Ein Jubiläum, vom Regenbogen gesegnet 
Ich danke Ihnen allen für die wunderbaren Glückwünsche zu unserem 15. Geburtstag am 8. August. Jede Nachricht war etwas Besonderes und hier ist eine, die für sie alle steht. Erhalten haben wir diese Nachricht von meiner wunderbaren Freundin, Mentorin und unsere Schirmherrin aus UK, Virginia McKenna OBE.

"Ich denke an Jill, ihr wunderbares Team und natürlich an all die Bären und Hunde, die sie in den letzten 15 Jahren gerettet haben. Ich denke mit großer Bewunderung und Dankbarkeit an diese Menschen und an die Tiere mit tiefer Zuneigung und Respekt.“

"Ich denke auch an Tausende von Menschen, die Animals Asia bereits beeinflusst hat, die Tiere auf eine andere Weise zu betrachten und ihnen mit dem Mitgefühl zu begegnen, das sie verdienen. Der 15. Jahrestag von Animals Asia ist in vielerlei Hinsicht ein denkwürdiger Tag – genauso wie alle Jubiläen, die noch folgen werden.“

Wir verbrachten den Tag mit unserem Team und den Bären in Chengdu. An diesem Abend, als wir mit rund 200 Mitarbeitern und VIP-Gästen feierten, schauten wir in den Himmel und sahen etwas, was wir noch nie zuvor gesehen hatten - einen wunderschönen Regenbogen mit der Form einer Mondsichel.

Für Personen, die a) selten Regenbögen sehen und b) noch nie einen mit dieser besonderen Form gesehen haben, fühlte sich dieser Moment zutiefst besonders an – und vielleicht war das ja ein Glückssymbol für die nächsten Wochen und Monate, die auf uns zukommen.

Breaking the bars („Die Gitterstäbe zerbrechen“) - unser Versprechen an die Bären.


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Nothilfe Bärenrettung


Wo sind nur die letzten 15 Jahre geblieben? 
Es war ein denkwürdiger Tag in Hongkong, als eine kleine Gruppe mit einigen aufgeregten Therapiehunden von Dr. Hund in einen offenen Rundfahrtenbus kletterte, der mit Bannern und Ballons geschmückt war. Dieser Tag markierte den Beginn von Animals Asia am 8. August 1998.

08.08.98 – dieses Datum wurde in voller Absicht gewählt, da es die Glück versprechende Ziffer 8 und auch die Ziffer 9 enthält, die für ein langes Leben und Harmonie steht.

Gegründet mit dem primären Ziel, sich um die Bären, Hunde und Katzen zu kümmern, ist sich Animals Asia seitdem treu geblieben. Wir arbeiten, bis die letzte Bärenfarm geschlossen ist, bis die Bären aufwachen können und ihnen dabei die Sonne auf den Rücken scheint, ohne Furcht im Herzen. Und wir arbeiten, bis Hunde und Katzen als unsere Freunde gefeiert werden und nicht mehr als Nahrung.

Seit jenem glücklichen Tag hat sich die Tierschutzbewegung explosionsartig vergrößert und weiterentwickelt und Animals Asia ist sowohl in China als auch in Vietnam ganz vorne dabei. In beiden Ländern sind Gallefarmen jetzt ein Thema. In Vietnam sind die Farmen sogar schon verboten und in China wächst der Teil der Bevölkerung, der diese grausame Industrie verachtet. Im vergangenen Jahr wurde diese Industrie zu einem der 10 meist diskutierten Themen. Man muss sich nur einmal diese Cartoons ansehen (und es gibt hunderte ähnliche Cartoons, mit denen die Menschen ihre Gefühle ausdrücken).











Gestützt auf umfassende Vorarbeiten von Toby Zhang, unserem Direktor für öffentliche Angelegenheiten in China und seinem Team ist dies auch für dieses Jahr unser Ziel. So feiern wir heute in Chengdu, in der Provinz Sichuan, zusammen mit der Gemeinde der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) den Einklang mit der Natur und das „Heilen ohne Grausamkeit“.

