Harriet Tung spricht zu den chinesischen Medien 
Hier stand sie vor unserer prachtvollen Statue von Andrew – Harriet Tung (Gattin des Schiffsmagnaten Tung Chee Chen und Schwiegertochter von Tung Chee Hwa, dem Ex-Regierungspräsidenten von Hongkong) – und sprach mit Reportern über das Zerrbild der Bärenfarmen in den chinesischen Medien.



Es machte mich so stolz, als sie die Notlage der Mondbären verglich mit der einer anderen, vielleicht noch bekannteren Art in China – den Pandabären. Pandas sind wunderbare Tiere, die mit Verehrung und Respekt behandelt werden, während die genau so schönen Mondbären die Grausamkeiten und die Vernachlässigung in den Farmen erdulden müssen.

Harriet übergab Toby, dem Leiter unseres Rettungszentrums und mir einen großzügigen Scheck als ihren Beitrag für die Gesundheitsuntersuchungen und Operationen, die unsere neuen Bären brauchen werden, wenn sie Anfang des neuen Jahrs zu uns kommen. Aber auch zur Unterstützung der weiteren Erforschung der Auswirkungen von Verunreinigungen in der Gallenflüssigkeit.



Sie sah die von Krankheit zerfressenen Lebern, die wir unseren geliebten Bären bei der Autopsie entnehmen mussten, und sprach sachkundig mit den Vertretern der Medien darüber, warum Bärenfarmen heute so brutal und unnötig sind.

Ich hoffe sehr, dass die Worte von Harriet die Menschen im Land erreichen und sie zum Nachdenken darüber bringen werden, warum es die Pandas so gut haben, während in denselben Provinzen die Mondbären im Verborgenen leiden müssen.


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Nothilfe Bärenrettung


Vielen Dank an Else und die Freunde! 
Wunderbare Freunde besuchten uns neulich – viele von ihnen „Bärenmenschen“ und allen gemeinsam die Leidenschaft für die Tierwelt. Die Idee zu diesem Besuch wurde schon 2007 geboren, als ich eingeladen wurde, die Einführungsrede bei der jährlichen BIERZS Konferenz (Bear Information Exchange for Rehabilitators, Zoos and Sanctuaries) in Amerika zu geben.

Else Poulson ist eine der Organisatoren dieser Konferenz (Sie hat selbst schon Bären gehalten, studiert das Verhalten von Bären und hat das wunderbare Buch „Smiling Bears“ geschrieben, das nächstes Jahr herauskommen wird). Sie und ich verstanden uns auf Anhieb und ich habe sie in unsere Rettungsstation eingeladen.

Else hat diese Idee weiter entwickelt und beschlossen, dass dies eine sehr gute Gelegenheit auch für solche Menschen wäre, die Erfahrung im Umgang und in der Haltung von Bären haben. Diese ausgewählte Gruppe traf sich jetzt mit uns in Chengdu und die drei Tage waren ausgefüllt mit dem Austausch von Ideen.

Dabei waren Lydia Fogal, auch eine Halterin von Bären, die Bärenpädagogen Judy Willard, Carrie McIntyre, Carol Bresnay und Tom Roy, die Spezialistin für Tiergesundheit Gail Hedberg und natürlich auch Else. Auf diesem Foto sind sie alle zu sehen. Else (in dunklem T-Shirt) in der Mitte.



Vom ersten Augenblick an waren alle mit der Hilfe für unsere prächtigen Mondbären beschäftigt. Sie hielten Vorträge über ihre Arbeiten für unsere Mitarbeiter und halfen mit, das Leben unserer Bären aufregend zu gestalten. Sie fertigten wunderbare, sehr effektive Spielsachen und Piñatas, bunte Figuren aus Pappmaché, die sie mit Leckereien für die Bären füllten. Sie kamen auch in unsere Krankenstation, um den einen oder anderen Gesundheitscheck zu beobachten. Caesar war von ihrer Piñata ganz hingerissen!





