Auf Wiedersehen, Babs…. 
Leider habe ich schlechte Neuigkeiten. Am Donnerstag haben wir Lucky Rui verloren, nachdem wir sie um 8 Uhr morgens in ihrer Hütte zusammengebrochen gefunden haben, als unsere Mitarbeiter die Bewohner vom Bärenhaus 5 füttern wollten.

Sie atmete noch, war aber in schlechtem Zustand. Schnell wurde sie ins Hospital transportiert und narkotisiert. Heather, unsere leitende Tierärztin, legten einen Katheter in ihre Luftröhre und starteten die Untersuchung. Der Abschied am Ende brach allen das Herz – ihr Pflegeteam und die Tierärzte kamen um ein Mitglied der Familie zu verabschieden, das seit Oktober 2000 mit uns gelebt hat.



Lucky Rui hat ihren Namen von ihren großzügigen Sponsoren erhalten, den Mitarbeitern und Studenten der Chinese International School in Hongkong, die bereits Sponsoren für einige Bären über die letzten Jahre waren. Doch da war etwas Besonderes an ihrem ursprünglichen Namen, Barbara, den sie bei ihrer Ankunft vor acht Jahren trug und so nannten wir sie immer liebevoll… Babs.

Keiner könnte behaupten, dass Babs charakterlos war – sie konnte ein süßer und liebenswerter Bär für Mensch und Tier sein, trotzdem war stets noch etwas um sie, das Respekt einforderte. Man machte mit ihr keine üblen Scherze – sie stand ihre Frau in jedem Sinn des Wortes. So lange man sich an ihre Regeln hielt, war aber alles in Ordnung.

Immer wieder hörten wir, dass Babs dieses oder jenes angestellt habe. Doch da war immer auch ein Lächeln dabei, denn man wusste, dass sie wieder mal ein armes Opfer verführte. In ihrem Alter konnte sie sich das erlauben.

Von Heather:

Wo soll man anfangen von Babs/Lucky Rui zu erzählen? Sie war ein lebhafter kleiner Bär mit einem eigenen Kopf. Trotz ihres kleinen Wuchses. Ihre helle Schnauze, kurzen Beine und ihre Ringellocken machte sie sofort kenntlich. Jeder kannte und liebte sie.

Sie verbrachte acht herrliche Jahre bei uns, in denen sie spielen, das Gras unter ihren Sohlen fühlen und den Sonnenschein auf ihrem Rücken spüren konnte. Doch die langen Jahre in einer Bärenfarm, eingezwängt in einen Käfig, haben ihren Tribut gefordert. In Gliedmaßen und Wirbelsäule steckte die Arthrose, gegen die wir mit zahlreichen Medikamenten, versteckt in leckeren Fruchtshakes und klebrigen Marshmallows ankämpften. So konnte sie noch in einen Korb klettern für einen kurzen Schlummer oder mit ihrem ebenfalls an Arthrose leidenden Freund Jürgen um die Wette laufen zum nächsten Futterplatz.

Leider hat ihr kleiner Körper am Donnerstag nicht mehr mitgemacht. Wir fanden sie in ihrer Behausung, unfähig sich zu bewegen. Bei der Untersuchung zeigte sich, dass ihre Arthrose einen kritischen Grad erreicht hat. Die Schädigungen ihrer Muskeln bedeuteten, dass sie sich nicht mehr erholen konnte. Traurig mussten wir von unserem tapferen kleinen Bären Abschied nehmen.

Von Nic, der auch beim Begräbnis von Babs das Gedicht „Spirit of Hope“ vortrug:

Letzte Woche noch wog Babs 73 kg. Ich habe sie nun fast zwei Jahre gekannt und die Arbeit mit dieser alten Persönlichkeit gab mir viel Gutes. Trotz ihres Alters, ihres Gewichts und ihrer kleinen Körpergröße war Babs sehr zäh.

Jeder kannte sie und in fast jedem Wochenbericht tauchte sie auf. Die letzte aus dem Haus am Morgen, aber sehr oft auch die letzte, die am Abend wieder hineinkam.

