Die schlechten Seiten des Menschen 
Als der bekannte Küchenchef Simon Bryant in unsere Rettungsstation in Chengdu kam, war Freude überall. Simon ist sehr bekannt in Australien und als engagierter Tierliebhaber war gern bereit, den Hunden, Katzen und Bären in China zu helfen!

Der arme Simon hatte kaum Zeit zu verschnaufen. Gleich nach seiner Ankunft wartete auf ihn eine Pressekonferenz, die wir zu seiner Ankunft arrangiert hatten. Für die Begleittiere in China war es ein wichtiger Moment, als Simon zusammen mit Küchenchefs aus Chengdu sowie unsere eigenen Küchenchefs (Li Damu, Zeng Zhiming, Deng Chengfang, Fu Kai) vor den Augen der Vertreter der chinesischen Print- und TV-Medien ein Gelöbnis unterzeichneten, in dem sie versprachen, nie Hunde oder Katzen zu kochen, zu servieren oder zu essen.



Um dies zu unterstreichen, waren auch einige unserer Hundedoktoren und andere, von uns gerettete Hunde angetreten. Simon gab zusammen mit den örtlichen Küchenchefs Interviews und erklärte dabei, warum es für die Menschheit so viel besser ist, Hunde und Katzen als ihre Freunde und nicht als Nahrung zu betrachten.

Es waren nur ein paar Stunden, bevor der Flug nach Guangzhou startete. Genug Zeit für Simon, einen kurzen Rundgang durch die Rettungsstation zu unternehmen. Dabei traf er Bären wie Douglas, der gern an den Zaun kam, um ihn zu begrüßen.



Aber dann war es Zeit, tief Luft zu holen für ein nicht ganz so glückliches Ereignis: Den Besuch eines Markts für lebende Tiere und mehrerer Safari Parks in Südchina.

Wie stets, konnte man in diesen abscheulichen Orten die besten aber zugleich auch die schlechtesten Seiten des Menschen sehen. Die besten zeigten sich natürlich bei unseren eigenen chinesischen Mitarbeitern wie Rainbow und Irene als sie Simon, Dave (unseren Direktor für Tierschutz) und mich ohne Rast zu einigen der schlimmsten Höllenorten auf Erden für Tiere begleiteten.

Abstoßende Safari Parks und ihre noch weitaus abscheulicheren Tierschauen, bei denen Löwen, Tigern, Bären und Elefanten geschlagen, ausgepeitscht und gestochen werden, um Dinge zu tun, die ihren angeborenen Instinkten völlig zuwiderlaufen. Wo die Mehrzahl der Gehege nur noch die äußere Hülle von Tieren beherbergen, die keinerlei Hoffnung mehr haben.

So war unser erster Stopp im Guilin Tiger und Bärenpark ein schockierendes Beispiel dafür, wie die Manager dieser Einrichtungen die Regierung und China betrügen. Schon vor vielen Jahren haben wir die grausige Praxis dieses Parks bei der Verfütterung lebender Tiere aufgedeckt.

Damals haben Boris (unser Mitbegründer und Projektleiter) und ich junge Tiger gefilmt, wie sie lebende Ferkel und Kälber angriffen und bissen. Angeblich, um sie auf das Leben in freier Wildbahn zu „trainieren“. Die Zuschauer waren begeistert, als die Tiere voller Furcht und Schmerzen aufschrien und dabei langsam verbuteten. Dann fuhr ein Traktor hinein und trennte die Tiger von ihrer Beute. Die sterbenden, verkrüppelten Tiere wurden hinausgebracht, um schließlich geschlachtet zu werden.

Das alles zur Tarnung, um ungestört Tigerknochenwein verkaufen zu können und um den Bären Gallensaft abzuzapfen. Dieser Park ist nur eine schreckliche Fassade die vorgibt, ein Paradies für zwei der schönsten gefährdeten Tierarten Chinas zu sein.