Aus vier Apothekenketten und 33 Geschäften für TCM-Bedarf wuchs die Kampagne seit dem Jahr 2010 auf 11 Apothekenketten und 260 TCM-Geschäfte heran. Alle verkünden öffentlich, dass sie Bärengalle weder verschreiben, noch an ihre Kunden verkaufen. Wenn man die Sensitivität des Themas Bärengallefarmen kennt und weiß, dass es für Vertreter der medizinischen Berufe nicht immer leicht ist, sich öffentlich zu bekennen, ist der Mut der Teilnehmer besonders bemerkenswert. Auf diesem Bild verbrennen wir zu Beginn der Kampagne Produkte aus Bärengalle.



Wir glauben, dass wir einen Wendepunkt erreicht haben und wir zählen auf die freundschaftliche Unterstützung von immer mehr Fachleuten auf diesem Gebiet. Sie alle unterstützen unsere Kampagne und helfen so, die Bärengallefarmen ein für allemal zu schließen. Es ist einfach richtig, dies für eine der gefährdeten Tierarten in China zu tun – aber auch für die Gesundheit der Patienten. Heilen ohne dabei zu schaden – das ist die wahre Harmonie zwischen der Traditionellen Chinesischen Medizin und der Natur.





Zur gleichen Zeit hat auch ein Restaurant in Chengdu einen neuartigen Weg gefunden, das 15jährige Bestehen unserer Kampagne zur Rettung der Bären zu feiern: Sie haben einen Mondbären Tiramisu Nachtisch kreiert. Der Erlös aus dem Verkauf dieses Desserts wird unserem Rettungszentrum in Chengdu gespendet.





Die Aktion startete diese Woche, zusammen mit unserer „Moonie“, die in China sehr populär ist (und der herzlichen Bitte an alle Menschen in China, die Bären zu unterstützen. Diese Bitte wurde von unserer Linda aus der Gruppe für Öffentlichkeitsarbeit formuliert). Dies ist nur ein weiteres Beispiel für die Leidenschaft der Öffentlichkeit, im Kampf für das Ende dieser beschämenden und schändlichen Industrie.

Doch auch Tuan Bendixsen und sein Team starteten in Vietnam eine große Sensibilisierungskampagne, um die Öffentlichkeit über die Schrecken der Bärengallefarmen aufzuklären. Das schöne Touristengebiet der Ha Long Bucht in der Provinz Quang Ninh war am Wochenende das Ziel von Tuan und seinem Team. Sie trafen mit Mitgliedern des Rats von Bay Chay Ward aus der Stadt Ha Long und Vertretern der Forstschutzbehörde von Quang Ninh zusammen. Die örtliche Regierung hatte auch Hotelbesitzer und Geschäftsleute dazu eingeladen, sich über die Ziele der Kampagne zu informieren.



Zusammen mit Tuan forderten sie die Anwesenden auf, die Bären zu schützen und die Gesetze zum Schutz von Wildtieren zu befolgen. Da in dieses Gebiet jährlich etwa 2 Millionen Besucher kommen, war diese Veranstaltung besonders wichtig!

Sie dauerte eine ganze Woche und große TV-Sender und Zeitungen berichteten darüber. An Besucher und Touristen wurden am Kai, in den Hotels, in Restaurants und an anderen zentralen Punkten 12.000 Infobroschüren verteilt.



Die Behörden haben Tuan und dem Team gestattet, 120 Plakate entlang des Kais und in der Nähe des Drehkreuzes aufzustellen, wo die Besucher auf die Schiffe in Richtung Ha Long Bay (einem offiziellen Weltkultur Erbe) gehen. Unterstützt wurden sie dabei von der Vize-Miss Vietnam 2012 aus Hanoi.







In diesem Jahr werden beide Teams in China und Vietnam wichtige Komponenten unserer Strategie für das Ende der Bärengallefarmen verstärken und wieder bleibt mir nur, mich bei ihnen und dem ganzen Team von Animals Asia zu bedanken. Denn sie machen wirklich die beste und leidenschaftlichste Organisation der Welt aus.

Viele, die unsere Reise begleiten, wissen, dass dieses Team die Ziele kennt und unermüdlich dafür arbeitet, sie zu erreichen. Dabei nicht zu vergessen, die Hunde und Katzen und die in Gefangenschaft lebenden Tiere in Zoos und Safariparks. Die Kampagnen in diesen Bereichen werden von Irene Feng und David Neale geleitet und wachsen ebenso, wie unsere Bären-Kampagne. In meinem nächsten Blog werde ich auch darüber berichten.
Zum Schluss, hier ein sehr schönes Gedicht von Caroline Herd, die vor Kurzem über unseren Bären namens Dick und seinen Umgang mit seinen Freunden geschrieben hat. Das jetzige Gedicht von Caroline ist der beste Weg um mich bei allen zu bedanken, die diesen Bären helfen und sie verteidigen.

