„Jingle“ kommt gerade rechtzeitig zum Weihnachtsfest! 
Unsere Animals Asia Familie hat zwei neue Bären aufgenommen – ein junges Weibchen in China und ein Männchen im besten Alter in Vietnam. In meinem nächsten Blog werde ich mehr über die tragische Geschichte von „Misa Hai“ aus Vietnam schreiben, der 14 Jahre lang in einem schrecklichen, dunklen Käfig gefangen war.

Doch lasst mich zunächst unser süßes neues Baby vorstellen (wir nennen es „Jingle“) und von ihrer dramatischen Rettung aus einem Baumwipfel erzählen! Hier ist eine Zusammenfassung des Berichts über diese Rettung, den ich an all unsere Mitarbeiter geschickt habe:

„Ich war gerade nach Chengdu zurückgekommen, als Rainbow am Sonntag einen Anruf erhielt mit der Nachricht, dass ein Jungtier ganz oben auf einem Baum in Xinfan (ein kleines Dorf in der Nähe unseres Rettungszentrums)säße. Innerhalb von dreißig Minuten hatte Boris, unser Projektmanager, sein Team zusammen. Auch Jen, unsere Tierärztin, war bereit und wir waren auf dem Weg.




Fotos: (c)Li Xiangyun/Animals Asia

‚Hoch auf dem Baum’ war die Untertreibung des Jahres – Das Jungtier war 12 Meter hoch geklettert und wollte nicht heruntersteigen – speziell da sich die gesamte Bevölkerung von Xinfan und aller anderen Ortschaften im Umkreis darunter versammelt hatte, um dieses unerwartete Ereignis zu bestaunen. Hunderte Zuschauer, darunter Behördenvertreter, die Kameras der Journalisten und sogar ein kleinern Hund, der eifrig im Kreis herum sprang – für alle war der Bär im Baum das Ereignis des Jahres. Währenddessen beratschlagte das Team von Animals Asia das weitere Vorgehen.


(c)Li Xiangyun/Animals Asia

Die unteren Äste wurden abgeschnitten und Rocky stieg eine Leiter hinauf, um eine Leine an den Baum zu binden. Obwohl es hieß, es sei ein Jungtier, sah sie für uns sehr groß aus so hoch oben in den Ästen und während die Dämmerung herankam.

Jen und Wendy luden das Blasrohr mit einem Narkosemittel und die Leiter wurde zu einem benachbarten Baum getragen und dort festgebunden. Als Jen langsam hinaufstieg, begannen Howard, Rocky, Ai, Xie Ming Yang und weitere starke Männer an dem Seil zu ziehen, um den Baum mit dem Bären herunter zu biegen. Damit er näher zum Boden und in Jens Reichweite käme.


(c)Li Xiangyun/Animals Asia

Geschickt wurden die Pfeile abgeschossen, doch sie verfehlten ihr Ziel. Denn die Entfernung, die Äste und das schwächer werdende Licht standen dem entgegen. Nach weiteren 30 Minuten - es wurde schon dunkel - entschieden wir uns den Baum noch weiter herunter zu biegen, obwohl er dabei auch brechen und das Jungtier herabfallen konnte.

Boris organisierte ein Netz und weiche Kissen, die wir genau unter dem Baum platzierten. Die Jungs zogen langsam, aber kraftvoll weiter an den Seil. Es gab einen schrecklichen Krach, der Baum zerbrach und das Jungtier fiel in unser Netz. Sofort liefen die Journalisten darauf zu (obwohl unser armer Übersetzer Wen Yan heroisch versuchte, die Menge zurück zu halten) und in dem entstehenden Getümmel machte sich das verängstigte Jungtier frei und lief um sein Leben.

Doch sekundenschnell packten unsere Jungs das Kissen und hielten damit das sich wehrende Jungtier sicher am Boden fest, während Jen mit ihrer Spritze durch die Menge eilte und es damit in einen sanften Schlaf versetzte.