Jetzt, bei dem Besuch jetzt mit Simon, begrüßte uns schon am Eingang ein Schild, das uns Schwindeln machte. Gleich am Eingang stand groß und stolz ein glücklicher Tierbotschafter zur Begrüßung der Besucher – ein Bild von Andrew, unseren geretteten Bären.

Zunächst konnte ich es kaum fassen, dass unser wunderbarer dreibeiniger Mondbär, der im Februar 2006 an Leberkrebs verstarb, jetzt als Reklame für einen Park herhalten muss, der Tiger und Bären so schamlos ausbeutet.

Doch er war hier, ein obszönes Bild auf dem Plakat am Eingang – sicher hat er sich im Grab umgedreht. Unser Ärger lies sich nicht in Worte fassen – und jawohl, das werden wir bestimmt bei den Behörden melden.

Als wir später wie Touristen mit dem Mädchen im Laden schwatzten und dabei jeden Satz mitfilmten, erfuhren wir, dass der Export von Tigerknochenwein und Bärengalle nach England kein Problem sei (und damit auch nicht zu jedem anderen Punkt der Welt). Natürlich ist das sowohl nach chinesischem Recht als auch nach internationalen Gesetzen verboten. Wieder eine Notiz: Ein Brief an eine weitere chinesische Behörde. Im weiteren Verlauf unserer „Tour“ sahen wir diesen wunderhübschen Bären – ohne Zähne, wehrlos und niedergeschlagen.



Der schreckliche Höhepunkt dieses Parks war die Vorführung in einer Freiluftarena, wo halb gelähmte Bären gezwungen wurden, auf einem Motorrad über ein Drahtseil in mindestens zehn Metern Höhe zu fahren. Ein anderer Bär schloss die Augen und versuchte, den Kopf zurück zu ziehen als sein Trainer ihn an dem Seil um seine Schnauze zog und ihn immer wieder heftig ins Gesicht schlug als er nicht machte was er sollte.



Majestätische Tiger – bei einem sahen wir einen großen Tumor am Fuß (oben) – wurden gedemütigt und bei jeder Gelegenheit herabgewürdigt. Schweren Herzens verließen wir diesen Ort mit dem Versprechen, die Behörden davon zu informieren und dem Schwur, dass das Bild von Andrew hier verschwinden muss.

Am nächsten Tag – einem Sonntagmorgen – war der Markt für lebende Tiere übervoll mit den Käfigen und Verschlägen für Hunde, Katzen, Esel, Ziegen, Hasen, Hühner. Alle warteten ergeben auf ihr Schicksal. Wie schon früher trugen auch heute viele der armen Hunde ein Halsband was zeigt, dass sie entweder gestohlen wurden oder dass vielleicht auch ihr Besitzer sie an den Händler verkauft hat, weil er ihrer überdrüssig wurde.

Einmal hörte Dave ein lautes Miauen und er sah ein winziges neugeborenes Kätzchen unter einem der Katzenkäfige. Eine Mutter hatte dort ihr Junges verloren.

Dave trennte sich von uns, um die Leute abzulenken und ich hob das winzige Kätzchen still vom Boden auf und steckte es unter mein T-Shirt. Irene erkannte sofort was da vorging und reichte mir gleichmütig ihre Handtasche damit wir das Kätzchen einfacher verstecken und zu unserem Auto zurückkehren konnten.

Ein schneller Anruf bei Dr. John in seiner Tierklinik in Guangzhou und er wartete schon als wir dort ankamen. Wieder einmal wurde er zur Hilfe gerufen für ein Leben, das fast sicher verlöschen würde. Es ist kaum ein Jahr her, als wir ihm zwei neugeborene Kätzchen brachten, die wir bei einem anderen Markt am Boden gefunden hatten. Leider starben sie alle beide.