Somit widme ich diesen Blog und das Gedicht unseren Unterstützern, unseren Champions und all den Tieren, die in den vergangenen 15 Jahren ein besseres Leben gefunden haben – und jenen, die noch unserer Hilfe bedürfen.

Bitte bleibt auch weiterhin an unserer Seite und tragt die Bären, Hunde, Katzen und die gefangenen Tiere in euren Herzen … bis die Grausamkeit endet.

From the bears
Well my name is Dick, I know we’ve met before,
I’m the one with the scars and the name on my door,
And though I’m not artistic or much of a rhymer,
I wrote you a poem from us moon bears in China.

It was just to say thanks, cause we want you to know,
For all that you do and the lengths that you’ll go,
You fill us with pride, and we stand so much taller,
With Animals Asia still fighting our corner.

I can sit on my platform, look down at house six,
It’s the place we all dreamt of, we love it to bits.
The bad times have hurt us, but they’ve been and gone,
We find and make friends here, we heal and move on.

But the cages are stacked lest we never forget,
So many bears waiting, not free of them yet.
We know that you’ll find them, bring them into the sun,
Crack open the bars, for every last one.

Through all of our troubles you’ve never backed down.
Through floods and evictions, stood firm, held our ground,
And still you persist as the thorn in the side
Of the farmers who hurt all the moon bears they hide.

So this one’s for you, it’s our thanks and our cheers,
Just look what you’ve done with the last twenty years,
You gave us a home, and an army of friends,
To fight the good fight, till the cruelty ends.

And we’re seeing it through, cause the end is in sight,
The moon bears can’t lose if the world hears their plight.
You’ve changed things forever, let us never go back,
So with love from us all,
Thanks,

Your Asiatic black xxx




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Nothilfe Bärenrettung


Lesley trifft das Team von Dr. Hund 
Ursprünglich wurde der Besuch unserer lieben Lesley Nicol geplant, damit sie die Bären treffen konnte – und natürlich, damit diese davon profitieren, wenn sie wieder zu Hause ist und über ihren Besuch berichtet!



Doch bei ihrem Besuch in Chengdu nahmen Lesley und ihr Mann Da’aboth sich auch die Zeit, um unser Tiertherapie-Programm „Dr. Hund“ zu unterstützen. Kein Sightseeing für dieses wunderbare Paar – sie wollten den Tieren Chinas während den aufregenden und wenigen Tagen ihres Besuchs so gut helfen, wie es ihnen möglich war!



Unser Morgen bei Dr. Hund begann mit Lesleys Teilnahme bei der Prüfung potenzieller Hundekandidaten. Sie beobachtete, wie die Hunde von Suki, Cherry und Jenny aus unserer Abteilung für den Schutz von Hunden und Katzen in Chengdu durch verschiedene Tests geführt wurden. Auch Marnie und Cassy, unsere Manager von Dr. Hund aus Hongkong, waren dabei.



Noch bevor die Dr. Hund Anwärter eine Pfote in den Prüfungsraum setzen konnten, wurden ihre Besitzer darüber aufgeklärt, was sie erwartet und wie die Hunde sich verhalten sollten. Suki und ihr Team hatten die Bewerber für Dr. Hund bereits durch eine Vorauswahl geschickt und diejenigen ausgesondert, die wohl keine Chance haben würden, die Tests zu bestehen. Das ist klar, denn unsere Dr. Hunde müssen zu 100 Prozent vertrauenswürdig sein, wenn sie Patienten und Empfänger ihrer bedingungslosen Liebe besuchen. Schon eine hochgezogene Lefze oder das Knurren während des Tests hat ihre sofortige Ablehnung zur Folge.








Die meisten Hunde schafften es, darunter der süße zweibeinige – ja, richtig gelesen – zweibeinige braune Pudel, den eine wunderbare Helfergruppe im Qiming Schutzzentrum für Kleintiere in Chengdu gerettet hat.