Diese wunderbaren Menschen hier zu haben tat uns allen so gut – und auch das Wissen, dass wir uns zur nächsten BIERZS Konferenz im Jahr 2009 wieder sehen werden.

Die Tage vor ihrer Ankunft hatten wir schreckliches Wetter – starke Regenfälle und Überschwemmungen überall in der Rettungsstation – genau das, was die Bären lieben. Mit ihren langen starken Klauen bohrten sie nach Insekten im weichen Boden. Eric, einer unserer chinesischen Übersetzer, hat darüber ganz aufgeregt per Walkie-Talkie berichtet und gesagt, dass sie nach „Bewohnern im Untergrund“ graben. Es ist immer etwas los bei uns.

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Aus Liebe zu den Bären, die es geschafft haben 
Jeder weiß inzwischen, dass es bei mir keine Lieblinge gibt. Fast. Was kann man da schon dagegen tun? Es gibt ein paar Bären, die es gegen alle Voraussagen geschafft haben; vielleicht sind sie nicht gerade die schönsten hier, doch bei ihnen macht es einfach Klick und man ist verloren.

Als ich den Erholungsbereich entlang ging, um unsere neuen Bewohner dort zu begrüßen, die kürzlich aus ihren Käfigen in ihre neuen Behausungen freigelassen wurden, war ich nicht ganz sicher, wer welcher Bär war. Doch eines war sicher – ein kleiner gedrungener Bär namens Haribo (ehemals Poodley) schien zu erraten, dass die Besucherin, die hier auf ihn zukam, eine Leckerei in ihrer Tasche haben würde und stellte sich in Pose.



Noch ehe ich ihn sah, hörte ich ihn bereits. Diese wohl bekannten Schmatzlaute, um meine Aufmerksamkeit zu erregen und eifrig um etwas Süßes zu betteln. Haribo habe ich vom ersten Tag an ins Herz geschlossen und heute Morgen war das ganz genau so.



Jahre - ja womöglich Jahrzehnte - in einem Presskäfig konnten den Willen dieses tapferen kleinen Bären nicht brechen. Hier saß er vor mir auf seinem runden Hinterteil. Mit seinen hervorstechend weißen Krallen hielt er sich an den Stangen fest und schien mich geradezu anzulachen, als wolle er sagen. „Ach komm, ich weiß genau, was Du da hast“. Im Handumdrehen verschwand eine Handvoll Gummibären - die ursprünglich für alle gedacht waren -, ausschließlich in seinem Bauch.



Sie alle jetzt zu so sehen war merkwürdig – aus einst schwarzen Flecken in ihren Erholungskäfigen haben sie sich jetzt verwandelt und laufen und schlendern herum, liegen da in einer Umgebung, die sie nie zuvor gekannt hatten. Die Narben in den Gesichtern, dort wo sie ihre Köpfe aus Frustration gegen die eisernen Gitterstäbe geschlagen haben, waren immer noch gut sichtbar. Dünne Beine, wo die Muskeln langsam wachsen werden, jetzt aber immer noch kaum stark genug sind, um damit zu laufen. Scheußliche Narben am Bauch, kaum verheilt, von der brutalen Entnahme des Gallensaftes.

Hier, nur ein paar Ecken von Haribo entfernt, war Egmont (wir nannten sie früher Eyeore), die ihren Namen zu Recht trägt und uns alle zum Lachen bringt. Ganz langsam und behäbig ist sie und macht alles im Schneckentempo. Doch Egmont genoss die Erforschung ihrer neuen Behausung – Zentimeter für Zentimeter.

An diesem Morgen aber war es Haribo, der für den Geist und die vergebende Kraft dieser Bären stand, wie er sich freute, bewundert zu werden. Doch auch zu viel Aufmerksamkeit kann langweilig werden und man sah, dass er noch etwas anderes wollte. Nachdem Xiao Chen und ihr Team das Innere der Behausungen gründlich gereinigt hatten, wurden die Türen wieder geöffnet und die Bären konnten sich für ein Nachmittagsschläfchen auf ihren Schlafplatz zurückziehen.