(c)Li Xiangyun/Animals Asia

Nach etwa 10 Minuten konnten die Jungs langsam los lassen und wir konnten unser neues Familienmitglied zum ersten Mal betrachten. Die zweiten Zähne waren gerade erst durchgebrochen und sie war wohl etwa sechs Monate alt. Jetzt, aus dem Baum heraus, war sie sehr klein und für ihr Alter sehr untergewichtig. Es fehlte ihr auch die rechte Vorderpfote und sie ist offensichtlich für eine Bärenfarm eingefangen worden oder von dort ausgebrochen. Unser Team brachte sie zum Lastwagen und in den Aufwachkäfig dort. So konnte auch Jen sich einen guten Überblick über ihren Zustand verschaffen und das Aufwachen aus der Narkose überwachen.


(c)Li Xiangyun/Animals Asia

Einfach süß mit ihrem winzigen Halbmond, doch mit stetig wachsendem Selbstbewusstsein je mehr sie aus ihrem Schlaf erwachte. Als wir zurück ins Rettungszentrum kamen, brummte sie bereits entrüstet.

Später, in der Stille der Folienzelte der Quarantänestation, versank ihr Kopf in der Futterschüssel und sie genoss gierig die Wonnen einer ersten richtigen Mahlzeit, nur um sofort noch mehr zu verlangen.

Auf unser Team bin ich einfach stolz – jeder der bei der Rettungsaktion dabei war, sich um die Medien, die Heimreise und die Ankunft hier gekümmert hat. Und die weitere liebevolle Pflege für dieses Baby im Glück.“

Denn selbst eine so einfache Rettungsaktion bedarf vielfältiger Planung. Nicht nur bei den Tierärzten und den Helfern vor Ort, auch im Hintergrund läuft vieles ab:

Die Bärenpfleger machten sich sogleich daran, die Quarantänestation gründlich zu säubern und mussten schwere Käfige hin- und herschieben; Die Mannschaft im Warenlager stellte Stiefel und Überschuhe sowie Reinigungsgeräte für die Quarantänestation bereit und sorgte für extra Licht, da es dunkel geworden war; unser wunderbarer Küchenchef und die Mannschaft in der Bärenküche bereiteten das köstliche Futter und ein Abendessen für die Mannschaft und unseren ausgehungerten Neuankömmling vor; unsere Sicherheitsleute warteten bei klirrender Kälte auf uns und „Jingle“; Übersetzer, Tierkrankenschwestern, Bärenpfleger und Freiwillige, sie alle halfen zusammen um sicher zu stellen, dass alles glatt abläuft!

Auch in der chinesischen Presse war die Geschichte dieses kleinen Jungtiers eine große Meldung!

Kommt bald hierher zurück um die traurige Geschichte von „Misa Hai“ zu erfahren, der jahrelang in einem dunklen und trostlosen Käfig in einem Haus in Vietnam verbringen musste wo im der Gallensaft abgezapft wurde.

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Eine Stradivari für den Mond 
Anfang des Monats hat unser wunderbares italienisches Büro geholfen, das schönste Konzert für unsere Bären zu organisieren: „Uno Stradivari per la Luna“ (Eine Stradivari für den Mond).

Es fand am Freitag, 6. November, im Carlo Felice Opernhaus in Genua statt und wurde von unserem Animals Asia Team in Italien gemeinsam mit der Carlo Felice Foundation, dem Genua Wissenschaftsfestival und der Pro Canale Foundation (zuständig für die Erhaltung und die Pflege einer der wichtigsten Sammlungen von Musikinstrumenten in der Welt), organisiert. Von dort wurde auch die Stradivari Geige gestellt.

