Wie sind wir doch gewachsen! 
Als ich diese Woche unser Bärenzentrum in Vietnam besuchte, konnte ich es gar nicht erwarten, einen Rundgang zu machen und alle Bären zu besuchen. Aber auch die süßen Welpen Maggie, Angus und der kleine Taurus konnten es kaum erwarten mir zu zeigen, zu welch kleinen Rangen sie heute geworden sind.

Unser armes Bärenteam hat rund um die Uhr daran gearbeitet, ihnen eine Welt voller Spaß und Erkundungsmöglichkeiten zu geben. Neuartige Spielzeuge, Planschbecken, Kisten mit Sägemehl und Leitern und Reifen um zu klettern – doch all das lag schon zehn Sekunden, nachdem die Tür zum Spielzimmer geöffnet wurde, in Trümmern.

Mit den zerbrochenen Spielsachen um sich herum sahen die Welpen gegenseitig an, um sich dann gegenseitig zu „unterhalten“ und ihre Stärke zu testen. Fast wie Sumo-Ringer im Wettkampf.

Angus zeigte sich als ein toleranter Spielgefährte für Taurus und hat nie fest zugebissen. Doch seine Schwester Maggie scheint offensichtlich diese Raufereien als unter ihrer Würde zu halten und spielt selbstvergessen mit den Resten der Spielsachen oder planscht in ihrem Pool.

Wie jeder aus dem Team vergöttert auch Belinda, unsere leitende Bärenmanagerin, sie alle. Obwohl wir (offiziell) keine Lieblinge kennen, scheint ihr besonders „Taurus the Terror“ ans Herz gewachsen zu sein. (Dessen ungebührliches Benehmen ist, das muss ich betonen, kein Abbild seiner lieben Sponsoren, Jo Politis und Richard Collins aus Adelaide, Australien!)

Hier sind ein paar Fotos dieses entzückenden kleinen Kerls – der am 5. Mai von der Forstschutzbehörde an die Tierärztin Leanne übergeben werde, die sich so sehr über die gute Pflege von Taurus gefreut hat, die er dort nach seiner Beschlagnahmung erhielt.





… und dann im Rettungszentrum







In den letzten paar Wochen hat der „kleine“ Taurus jeden mit seinem schnellen Wachstum überrascht – von ursprünglich 2 kg bei seiner Rettung auf jetzt gesunde und runde 18 kg.

Belinda, die seit fast 20 Jahren mit Wildtieren umgeht, durfte sich noch an einer letzten bärigen Umarmung erfreuen, bevor Taurus seinem knuddeligen Babyphase auf Wiedersehen sagen musste und jetzt eine neue „bitte nicht berühren“ Phase seiner Entwicklung beginnt.



Weil Taurus als winziges Jungtier von seiner Mutter gestohlen wurde (höchstwahrscheinlich wurde Sie dabei von den Wilderern getötet), brauchte er die Berührung und die Wärme von liebenden Armen – und Belinda war nur zu gern bereit, dafür zu sorgen!

Sie erklärt „Wir haben auch weiterhin ein besonderes Auge auf Taurus. Denn obwohl er zwei neue Freunde hat, die er sehr liebt, sieht er uns noch immer als seine Mutter. Daher wollten wir uns langsam von ihm zurückziehen.“

Jetzt ist er alt – und gewiss auch groß – genug, um die nächste Entwicklungsphase zu beginnen. Das Ärzteteam und Belinda sind sich einig, dass an einem der Tage in der nächsten Woche der Körperkontakt zu seinen Pflegern, der bis jetzt so wichtig für seine Entwicklung war, aufhört.

Er kommt dann in ein Gehege voll mit verlockenden Dingen – Spielzeuge, die ihn herausfordern und stundenlang beschäftigen, Tröge voller Wasser oder Sägemehl, Seile zum schwingen und Leitern zum klettern – das wird so etwas wie sein erster Schultag!

Dort wird Taurus bleiben und durch die verbundenen Gehege auch mit Maggie und Angus spielen können.

Bald mehr von den anderen Mondbären in Vietnam. Auch von David und Lamma, den beiden prächtigen Sonnenbären, die nur Augen für sich haben.

