Eine Stradivari für den Mond 
Anfang des Monats hat unser wunderbares italienisches Büro geholfen, das schönste Konzert für unsere Bären zu organisieren: „Uno Stradivari per la Luna“ (Eine Stradivari für den Mond).

Es fand am Freitag, 6. November, im Carlo Felice Opernhaus in Genua statt und wurde von unserem Animals Asia Team in Italien gemeinsam mit der Carlo Felice Foundation, dem Genua Wissenschaftsfestival und der Pro Canale Foundation (zuständig für die Erhaltung und die Pflege einer der wichtigsten Sammlungen von Musikinstrumenten in der Welt), organisiert. Von dort wurde auch die Stradivari Geige gestellt.

Carmen, unsere Repräsentantin in Italien hielt eine bewegende Rede, die mit den Worten von Shakespeare aus Titus Andronicus endete: „Willst Du den Göttern nahe sein? Dann sei voller Mitleid. Süßes Mitleid ist des Adels wahres Zeichen.“



Dann begann das Konzert mit Maestro Pavel Berman (Sologeiger und Dirigent) und der Geige Marechal Berthier von Antonio Stradivari von 1716 aus Cremona. Sie stammt aus dem Besitz von Alexander Berthier, Marschall Frankreichs und Prinz von Neuchatel, der das wertvolle Instrument von Napoleon Bonaparte erhielt. Sie war wahrscheinlich ein Beutestück aus dem Krieg in Spanien und ist über 3 Millionen Euro wert.

Zur Aufführung kamen die Ouvertüre Le Ebridi / Konzert für Violine und Orchester Op. 64 in E-moll von Felix Mendelssohn-Bartholdy und die Symphonie Nr. 3 in F-Dur Op. 90 von Johannes Brahms.



Gill, von unserem Büro in England, war auch dabei. Die Bilder sprechen für sich. Carmen, Irene, Antonello und das ganze Team – seid von Herzen bedankt für eure unermüdliche Hilfe bei der Organisation dieser Veranstaltung, bei der Delaney – unser prachtvoller „Feigling“ von einem Bären - im Rampenlicht stand.





Hier ist Gills Bericht über diese einmalige Gelegenheit, gemeinsam und aus zu Liebe zu den Bären wunderbarer Musik zu lauschen:

Für meine lieben Kollegen in Italien war dieses 2009 unwahrscheinlich vollgepackt. Am Freitag kam es dabei mit ihrem spektakulären Stradivari Konzert in Genua als Hilfe für die Bären zu einem massiven Crescendo. Ich durfte daran teilnehmen.

Es verschlug mir die Sprache (kommt selten vor, ich weiß), als das ganze Orchester zu spielen begann. Mit Delaney, der das alles beobachtete, war dies ein unwahrscheinlich kraftvoller und emotionaler Augenblick, den ich nie vergessen werde. Ich wollte, jeder hätte das erleben können. Ein großes Lob an Italien für diesen unglaublichen Abend. Ihr könnt stolz darauf sein! Alles Liebe, Gill x

Ich verpasste zwar das Konzert, doch ich war bei der Pressekonferenz in dem wunderbaren Standard-Theater. Dort an der Fassade hing stolz das Poster des Konzerts, mit einem Bild unserer lieben Bärin Lexa. Hier bin ich zusammen mit Irene, unserer Direktorin in Italien, Dave, unseren Direktor für Tierschutz und Carmen:



Hier kann man das Poster aus der Nähe sehen. Vielleicht habt ihr auch Freude an der Gestaltung der Einladung (mit Bao Be) und dem Deckblatt des Programms (mit Delaney). Schaut nur, wie das Foyer geschmückt war mit riesigen Fotos unserer Bären:








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Nothilfe Bärenrettung


Ein großes Dankeschön für unsere furchtlosen Wanderer! 
Vor kurzem konnten wir unsere Wanderer aus England bei uns in Vietnam begrüßen. Um Spenden für die Bären zu sammeln, sind sie heldenhaft bis zu zehn Stunden am Tag durch unwegsames Gelände marschiert, bis sie schließlich hier ankamen, erschöpft aber ungebrochen.





Seit Jahren schon stehen sie treu zu Animals Asia und kommen mit immer neuen abenteuerlichen Ideen, um die so sehr benötigten Spenden zu sammeln. Sarah, Linda und Louise waren sogar Fallschirmspringen im Frühjahr und die Bilder von dem Ereignis haben mich erschauern lassen – die Angst, die sie mit Sicherheit gehabt haben, maskiert hinter einem starren Lächeln im Gesicht.