Im Winter zog sie es oft vor, draußen zu bleiben und machte ihr eigenes Bett nach Bärenart in einer Vertiefung, die sie mit Stroh für den perfekten Schlafplatz auspolsterte.

Sie stand auch ihren Mann, was die anderen Bärenbewohner schon wussten und respektierten. Noch vergangene Woche verteidigte sie ihr Futter und legte sich mit Ballmann an, der fast doppelt so groß ist wie sie. So war sie eben, Babs.

Mit ihren Ringellocken war sie wohl nicht die strahlende Schönheit. Und dennoch, Babs war wunderbar.

Wir haben sie im Leben geliebt, lieben sie im Tod und werden sie sehr vermissen.


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Die wundersame Veränderung von Rubble 
Wir möchten Ihnen einfach mal zeigen, was eine gute Portion liebevoller Pflege für ein kleines und bedürftiges Erdbebenopfer bewirken können. Als wir ihn im May in den verwüsteten Straßen von Dujiangyan fanden, war er Rubble kaum als Hund zu erkennen.



In seinem übel riechenden und verfilzten Fell klebten Teile von Zement und Baumateial, überall am Körper hatte er Wunden, hungrig und dünn sah er aus. Aber als er sich auf ein Stückchen Wurst stürzte und uns seinen großen Lebenswillen zeigte, hatten wir Hoffnung für ihn.

Inzwischen hat er bewiesen, dass in jedem Zentimeter von ihm ein großer Überlebenswille steckt. Diese Fotos hat Wendy, unsere Tierarztpflegerin, von ihm gemacht und sie sprechen wirklich für sich selbst.



Sein stolzer Besitzer konnte nicht widerstehen, ihn ins Krankenhaus zu bringen und uns seinen Hund voller Stolz zu präsentieren. Und Rubble selbst schien höchst erfreut, seine alten Freunde wieder zu sehen.

Der nächste Schritt bei der wundersamen Verwandlung dieses Hundes wird darin liegen, dass Rubble seine Prüfung als Hundetherapeut bei uns ablegt, wenn wir ihn in ein paar Wochen für seinen Einsatz in unserem Programm Dr. Hund prüfen werden. Drücken Sie ihm die Daumen, damit er den Test auch wirklich besteht – vom Straßenhund zum Dr. Hund, ein wahrer Held seiner Spezies in China.

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Ein süßer Erfolg für Dilly 
Bären lieben es zu klettern. Einige der Bewohner von Haus 1 – Stardust, Starlight und Dilly – haben kürzlich ihren eigenen Kletterverein gegründet! Hier sieht man sie bei ihrem ersten Ausflug (von oben: Stardust, Dilly und Starlight).




Besonders Dilly liebt es, die Bäume in ihrem Gehege hinaufzuklettern. Das zeigt wieder einmal, wie es diesen Bären gelingt, ihre schreckliche Vergangenheit zu vergessen und wieder ihre natürliche Lebensweise zu entdecken.

Die meisten unserer Bären lieben den Honig und Dilly ist da keine Ausnahme. Ihre Freunde und sie kennen nichts Schöneres als den süßen Gaben nachzuschnüffeln, die wir in ihrem Garten als Teil ihres Unterhaltungsprogramms verstecken.

Doch neulich stand Dilly der Sinn nach einem anderen Ziel – Honig à la Natur! Sie sorgte selbst für ihre Beschäftigung im Gipfel eines großen Baumes. Zum Glück war Donata, die Bärenbetreuerin mit ihrer Kamera zugegen als Dilly mit ihrer Beute herabkam – wie man hier sieht, eine perfekte Wabe.




Donata sagte auch, dass sie einen ziemlich aufgebrachten Wespenschwarm hoch oben im Gipfel des Baumes gesehen habe.