Doch dieses hier war stark und hat immer wieder während der Fahrt vom Markt zu Dr. John an meinem Finger gesaugt. Ihr Wille zu überleben war augenscheinlich. Wir konnten sie nur der fürsorglichen Pflege von John anvertrauen und ihm die Daumen drücken. Wir nannten sie „Panda“ in der Hoffnung, dass ein so stolzer Name sie anspornt.

Auch die anderen von uns besuchten Safariparks, die Xiongsen Bear & Tiger Mountain Village in Guilin und den Xiangjiang Safaripark in Guangzhou , waren schrecklich – überall dasselbe. Dieselbe ohrenbetäubende Musik zur Ankündigung der Shows, dieselben elenden, ausgelaugten Tiere, die von Menschen ohne Gefühle zum Gehorsam geprügelt wurden. Diese armen Tiere müssen gewöhnlich in Zellen aus Beton und Stahlgittern vegetieren.





Wir sahen auch eine besonders traurige Show mit Elefanten, bei der die Trainer einen kleinen weißen Stock benutzten. Doch wir erkannten die scharfe Spitze an dessen Ende, die von den Trainern als Strafe eingesetzt wurde. So zwangen die Trainer die Tiere zu ihren Kunststücken. Doch Rainbow konnte einige Nahaufnahmen davon machen. Wir werden diese an die Leitung dieser Park schicken um zu belegen, dass zumindest einige ihrer Zuschauer sich nichts vormachen lassen.





Einmal ging Rainbow nach der Show sogar zu dem Trainer in die Arena und bat ihn, ihm seinen „Zauberstab“ zu zeigen. Doch der Trainer hatte ihn schon zuvor verschwinden lassen und gab vor nicht zu verstehen, was Rainbow wolle. Ich war so stolz auf Rainbow, wie er da für einige Minuten stand. Furchtlos und hartnäckig und wie er sagte, dass er als Chinese sich schäme, solche verkommenen Misshandlungen zu sehen.



Jetzt, nach all diesen Grausamkeiten, sind wir dabei Berichte darüber zu verfassen und Briefe an die betreffenden Safariparks zu schreiben. Wir diskutieren über eine mögliche Konferenz im nächsten Jahr über die Notlage von Wildtieren und ihre Zurschaustellung.

Panda hat es nicht geschafft. Am nächsten Tag rief Dr. John an und sage, dass sie gestorben sei – unser kleiner Hoffnungsschimmer in diesem ganzen Schrecken. Sein Licht wurde schwach und verlosch.

Unser armer Simon war von dem was er gesehen hat ganz verstört – ein Schrecken ohne Ende – Welle nach Welle von brutalem Verhalten gegenüber Tieren, die von gefühllosen Menschen zerbrochen wurden. Menschen, die vielleicht immun wurden gegenüber den körperlichen und seelischen Grausamkeiten, die sie verursachen.

Als Simon am Ende noch einen Dobermann im Zwinger eines Hundezüchters sah, lief er gesenkten Hauptes still davon. Menschen wie Rainbow und Irene müssen es übernehmen ein Land zu verteidigen, dessen Ansehen beschmutzt ist von den Qualen und dem Blut der Tiere, die von ihm verraten werden.


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Eine Stradivari für den Mond 
Anfang des Monats hat unser wunderbares italienisches Büro geholfen, das schönste Konzert für unsere Bären zu organisieren: „Uno Stradivari per la Luna“ (Eine Stradivari für den Mond).

Es fand am Freitag, 6. November, im Carlo Felice Opernhaus in Genua statt und wurde von unserem Animals Asia Team in Italien gemeinsam mit der Carlo Felice Foundation, dem Genua Wissenschaftsfestival und der Pro Canale Foundation (zuständig für die Erhaltung und die Pflege einer der wichtigsten Sammlungen von Musikinstrumenten in der Welt), organisiert. Von dort wurde auch die Stradivari Geige gestellt.