Jetzt waren sie auch hier bei uns – zusammen mit Sue, Dave, Oliver, Bernie, Cheryl, Aileen, Jane, Frances, Lou, Aga, Cathy, Louise und Kate – sie strahlten alle über das ganze Gesicht, als sie die geretteten Bären das erste Mal trafen.



Die ersten Stunden zusammen waren fantastisch. Unsere Besucher packten gleich an, um Spielsachen für die Bären zu basteln. Bald schon würden die Bären die Kartons aufreißen, um an den Schatz aus Nüssen, Samen, Früchten, Honig, Erdnussbutter und Schokoladensauce darin zu gelangen. Hier sieht man Francis, wie sie hart daran arbeitet. Das nächste Bild zeigt Oliver und Sue (mit Kamera).





Sarah (unten) hat sogar selbstlos als erste die Schokoladensauce gekostet:



Leanne, die Tierärztin, und Belinda, die Bärenmanagerin, haben sie zusammen mit Russell voller Begeisterung durch die verschiedenen Bärenabteilungen geführt und dabei einen Überblick über die tägliche Arbeit gegeben. Dann waren natürlich die Bären an der Reihe, um zu zeigen was sie können. So, wie es eben nur geborenen Schauspieler können.

Jeder aus der Gruppe schien vor Aufregung fast zu zerspringen, als sie die Babys Maggie, Angus und Taurus mit kleinen Fruchtstückchen fütterten und deren weiche rosafarbenen Lippen bewunderten. Die drei Racker konnten gar nicht genug Aufmerksamkeit bekommen und waren natürlich die Stars der Show.



Der junge Olly - vor nur zwei Jahren selbst noch ein Baby - kam zufrieden herbeigelaufen, um seinen strahlenden Sponsor Oliver zu begrüßen. Ganz schlank und rank ist dieser wunderbare Junge ein perfektes Beispiel dafür, wie gutes Futter und ein Haufen liebevoller Pflege das Leben eines dürren, verängstigten Jungtiers verändern können, dessen geplantes Schicksal die Farmen waren.

Linda hatte ihren „Augenblick fürs Leben“ als sie Irwin Junior, den von ihrer Gruppe aus Southampton gesponserten Bären, traf. Benannt in Erinnerung an Steve Irvin. Aileen traf anschließend auf Mausi, die auch vor zwei Jahren als Baby zu uns gekommen ist und jetzt glänzt und strahlt vor Gesundheit. Ihr Pate ist die Hermitage Schule von Aileens Enkelin.

Tuan, unser Direktor in Vietnam hat zusammen mit den Mitarbeitern Yen und Nhung und der freiwilligen Teilzeithelferin Vanessa Seguin ein paar wunderbare vietnamesische Lackbilder gemacht. Diese Erinnerung an den Tag kam bei unseren Gästen sehr gut an.

An dieser Stelle übergebe ich für den Rest dieses heutigen Blogs an Sue, die uns ein wunderbares Update geschickt hat, nachdem sie wieder Zuhause war. Wir haben euch alle sehr gern hier gehabt – kommt bald einmal wieder!

Von Sue:

Welch ein Erlebnis. Oben in den nördlichen Bergen haben wir die faszinierendste Landschaft gesehen – von majestätischen Wasserbüffeln bis hin zu den lustigen dickbäuchigen Schweinen Vietnams – wir haben bei Gastfamilien übernachtet, so bei einer wunderbaren Familie aus dem Red Dau Stamm, eine von mehr als sieben ethnischen Minoritäten in dieser Gegend Vietnams. Oh, und wir sind auch abscheulichen Blutegeln begegnet, die sich an unsere Stiefel und T-Shirts ansaugten.

Insgesamt waren wir 15 Wanderer und sind über windige Hängebrücken und reißende Flüsse geklettert, haben uns unter vielen Spinnweben durchgeduckt (für einen Wanderer mit Spinnenphobie ist das schon eine Zumutung) und sind manchmal bis zu zehn Stunden am Tag gelaufen. Am letzten Tag haben wir die Rettungsstation für Mondbären von Animals Asia besucht, die in dem schönen Tam Dao Nationalpark ein paar Stunden von Hanoi entfernt liegt.

Schon Tage davor gab es Tränen der Vorfreude. Man kann sich also die Emotionen an diesem Tag vorstellen! Jill und ihr Team haben uns so wunderbar empfangen – man gab uns fast das Gefühl, als hätten wir soeben den Mount Everest bezwungen. Für einige von uns hat sich das wohl auch so angefühlt.

Die jungen Bären waren eine Freude wie sie in ihren Gehegen herumliefen, ohne sich irgendwie zu sorgen. Für diejenigen von uns, die Paten eines Bären sind oder sogar das Glück haben, dass ein Bär nach ihnen benannt wurde (der wunderbare Olly von unserem Oliver zum Beispiel), war das ein unvergessliches Erlebnis.