Carmen, unsere Repräsentantin in Italien hielt eine bewegende Rede, die mit den Worten von Shakespeare aus Titus Andronicus endete: „Willst Du den Göttern nahe sein? Dann sei voller Mitleid. Süßes Mitleid ist des Adels wahres Zeichen.“



Dann begann das Konzert mit Maestro Pavel Berman (Sologeiger und Dirigent) und der Geige Marechal Berthier von Antonio Stradivari von 1716 aus Cremona. Sie stammt aus dem Besitz von Alexander Berthier, Marschall Frankreichs und Prinz von Neuchatel, der das wertvolle Instrument von Napoleon Bonaparte erhielt. Sie war wahrscheinlich ein Beutestück aus dem Krieg in Spanien und ist über 3 Millionen Euro wert.

Zur Aufführung kamen die Ouvertüre Le Ebridi / Konzert für Violine und Orchester Op. 64 in E-moll von Felix Mendelssohn-Bartholdy und die Symphonie Nr. 3 in F-Dur Op. 90 von Johannes Brahms.



Gill, von unserem Büro in England, war auch dabei. Die Bilder sprechen für sich. Carmen, Irene, Antonello und das ganze Team – seid von Herzen bedankt für eure unermüdliche Hilfe bei der Organisation dieser Veranstaltung, bei der Delaney – unser prachtvoller „Feigling“ von einem Bären - im Rampenlicht stand.





Hier ist Gills Bericht über diese einmalige Gelegenheit, gemeinsam und aus zu Liebe zu den Bären wunderbarer Musik zu lauschen:

Für meine lieben Kollegen in Italien war dieses 2009 unwahrscheinlich vollgepackt. Am Freitag kam es dabei mit ihrem spektakulären Stradivari Konzert in Genua als Hilfe für die Bären zu einem massiven Crescendo. Ich durfte daran teilnehmen.

Es verschlug mir die Sprache (kommt selten vor, ich weiß), als das ganze Orchester zu spielen begann. Mit Delaney, der das alles beobachtete, war dies ein unwahrscheinlich kraftvoller und emotionaler Augenblick, den ich nie vergessen werde. Ich wollte, jeder hätte das erleben können. Ein großes Lob an Italien für diesen unglaublichen Abend. Ihr könnt stolz darauf sein! Alles Liebe, Gill x

Ich verpasste zwar das Konzert, doch ich war bei der Pressekonferenz in dem wunderbaren Standard-Theater. Dort an der Fassade hing stolz das Poster des Konzerts, mit einem Bild unserer lieben Bärin Lexa. Hier bin ich zusammen mit Irene, unserer Direktorin in Italien, Dave, unseren Direktor für Tierschutz und Carmen:



Hier kann man das Poster aus der Nähe sehen. Vielleicht habt ihr auch Freude an der Gestaltung der Einladung (mit Bao Be) und dem Deckblatt des Programms (mit Delaney). Schaut nur, wie das Foyer geschmückt war mit riesigen Fotos unserer Bären:








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Ein großes Dankeschön für unsere furchtlosen Wanderer! 
Vor kurzem konnten wir unsere Wanderer aus England bei uns in Vietnam begrüßen. Um Spenden für die Bären zu sammeln, sind sie heldenhaft bis zu zehn Stunden am Tag durch unwegsames Gelände marschiert, bis sie schließlich hier ankamen, erschöpft aber ungebrochen.





Seit Jahren schon stehen sie treu zu Animals Asia und kommen mit immer neuen abenteuerlichen Ideen, um die so sehr benötigten Spenden zu sammeln. Sarah, Linda und Louise waren sogar Fallschirmspringen im Frühjahr und die Bilder von dem Ereignis haben mich erschauern lassen – die Angst, die sie mit Sicherheit gehabt haben, maskiert hinter einem starren Lächeln im Gesicht.

Jetzt waren sie auch hier bei uns – zusammen mit Sue, Dave, Oliver, Bernie, Cheryl, Aileen, Jane, Frances, Lou, Aga, Cathy, Louise und Kate – sie strahlten alle über das ganze Gesicht, als sie die geretteten Bären das erste Mal trafen.