Auch Haribo. Als er seine kurzen Beine die Stufen, die für einen „normalen“ Bären überhaupt kein Hindernis dargestellt hätten, hinaufschleppte und die Bühne und seine Bewunderer verließ, hatten diese Tränen in den Augen.

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Willkommen in einer aufregend neuen Welt  
Es tut gut, wieder in Chengdu zu sein. Denn während des Aufenthalts in Guangzhou mit dem Team von Professor Pfote habe ich etwas ganz besonderes hier versäumt. Das Team hier hatte eine mindestens ebenso aufregende Zeit.

Der Tag, auf den wir alle so lange gewartet haben begann hell und sonnig. Zum ersten Mal kamen die letzten 12 geretteten Bären aus ihren Erholungskäfigen heraus und bewegten sich vorsichtig in ihre neuen Behausungen.

So gern wäre ich da dabei gewesen, doch ich konnte es nachempfinden durch die emotionsgeladenen E-Mails, die ich von Nic, unserem Chef der Bärenpfleger und Heather, unserer leitenden Tierärztin erhielt, in denen die Geschichte dieses herzerwärmenden Tages erzählt wurde.

Von den 28 Bären, die Ende März ankamen, starben 16 an ihren Wunden und Krankheiten – das Erbe ihres Lebens in den Farmen. Die verbleibenden 12 Bären wurden fast wie Kinder von unserem Team vor Ort aufgepäppelt. Dieses Team sorgte auch dafür, dass ihre Einführung in eine Welt mit unvorstellbar viel Platz und neuen Freunden so angenehm wie nur möglich gestaltet wurde.

Der ganze Prozess wurde von Anfang bis Ende sorgfältig geplant von denselben Menschen, die in den vergangenen sechs Monaten die Charaktere der Bären genau kennen gelernt hatten – was sie mögen und was nicht, jede Facette ihrer Persönlichkeit – um zu verstehen, wie diese erste Phase ihrer Freiheit und ihrer Integration am besten ablaufen sollte.

Unser Team kennt diese Bären, als ob sie die Tiere von klein auf aufgezogen hätten. Dieser Tag war ganz der ihre.

Genau erinnere ich mich noch, wie der süße kurzbeinige Poodley (jetzt heißt er Haribo) in dem schauerlichen Käfig ankam, der ihn jahrelang niedergedrückt hielt … das schmatzende Geräusch, das er hervorbrachte um auf sich aufmerksam zu machen, wenn er bemerkte, dass meine Hosentaschen ein nie endendes Reservoir an klebrigen Gummibären war, die er mit Freuden einen nach dem anderen verspeiste. Wenn man das mit jetzt vergleicht, wie er hinausgeht in eine Welt außerhalb seines Käfigs, der ihn so lange gefesselt hielt. Hier begrüßt er gerade einen seiner Nachbarn:


Der blinde Watermelone (er heißt jetzt Wilfred) ging auch ohne Furcht hinaus in seine neue Welt. Nichts wird ihn wieder verletzen und es ist spannend, seine Nachbarn zu beiden Seiten seiner Behausung kennen zu lernen.

Bären, die in den Farmen nie freien Zugang zu Wasser hatten, setzen sich nun freudig mit ihren dicken Hinterteilen in ihre zementierten Wasserbecken und erfreuen sich dieser Erfahrung, die in freier Wildbahn so normal gewesen wäre. Futter im Überfluss, Spielzeug zur Unterhaltung und die Sonne auf ihrem Pelz.

Von oben nach unten sieht man hier George, Gypsy und Juniper, wie sie ihre neuen Behausungen erkunden:







Wenn sie diese genau kennen gelernt haben, wird sich bald auch das Tor dort öffnen und sie werden etwas völlig neues kennenlernen. Gras. Dann werde ich sicher hier sein und gemeinsam mit unseren chinesischen und europäischen Mitarbeitern weinen wie ein Baby, wenn wir gemeinsam das neue Leben der Bären feiern werden.

