Frohe Weihnachten – Teil I 
Für die Mitarbeiter von Animals Asia war das Jahr 2008 eine Herausforderung. Denn Tragödien und Enttäuschungen haben uns bis zum Limit getestet – nicht zuletzt auch das verheerende Erdbeben, die Ankunft der kranken und sterbenden Bären im März in unserem Rettungszentrum und die Enttäuschung über das Ausbleiben der versprochenen 80 Bären in Vietnam.

Doch es gab auch viele positive Entwicklungen: Die 12 aus der Gruppe der kranken Bären, wie sie sich jetzt in ihren Behausungen auf die ersten Schritte in Freiheit freuen; die chinesischen Pathologen die mit uns zusammenarbeiten und die ihre Besorgnis jetzt öffentlich machen wie die verschmutzte Galle von so kranken Bären die menschliche Gesundheit beeinträchtigen kann.

Es gibt also viel, um für 2009 optimistisch zu sein. Jetzt, am Ende des Jahres, dachte ich mir daher, dass ein paar nette Geschichten euch allen gefallen könnten. Das ist ein Blog mit drei Teilen, der das wahre Wesen unserer Bären und die Hingabe unserer Mitarbeiter auf der ganzen Welt aufzeigt, von den Menschen, die ihnen in ihr neues, glückliches Leben geholfen haben.

Bei unserer ersten Aktion kam es auf präzise Organisation und Timing an. Mit Erlaubnis unserer Tierärzte besorgten unsere Mitarbeiter in Hongkong 171 Minzkuchen für die Bären in China und 23 für die in Vietnam. Sie besorgten sich auch lustige Weihnachtsmannmützen und hatten nichts dagegen, sich so fotografieren zu lassen, ehe die Minzkuchen ihre Reise zu den Bären in den beiden Ländern antraten.




Am Abend unserer Weihnachtsfeier setzten sich die über 150 Mitarbeiter dort ihre eigenen Weihnachtsmannmützen auf und hoben die Schachteln mit den Minzkuchen in die Kamera. Als Zeichen für das Fest der Bären am nächsten Tag.



Sogar Tremor, unserer aus dem Erdbeben geretteter Hund, machte mit. Wendy, unsere Tierkrankenschwester hat ihm einen Mantel gekauft, damit er es in der Kälte von Chengdu bei seinen Spaziergängen warm hat. Normalerweise mag ich keine angezogenen Hunde – die meisten Rassen brauchen das nicht – doch ich musste zugeben, dass er damit schnuckelig und warm aussah - Wir versuchten, nicht zu lachen, als wir ihn in seiner Jacke und seiner Mütze sahen, wie er von Qui Wie, unserem Sicherheitschef geknuddelt wurde.




Doch weiter mit den Minzkuchen. Am Morgen nach der Party begannen Howard, Feng Min und das Team vom Haus 2 damit, sie im Gras der Gehege auszulegen. Einer unserer „falschen Bäume“ war für fünf davon eine perfekte Plattform. Diese Bäume dienen dazu, die Bären zu animieren sich aufzurichten und zu klettern. Sie sind robuster als die echten Bäume, die die Bären so kunstfertig zerstören.





Einundzwanzig Minzkuchen für einundzwanzig Bären wurden liebevoll zusammen mit dem üblichen Frühstücksfutter verteilt. Als wir unseren Beobachtungsplatz eingenommen hatten, läutete Feng Min die Glocke um den Bären anzuzeigen, dass das Frühstück fertig sei.

Die Glocke erklang, die Türen zu den Behausungen öffneten sich und die Bären strömten wie immer schnüffelnd in das Gehege. Um herauszufinden, was dieser Tag ihnen an Leckereien gebracht hat. Jasper war als erster oben auf der großen Kletterplattform, doch während er an einem Stück Orange nuckelte, schien er den Minzkuchen direkt über seinem Kopf nicht zu bemerken.

Für ihn, dem größten Schleckermaul von allen, war das sehr ungewöhnlich. Nur ein paar Meter entfernt stand sein bester Freund Banjo auf seinen Hinterbeinen und schnappte sich mindestens drei Stück von dem falschen Baum!



Blanca bekam ihren Kuchen, Aussie fand seinen und Poppy schnappte sich einen ehe der Bär neben ihr mitbekam, was das war. Die Kuchen verschwanden zu schnell um herauszufinden, ob man sie zu den Leibspeisen zählen kann. Doch eines ist gewiss. Diese Bären haben sich zum ersten mal an einem wirklich magischen Moment in diesem Jahr erfreut.