Carmen, unsere Repräsentantin in Italien hielt eine bewegende Rede, die mit den Worten von Shakespeare aus Titus Andronicus endete: „Willst Du den Göttern nahe sein? Dann sei voller Mitleid. Süßes Mitleid ist des Adels wahres Zeichen.“



Dann begann das Konzert mit Maestro Pavel Berman (Sologeiger und Dirigent) und der Geige Marechal Berthier von Antonio Stradivari von 1716 aus Cremona. Sie stammt aus dem Besitz von Alexander Berthier, Marschall Frankreichs und Prinz von Neuchatel, der das wertvolle Instrument von Napoleon Bonaparte erhielt. Sie war wahrscheinlich ein Beutestück aus dem Krieg in Spanien und ist über 3 Millionen Euro wert.

Zur Aufführung kamen die Ouvertüre Le Ebridi / Konzert für Violine und Orchester Op. 64 in E-moll von Felix Mendelssohn-Bartholdy und die Symphonie Nr. 3 in F-Dur Op. 90 von Johannes Brahms.



Gill, von unserem Büro in England, war auch dabei. Die Bilder sprechen für sich. Carmen, Irene, Antonello und das ganze Team – seid von Herzen bedankt für eure unermüdliche Hilfe bei der Organisation dieser Veranstaltung, bei der Delaney – unser prachtvoller „Feigling“ von einem Bären - im Rampenlicht stand.





Hier ist Gills Bericht über diese einmalige Gelegenheit, gemeinsam und aus zu Liebe zu den Bären wunderbarer Musik zu lauschen:

Für meine lieben Kollegen in Italien war dieses 2009 unwahrscheinlich vollgepackt. Am Freitag kam es dabei mit ihrem spektakulären Stradivari Konzert in Genua als Hilfe für die Bären zu einem massiven Crescendo. Ich durfte daran teilnehmen.

Es verschlug mir die Sprache (kommt selten vor, ich weiß), als das ganze Orchester zu spielen begann. Mit Delaney, der das alles beobachtete, war dies ein unwahrscheinlich kraftvoller und emotionaler Augenblick, den ich nie vergessen werde. Ich wollte, jeder hätte das erleben können. Ein großes Lob an Italien für diesen unglaublichen Abend. Ihr könnt stolz darauf sein! Alles Liebe, Gill x

Ich verpasste zwar das Konzert, doch ich war bei der Pressekonferenz in dem wunderbaren Standard-Theater. Dort an der Fassade hing stolz das Poster des Konzerts, mit einem Bild unserer lieben Bärin Lexa. Hier bin ich zusammen mit Irene, unserer Direktorin in Italien, Dave, unseren Direktor für Tierschutz und Carmen:



Hier kann man das Poster aus der Nähe sehen. Vielleicht habt ihr auch Freude an der Gestaltung der Einladung (mit Bao Be) und dem Deckblatt des Programms (mit Delaney). Schaut nur, wie das Foyer geschmückt war mit riesigen Fotos unserer Bären:








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Weihnachten mit Bedeutung 
Viele unserer geretteten Bären in China und Vietnam schlafen jetzt länger und fressen weniger. Denn der Winter kommt. Die jüngeren aber sind noch immer mit ihren Freunden sehr aktiv unterwegs und ich glaube, sie fühlen, dass bald ein paar wunderbare Überraschungen auf sie warten. Wenn auch Sie dieses Weihnachtsfest zu etwas ganz Besonderem für unsere Bären machen möchten - oder aber für Ihre Familie und Ihre Freunde - bei unseren Weihnachtsgeschenken ist dafür bestimmt etwas Passendes dabei.

Wir bieten neue "Geschenke mit Bedeutung". Das bedeutet, dass Ihr Geschenk direkt an die Bären und eine wunderbare Weihnachtskarte dazu direkt an Ihre Lieben geht.



Es gibt fast alles, vom Honigtopf über das Rosinenfässchen oder Spielgeräte für draußen bis hin zu lebensrettenden Operationen. Es gibt auch ganz wunderbare neue Glückwunschkarten und Kalender, selbstverständlich mit unseren prachtvollen Bären darauf. Ein Besuch in unserem neuen Online Geschenke-Shop lohnt sich daher auf jeden Fall. Denn damit bekommt Weihnachten seinen Sinn zurück.