Wir haben diese wunderbaren Tiere schon im Internet gesehen. Doch das bereitet dich nicht auf die Begegnung im echten Leben vor. Sie schauten so zufrieden aus, als sie die Spielsachen mit den Leckereien darin zerrissen, die wir ihnen zuvor machen durften – Honig speziell aus England mitgebracht, zusammen mit Nüssen und Rosinen und vielen anderen Leckerbissen. Ihre offensichtliche Freude zu sehen, jetzt ohne Furcht und Schmerzen sein zu können, ging zu Herzen. Da möchte man gleich noch 100 Meilen mehr laufen, um dem scheußlichen Handel mit Bärengalle ein Ende zu machen.“

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Franzi zu ehren 
Immer noch kommen Ihre guten Wünsche und wunderbaren Gedanken an Franzi hier an. Dafür Ihnen allen herzlichen Dank. Dass ihr Tod vielen Menschen das Herz gebrochen hat, verwundert nicht. Doch am tiefsten hat es ihr eigenes Team liebevoll sorgender Bärenpfleger hier in Chengdu getroffen.

Tiger und Wang Li haben sich in den letzten drei Jahren um Franzi gekümmert und erinnern sich noch immer gerne daran, wie sie und Rupert sich zusammengekuschelt haben – so warm und zufrieden waren sie in der Gegenwart des Partners. Sie haben sich beide auch an der Art und Weise gefreut, wie Franzi Samen und Nüsse kaute – in ihrer ganz besonderen langsamen Art, bevor sie die Schalen ausspuckte. Das sieht man sogar in dem Film „Mondbären: Reise in die Freiheit“ von Animal Planet. Wie sehr uns doch diese Erinnerungen an einen ganz speziellen Bären fehlen.

Wen Yan ist einer unserer Übersetzer und hat mich daran erinnert, dass auch die Katze Bijou Franzi vermissen wird. Sie hatte es im Gefühl, dass Franzi nichts dagegen haben würde, wenn auch sie den geheimen Garten erforscht. Das war auch nie der Fall – dieses Bild zeigt das eindeutig.



Sie hatte ein wunderbares Begräbnis, Alle Mitarbeiter aus der Verwaltung und Bärenpfleger waren da, um sich von ihr zu verabschieden. Ihr kleiner Körper war für ihre letzte Reise mit ihren Lieblingsnaschereien bedeckt, wo auch immer sie hinführen wird.









Wir standen am Grab und hörten den Vorschlag von Charli, Franzis Bärenmanager, der vorschlug, die Stelle neben ihr für ihren „Playboy“ Rupert frei zu halten. Das werden wir auch, Rupert, hoffentlich erst für eine weit entfernte Zukunft. Denn sie hat ihn angebetet – und er sie.

Weitere Abschiedsworte kamen auch von Hayley, unserer Tierkrankenschwester:
Ich will am liebsten nie Bären auf dem Seziertisch sehen. Doch bei Franzi hoffte ich besonders, nie dort mit ihr zu tun zu haben. Auch wenn das unreal ist. Sie ist der Bär, der mir im Gedächtnis bleibt seit ich vor über vier Jahren in England auf einer Veranstaltung mit Jill war. Sie zu treffen war wie einem Star zu begegnen! Sie war einer bis zuletzt und das Gehege mit Rupert alleine wird nicht mehr dasselbe sein.

Von Nic, unserem leitenden Bärenmanager:
Ich glaube sie war der erste Bär, den ich gewogen habe. Die kleine Dame erkannte, dass das alles neu für mich war und kam auch gleich in den Wiegekäfig – doch wollte dann nicht mehr gehen. Anna und ich versuchten alle Tricks um sie wieder herauszulocken. Doch es gelang uns erst nach etwa zwei Stunden. Nachdem Sie sich dazu bequemt hat, natürlich.





Sie war und ist noch immer eine Institution. Für immer Botschafter für alle eingesperrten Mondbären. Ihr Körper hat uns verlassen, doch ihr Kampfgeist wird immer mit uns sein.

Von Juanita unserer Marketing Direktorin:
Welch kostbare Seele. Möge sie in Frieden ruhen. Zusammen mit Andrew und Mafi und Willow und Peace und Chengdu Truth und all unseren Bären, in einer wunderschönen Station. Dazu die vielen anderen namenlosen Bären, die ihren Namen erst von uns erhalten haben. Für mich ist klar, wer dort der Boss sein wird und schon bald jemanden gefunden hat, der ihr die Weintrauben schält.