Die ersten Stunden zusammen waren fantastisch. Unsere Besucher packten gleich an, um Spielsachen für die Bären zu basteln. Bald schon würden die Bären die Kartons aufreißen, um an den Schatz aus Nüssen, Samen, Früchten, Honig, Erdnussbutter und Schokoladensauce darin zu gelangen. Hier sieht man Francis, wie sie hart daran arbeitet. Das nächste Bild zeigt Oliver und Sue (mit Kamera).





Sarah (unten) hat sogar selbstlos als erste die Schokoladensauce gekostet:



Leanne, die Tierärztin, und Belinda, die Bärenmanagerin, haben sie zusammen mit Russell voller Begeisterung durch die verschiedenen Bärenabteilungen geführt und dabei einen Überblick über die tägliche Arbeit gegeben. Dann waren natürlich die Bären an der Reihe, um zu zeigen was sie können. So, wie es eben nur geborenen Schauspieler können.

Jeder aus der Gruppe schien vor Aufregung fast zu zerspringen, als sie die Babys Maggie, Angus und Taurus mit kleinen Fruchtstückchen fütterten und deren weiche rosafarbenen Lippen bewunderten. Die drei Racker konnten gar nicht genug Aufmerksamkeit bekommen und waren natürlich die Stars der Show.



Der junge Olly - vor nur zwei Jahren selbst noch ein Baby - kam zufrieden herbeigelaufen, um seinen strahlenden Sponsor Oliver zu begrüßen. Ganz schlank und rank ist dieser wunderbare Junge ein perfektes Beispiel dafür, wie gutes Futter und ein Haufen liebevoller Pflege das Leben eines dürren, verängstigten Jungtiers verändern können, dessen geplantes Schicksal die Farmen waren.

Linda hatte ihren „Augenblick fürs Leben“ als sie Irwin Junior, den von ihrer Gruppe aus Southampton gesponserten Bären, traf. Benannt in Erinnerung an Steve Irvin. Aileen traf anschließend auf Mausi, die auch vor zwei Jahren als Baby zu uns gekommen ist und jetzt glänzt und strahlt vor Gesundheit. Ihr Pate ist die Hermitage Schule von Aileens Enkelin.

Tuan, unser Direktor in Vietnam hat zusammen mit den Mitarbeitern Yen und Nhung und der freiwilligen Teilzeithelferin Vanessa Seguin ein paar wunderbare vietnamesische Lackbilder gemacht. Diese Erinnerung an den Tag kam bei unseren Gästen sehr gut an.

An dieser Stelle übergebe ich für den Rest dieses heutigen Blogs an Sue, die uns ein wunderbares Update geschickt hat, nachdem sie wieder Zuhause war. Wir haben euch alle sehr gern hier gehabt – kommt bald einmal wieder!

Von Sue:

Welch ein Erlebnis. Oben in den nördlichen Bergen haben wir die faszinierendste Landschaft gesehen – von majestätischen Wasserbüffeln bis hin zu den lustigen dickbäuchigen Schweinen Vietnams – wir haben bei Gastfamilien übernachtet, so bei einer wunderbaren Familie aus dem Red Dau Stamm, eine von mehr als sieben ethnischen Minoritäten in dieser Gegend Vietnams. Oh, und wir sind auch abscheulichen Blutegeln begegnet, die sich an unsere Stiefel und T-Shirts ansaugten.

Insgesamt waren wir 15 Wanderer und sind über windige Hängebrücken und reißende Flüsse geklettert, haben uns unter vielen Spinnweben durchgeduckt (für einen Wanderer mit Spinnenphobie ist das schon eine Zumutung) und sind manchmal bis zu zehn Stunden am Tag gelaufen. Am letzten Tag haben wir die Rettungsstation für Mondbären von Animals Asia besucht, die in dem schönen Tam Dao Nationalpark ein paar Stunden von Hanoi entfernt liegt.