In Vietnam veranstalteten unsere Mitarbeiter eine vergleichbare Show für unsere dortigen Bären. Bec, der leitende Bärenmanager erzählt:

Die meisten Bären in der VBRC haben jedes Stückchen ihres Minzkuchens genossen. Sobald der Geruch der fruchtigen Kuchen aus den Schachten drang, setzten sich die Schnauzen der Bären in Bewegung. Durch hektisches Schnüffeln versuchten sie die Quelle dieses guten Geruchs herauszufinden. Jeder Bärenpfleger musste seinen Liebling benennen und ihm oder ihr einen Kuchen geben. In jedem Haus gab es ein echtes Weihnachtsgefühl. In den Korridoren hing Weihnachtsbeleuchtung, Weihnachtslieder spielten und Weihnachtsdekoration hing außen an den Häusern, so dass die Bären sie von ihren Schlafkörben aus sehen konnten!

Die meisten Minzkuchen verschwanden auf einem Sitz und jedes Brösel wurde sofort von eifrigen Zungen aufgeleckt! Karuna war besonders süß. Sie as ihren Kuchen in ganz kleinen Bissen und schien jeden davon zu genießen. Das war unwahrscheinlich vorsichtig besonders von einem Bären, der von Menschen so viel erdulden musste. Ein paar wählerische ältere Damen zogen es vor, den umhüllenden Teig zu zerbrechen und gleich die fruchtige Füllung im Inneren aufzulecken!



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Mit den besten Wünschen für Amanda 
Ein herzliches „Auf Wiedersehen“ für Amanda, unsere Bären Managerin in Vietnam und zuständig für ihre Anregung, also für ihre Unterhaltung! Amanda war 18 Monate Mitglied unseres Teams in der Tam Dao Rettungsstation und hat sich mit ganzem Herzen ihrer Aufgabe gewidmet, das Leben für die Jungtiere und die erwachsenen Tiere aufregend zu gestalten.



Ihre Bilder von den Jungtieren im Schaumbad und im Dschungel haben alle begeistert und waren oft auch auf der Webseite, um die Herausforderungen aber auch zu Befriedigung zu zeigen die es bringt, den zuvor so misshandelten Tieren ein schöneres Leben zu verschaffen.

Amanda – wir werden Dich so sehr vermissen! Du gabst den Bären etwas, was nach dem Leben in Freiheit das Beste ist und deine liebevolle und professionelle Arbeit ist Vermächtnis und Maßstab für alle, die nach Dir kommen.
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Der Winter ist da 
Wenn Cäsar anfängt zu graben, weiß man, dass der Winter da ist – gestern war es so weit.

Donata, die Bärenpflegerin, rief über ihr Walkie-Talkie alle zusammen um zuzusehen, wie unsere schöne, beeindruckende Braunbärin dafür einen aus ihrer Sicht geeigneten Platz am Zaun auswählte.


Da waren wir ganz anderer Meinung. Ich war ganz aufgeregt als sie immer tiefer grub. Alle paar Minuten kam sie aus ihrem Loch heraus um den wachsenden Erdhügel zu verteilen.


Ich wusste, dass eigentlich nichts passieren konnte. Die Einfriedungen waren ja von Boris, unserem chinesischen Baumeister entworfen worden. Das Zementfundament reichte einen Meter in den Boden hinab. Nur um absolut sicher zu sein. Doch Cäsar war wirklich dabei, das auszutesten.

Wie ich sie da so graben sah, fiel mir wieder ihr Leben auf der Bärenfarm ein. Welch ein Unterschied in diesen vier Jahren! Zusammen mit ihrem damaligen „Zellengenossen“ Emma (ein Junge, der einen Mädchennamen trägt) war sie neun lange Jahre auf einer Farm in Tianjin in Nordchina in ein grausames Metalljackett eingezwängt.


Der Tag an dem sie gerettet wurde war bitter kalt – Eisregen peitschte unser Team als es die Käfigstangen mit Schneidbrennern zerschnitt während Cäsar und Emma im Narkoseschlaf waren. Ein schneller Gesundheitscheck und ab ging es in starken Transportkäfigen auf eine dreitägige Fahrt im Lastwagen – über Land und Berge, durch die Nacht.

Das war eine der bemerkenswertesten Reisen meines Lebens. Boris und Howard (dem Leiter unseres Bärenteams), die beide immer noch bei uns sind, haben diese Aktion sehr professionell und ohne Probleme durchgeführt. Die Landschaft war atemberaubend als wir so durch die Dörfer und Städte fuhren – herrliche Wälder, schneebedeckte Berge und tanzende Bäche säumten unseren Weg. Wir sahen sogar eine Katze auf einem heißen Blechdach!

Die chinesischen Medien waren auch dabei und in jeder Stadt kamen die Bewohner aus den Häusern heraus um das Schauspiel von zwei großen Bären auf ihrem Weg nach Hause zu sehen.

Natürlich hat Cäsar all das längst vergessen. In ein paar Wochen wird sie eine neue Unterkunft beziehen – „Cäsars Bunker“ – wo sie Höhlen nach Herzenslust graben und so lange sie will im Freien bleiben kann. Momentan muss sie sich nachts noch mit ihrem Hängekorb als Bett zufrieden geben.




Das jetzige Gehege teilt sie sich mit Benji und Poupouce, den tibetanischen Braunbären, die sich in ihrem Freigang am Morgen und Nachmittag immer mit ihr abwechseln, da Cäsar nicht gerade ein freundlicher Nachbar ist!