Seit Jahren schon betreiben Qiao Wei und sein Team Qiming und retten immer wieder „Fleischmarkt“-Hunde, indem sie sich bei den Behörden einsetzen, um Lastwagen voll illegaler Streuner und gestohlener Tiere zu stoppen. Heute leben etwa 1.000 beschlagnahmter Hunde bei ihnen. Im Laufe der Jahre hat unser Team häufig mit ihnen zusammengearbeitet und ihnen bei den Rettungsaktionen und der Finanzierung von Vollzeit-Kräften, die zur Pflege der Hunde nötig sind, geholfen.

Die kleine zweibeinige Xiao Fu hatte Glück. Sie wurde nicht auf einem Lastwagen gefunden, sondern auf der Straße. Ihre Geschichte begann mit vielen Posts besorgter Bürger in sozialen Netzwerken. In der chinesischen Version von Twitter baten sie Qiao Wei und sein Team einem Streuner zu helfen, der schreckliche Wunden und gebrochene Beine hat und der in alte, schmutzige Kleider gewickelt war.

Keiner wusste, was geschehen war, ob sie bewusst verletzt wurde oder ob sie einen schlimmen Unfall hatte. Doch weil ihre Beine durch den langen Aufenthalt in den Straßen schon septisch wurden, brauchte Xiao Fu schnelle Hilfe!

Der Tierarzt, zu dem sie gebracht wurde, war überzeugt, dass sie schlecht behandelt worden war. Sechs Monate dauerte ihre Behandlung. Beide Beine auf der rechten Körperseite mussten amputiert werden und ein Bein auf der linken Seite musste ebenfalls behandelt werden. Zunächst wusste niemand, ob sie die Operationen überstehen würde und natürlich waren Qiao Wei und sein Team nicht sicher, ob sie mit nur zwei Beinen an einer Seite wieder laufen können wird.

Doch irgendetwas in Xiao Fus Charakter sorgte wunderbarerweise dafür, dass sie nicht nur die Operationen überstand, sondern auch eifrig wieder versuchte zu laufen. Laut Qiao Wei waren die ersten Tage besonders hart für diesen so entschlossenen kleinen Hund. Zunächst hüpfte sie nur, um schneller und schneller zu werden, bis sie rannte – um wieder hinzufallen, nachdem es ihr nicht möglich war, wieder zu stoppen! Qiao Wei und sein Team dachten daran, einen kleinen Rollwagen zu bauen, doch Xiao Fu hatte anderes im Sinn. Sie übte weiter die Balance zu halten, bis sie schließlich die Kunst beherrschte, auf zwei Beinen zu gehen.





Heute lebt dieser tapfere kleine Hund bei der Mutter von Qiao Wei und all den anderen geretteten Hunden in Qiming. In den Medien kursieren viele Geschichten über ihren Mut und ihre Entschlossenheit, so zu sein, wie ein normaler Hund. Die Leser lieben es zu hören, dass Xiao Fu lieber selber laufen will, als getragen zu werden. Wieder einmal beweist ein Botschafter von Dr. Hund, wie außergewöhnlich tapfer und treu Hunde wirklich sind – warum sie unsere Freunde sind... und nicht unsere Nahrung.




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Nothilfe Bärenrettung


Nochmal großes Glück gehabt 
Nachdem es jetzt weniger regnet und das Hochwasser bei unserem Rettungszentrum in Chengdu endlich zurückgegangen ist, möchte ich mich bei allen herzlich bedanken, die sich dieser Herausforderung so tapfer gestellt haben und uns mit ihren Spenden so großzügig geholfen haben, die Reparaturen zu finanzieren.

Kaum vorstellbar, dass es noch vor weniger als drei Wochen Sturzbäche regnete und der schnell steigenden Fluss Pi hier über die Ufer trat. In einer unvergesslichen Nacht kam um 11 Uhr abends Richard, unser Chef der Verwaltung, und sagte, dass die Behörden den Zhipingpu Damm flussaufwärts geöffnet hätten um den Wasserdruck zu vermindern – dabei blieb unklar, was dies für das Zentrum und den Rest der Nacht bedeutet.

Immer wieder kamen Erinnerungen an das Erdbeben 2008 zurück, als die englische Botschaft uns anwies zu evakuieren, da nicht sicher war, ob der Damm halten würde. Man sagte uns klar und deutlich, dass wir bei einem Dammbruch alle versinken würden. Damals hat der Damm zum Glück gehalten und wir alle beteten dafür, dass die Dinge sich zum Besseren wenden würden.