Schon Tage davor gab es Tränen der Vorfreude. Man kann sich also die Emotionen an diesem Tag vorstellen! Jill und ihr Team haben uns so wunderbar empfangen – man gab uns fast das Gefühl, als hätten wir soeben den Mount Everest bezwungen. Für einige von uns hat sich das wohl auch so angefühlt.

Die jungen Bären waren eine Freude wie sie in ihren Gehegen herumliefen, ohne sich irgendwie zu sorgen. Für diejenigen von uns, die Paten eines Bären sind oder sogar das Glück haben, dass ein Bär nach ihnen benannt wurde (der wunderbare Olly von unserem Oliver zum Beispiel), war das ein unvergessliches Erlebnis.

Wir haben diese wunderbaren Tiere schon im Internet gesehen. Doch das bereitet dich nicht auf die Begegnung im echten Leben vor. Sie schauten so zufrieden aus, als sie die Spielsachen mit den Leckereien darin zerrissen, die wir ihnen zuvor machen durften – Honig speziell aus England mitgebracht, zusammen mit Nüssen und Rosinen und vielen anderen Leckerbissen. Ihre offensichtliche Freude zu sehen, jetzt ohne Furcht und Schmerzen sein zu können, ging zu Herzen. Da möchte man gleich noch 100 Meilen mehr laufen, um dem scheußlichen Handel mit Bärengalle ein Ende zu machen.“

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Franzi zu ehren 
Immer noch kommen Ihre guten Wünsche und wunderbaren Gedanken an Franzi hier an. Dafür Ihnen allen herzlichen Dank. Dass ihr Tod vielen Menschen das Herz gebrochen hat, verwundert nicht. Doch am tiefsten hat es ihr eigenes Team liebevoll sorgender Bärenpfleger hier in Chengdu getroffen.

Tiger und Wang Li haben sich in den letzten drei Jahren um Franzi gekümmert und erinnern sich noch immer gerne daran, wie sie und Rupert sich zusammengekuschelt haben – so warm und zufrieden waren sie in der Gegenwart des Partners. Sie haben sich beide auch an der Art und Weise gefreut, wie Franzi Samen und Nüsse kaute – in ihrer ganz besonderen langsamen Art, bevor sie die Schalen ausspuckte. Das sieht man sogar in dem Film „Mondbären: Reise in die Freiheit“ von Animal Planet. Wie sehr uns doch diese Erinnerungen an einen ganz speziellen Bären fehlen.

Wen Yan ist einer unserer Übersetzer und hat mich daran erinnert, dass auch die Katze Bijou Franzi vermissen wird. Sie hatte es im Gefühl, dass Franzi nichts dagegen haben würde, wenn auch sie den geheimen Garten erforscht. Das war auch nie der Fall – dieses Bild zeigt das eindeutig.



Sie hatte ein wunderbares Begräbnis, Alle Mitarbeiter aus der Verwaltung und Bärenpfleger waren da, um sich von ihr zu verabschieden. Ihr kleiner Körper war für ihre letzte Reise mit ihren Lieblingsnaschereien bedeckt, wo auch immer sie hinführen wird.









Wir standen am Grab und hörten den Vorschlag von Charli, Franzis Bärenmanager, der vorschlug, die Stelle neben ihr für ihren „Playboy“ Rupert frei zu halten. Das werden wir auch, Rupert, hoffentlich erst für eine weit entfernte Zukunft. Denn sie hat ihn angebetet – und er sie.

Weitere Abschiedsworte kamen auch von Hayley, unserer Tierkrankenschwester:
Ich will am liebsten nie Bären auf dem Seziertisch sehen. Doch bei Franzi hoffte ich besonders, nie dort mit ihr zu tun zu haben. Auch wenn das unreal ist. Sie ist der Bär, der mir im Gedächtnis bleibt seit ich vor über vier Jahren in England auf einer Veranstaltung mit Jill war. Sie zu treffen war wie einem Star zu begegnen! Sie war einer bis zuletzt und das Gehege mit Rupert alleine wird nicht mehr dasselbe sein.