Von Unterstützern wie Lee aus England:
Sicher bin ich eine von Tausenden, die Deine Erzählung von Franzis letzter Stunde (zm x-ten Mal) liest und dabei Tränen in den Augen hat. Tränen für ihr qualvolles Leben auf der Farm und ein Lachen für ihre spitzbübischen Tricks, speziell jenen mit dem „besonderen“ Wind. Nur ein Trost bleibt – Franzi hat ihre schreckliche Zeit selbst hinter sich gelassen an dem Tag, als sie in der Rettungsstation zum ersten Mal den besten Fruchtshake ihres Lebens schlürfte. Jeder in Chengdu wird diesen kleinen Bären mit dem großen Herzen vermissen.

Von Eva aus Deutschland:
Auf Wiedersehen, Du kleiner Bär. Sei gewiss, wir werden alle Deine Brüder und Schwestern befreien, die noch immer in ihren Gefängnissen sitzen. Sie sollen die Hoffnung nicht verlieren.

Von Mark, unserem ehemaligen Direktor für Tierschutz aus England:
Dieser Bär wird mir immer fest im Gedächtnis bleiben als Symbol für die Grausamkeit, aber auch die Güte des Menschen. Und für die verzeihende Natur der Tiere.

Von Natascia und Tiziana aus Italien:
Der Tod von Franzi bedeutet uns so viel Schmerz und Traurigkeit… Danke, Jill und alle anderen für die sieben Jahre voller LEBEN und LIEBE, die ihr Franzi gegeben habt.

Von Claire, unserer ehemaligen Tierkrankenschwester:
Der Moment, als ich euch von meiner Sorge erzählte, dass sie nicht fressen will, bleibt mir besonders in Erinnerung. Ich bot ihr immer noch mehr Marmelade an, doch sie interessierte sich nicht dafür! Als wir zusammen zurückgingen, um nach ihr zu sehen, war ALLES Futter verschwunden – nicht der kleinste Hinweis, dass sie überhaupt etwas bekommen hat. Nicht das kleinste Stückchen! Sobald ich wegging, musste sie das alles aufgeschleckt haben, um mich als Idiot dastehen zu lassen – sie wollte einfach noch mehr als ich ihr gegeben habe!!! Beide mussten wir lachen… ein solcher Spitzbube.

… und von Anne-Marie, unserer ehemaligen Tierkrankenschwester und Bärenmanagerin:
Als ich die Überschrift las, „Auf Wiedersehen, Franzi“, machte mein Herz einen Sprung. Ich wusste, diese E-Mail wolltest Du nie schreiben müssen. So lange schon hat sie ihrem kranken Körper widerstanden und uns alle damit erstaunt, wie sie sich nach den Krankheiten immer wieder erholt hat. Wie kann eine so kleine Person nur so widerstandsfähig, stur und doch so einzig charmant sein? Zum Glück war ihr Körper nicht so groß wie ihr Charakter!!

Die Zeit, bevor sie zu uns kam, war eine Tragödie. Doch andererseits war ihr Leben auch ein Triumph. Wenn ich mich jetzt von ihr verabschiede, bleibt mir ein kleiner, streitsüchtiger, herrschsüchtiger Bär in Erinnerung, der Rupert und die Bärenpfleger nach seiner Pfeife tanzen lies. Der sich nicht um Zeremonien scherte und Luft an beiden Enden abließ, egal welche Berühmtheit sie in IHRER Behausung gerade besuchte. Ihr Mond scheint auf ewig in unserem Gedächtnis und ihr kleiner Pfotenabdruck wird stets in den Herzen der Menschen bleiben, deren Leben sie berührt hat. Danke Franzi dafür, dass wir Dich kennenlernen durften.

Hoffentlich habt ihr beim Lesen auch so lächeln müssen wie ich. Franzi war das beste Beispiel für einen Bären, der entschlossen war, die Jahre der Qual willentlich hinter sich zu lassen und jeden Tag zu nehmen, wie er kommt. Hier ist das letzte Foto von ihr, aufgenommen von Rainbow nur Minuten vor ihrem Tod, das auch den Weg auf die Titelseite einer der führenden Zeitungen in Chengdu gefunden hat.