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Bringt sie heim 
Chu Chu grinste wie immer – ein einfältiges Strahlen von Ohr zu Ohr – und die Jahre kamen zurück. Es war Sonntag, der 18. Oktober, und mein erster Besuch in Panyu in Südchina seit vielen Jahren. Doch die Bären hatten sich kein bisschen verändert.

Ursprünglich waren es neun. Sie stammten alle aus einer Bärenfarm in der Provinz Guangdong. Ich habe diese Farm – die zweite, die ich jemals überhaupt besichtigt habe – vor langer Zeit im Jahr 1993 besucht. Dieses schockierende Bild wurde damals aufgenommen.



Nachdem wir von der Vereinbarung mit der chinesischen Regierung gehört hatten, dass man diese Bären retten könne, verloren Brian Davies, der Gründer von IFAW, und die Treuhänder Jean, Mary und Karen keine Zeit und kamen überein, eine wunderbare Rettungsstation zu finanzieren und alle Bären in Sicherheit zu bringen. Boris kam als Projektmanager dazu, Gail als Tierärztin und im Handumdrehen stand die Rettungsstation und die Bären waren alle da.

Das war 1995. Ich war damals Beraterin für IFAW und Animals Asia gab es noch nicht. Heute leben nur mehr fünf dieser Bären (Xie Sheung, Digger, Elizabeth (sie heißt jetzt Bebe), Hong und Chu Chu) – und alle schauen noch genau so schön aus wie damals. Leider sind aber seitdem Yat Ho, Donny, Cookie und Boris von uns gegangen – doch nicht vergessen.

Seither haben Gail und Boris mit mir und John und Winnie Animals Asia aufgebaut – und unser Ziel waren die Bärenfarmen. Wir haben in Chengdu Hunderte Bären gerettet. Die Entwicklung war so rasant, dass sich IFAW bereit erklärte, für die Bären aus Panya zu sorgen, damit wir uns auf die weiteren Projekte in China und Vietnam konzentrieren konnten.

Doch vor kurzem haben wir mit IFAW vereinbart, dass es für diese Bären in ihrem Alter besser wäre, unter mehr Freunden zu leben, da ihre eigene Zahl unvermeidlich abnimmt. Daher kommen sie heute zu ihrer neuen Familie in Chengdu.

Kati Loeffler und Tan Minjung von IFAW haben sie auf ihrer zweitägigen Reise begleitet. Von Animals Asia dabei waren auch Boris, Jen, Rainbow, Rocky, Ou Jun, Xian Wie Rong, Caroline und ich. Jeff und Melissa haben sie in Panyu verabschiedet und Jeff flog dann zu uns nach Chengdu, um bei der Ankunft dabei zu sein. Es war eine Non-Stop Fahrt von 48 Stunden für die 2.100 km von Panyu nach Chengdu.


Die Reise war wunderbar und alle fünf Bären in ihren geräumigen Käfigen waren ganz ruhig und entspannt auf dem Lastwagen.

Boris hat die Vorbereitungen getroffen und die komplexe Logistik mit IFAW abgesprochen. Damm haben Rocky, er und das Team alles für die Sicherheit und den störungsfreien Ablauf getan. Kati und Tan Minjung haben uns während der Reise beraten, über Stunden, doch ohne Panne verlief.

Für uns gab es nur schnelle Mahlzeiten zwischendurch und ein hartes Nachtlager im Begleitbus. Die Bären waren natürlich unsere erste Priorität und wurden wie Könige der Landstraße behandelt. Jen und Kati passten unermüdlich auf die Straße auf um möglichst alle Schlaglöcher zu vermeiden. Sie waren so sehr an einer ruhigen Fahrt interessiert, dass ich schon dachte, sie würden dem Fahrer das Lenkrad wegnehmen.