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Nur 13 Bären sind uns geblieben 
Zuerst noch ein großes Dankeschön an alle, die uns zum 10. Geburtstag von Animals Asia so freundliche und inspirierende Nachrichten zugesandt haben. Ich wollte, ich könnte allen persönlich antworten, doch Sie werden sicher verstehen, dass das unmöglich ist…

Viele haben gefragt, wie es der zuletzt angekommenen Gruppe von Bären geht. Hier ist der aktuelle Stand. Mehr als die Hälfte der 28 Bären, die wir Ende März erhalten haben, ist inzwischen gestorben – davon neun an Leberkrebs.

Die Liebe und der Respekt, den wir ihnen bei ihrer Beerdigung zollten, haben sie in ihrem Leben nie erfahren. Unser Trost ist es zu wissen, dass diese Bären doch noch Kontakt zu Menschen hatten, die alles versucht haben, ihnen zu helfen statt ihnen zu schaden und die nie aufhören werden zu kämpfen, bis dieser Industrie nicht mehr existiert, der sie zum Opfer gefallen sind.

Die überlebenden Bären haben es noch lange nicht geschafft. Doch sie sprechen gut an auf die Operationen, die Medizin und die herausragende Betreuung durch unser Team.

Eine neue Erfahrung, die sie jetzt machen, ist Musik. Nic, unser leitender Bärenpfleger hat mich bei einem gemeinsamen Rundgang in der Quarantänestation über den aktuellen Geschmack informiert. Zurzeit kommt die CD mit dem Konzert für Klarinette, Oboe und Basso Continuo von Mozart gut an. Wir mussten lachen, als wir Rhonda sahen wie sie auf dem Rücke liegend die klassische Musik genoss. Es fehlten nur noch das Glas mit eisgekühlter Limonade und ein Sonnenhut.

Die Stimmung änderte sich etwas als „Yellow Submarine“ von den Beatles und, vielleicht noch passender, „The long and winding road“ ertönte. Der ganze Raum war voller guter Schwingungen und erfüllt mit einem Gefühl der Entspannung. Xiao Chen leitet eine Gruppe von Bärenpflegern und von ihr bekommen wir immer wieder sehr positive Rückmeldungen darüber, wie sehr die Bären diese melodische Ergänzung in ihrem Tagesablauf erfreut.

Haribo (früher genannt „Poodley“) hat sich entgegen aller Erwartungen durchgebissen und erholt sich von einer besonders schwierigen Operation. Er sieht nicht nur gut aus, sondern fühlt sich offensichtlich auch so. Die schmatzenden Geräusche, die er bei seiner Ankunft machte, um auf sich aufmerksam zu machen, sind wieder da. Das spricht für seine gute Verfassung. Wir wollen ihn jetzt mit seinen neuen Freunden in den benachbarten Erholungskäfigen zusammenbringen. Die Bärenpflegerin Donate hat gestern ein Foto von ihm gemacht, auf dem er so liebenswert wie immer aussieht.



Einer dieser Freunde ist George (sein chinesischer Spitzname ist „Xiao Howard“, nach dem wunderbaren Leiter des Bärenteams), der noch ein paar Tischmanieren lernen muss, bevor er in die große Freiheit nach draußen darf. Denn beim Futter ist er wählerisch. Üblicherweise lässt er seine Zoo-Pellet-Diät links liegen und frisst dafür das kleinste Fitzelchen Kohl in seiner Schüssel.

Wir haben ihm gesagt, dass ein so wählerischer Bär einen schweren Stand hat gegen die„normalen“ Mitglieder seiner nach Futter gierigen Art! Das scheint gewirkt zu haben, denn im letzten Bericht stand nur, dass „George sein Futter liebt und es in fünf Minuten verputzt hat!“ Nun, das klingt schon besser.

Egmont (der frühere „Eyore“) hat sich in einen gesunden Riesenbären mit einem glänzenden Fell entwickelt. Lustig, stämmig, göttlich, spricht sie hervorragend an auf übergroße Mengen guten Futters und liebevolle Pflege.

