sie in ein fremdes, dürftig eingerichtetes Zelt zurück - ohne ihre Begleiter, die ihr in diesen harten Zeiten so viel Trost gegeben haben. Sie konnte nicht verstehen, warum sie sie weggeben musste und betonte immer wieder, wie reinlich sie seien: „Selbst im Winter bade ich die beiden“, sagte sie traurig.
Hier ist ein Bild einer anderen Niu Niu (ein sehr beliebter Name!) und Xiao Xiao, beide bereit zu ihrer Reise nach Chengdu.



Der nächste war eine kleine Chihuahua genannt Wang Wang (die Wohlhabende), die einem älteren Mann gehört, der auch den Tränen nahe war. Während er sie an seine Brust drückte erklärte er uns, dass Wang Wang seine einzige Begleitung sei, jetzt, da die Kinder das Haus verlassen hatten. Immer wieder wiederholte er „ich will sie nicht weggeben“.
Weiter ging es mit einem Zwergspitz von Frau Hang Jie Yiang, die ihn zunächst aufs Land schicken wollte, aber sich anders entschloss, als sie von unserem Pflegeangebot las. Auch weil wir näher bei ihrem Flüchtlingslager sind. Sie war glücklich, dass ihr wertvoller Hund versorgt war und noch glücklicher, dass sie ihn bald besuchen kann.
Am Ende des Tages waren 18 weitere Hunde gerettet und auf dem Rückweg zum Qi Ming Tierheim von Frau Qiao Na. Dort wird es langsam eng. Die schiere Zahl der ankommenden Tiere macht uns Sorgen. Wo hören wir auf? Wie können wir weitere Unterkünfte für die Hunde bauen, wenn es praktisch keinen Platz mehr gibt?
Natürlich ist auch die Finanzierung immer ein Problem. Eine Unterkunft für ca. 30 Hunde kostet umgerechnet 10.000 US$ (Für westliche Verhältnisse ist das nicht teuer, doch in China ist das ein Vermögen). Doch wir müssen es weiter versuchen. Obwohl sie ihr Wasser trinken und auch fressen, sind die Hunde unglücklich und verwirrt. Wir müssen sie müssen bald aus ihren Käfigen herausholen.

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