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Sorglos glücklich... 
Unsere Tierärztin Jen hat dieses anrührende Bild von Virginia zusammen mit ihrem wöchentlichen Bericht über die Bären in Chengdu geschickt. Es zeigt Virginia. Obwohl sie keine Augen mehr hat, tut sie "das, was Bären am besten können - in der lauen Sommerbrise schnuppern", so Jen.


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Zuhause ist, wo dein Herz ist 
Die kleine Kaya muss einer der glücklichsten Hunde auf Erden sein. Nic, unser leitender Bärenpfleger, erinnert sich an den winzigen, abgemagerten Welpen und seine Ankunft in unserem Rettungszentrum in Chengdu, nachdem er in den Straßen aufgelesen wurde.

Die ganze Nacht weinte sie, bis die Bärenbetreuerin Pernille die Mutterpflichten übernahm, sie mit in ihr Zimmer nahm, um sie an Menschen zu gewöhnen. Eine unserer Katzen – die schwarze Tat-Tat – wurde ihre beste Freundin. Jetzt liebt sie alle Katzen.



Im September 2008 kam Kirvil Skinnarland wieder auf Besuch zu uns nach Chengdu. Kirvil war einfach fantastisch und hat Animals Asia durch einen strategischen Planungsprozess geführt. Sie kam zurück, um dem Team bei der Umsetzung dieser Pläne zu helfen.

Für sie und Kaya war es Liebe auf den ersten Blick. Nachdem sie Pernille um Erlaubnis gebeten hatte, ob sie für sie ein paar Tage lang in ihrem Zimmer sorgen könne, entschloss sich Kirvil, Kaya mit zu sich in die USA zu nehmen – uns so wurde Kaya am ersten Mai ein offizieller Bürger des Staates Washington.

Sie sagt selbst: „Jemand fragte mich kürzlich (eine Frage, die ich erwartet habe) warum ich einen Hund aus China mitbringe wenn es hier Hunde gibt, die ein Heim brauchen? Das stimmt. Doch nach meiner Ansicht ist es das gleiche, ob ein Hund hier oder sonst wo auf der Welt ein Hei braucht. Für mich ist eine solche Frage wie: Warum gibst Du Geld um hungernden Kindern in Afrika zu helfen wenn es noch immer hungrige Kinder in Amerika gibt?

Verlassene Hunde haben in Amerika zumindest Unterkunft und eine vernünftige Versorgung in einem Tierheim, während sie auf Adoption warten. Wenn sie nicht adoptiert werden, haben er oder sie zumindest einen humanen Tod.

In vielen Ländern in Asien gibt es wenige Tierheime für Straßenhunde, falls überhaupt. Die wenigen, die es gibt, können für ihre Hunde nicht einmal die grundlegendste Zuwendung bereitstellen. Die Straßenhunde müssen hungern, sie erwartet Krankheit, Grausamkeit und eine lange quälende Reise auf die Tiermärkte in China, wo sie totgeschlagen werden.

Kaya ist genau so zutraulich, gefühlvoll, intelligent und treu wie jeder “amerikanische“ oder „kanadische“ Hund, den ich bisher gehabt habe. Sie und Millionen wie sie in China und sonst wo in der Welt haben es besser verdient.

Ohne Quarantänevorschriften ist es relativ einfach, einen „chinesischen Mischling“ (So ist ihre Rasse in ihren Papieren beschrieben) nach Kanada oder den USA zu bringen.“

Die Bilder sprechen für sich – oben ist Kaya als kleiner Welpe. Jetzt, gesund und sicher in den Armen von Kirvil. Die jüngsten Fotos von Kirvil und Kaya wurden am wunderbaren Wenatchee See aufgenommen, dessen sehr kaltes Wasser von den Gletschern der Cascade Berge im Staat Washington kommt.





Kirvil: „Kaya liebt das Wasser und ich werde versuchen, ob sie mit mir schwimmt, wenn es etwas wärmer geworden ist. Sie ist einfach süß und ein wunderbarer Begleiter, gutartig und sanft. Sie liebt meine Katzen und eine davon, Max, ist sehr stolz auf sie.“


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Im Schatten des Mondes 
Von Zoos in China haben wir erfahren, wie die Tiere dort auf die Sonnenfinsternis der vergangenen Woche reagiert haben. Offenbar gingen Elefanten und Giraffen zurück in ihre Ställe, da sie dachten, es sei Nacht. Kraniche und Flamingos schliefen ein und erwachten wieder, als das Licht zurückkam – für sie begann offenbar ein neuer Tag.