Beim letzten Gruß erinnere ich mich an die Zeit, als wir vor so vielen Jahren die Tür ihrer neuen Behausung in ihren geheimen Garten öffneten und sie unter Tränen beobachteten, wie sie sich dafür auf eigene, unnachahmliche Weise bedankte. Damals schrieb ich:

Jan 2004
Jeden Winkel hat sie inspiziert. Auch einen Teich, von dem Claire sagte, um den würde sie einen Bogen machen. Über Felsen ist sie geklettert von denen ich annahm, dass sie die nie beachten würde. Um ihren menschlichen Nachbarn  besser zu sehen, ist sie auf eine Mauer geklettert. Sie hat einen Baum umarmt (schaut nur auf ihre Tatzen ohne Klauen) und sie rannte und rannte und rannte wie ein Lamm im Frühling. Jx




Zum Schluss noch ein wunderbarer Abschiedsgruß von Tele aus unserem Büro in Hongkong



Heute scheint es, dass die unsterblichen Worte Tolstois nur für sie geschrieben wurden: „Jeder Mensch und jede lebende Kreatur hat ein heiliges Recht darauf, im Frühling glücklich zu sein.“

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Zur Erinnerung an Panda 
Unser Direktor für Tierschutz, Dave Neale, war dabei als wir vor einigen Wochen diese schrecklichen Märkte für lebende Tiere und die Tierparks in Südchina besuchten. Er war einverstanden, dass ich euch seine wunderbaren Worte hier wiedergebe, die er auf dem Rückflug geschrieben hat:

Du hast nur Deine Seele.

Stell Dir vo,r du wirst in eine leere Welt hineingeboren. Wo Dich niemand tröstet, niemand wärmt, Dich niemand beschützt und sich um Dich kümmert. Es gibt nur eine unendlich große Leere.

Als sie auf dem kalten, schmutzigen Betonboden lag, war das alles, was sie hatte. Geboren in eine bedeutungslose Welt. Niemand wusste von ihrer Existenz. Ihre Mutter konnte sie nicht erreiche,n geschweige denn sich um sie kümmern. So sah das Schicksal aus für ein kleines Kätzchen. Von nur einem im Markt für lebende Tiere in Foshan in Südchina.

Zusammen mit dutzenden anderen unterernährten, verängstigten und kranken Katzen steckte ihre Mutter in einem Käfig und wartete darauf, aus diesem traurigen Zuhause herausgerissen und brutal geschlachtet zu werden. Für uns als Nahrung. Die Händler im Umfeld des Käfigs haben die Geburt nicht einmal bemerkt. Ihr Kind ist sofort zwischen den Stäben des Käfigs hindurchgefallen und lag nun auf dem schmutzigen und kalten Betonboden darunter. Sie haben ihr Winseln nach der Mutter nicht gehört, ihr Suchen nach einer freundlichen Hand, der wir alle besonders in den ersten Augenblicken unseres Lebens so sehr bedürfen, ihre Klage, leben zu dürfen.

Auf diesem Boden watete bereits der Tod auf sie. Bis wir sie bei unserem Besuch des Marktes dort liegen sahen, während wir die schrecklichen Bedingungen dokumentierten. Wir hoben sie auf, versteckten sie vor den Händlern und schmuggelten sie in unseren Wagen. In nur wenigen Augenblicken wurden wir für ihr Leben verantwortlich. Entgegen aller Widerstände hat die Hand des menschlichen Mitgefühls auf wundersame Weise doch ihr Ziel gefunden.

Als wir im Wagen saßen und versuchten, die grundlegenden Bedürfnisse dieser amen verlorenen Seele zu befriedigen, lagen da draußen die Katzen noch immer übereinander gestapelt in ihren Käfigen. Hunde wurden in schmutzige Zwinger geworfen, zu anderen, die offensichtlich lebensbedrohende Krankheiten hatten oder solchen, die sich nicht mehr bewegten, da sie schon im Sterben lagen. Esel, Ziegen, Rotwild und Schweine – alle steckten sie in diesen schmutzigen Zwingern – Hühner, Enten, Gänse und Hasen waren aufeinander gestapelt – kein Platz, um sich zu bewegen, um zu leben.

Welche Macht hat diese Tiere hierher geführt, um auf das Ende ihres verlorenen Lebens zu warten? Was hat das Kätzchen dazu gebracht, auf einem kalten, kahlen Boden um sein Leben zu wimmern? Warum hat der Händler dort seine Seele verloren, so dass er ein angsterfülltes Tier schlagen kann, während wir ihm zusehen und unsere Tränen des Mitleids für diese armen Kreaturen zurückhalten müssen? Was hat einen Jungen dazu gebracht, einen Bären ins Gesicht zu schlagen, damit er sein Kunststückchen vor der erwartungsfrohen Menge zeigt? Wie kann ein Mensch die Zähne eines Tigers oder Löwen herausbrechen, sie in die Unterwürfigkeit prügeln und so ihren Lebenssinn zerstören, nur um sie in einer Arena vorzuführen als angebliche wilde Bestien, die man „zähmen“ muss?
Auf diese Fragen gibt es keine Antwort. Es ist nicht zu erklären. Daher schreibe ich diese Zeilen nach dem Besuch einiger Safari Parks und eines Marktes für lebende Tiere in China mit Traurigkeit im Herzen. In einem Land, das nach Jahren der Unterdrückung jetzt so schnell seine eigene Identität gewinnt und festigt, erleiden Tiere dasselbe Schicksal wie überall auf der Welt – sie werden als Ware betrachtet, zu Milliarden in Farmen gezüchtet, zu Millionen bei Experimenten verbraucht und für unseren Gewinn und unsere Unterhaltung misshandelt.