Leider hat Mutter Natur manchmal andere Ideen und hat uns dieses Jahr mit starken Regenfällen und Hochwasser geprüft. Das Farmland rings herum war überschwemmt und schnell wurden mehr als 200 Menschen vermisst oder waren tot. 288.000 Menschen wurden evakuiert, Häuser stürzten ein oder wurden schwer beschädigt, Tausende Hektar Ernte wurden vernichtet und der Regen hielt an bis Ende August. Bis heute haben die Behörden bei dem Versuch die Schäden zu beseitigen und allen in Not zu helfen 21 Teams in die am schlimmsten betroffenen Gebiete der Provinz gesandt.

Damals fiel die Entscheidung, kein Risiko einzugehen. Boris und Richard fuhren zurück ins Zentrum und alle trafen sich im Bärenkrankenhaus, dem höchst gelegenen Platz dort. Nic, die Direktorin des Bären- und Tierärzteteams, hatte mit ihren Teams die Braunbären aus ihren Behausungen in Räume im Bärenkrankenhaus verlegt, da das Wasser schon den ganzen Tag über gestiegen war. Auch die Hunde im Zwinger wurden in die obere Etage des Krankenhauses gebracht.

Alle anderen Hunde kamen in die Wohnquartiere im zweiten Stock des Krankenhauses und ab 13 Uhr trafen alle sich dort. Die Walkie-Talkies wurden für den Rest der Nacht auf Kanal 2 eingestellt. Regelmäßig gab es Berichte von unseren Sicherheitsleuten (und Boris). Diejenigen von uns, die nicht chinesisch verstehen, horchten einfach auf das Wort „liu“, was bedeutete, dass das Wasser noch immer 60 cm unterhalb der Kante stand. Um 6 Uhr waren es nur mehr 45 cm und es sickerte bereits ins Umfeld des Zentrums und das umgebende Ackerland ein.

Um uns herum wurden die Farmen überflutet. Der Fluss Pi stieg und floss immer schneller. Ein dreistöckiges Haus und Grundstücke, genau gegenüber von unserem Haus am Fluss, indem wir unsere behinderten Bären pflegen, brachen zusammen und wurden innerhalb von zwei Tagen weggeschwemmt. Zum Glück waren die Bewohner bereits früher ausgezogen, doch es war ein schrecklicher Anblick zu sehen, wie diese Heime und der ganze Besitz zusammenbrachen und vom reißenden Wasser weggespült wurden.

Wir hatten zwar noch relativ viel Glück, doch auch die Schäden hier wurden schnell sichtbar – so gab es große Risse in unserem Pfad am Fluss und die Betonbefestigung dort war auf viele Meter hin eingebrochen oder eingestürzt.

Damals wechselte die Situation täglich und Boris, unser Projektleiter und sein Team konnten sich nur den Menschen anschließen, die bei den Behörden und Fachleuten um Rat und Hilfe fragten.

Es muss nicht erwähnt werden, dass während der ganzen Zeit der Bedrohung durch die Flut jeder Einzelne hier einfach fantastisch war. Jeder packte an, wo es nötig war und übernahm voller Enthusiasmus, Humor und Schwung neue Aufgaben. Euch allen dafür vielen Dank. Doch ein spezielles Dankeschön hier geht an Yi Rong und alle im Werkschutz. Sie arbeiteten rund um die Uhr über viele Tage hinweg. Sie haben dafür gesorgt, dass für alle Mitarbeiter vor Ort die Lage so sicher wie nur möglich blieb.

Boris und sein Team schafften es schließlich, drei Fachleute zu organisieren (keine direkten Experten, doch Menschen, die zumindest etwas mit dem Thema vertraut waren) und von ihnen vor Ort Handlungsempfehlungen zu bekommen. Heute haben wir endlich Sandsäcke und Planen an den beschädigten Stellen, die uns gegen weitere Schäden durch Hochwasser schützen. Eine vorübergehende Maßnahme, die wohl keiner großen Flut standhält, doch in dieser ohnehin schon schwierigen Situation bietet sie zumindest einen gewissen Widerstand.











Die richtigen Reparaturen werden wohl mehrere Zehntausend Dollar kosten und werden hoffentlich im Oktober, zur Trockenzeit, beginnen. Ehe wir nicht mit einem qualifizierten Ingenieur vor Ort gesprochen haben, der die Schäden beurteilen und uns beraten kann, ist es aber praktisch nicht möglich, die tatsächlichen Kosten zu beziffern.