Von Nic, unserem leitenden Bärenmanager:
Ich glaube sie war der erste Bär, den ich gewogen habe. Die kleine Dame erkannte, dass das alles neu für mich war und kam auch gleich in den Wiegekäfig – doch wollte dann nicht mehr gehen. Anna und ich versuchten alle Tricks um sie wieder herauszulocken. Doch es gelang uns erst nach etwa zwei Stunden. Nachdem Sie sich dazu bequemt hat, natürlich.





Sie war und ist noch immer eine Institution. Für immer Botschafter für alle eingesperrten Mondbären. Ihr Körper hat uns verlassen, doch ihr Kampfgeist wird immer mit uns sein.

Von Juanita unserer Marketing Direktorin:
Welch kostbare Seele. Möge sie in Frieden ruhen. Zusammen mit Andrew und Mafi und Willow und Peace und Chengdu Truth und all unseren Bären, in einer wunderschönen Station. Dazu die vielen anderen namenlosen Bären, die ihren Namen erst von uns erhalten haben. Für mich ist klar, wer dort der Boss sein wird und schon bald jemanden gefunden hat, der ihr die Weintrauben schält.

Von Unterstützern wie Lee aus England:
Sicher bin ich eine von Tausenden, die Deine Erzählung von Franzis letzter Stunde (zm x-ten Mal) liest und dabei Tränen in den Augen hat. Tränen für ihr qualvolles Leben auf der Farm und ein Lachen für ihre spitzbübischen Tricks, speziell jenen mit dem „besonderen“ Wind. Nur ein Trost bleibt – Franzi hat ihre schreckliche Zeit selbst hinter sich gelassen an dem Tag, als sie in der Rettungsstation zum ersten Mal den besten Fruchtshake ihres Lebens schlürfte. Jeder in Chengdu wird diesen kleinen Bären mit dem großen Herzen vermissen.

Von Eva aus Deutschland:
Auf Wiedersehen, Du kleiner Bär. Sei gewiss, wir werden alle Deine Brüder und Schwestern befreien, die noch immer in ihren Gefängnissen sitzen. Sie sollen die Hoffnung nicht verlieren.

Von Mark, unserem ehemaligen Direktor für Tierschutz aus England:
Dieser Bär wird mir immer fest im Gedächtnis bleiben als Symbol für die Grausamkeit, aber auch die Güte des Menschen. Und für die verzeihende Natur der Tiere.

Von Natascia und Tiziana aus Italien:
Der Tod von Franzi bedeutet uns so viel Schmerz und Traurigkeit… Danke, Jill und alle anderen für die sieben Jahre voller LEBEN und LIEBE, die ihr Franzi gegeben habt.

Von Claire, unserer ehemaligen Tierkrankenschwester:
Der Moment, als ich euch von meiner Sorge erzählte, dass sie nicht fressen will, bleibt mir besonders in Erinnerung. Ich bot ihr immer noch mehr Marmelade an, doch sie interessierte sich nicht dafür! Als wir zusammen zurückgingen, um nach ihr zu sehen, war ALLES Futter verschwunden – nicht der kleinste Hinweis, dass sie überhaupt etwas bekommen hat. Nicht das kleinste Stückchen! Sobald ich wegging, musste sie das alles aufgeschleckt haben, um mich als Idiot dastehen zu lassen – sie wollte einfach noch mehr als ich ihr gegeben habe!!! Beide mussten wir lachen… ein solcher Spitzbube.