Alle paar Stunden machten wir Rast um alles zu sichern und die Bären zu füttern und sauber zu halten. Sie waren überhaupt nicht gestresst und haben alles, was wir ihnen in die Schüsseln gaben, gleich aufgefressen. Sogar die von Jen und Caroline sorgfältig mit Medikamenten versehenen Marshmallows verschwanden schnell, als wir sie Xie Sheung, Bebe und Chu Chu anboten. Auch Rainbow war immer mit seiner Kamera zur Stelle und hat so fast jeden Augenblick der Reise festgehalten. Hier ist ein süßes Foto von Digger, wie sie ihre Tatze im Trinknapf kühlt.



An einer Station standen wir neben einem Reisebus, dessen chinesische Passagiere unsere Plakate auf der Seite des Lastwagens sahen und sofort lachten und uns mit hochgerecktem Daumen ihre Zustimmung zeigten. Oft kamen die Menschen herbei – speziell bei den Tankstopps – und wir konnten sehen, wie ihre Augen fast aus den Höhlen sprangen, wenn sie Hong sahen, der sie neugierig durch einen Spalt in der Leinwand anschaute.

Schließlich kamen wir gegen 10:30 Uhr am Dienstagmorgen in unserer Rettungsstation an. Die Journalisten und die glückliche Gruppe unserer Mitarbeiter begrüßten die Bären in ihrem neuen Zuhause. Bebe wurde als erster abgeladen – zufrieden wie Larry saß sie auf ihrem Hinterteil und schaute ruhig und sorglos auf die Menschen vor ihr. So wie ich sie all die Jahre am besten in Erinnerung habe. Halb habe ich erwartet, dass sie die Arme verschränkt und uns fragt, warum das so lange gedauert hat.



Die Bären schauten alle gesund aus. Nur Hong machte Kati etwas Sorgen, denn er wirkte etwas „flach“. Die Reise hat ihn wohl doch etwas angestrengt. Auch als er in seine neue Behausung im Haus 10 gebracht wurde, blieb er zurückhaltend und wir sahen ihn etwas nervös hin und hergehen. Sichtlich beunruhigt von der neue Umgebung, den neuen Lauten und Gerüchen.

Doch tapfer wie unsere Bären sind, hatte sich Hong heute Morgen (Mittwoch) schon genug eingewöhnt, um an das Gitter seines Käfigs zu kommen, als er den Topf mit Honig roch, der für Xie Sheung geöffnet wurde. Als er an die Reihe kam, schleckte er verzückt seine Portion mit vor Verzücken geschlossenen Augen.

Als sich die Türen zum Freigehege öffneten, war Digger noch vor Chu Chu als erste draußen. Während sie aber zimperlich nur die nächste Umgebung erforschte, lief Chu Chu einfach weiter und ging zielsicher zum Schwimmteich (Laut Tan Minjung liebt sie das am meisten) wo sie kurz schnüffelte und sich dann entschied, dass es zum Schwimmen wohl noch etwas früh sei und sie sich statt dessen lieber all den Leckerbissen um sie herum widmen könnte. Hier schnuppert sie an einem Apfelstück (und genießt anschließend eine ausgiebige Rückenmassage nach ihrem Snack!)





Die anderen folgten und schnell waren alle draußen und hatten einen herrlichen Tag. Jen, die Tierärztin meinte: „Wenn man bedenkt, dass das alles neu ist für sie, machen sie sich sehr gut.“ Und als Boris heute Morgen nach den Bären sehen wollte, die er vor so vielen Jahren zum ersten Mal gesehen hatte, entdeckte er, dass auch sie ihre neuen Hängekörbe lieben. Hier ist Boris mit seinen alten Freunden zu sehen - alle dösen und genießen ein kuscheliges Zusammenliegen. Und sie wissen, dass die Tür zu ihrem neuen Gehege offen ist und draußen viele neue Überraschungen auf sie warten.