Die Erleichterung in Chengdu ist spürbar – und nochmals mein allergrößter Dank an das ganze Team, das an einem Strang gezogen hat und unsere Mitarbeiter, die Bären und das Rettungszentrum gesichert hat. Mein Dank geht auch an unser weltweites Team, das dafür gesorgt hat, dass unsere Unterstützer informiert und auf dem Laufenden gehalten wurden.

Zu guter Letzt auch Ihnen, liebe Leser, ein herzliches Dankeschön dafür, dass Sie uns wieder in einer kritischen Zeit auf der Reise zum Ende der Bärengallefarmen geholfen haben. Nie im Leben haben wir daran gedacht, uns mit Erdbeben und Hochwasser, zusätzlich zu allem anderen, auseinandersetzen zu müssen. So bleibt mir nur der Gedanke an den Satz: „Was dich nicht umbringt, macht dich stärker“.

Doch am Ende sieht man wieder einen Silberstreifen am Horizont - so wie unser Lachen über einen schwarz/braunen Hund, Muppet (hier in seinem normalen cremefarbigen Fell), der uns bewies, dass mindestens ein Teammitglied die Lage als gute Entschuldigung empfand, sich wieder einmal im Schlamm wälzen zu können.




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Nothilfe Bärenrettung


Leidenschaftliche Menschen und berührende Poesie 

Nach all der Aufregung während des Besuchs von Lesley Nicol, der bekannten englischen Schauspielerin, bei den Bären in Chengdu, ging es jetzt zu einem Besuch unseres wunderbaren Teams nach England und zu einigen Veranstaltungen, um Spenden zu sammeln und um wieder alte Freunde zu treffen.

Ein langjähriger Unterstützer (der lieber unerkannt bleiben möchte) hatte die Ideen und übernahm auch die Finanzierung zu unserm Galaabend im exklusiven Londoner Ruderclub am Donnerstag, den 13. Juni.

Rund 100 Gäste trafen sich während eines ausnehmend schönen Sommerabends im Ruderclub, um den Gewinnern des Dichterwettbewerbs zu lauschen und um sich über den Stand unserer Kampagne für ein Ende der Bärenfarmen in China und Vietnam zu informieren.
Der Dichterwettbewerb hat viele Talente geweckt – 70 Beiträge im Bereich Erwachsene und 63 Beiträge im Bereich Jugendliche – alle von ihnen hervorragend, was die Auswahl der Gewinner fast unmöglich machte.

Der Schauspieler Peter Egan, unser wunderbarer Botschafter, trug zusammen mit seiner Schauspielfreundin Rula Lenska die Siegergedichte „Reaching out“ und „Unless“ vor, die alle zu Tränen des Mitgefühls für die Bären rührten.



Virginia McKenna, Gründerin der Born Free Foundation und unsere Schirmherrin und Freundin in England, trug ebenfalls ihr sehr schönes Gedicht „Sanctuary“ vor, das sie während ihres Besuchs unseres Rettungszentrums in Chengdu vor ein paar Jahren geschrieben hat. Ich erinnere mich noch, wie sie damals spät in der Nacht noch etwas unter meiner Türe durchschob und wie ich weinen musste, schon bei der ersten Zeile: „Am meisten liebe ich den Mond…“ Natürlich sprach sie von dem Halbmond auf der Brust unserer Bären. In dem Gedicht geht sie auf deren trauriges Leben in den Farmen ein und vergleicht es mit ihrem jetzigen.

Alles zu den Gewinnern findet sich hier

Ich danke von Herzen den Gewinnern der Erwachsenenkategorie, Gill West, Angela Davies und Carol Mary Fraser und jenen in der Kategorie der Jugendlichen, Helena Radmann, Max Luard und Virginia Koch, für ihr wunderbares Talent und ihre Leidenschaftlichkeit.

Hier sind die Gedichte von Gill und Helena

Peter und Rula werden alle Gedichte der Gewinner vortragen und bis Weihnachten daraus eine wunderbare CD machen!

Hier ist unsere junge Gewinnerin mit (von links) ihrem Vater Chris, Peter Egan und ihrer Mutter Lesley.