… und von Anne-Marie, unserer ehemaligen Tierkrankenschwester und Bärenmanagerin:
Als ich die Überschrift las, „Auf Wiedersehen, Franzi“, machte mein Herz einen Sprung. Ich wusste, diese E-Mail wolltest Du nie schreiben müssen. So lange schon hat sie ihrem kranken Körper widerstanden und uns alle damit erstaunt, wie sie sich nach den Krankheiten immer wieder erholt hat. Wie kann eine so kleine Person nur so widerstandsfähig, stur und doch so einzig charmant sein? Zum Glück war ihr Körper nicht so groß wie ihr Charakter!!

Die Zeit, bevor sie zu uns kam, war eine Tragödie. Doch andererseits war ihr Leben auch ein Triumph. Wenn ich mich jetzt von ihr verabschiede, bleibt mir ein kleiner, streitsüchtiger, herrschsüchtiger Bär in Erinnerung, der Rupert und die Bärenpfleger nach seiner Pfeife tanzen lies. Der sich nicht um Zeremonien scherte und Luft an beiden Enden abließ, egal welche Berühmtheit sie in IHRER Behausung gerade besuchte. Ihr Mond scheint auf ewig in unserem Gedächtnis und ihr kleiner Pfotenabdruck wird stets in den Herzen der Menschen bleiben, deren Leben sie berührt hat. Danke Franzi dafür, dass wir Dich kennenlernen durften.

Hoffentlich habt ihr beim Lesen auch so lächeln müssen wie ich. Franzi war das beste Beispiel für einen Bären, der entschlossen war, die Jahre der Qual willentlich hinter sich zu lassen und jeden Tag zu nehmen, wie er kommt. Hier ist das letzte Foto von ihr, aufgenommen von Rainbow nur Minuten vor ihrem Tod, das auch den Weg auf die Titelseite einer der führenden Zeitungen in Chengdu gefunden hat.



Beim letzten Gruß erinnere ich mich an die Zeit, als wir vor so vielen Jahren die Tür ihrer neuen Behausung in ihren geheimen Garten öffneten und sie unter Tränen beobachteten, wie sie sich dafür auf eigene, unnachahmliche Weise bedankte. Damals schrieb ich:

Jan 2004
Jeden Winkel hat sie inspiziert. Auch einen Teich, von dem Claire sagte, um den würde sie einen Bogen machen. Über Felsen ist sie geklettert von denen ich annahm, dass sie die nie beachten würde. Um ihren menschlichen Nachbarn  besser zu sehen, ist sie auf eine Mauer geklettert. Sie hat einen Baum umarmt (schaut nur auf ihre Tatzen ohne Klauen) und sie rannte und rannte und rannte wie ein Lamm im Frühling. Jx




Zum Schluss noch ein wunderbarer Abschiedsgruß von Tele aus unserem Büro in Hongkong



Heute scheint es, dass die unsterblichen Worte Tolstois nur für sie geschrieben wurden: „Jeder Mensch und jede lebende Kreatur hat ein heiliges Recht darauf, im Frühling glücklich zu sein.“

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Zur Erinnerung an Panda 
Unser Direktor für Tierschutz, Dave Neale, war dabei als wir vor einigen Wochen diese schrecklichen Märkte für lebende Tiere und die Tierparks in Südchina besuchten. Er war einverstanden, dass ich euch seine wunderbaren Worte hier wiedergebe, die er auf dem Rückflug geschrieben hat:

Du hast nur Deine Seele.

Stell Dir vo,r du wirst in eine leere Welt hineingeboren. Wo Dich niemand tröstet, niemand wärmt, Dich niemand beschützt und sich um Dich kümmert. Es gibt nur eine unendlich große Leere.

Als sie auf dem kalten, schmutzigen Betonboden lag, war das alles, was sie hatte. Geboren in eine bedeutungslose Welt. Niemand wusste von ihrer Existenz. Ihre Mutter konnte sie nicht erreiche,n geschweige denn sich um sie kümmern. So sah das Schicksal aus für ein kleines Kätzchen. Von nur einem im Markt für lebende Tiere in Foshan in Südchina.