Seit Beginn der Wirtschaftsreformen 1978 in China ist das Land zur drittstärksten Wirtschaftsmacht der Erde mit 1,3 Milliarden Menschen aufgestiegen. Die schiere Größe von China bewirkt, dass alles hier groß ist. Auch das Leid der Tiere. Doch aus diesem großen Land kommt auch Hoffnung. Mit dem Erwachen der Wirtschaft, dem Erwachen des politischen Riesen, erwacht auch der Wunsch, die vielen Milliarden Tiere in diesem Land zu schützen, zu respektieren und für sie zu sorgen.

Während die Händler Tiere als Nahrungsmittel quälen und misshandeln, während die Dompteure schlagen, demütigen und den Willen der Tiere im Namen der Unterhaltung brechen, während die Menschen sich zurücklehnen und über das Leiden der Bären lachen, die man zwingt, auf den Vorderpfoten zu laufen oder miteinander zu „boxen“, um so zu zeigen, dass der Mensch der Herr ist, wächst auch eine neue Generation von Tierschützern heran. Solche, die bereit sind, ihre Stimme den Tieren zu geben, die Behörden für ihre Aktionen verantwortlich machen und auch diese Menschen selbst zu befragen, die im Namen der Unterhaltung und der Gier diese Tiere benutzen und missbrauchen. Diese Generation ist die Hoffnung für die Zukunft der Tiere in China.

Ihres Wesens beraubt, mit gebrochenem Willen, bleibt diesen Tieren nur mehr ihre Seele. Wir müssen für sie sprechen. Denn sie haben ihre Stimme schon mit der Geburt in diese grausame und herzlose Welt verloren. Wir müssen für die Rechte dieser verlorenen Seelen kämpfen und das Leid der vielen Milliarden lindern, die um Hilfe schreien. Dabei retten wir auch den Einzelnen. Für nur ein Lebewesen einen Unterschied zu machen, wirkt sich aus auf das Leben von Millionen.

Diesem Kätzchen konnte selbst unsere sorgende Hand nicht das Leben retten. Es starb, nachdem es die Liebe, Pflege und schlussendlich den Respekt dieser neuen Welt erhalten hat. Wir nannten es „Panda“

Panda, Du bist schön in jeder Beziehung. Dein Leben und die Leben all der anderen armen Seelen die in diese Welt kommen, nur um brutal und hartherzig wieder daraus weggerissen zu werden, ohne je menschliche Zuneigung kennenzulernen, ist viel mehr wert als wir jemals ermessen können. Du wurdest geliebt vom Augenblick Deiner Ankunft bis zu Deinem Abschied.

Dieses Foto fand ich von Dr. John mit Panda. Eine perfekte kleine Seele.



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Die schlechten Seiten des Menschen 
Als der bekannte Küchenchef Simon Bryant in unsere Rettungsstation in Chengdu kam, war Freude überall. Simon ist sehr bekannt in Australien und als engagierter Tierliebhaber war gern bereit, den Hunden, Katzen und Bären in China zu helfen!

Der arme Simon hatte kaum Zeit zu verschnaufen. Gleich nach seiner Ankunft wartete auf ihn eine Pressekonferenz, die wir zu seiner Ankunft arrangiert hatten. Für die Begleittiere in China war es ein wichtiger Moment, als Simon zusammen mit Küchenchefs aus Chengdu sowie unsere eigenen Küchenchefs (Li Damu, Zeng Zhiming, Deng Chengfang, Fu Kai) vor den Augen der Vertreter der chinesischen Print- und TV-Medien ein Gelöbnis unterzeichneten, in dem sie versprachen, nie Hunde oder Katzen zu kochen, zu servieren oder zu essen.



Um dies zu unterstreichen, waren auch einige unserer Hundedoktoren und andere, von uns gerettete Hunde angetreten. Simon gab zusammen mit den örtlichen Küchenchefs Interviews und erklärte dabei, warum es für die Menschheit so viel besser ist, Hunde und Katzen als ihre Freunde und nicht als Nahrung zu betrachten.

Es waren nur ein paar Stunden, bevor der Flug nach Guangzhou startete. Genug Zeit für Simon, einen kurzen Rundgang durch die Rettungsstation zu unternehmen. Dabei traf er Bären wie Douglas, der gern an den Zaun kam, um ihn zu begrüßen.