Peter führte uns auch durch die Veranstaltung und agierte als Auktionator für eine Reihe hervorragender Preise – darunter seine eigene erste Skulptur – „Jasper Bär beim Honigschlecken“, die er unter Anleitung der professionellen Bildhauerin Suzie Marsh geschaffen hat. Suzie selbst hat uns ja schon zusammen mit ihrem Mann Doug zweimal in Chengdu und einmal in Vietnam besucht. Soe hat uns großzügig einige ihrer Werke zur Verfügung gestellt – darunter ihre jüngste wunderbare Schöpfung, „Sausage and Butterfly“, die einen unserer Bären darstellt und jetzt in China auf unserem Friedhof steht. Auf der Stele finden sich auch die Worte von Suzie. Alle Besucher die in Erinnerung an die Bären kommen, die wir geliebt und verloren haben, bewundern sie.



Zum Leidwesen von Peter hat sein Meisterwerk nicht ganz die 1 Million Pfund Marke erreicht, die er sich vorgestellt hat. Doch es wurde auch so ein recht guter Preis erzielt und dank der Großzügigkeit von Peter und seiner Frau Myra kommt sie jetzt „heim“ nach Chengdu, um neben Suzies Figur mit demselben Namen ihren Platz zu finden.



Weitere Preise für die Versteigerung wurden dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt von The Animal Painter, dem türkischen Künstler Gulcehre Ciplak, Andy Hesketh, Richard und Katie Brindle, Jane Riva und, last but not least, Fred mit seinem Geschenk in Erinnerung an seine verstorbenen Mutter, der Amerikanisch/Israelischen Künstlerin und Tierliebhaberin Anita Kushner.

Der Künstler Richard Symonds, der auch unser Rettungszentrum in Chengdu besucht hat und weiterhin so unglaublich großzügig ist, hat einen seiner wunderschönen Drucke für das Gewinnspiel gestiftet.

Ein großes Dankeschön auch an Lesley Nicol und ihren Mann Da’aboth, die ebenfalls dabei waren und so dem Abend noch mehr Glanz und Heiterkeit verliehen haben.

Zum Schluss noch ein Gedicht, das nicht gewonnen hat, doch in das ich mich verliebt habe und das eine spezielle Nennung verdient. Es fiel mir schwer, es am Abend zu lesen, da es das Leben und das vorherige Leid all unserer lieben Bären einfängt mit den Augen eines ganz besonderen Wesens namens Dick (hier im Bild), der im Haus 10 lebte und jetzt (zusammen mit seiner Gruppe) ins Haus 6 umzog. Wer das ohne Tränen lesen kann, ist stärker als ich….



My name is Dick
My name is Dick, it’s ok you can smile, think I’m “Dickiebear Dugmore” somewhere on my file, my picture is framed on a little boys wall, and I’m part of a family I don’t know at all, but their name is on my door, and my name is in their heart, and they’ve followed my story, though not from the start, and they send me some money in pounds or in yen and it helps keep me safe living here in house 10.

My best friend is Dong Fong, he’s a moon bear like me. He was born in a bile farm 2003, He’s a headbanging oddball but his hearts made of gold, he plays rough and smells bad, doesn’t do as he’s told, and we’d like to be wild but we live here instead, since we’ve seen what a bear trap can do to a leg, and we’ve felt what it’s like with a cage for a den, so we’d rather be here, living safe in house 10.

My hammock is wonky (all thanks to Dong Fong), and he’s bit off the end of our rubber toy Kong, We wrestled too hard in our tree climbing frame, he snapped off a branch and then I got the blame. He likes to dig holes where no one can see, and then I fill them in (but I say it’s not me), So he digs a load more, and I fill them again, we’re a little bit “special” us bears from house 10.

Plumb sauce is nice, but it seems strange to me, that they hide it or paint it half way up a tree. The mangos are hidden, my nose is on fire, I can smell a mince pie why’s it under a tyre? My mum would have loved this, wish she was here too, I think of her sometimes, wish it all wasn’t true. I hate how they took me and what happened then. Maybe one day they’ll find her, bring her home to house 10.

Now every so often some people come here, their taking a photo, their dabbing a tear, and even Dong Fong dinner all down his front, will then pose for the camera, do some kind of stunt. I wonder sometimes if my family will come, will they know who I am, point to me “That’s the one!” But they don’t need to come here, they don’t need to see, they know in their hearts what they do for me. It’s not just a safe place, some food and a den. There’s not places enough for us bears like house 10.