Damit haben wir 265 Bären an unserem Ort der Liebe und des Friedens hier in Chengdu empfangen und wir hoffen, dass die chinesische Regierung ihr Versprechen hält und wir bis zum Jahresende weiter Bären bekommen.



Kati, Jeff, Lisa, Tan Minjung und IFAW, vielen Dank an euch für die besondere Pflege und Aufmerksamkeit, die ihr diesen Bären in all den Jahren geschenkt habt und auch dafür, dass ihr so gut geholfen habt, sie hierher in ihr endgültiges Zuhause und zu ihrer Familie zu bringen. Zu Animals Asia in Chengdu.

Hier ist unsere Pressemitteilung zu den Bären und unsere spezielle Beziehung zur schönen Xie Sheung (Auf diesem Bild geniest sie gerade ihre Begrüßungsleckerei!)




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Unsere wunderbaren Spendensammler! 
Einige unserer Freunde und Unterstützer haben uns in China und Vietnam besucht, andere habe uns von Zuhause aus geholfen und ihr Herzblut in die lokalen Aktionen gesteckt, um Geld im Rahmen unserer „Süss wie Honig“ Tage zu sammeln.

Jetzt, wo der Sommer zu Ende geht, sind Einfallsreichtum und Leidenschaft nochmals angewachsen in den letzten warmen Tagen, während derer Diana Trawford und ihr Mann Andrew ein wunderbares karibisches Fest in Sidmouth in England organisiert haben – komplett mit einem echten DJ aus der Karibik, Reggae Musik und Limbo Tanz!





Dieses Fest von Diana und Andrew hat viel Spaß gemacht – wohl auch durch das geheime Rum Punsch Rezept von Andrew (siehe hier). Aber sie stellten auch sicher, dass die Gäste verstanden, wofür das alles organisiert wurde. Sie haben einen Inforaum aufgebaut mit Schautafeln und einem Bildschirm, auf dem unser Film „Die Rettung der Mondbären – der Anfang“ lief.







Als Tierarzthelferin war Diana bereits dreimal in Chengdu und hat uns hier geholfen. So konnte sie ihre eigenen Erfahrungen mit den Bären auf den Schautafeln darstellen und auf diese Weise ihre Gäste mit einbinden und zeigen, wie jeder mithelfen kann!



Unsere langjährigen Unterstützer, Chris und Roy aus Exmouth hatten ebenfalls einen Infostand aufgebaut und zwei örtliche Restaurants stifteten für die Tombola großzügig Gutscheine für Essen und Wein. Vielen Dank, Diana und Andrew, für eure Großzügigkeit und dafür, dass ihr in England den Bären eine so laute und inspirierende Stimme gebt.

Auch in Deutschland hatten Dieter Häckl (siehe unten) und sein Team von der Unterstützergruppe Babenhausen von Animals Asia, die den geretteten Bären Babo, Bali (in China) und Moggy (in Vietnam) beistehen, einen geschäftigen Tag.



Bei dem örtlichen Volksfests im letzten Monat haben sie einen ihrer bekannten Animals Asia Stände aufgebaut und konnten Spenden für die „Süss wie Honig“ Tage von den vielen interessierten Menschen sammeln, die kamen, um sich über unsere Arbeit zu informieren.





Dieter, Gudrun und ihr Team sind wunderbare Botschafter der Bären und nun schon seit Jahren für sie unterwegs. Sie trotzen allem widrigen Wetter und die Verbreitung ihrer Botschaft lässt sie ganz heiser werden. Auf diesem Bild sieht man unsere liebe Angela Ernst, Claudia Häckl (die Schwester von Dieter) sowie Gudrun Häckl (seine Frau).



Vielen Dank an euch alle für euren Einsatz, eure Leidenschaft und die harte Arbeit, die uns unserem großen Ziel näherbringt – dem Ende der Bärenfarmen.

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