Jetzt bleibt unserem Team nur übrig, das große Loch wieder zu verfüllen. Doch wir wissen, dass sie in ihrer bestimmten Art sicher morgen ein neues graben wird.


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Alles in Ordnung bei Rhodi 
Als uns die Augenärztin Claudia Hartley vor kurzem besuchte, lag gerade eins ehr spezieller Patient auf dem OP-Tisch. Zusätzlich zum Augencheck bei 17 unserer Mondbären mit Augenproblemen prüfte Claudia auch die Augen von Rhodi, unserer Leopardenkatze.

Rodi ist seit dem Jahr 2000 bei uns. Er gehört zu einer bedrohten Tierart und wurde als Welpe von einem Polizisten aufgezogen, der glaubte, diese wilde Katze sei „putzig“. Doch als Rhodi erwachsen wurde, zeigte er dem Polizisten bald, wer der Boss war.

Klugerweise fragte daher der Polizist bei uns, ob wir seine jetzt nicht mehr „putzige“ Katze aufnehmen können. Natürlich stimmten wir zu und Rhodi lebt seitdem in Luxus. Seine Behausung ist gleich gegenüber vom Bärenhaus 2. Der Blick geht von da über den Fluss Pi und das umliegende Farmland. Die richtige Ernährung und die hingebungsvolle Pflege durch Pernille und ihr Team haben aus Rhodi eine wirklich zufriedene Leopardenkatze gemacht.

Daher war es verständlich, dass der OP-Raum voll Menschen war, als Claudia ihre Augentests bei Rhodi durchführte. Keiner von uns hat ihn je zuvor angefasst – verständlich, bei seinen Klauen und Zähnen wie bei einem kleinen Tiger. Doch jetzt schlief er tief in seiner Narkose und fühlte die Finger nicht, die sein Fell voller Streifen und Tupfen kraulten. Unwiderstehlich für unseren (sehr professionellen) Amateurfotografen Rainbow Zu, der nicht widerstehen konnte, Rhodi in den Arm zu nehmen.


Wendy, die Tierkrankenschwester zeigte uns bei dieser Gelegenheit auch die Verwandtschaft zwischen Rhodi und einem Mondbären – auf diesem Bild seiner Pfote kann man einen Teddybären erkennen!


Erleichtert vernahmen wir die Diagnose von Claudia:

Rhodi ist eine weiche und sehr beeindruckende Katze. In seinem linken Auge hat er einen Katarakt. Man muss das beobachten und gegebenenfalls operieren, wenn er größer wird. Die Untersuchung seiner Retina erbrachte in beiden Augen missgebildete Bereiche, wahrscheinlich auf schlechte Ernährung als Welpe zurückzuführen. Bei der jetzigen guten Ernährung wird sich das nicht verschlechtern, doch heilen kann man das nicht. Daher wird seine Sehkraft am Rand besser sein als im Zentrum des Blickfelds. Daher wird er nie selber jagen können und kann daher nicht frei gelassen werden.

Ein letztes Kraulen, bevor er wieder in seiner Katzenbox aufwachen konnte um dann wieder in seine Behausung transportiert zu werden. Ansonsten war Rhodi gesund.


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Harriet Tung spricht zu den chinesischen Medien 
Hier stand sie vor unserer prachtvollen Statue von Andrew – Harriet Tung (Gattin des Schiffsmagnaten Tung Chee Chen und Schwiegertochter von Tung Chee Hwa, dem Ex-Regierungspräsidenten von Hongkong) – und sprach mit Reportern über das Zerrbild der Bärenfarmen in den chinesischen Medien.



Es machte mich so stolz, als sie die Notlage der Mondbären verglich mit der einer anderen, vielleicht noch bekannteren Art in China – den Pandabären. Pandas sind wunderbare Tiere, die mit Verehrung und Respekt behandelt werden, während die genau so schönen Mondbären die Grausamkeiten und die Vernachlässigung in den Farmen erdulden müssen.

Harriet übergab Toby, dem Leiter unseres Rettungszentrums und mir einen großzügigen Scheck als ihren Beitrag für die Gesundheitsuntersuchungen und Operationen, die unsere neuen Bären brauchen werden, wenn sie Anfang des neuen Jahrs zu uns kommen. Aber auch zur Unterstützung der weiteren Erforschung der Auswirkungen von Verunreinigungen in der Gallenflüssigkeit.



Sie sah die von Krankheit zerfressenen Lebern, die wir unseren geliebten Bären bei der Autopsie entnehmen mussten, und sprach sachkundig mit den Vertretern der Medien darüber, warum Bärenfarmen heute so brutal und unnötig sind.

Ich hoffe sehr, dass die Worte von Harriet die Menschen im Land erreichen und sie zum Nachdenken darüber bringen werden, warum es die Pandas so gut haben, während in denselben Provinzen die Mondbären im Verborgenen leiden müssen.


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