So I’m “Dickiebear Dugmore” my story is long, I live here in China with my friend Dong Fong. Our lives were worth saving, and we had a saviour, “Welcome” they said “We are Animals Asia”. The name on my door means that somebody cared, the scars on my body show I am repaired. There’s hope in my heart and my spirits unbroken, while good people fight for the truth to be spoken, I know that one day we can be free again, and the forests of China will be our house 10.

Till then we sit tight, with our lives in your hands, celebrities see us and tell all your fans, it’s not about money, it’s about right and wrong, it’s about how it felt for me and Dong Fong, and it’s finding the others and setting them free, let’s turn on the light so the whole world can see. Could we stop it forever, see bears free again? That’s the hope in the hearts of the bears in house 10.

***

Am Samstag, 15. Juni kam es zu einem wunderbaren Ausflug in den Londoner St. James Park, bei dem unsere Marketingleiterin in England, Fiona Osler, uns während einiger faszinierender Stunden durch die königliche Geschichte führte und erklärte, wer davon die Tierschutzbewegung in England behindert oder gefördert hat. Fiona ist ein wandelndes Lexikon des Wissens und trotz des Regens waren wir fasziniert und folgten wir ihren Ausführungen darüber, wer den Tieren geholfen hat und wer definitiv nicht!

Eine Zusammenfassung der Tour von Fiona gibt es hier

Herzlichen Dank auch an die wunderbare Rachel Holmes und ihre Einführung in das Vogelleben Londons – währen viele ihrer Helden einen Schluck aus dem See hinter uns nahmen!

Es war auch wunderbar, wieder so viele Freunde und Unterstützer zu sehen – vielen Dank euch, die ihr dem Sturm so tapfer getrotzt habt – und das Treffen mit unseren Hundeberühmtheiten Gladys und Ming. Beide Hunde haben erst kürzlich eine Tausende Kilometer lange Reise aus dem Qimeng Rettungszentrum in Chengdu hinter sich gebracht, nachdem sie zum Glück der Fleischindustrie entkommen waren. Gladys ist eindeutig bei Sue, Marc und Raffy „auf den Pfoten“ gelandet so wie Ming bei Mary und ihrem Mann John.

Alles über ihre Rettung gibt es hier

Zu guter Letzt möchte ich mich noch bei der lieben Jane Gottschalk bedanken, die eine hervorragende Veranstaltung im London Electric Cinema organisiert ha, wo der preisgekrönte Film „Cages of Shame“ gezeigt wurde. Ein ganz toller Abend. Herzlichen Dank an alle Teilnehmer sowie, nochmals, an Peter Egan, der sehr bewegend von seiner Reise nach Chengdu erzählte und alle ermunterte, Animals Asia zu unterstützen.

Bei unserem Aufenthalt in London freuten Peter, Nicky (von unserem Büro in England) und ich uns auf die Gelegenheit, Ricky Gervais und seine Partnerin Jane zu treffen. Angela und Martin, unsere langjährigen Unterstützer haben das organisiert und waren die Gastgeber während dieses wunderbaren Nachmittags. Ricky und Jane unterstützen Animals Asia, seit sie einen unserer Bären tauften, den wir 2010 gerettet haben. Das war Stan. Leider ist Stan inzwischen verstorben – wieder ein Opfer der Bärengalleindustrie. Doch es tat gut, Ricky und Jane über den Stand unserer Arbeit und den Rettungsaktionen zu erzählen und ihnen den Dank und die Liebe des Teams für all ihre freundliche Unterstützung zu überbringen.

Hier sieht man Angela und Martin bei einem früheren Besuch in der Bali Hütte des Geheges für behinderte Bären in Chengdu bei der Feier ihres 50. Hochzeitstags.



Und von links: Angela, Peter, ich, Ricky, Jane und Martin:



Zum Abschluss herzlichen Dank für unser wunderbares Team in England, das Himmel und Erde in Bewegung gesetzt hat, damit alles glatt läuft. Sie wollen nie, dass man ihnen dankt, doch sie verdienen es für ihre harte Arbeit und ihre Anstrengungen im Hintergrund. Ein kleines, doch bemerkenswertes Team – es arbeitet still, immer mit einem Lächeln, und jedes Jahr machen sie diese Veranstaltungen reicher und bedeutungsvoller.


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