Aber dann war es Zeit, tief Luft zu holen für ein nicht ganz so glückliches Ereignis: Den Besuch eines Markts für lebende Tiere und mehrerer Safari Parks in Südchina.

Wie stets, konnte man in diesen abscheulichen Orten die besten aber zugleich auch die schlechtesten Seiten des Menschen sehen. Die besten zeigten sich natürlich bei unseren eigenen chinesischen Mitarbeitern wie Rainbow und Irene als sie Simon, Dave (unseren Direktor für Tierschutz) und mich ohne Rast zu einigen der schlimmsten Höllenorten auf Erden für Tiere begleiteten.

Abstoßende Safari Parks und ihre noch weitaus abscheulicheren Tierschauen, bei denen Löwen, Tigern, Bären und Elefanten geschlagen, ausgepeitscht und gestochen werden, um Dinge zu tun, die ihren angeborenen Instinkten völlig zuwiderlaufen. Wo die Mehrzahl der Gehege nur noch die äußere Hülle von Tieren beherbergen, die keinerlei Hoffnung mehr haben.

So war unser erster Stopp im Guilin Tiger und Bärenpark ein schockierendes Beispiel dafür, wie die Manager dieser Einrichtungen die Regierung und China betrügen. Schon vor vielen Jahren haben wir die grausige Praxis dieses Parks bei der Verfütterung lebender Tiere aufgedeckt.

Damals haben Boris (unser Mitbegründer und Projektleiter) und ich junge Tiger gefilmt, wie sie lebende Ferkel und Kälber angriffen und bissen. Angeblich, um sie auf das Leben in freier Wildbahn zu „trainieren“. Die Zuschauer waren begeistert, als die Tiere voller Furcht und Schmerzen aufschrien und dabei langsam verbuteten. Dann fuhr ein Traktor hinein und trennte die Tiger von ihrer Beute. Die sterbenden, verkrüppelten Tiere wurden hinausgebracht, um schließlich geschlachtet zu werden.

Das alles zur Tarnung, um ungestört Tigerknochenwein verkaufen zu können und um den Bären Gallensaft abzuzapfen. Dieser Park ist nur eine schreckliche Fassade die vorgibt, ein Paradies für zwei der schönsten gefährdeten Tierarten Chinas zu sein.

Jetzt, bei dem Besuch jetzt mit Simon, begrüßte uns schon am Eingang ein Schild, das uns Schwindeln machte. Gleich am Eingang stand groß und stolz ein glücklicher Tierbotschafter zur Begrüßung der Besucher – ein Bild von Andrew, unseren geretteten Bären.

Zunächst konnte ich es kaum fassen, dass unser wunderbarer dreibeiniger Mondbär, der im Februar 2006 an Leberkrebs verstarb, jetzt als Reklame für einen Park herhalten muss, der Tiger und Bären so schamlos ausbeutet.

Doch er war hier, ein obszönes Bild auf dem Plakat am Eingang – sicher hat er sich im Grab umgedreht. Unser Ärger lies sich nicht in Worte fassen – und jawohl, das werden wir bestimmt bei den Behörden melden.

Als wir später wie Touristen mit dem Mädchen im Laden schwatzten und dabei jeden Satz mitfilmten, erfuhren wir, dass der Export von Tigerknochenwein und Bärengalle nach England kein Problem sei (und damit auch nicht zu jedem anderen Punkt der Welt). Natürlich ist das sowohl nach chinesischem Recht als auch nach internationalen Gesetzen verboten. Wieder eine Notiz: Ein Brief an eine weitere chinesische Behörde. Im weiteren Verlauf unserer „Tour“ sahen wir diesen wunderhübschen Bären – ohne Zähne, wehrlos und niedergeschlagen.



Der schreckliche Höhepunkt dieses Parks war die Vorführung in einer Freiluftarena, wo halb gelähmte Bären gezwungen wurden, auf einem Motorrad über ein Drahtseil in mindestens zehn Metern Höhe zu fahren. Ein anderer Bär schloss die Augen und versuchte, den Kopf zurück zu ziehen als sein Trainer ihn an dem Seil um seine Schnauze zog und ihn immer wieder heftig ins Gesicht schlug als er nicht machte was er sollte.



Majestätische Tiger – bei einem sahen wir einen großen Tumor am Fuß (oben) – wurden gedemütigt und bei jeder Gelegenheit herabgewürdigt. Schweren Herzens verließen wir diesen Ort mit dem Versprechen, die Behörden davon zu informieren und dem Schwur, dass das Bild von Andrew hier verschwinden muss.