Hier sind die bewegenden Berichte von Nic und Heather, wie unsere Bären den ersten Schritt in die Freiheit tun.

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Professor Pfote startet jetzt auch auf dem chinesischen Festland! 
Die letzten Tage waren einfach verrückt. Da tut es richtig gut, beim Schreiben dieses Blogs ein wenig zu Atem zu kommen. In der letzten Woche startete unser Professor Pfote Programm in Guangzhou – der Hauptstadt des Verzehrs von Hunden und Katzen in China! Rund 90 junge Menschen mit einem Durchschnittsalter von neun Jahren freuten sich an einer ganz neuen Form des Lernens, angeleitet durch unserer kürzlich eingeführten Hundeprofessoren.

Es war ein sonniger Nachmittag an der Wan Song Yuan Grundschule, als Frau Zhou Su Ying, die Schulleiterin, vor einer ganzen Heerschar von Medienvertretern den Startschuss für dieses Programm gab und darüber sprach, wie sehr wir die Tiere, die unser Leben teilen, lieben und respektieren müssen.

Die Antworten der Kinder darauf, warum Hunde und Katzen ein besseres Schicksal in unserer Welt verdienen und was sie dazu in ihrem täglichen Leben tun können, waren ganz erstaunlich.

Daher war es auch kein Wunder, dass sie alle ganz aufgeregt waren, als die Hunde schließlich in die Klassenzimmer gebracht wurden. Große Spannung lag in der Luft als sie sich in Reihen aufstellten, und in einer formellen Begrüßung ihren neuen „Lehrern“ den Handrücken zum beschnuppern hinhielten – auch für uns war dies ein aufregender Moment, denn natürlich wollten wir sicher sein, dass die Hunde „sicher“ waren. Dann wurden die Köpfe getätschelt und die Pfoten der vier hervorragendsten und gutmütigsten Vertreter ihrer Rasse geschüttelt.

Ein so bewegender Augenblick! Besonders wenn man daran denkt, dass zur selben Zeit nur ein paar Kilometer weg die schrecklichen und berüchtigten Märkten für lebende Tiere überquollen von genauso liebevollen und intelligenten Hunden, die man dort aber als Nahrungsmittel für Menschen schlachtete.

Doch der Anblick der angehenden Tierschützer und zukünftigen Anführer, die einmal verantwortlich sein werden für die Schaffung einer harmonischen Welt, wo Hunde und Katzen ohne Angst auf Chinas Straßen laufen können, hat mich wieder aufgerichtet.

Hier sind ein paar Fotos von diesem Tag. Herr Ma stellt zwei kleinen Mädchen seinen besten Freund Mao Mao vor:



Ein kleiner Junge bürstet Ka Ka, während Frau Sun, die Besitzerin, ihm dabei hilft.



Hier sprechen Frau Lian und ich mit Kindern, wie man Hunde wie Professor Sunny richtig behandelt.



Ich habe nur bedauert, dass Anneleise Smillie, die das Programm ursprünglich in Hongkong gegründet hat, nicht dabei sein konnte. Sie ist jetzt zurück in England und wäre sehr stolz gewesen, die Kinder rufen zu hören „Wo Ai Gou Gou“! (Wir lieben Hunde). Ich bin sicher, der Start des Programms in Guangzhou ist für uns beide, für Anneleise und für mich, ein Traum, der wahr geworden ist. Er wird hier hoffentlich weiter wachsen und gedeihen, damit die Hunde und Katzen ihren rechten Platz in unserem Leben einnehmen. Als Freunde….nicht als Nahrungsmittel.

Ein herzlicher Dank auch an Christie Irene und die unglaublich engagierten freiwilligen Helfer, die durch den Tag führten und unsere Hoffnung stärkten, dass auch für die Begleittiere in China der Wandel zum Besseren begonnen hat.
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