Der prächtige Wilfried (den wir bei seiner Ankunft „Watermelon“ nannten) – genießt sein neues Leben in vollen Zügen. Immer wieder müssen wir betonen, dass wir kein Tier bevorzugen. Doch dieser Bär, der sich in die Herzen eines jeden von uns geschlichen hat, hat etwas Besonderes. Ein Blick in dieses sanfte Gesicht genügt (auch dieses Foto stammt von Donata):



Trotz seiner Vergangenheit und den Qualen rund um die Uhr auf der Farm, trotzdem er blind ist, hat sich Wilfried in einen Bären verwandelt, der ein Muster ist für die versöhnliche Natur dieser bemerkenswerten Tierart.





Nichts kann ihn aufregen. Jeden Tag ist er ruhig und interessiert. Ein Bär der weis, dass er geschützt, respektiert und sehr geliebt wird.

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Lebwohl Irwin und Yin Yang 
Leider habe ich schreckliche Nachrichten. Zwei weitere Bären der 28 Ankömmlinge vom März haben ihren Kampf ums Überleben verloren. Zuerst Irwin, dann Yin Yang, beide in den letzten zwei Wochen. Es bricht uns das Herz daran zu denken, wie nahe diese beiden tapferen Bären dem Leben gekommen waren, für das sie doch eigentlich durch Geburt bestimmt sind – und doch zu schwach, um jemals das Glück zu erfahren, wie es sich anfühlt, voller Freude über Gras zu laufen.

Meine Gedanken sind vor allem bei Heather, unserer leitenden Tierärztin, und allen anderen im Vet-Team, die alles Mögliche versucht haben, um Irvin und Yin Yang zu retten, auch bei den beiden Bärenpflegern, die sie gefüttert und mit ihnen gespielt haben, und den beiden in den letzten Monaten so viel Zuneigung geschenkt haben.

Irwin wird immer einen besonderen Platz in unseren Herzen haben. Von Anfang an war sein Kosename „Hagrid“ (nach der Figur des Wildhüters bei Harry Potter), um zu feiern, das inmitten der sterbenden, bis auf das Skelett abgemagerten Tiere, die am31. März bei uns ankamen, zumindest ein großer und mit dichtem Fell behaarter Bär war! Sein riesiger Körper war in einen unglaublich kleinen Käfig gezwängt.



Irwin hatte einen Nasenausfluss, von dem wir hofften, dass es eine Infektion der Kiefernhöhle und mit Antibiotika zu behandeln wäre. Leider war dies nicht der Fall. Irwin hatte einen bösartig invasiven Tumor, der hoch oben in seiner Nase saß und sich, durch die Knochen hindurch, in sein Gehirn ausbreitete.

Dieser Tumortyp ist inoperabel und schmerzhaft, so dass wir Irwin einschläferten, bevor sich sein Zustand noch weiter verschlechterte. Irwins Tumor wurde durch eine Biopsie bestätigt, nachdem wir zunächst ein CT durchgeführt hatten, dass uns ein Krankenhaus in der Umgebung freundlicher Weise ermöglicht hatte.







Die arme Yin Yang wurde eingeschläfert, nachdem das Vet-Team entdeckt hatte, dass ihre Gallenblase sich von der künstlichen Öffnung gelöst hatte und an der Leber festsaß, wo sie chronische Infektionen auslöste, auf die ihr Köper mit Abszessen reagierte. Heather beschrieb es so:

„Unglücklicher Weise zeigte die Entfernung von Yin Yangs Gallenblase OP-Nähte aus schmutziger Baumwolle, die in der unsachgemäßen Erstoperation auf der Bärenfarm verwendet wurde und nun in ihrer Leber steckten und die Abszesse in dem großflächig entzündeten Gewebe rund ihre Gallenblase hervorbrachten. Wir unternahmen alles, um das infizierte und entzündete Gewebe zu entfernen und setzten Antibiotika ein, aber leider verstärkte sich die Infektion, ausgehend von der Leber durch ihren gesamten Bauchraum hindurch und trotz intensiver Pflege und zusätzlichen Operationen verfiel sie zunehmend.“



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