Am nächsten Tag – einem Sonntagmorgen – war der Markt für lebende Tiere übervoll mit den Käfigen und Verschlägen für Hunde, Katzen, Esel, Ziegen, Hasen, Hühner. Alle warteten ergeben auf ihr Schicksal. Wie schon früher trugen auch heute viele der armen Hunde ein Halsband was zeigt, dass sie entweder gestohlen wurden oder dass vielleicht auch ihr Besitzer sie an den Händler verkauft hat, weil er ihrer überdrüssig wurde.

Einmal hörte Dave ein lautes Miauen und er sah ein winziges neugeborenes Kätzchen unter einem der Katzenkäfige. Eine Mutter hatte dort ihr Junges verloren.

Dave trennte sich von uns, um die Leute abzulenken und ich hob das winzige Kätzchen still vom Boden auf und steckte es unter mein T-Shirt. Irene erkannte sofort was da vorging und reichte mir gleichmütig ihre Handtasche damit wir das Kätzchen einfacher verstecken und zu unserem Auto zurückkehren konnten.

Ein schneller Anruf bei Dr. John in seiner Tierklinik in Guangzhou und er wartete schon als wir dort ankamen. Wieder einmal wurde er zur Hilfe gerufen für ein Leben, das fast sicher verlöschen würde. Es ist kaum ein Jahr her, als wir ihm zwei neugeborene Kätzchen brachten, die wir bei einem anderen Markt am Boden gefunden hatten. Leider starben sie alle beide.



Doch dieses hier war stark und hat immer wieder während der Fahrt vom Markt zu Dr. John an meinem Finger gesaugt. Ihr Wille zu überleben war augenscheinlich. Wir konnten sie nur der fürsorglichen Pflege von John anvertrauen und ihm die Daumen drücken. Wir nannten sie „Panda“ in der Hoffnung, dass ein so stolzer Name sie anspornt.

Auch die anderen von uns besuchten Safariparks, die Xiongsen Bear & Tiger Mountain Village in Guilin und den Xiangjiang Safaripark in Guangzhou , waren schrecklich – überall dasselbe. Dieselbe ohrenbetäubende Musik zur Ankündigung der Shows, dieselben elenden, ausgelaugten Tiere, die von Menschen ohne Gefühle zum Gehorsam geprügelt wurden. Diese armen Tiere müssen gewöhnlich in Zellen aus Beton und Stahlgittern vegetieren.





Wir sahen auch eine besonders traurige Show mit Elefanten, bei der die Trainer einen kleinen weißen Stock benutzten. Doch wir erkannten die scharfe Spitze an dessen Ende, die von den Trainern als Strafe eingesetzt wurde. So zwangen die Trainer die Tiere zu ihren Kunststücken. Doch Rainbow konnte einige Nahaufnahmen davon machen. Wir werden diese an die Leitung dieser Park schicken um zu belegen, dass zumindest einige ihrer Zuschauer sich nichts vormachen lassen.





Einmal ging Rainbow nach der Show sogar zu dem Trainer in die Arena und bat ihn, ihm seinen „Zauberstab“ zu zeigen. Doch der Trainer hatte ihn schon zuvor verschwinden lassen und gab vor nicht zu verstehen, was Rainbow wolle. Ich war so stolz auf Rainbow, wie er da für einige Minuten stand. Furchtlos und hartnäckig und wie er sagte, dass er als Chinese sich schäme, solche verkommenen Misshandlungen zu sehen.



Jetzt, nach all diesen Grausamkeiten, sind wir dabei Berichte darüber zu verfassen und Briefe an die betreffenden Safariparks zu schreiben. Wir diskutieren über eine mögliche Konferenz im nächsten Jahr über die Notlage von Wildtieren und ihre Zurschaustellung.

Panda hat es nicht geschafft. Am nächsten Tag rief Dr. John an und sage, dass sie gestorben sei – unser kleiner Hoffnungsschimmer in diesem ganzen Schrecken. Sein Licht wurde schwach und verlosch.

Unser armer Simon war von dem was er gesehen hat ganz verstört – ein Schrecken ohne Ende – Welle nach Welle von brutalem Verhalten gegenüber Tieren, die von gefühllosen Menschen zerbrochen wurden. Menschen, die vielleicht immun wurden gegenüber den körperlichen und seelischen Grausamkeiten, die sie verursachen.

Als Simon am Ende noch einen Dobermann im Zwinger eines Hundezüchters sah, lief er gesenkten Hauptes still davon. Menschen wie Rainbow und Irene müssen es übernehmen ein Land zu verteidigen, dessen Ansehen beschmutzt ist von den Qualen und dem Blut der Tiere, die von ihm verraten werden.


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