Die Sonnenfinsternis vom Mittwoch war mit ihren sechs Minuten und 39 Sekunden die längste Finsternis des Jahrhunderts und war in ganz Südostasien sowie im Westpazifik zu beobachten.

Auf meinem Weg zu unserer Rettungsstation in Vietnam rief mich Rainbow aus Chengdu an und erzählte ganz aufgeregt, wie er bei unserem Eingewöhnungsgehege stand, als es für mehr als sechs Minuten „Nacht“ wurde. Er machte ein paar sehr schöne Aufnahmen von diesem historischen Ereignis.







Und wie haben unsere Bären darauf reagiert? Offensichtlich haben sie … überhaupt nichts getan. Diese sorgenfreien Bewohner haben es „nicht einmal ignoriert“ und waren weiter mit ihrem Picknick beschäftigt! Doch laut Rainbow war das bei den menschlichen Teammitgliedern in Chengdu ganz anders.

Rainbows Tagebuch der Sonnenfinsternis vom 22. Juli

An diesem Vormittag gab es in Chengdu viele Wolken und wir haben nicht erwartet, überhaupt etwas von der Sonnenfinsternis zu sehen. Doch immerhin waren wir vorbereitet und hatten unsere Handys und Kameras bereit. Einige wie Forrest, David und Dai (s. Bild) hatten sich auch dicke Sicherheitsgläser beschafft, die unsere Handwerker beim Schweißen benötigen.



Plötzlich sahen wir ein kleines hellblaues Wolkenloch und dann geschah es – die Sonne verschwand zum Teil hinter dem Mond! Einige von uns schrieen! Ich nicht, da ich jede Sekunde nutzte, um dieses einzigartige Ereignis (einmal in 500 Jahren) mit Kamera und Videokamera festzuhalten. Die Sonne verschwand oft hinter den Wolken.

Dann wurde es ohne Vorwarnung und mit erstaunlicher Geschwindigkeit Nacht. Ein solches Naturschauspiel zu sehen ist ein einmaliges Erlebnis. Selbst wenn es bei uns keine totale Finsternis war.

Zu diesem Zeitpunkt gingen alle Lichter am Balkon des Verwaltungsgebäudes, den Bärenhäusern und den Unterkünften an. Ich weiß nicht, wie es den anderen ging. Doch ich hatte ein wirklich seltsames Gefühl! Nicht so wie morgens um 9 Uhr – mehr wie abends um 9 Uhr. In der Dunkelheit (die durch die Wollen noch verstärkt wurde) lief ich ans andere Ende des Gebäudes, von wo ich ein paar verwaschene schwarze Bälle sehen konnte die langsam in dem Gehege herumstreunten.

Per Walkie-Talkie kontaktierte ich Chen, einen unserer Bärenbetreuer an und fragte, ob die Bären sich irgendwie anders verhielten, um diesen „besonderen“ Moment zu feiern. „Alles normal! Sie genießen ihr Futter auf der Wiese“, war die Antwort von Chen.

Als ein paar Minuten später das Licht zurückkam, fotografierte Rainbow unsere liebe Laetizia, die von all der Aufregung ganz ungerührt geblieben war:



Was unsere anderen behinderten Bären betrifft, sandte unsere freiwillige Tierarzthelferin Judy diese schöne Botschaft, in der sie schilderte, warum die Bären nicht auf die Sonnenfinsternis reagierten:

„Vor meinen Augen sehe ich ein schönes Bild von ihnen, wie sie alle einfach faul herumliegen, wenig tun und sich durch nichts in ihrem Nichtstun stören lassen. Animals Asia kümmert sich um alles, was sie brauchen – sie wissen, dass wir die Sonne wieder einschalten, wenn wir sie geprüft oder gewogen haben.“

PS: Später am Morgen hatten die Tierärztin Jen und die Tierarzthelferinnen Caroline und Wendy einen schlafenden Charly für eine Routinekontrolle auf dem OP-Tisch. Natürlich konnten sie nicht widerstehen und mussten ein Bild von „Charly’s Engel“ schießen, auf Chendu Art !


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Ein Segen für alle 
Der bekannte Tierverhaltensforscher Marc Bekoff, unser wunderbarer Freund, und ich waren und sprachen letzte Woche auf der Konferenz „Achtet die Tiere“ in Newcastle bei Sydney.

Marc kam rechtzeitig in Newcastle an, um dem Segen der Tiere beizuwohnen. Ich weiß, dass er nichts dagegen hat, wenn ich seine berührende Ansprache dort mit Ihnen teile.

… heute las ich die ersten Verse (siehe unten) für einen Segen der Tiere, der in einer Kirche hier gespendet wurde… Die brave Bella (hier im Bild mit Marc) hat mich begleitet … und auch ein paar Hunde. Eine großartige Erfahrung und sehr fortschrittlich … Es gab Vertreter vieler verschiedener Glaubensrichtungen, von Christen, Buddhisten, Baha’i, Hinduisten etc. etc., und dazu eine Frau, die als erster Kaplan im größten Tierkrankenhaus der südlichen Halbkugel wirkt.



Ein jeder zündete für die Tiere, die in den verschiedensten Orten benutzt werden, eine Kerze an. Das geht von Laboratorien für die Forschung und Lehre über Zirkusse, Zoos bis hin zur Verwendung als Nahrung und für Kleidung … Am Ende sprach das Kirchenoberhaupt in einer der stärksten Ansprachen, die ich je gehört habe über den Respekt für Tier. Er erinnerte daran, dass auch Tiere Ausdruck des Lebens an sich und keine Sache sind … besonders scharf sprach er die Missbräuche in den Forschungslabors an. Er endete mit einer bewegenden Botschaft der Hoffnung.

Insgesamt war das ein wunderbarer Nachmittag und seine Botschaft war, dass „Gleichgültigkeit keine Wahl ist…“

Mit dieser Botschaft eröffnete Marc später auch die Konferenz in Newcastle, die nach einem seiner zahlreichen Bücher unter dem Motto „Achtet die Tiere“ stand.

Es folgt ein Abschnitt aus dem Buch „Unbezahlbar – die verschwindende Schönheit eines zerbrechlichen Planeten“ des australischen Schriftstellers Bradley Trevor Greive.

Für die gefährdeten Arten sind wir zugleich der größte Feind und ihre einzige Hoffnung.
Diese wunderbaren Geschöpfe streiten sich nicht mit uns.
Sie kämpfen nicht.
Sie betteln nicht um Gnade.
Sie sagen nicht auf Wiedersehen.
Sie schreien nicht
Sie verschwinden einfach.
Danach herrscht Stille.
Und es wird Stille sein.
Und Leere.
Und nichts was Du sagst, wird das ändern.
Nichts was Du tust, wird sie zurückbringen.
Wo so viele Leben auf dem Spiel stehen, wird der Weg den wir heute wählen das Geschick der Welt bestimmen.
Daher liegt es an uns, an Dir und mir, zu entscheiden, wer lebt und wer stirbt.

Marc schloss mit diesen wunderbaren Worten:

Wenn es uns gelingt, unser Verhältnis zu unseren Mitgeschöpfen und unserer Umwelt auch nur ein klein wenig zu verbessern, wenn wir nur eine kleine Anstrengung unternehmen, um die schlimmen von uns geschaffenen Zustände umzugestalten, werden sich daraus viele Gelegenheiten für ein blühendes Leben entwickeln.

Jeder, der einen Sonnenaufgang gesehen hat, auf einen Baum gestiegen ist, den Duft einer Rose gerochen, ein Kätzchen gehalten oder den unvergesslichen Liebesgesängen eines Wals gelauscht hat weiß tief in seinem Herzen, wie wunderbar dieser Planet wirklich ist.

Um unsere Heimat und die unvergleichlichen Tiere in ihr zu bewahren, muss man nur die Welt sehen wie sie ist und eine Vorstellung davon haben, wie sei sein könnte.

Diese Vorstellung soll Dir dann den Weg zeigen, Dir Stimme und Herz sein.

Wenn Du das kannst, ist Hoffnung. Es wird Schönheit geben und Freude – die Erde wird leben.

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