Zusammen mit dutzenden anderen unterernährten, verängstigten und kranken Katzen steckte ihre Mutter in einem Käfig und wartete darauf, aus diesem traurigen Zuhause herausgerissen und brutal geschlachtet zu werden. Für uns als Nahrung. Die Händler im Umfeld des Käfigs haben die Geburt nicht einmal bemerkt. Ihr Kind ist sofort zwischen den Stäben des Käfigs hindurchgefallen und lag nun auf dem schmutzigen und kalten Betonboden darunter. Sie haben ihr Winseln nach der Mutter nicht gehört, ihr Suchen nach einer freundlichen Hand, der wir alle besonders in den ersten Augenblicken unseres Lebens so sehr bedürfen, ihre Klage, leben zu dürfen.

Auf diesem Boden watete bereits der Tod auf sie. Bis wir sie bei unserem Besuch des Marktes dort liegen sahen, während wir die schrecklichen Bedingungen dokumentierten. Wir hoben sie auf, versteckten sie vor den Händlern und schmuggelten sie in unseren Wagen. In nur wenigen Augenblicken wurden wir für ihr Leben verantwortlich. Entgegen aller Widerstände hat die Hand des menschlichen Mitgefühls auf wundersame Weise doch ihr Ziel gefunden.

Als wir im Wagen saßen und versuchten, die grundlegenden Bedürfnisse dieser amen verlorenen Seele zu befriedigen, lagen da draußen die Katzen noch immer übereinander gestapelt in ihren Käfigen. Hunde wurden in schmutzige Zwinger geworfen, zu anderen, die offensichtlich lebensbedrohende Krankheiten hatten oder solchen, die sich nicht mehr bewegten, da sie schon im Sterben lagen. Esel, Ziegen, Rotwild und Schweine – alle steckten sie in diesen schmutzigen Zwingern – Hühner, Enten, Gänse und Hasen waren aufeinander gestapelt – kein Platz, um sich zu bewegen, um zu leben.

Welche Macht hat diese Tiere hierher geführt, um auf das Ende ihres verlorenen Lebens zu warten? Was hat das Kätzchen dazu gebracht, auf einem kalten, kahlen Boden um sein Leben zu wimmern? Warum hat der Händler dort seine Seele verloren, so dass er ein angsterfülltes Tier schlagen kann, während wir ihm zusehen und unsere Tränen des Mitleids für diese armen Kreaturen zurückhalten müssen? Was hat einen Jungen dazu gebracht, einen Bären ins Gesicht zu schlagen, damit er sein Kunststückchen vor der erwartungsfrohen Menge zeigt? Wie kann ein Mensch die Zähne eines Tigers oder Löwen herausbrechen, sie in die Unterwürfigkeit prügeln und so ihren Lebenssinn zerstören, nur um sie in einer Arena vorzuführen als angebliche wilde Bestien, die man „zähmen“ muss?
Auf diese Fragen gibt es keine Antwort. Es ist nicht zu erklären. Daher schreibe ich diese Zeilen nach dem Besuch einiger Safari Parks und eines Marktes für lebende Tiere in China mit Traurigkeit im Herzen. In einem Land, das nach Jahren der Unterdrückung jetzt so schnell seine eigene Identität gewinnt und festigt, erleiden Tiere dasselbe Schicksal wie überall auf der Welt – sie werden als Ware betrachtet, zu Milliarden in Farmen gezüchtet, zu Millionen bei Experimenten verbraucht und für unseren Gewinn und unsere Unterhaltung misshandelt.

Seit Beginn der Wirtschaftsreformen 1978 in China ist das Land zur drittstärksten Wirtschaftsmacht der Erde mit 1,3 Milliarden Menschen aufgestiegen. Die schiere Größe von China bewirkt, dass alles hier groß ist. Auch das Leid der Tiere. Doch aus diesem großen Land kommt auch Hoffnung. Mit dem Erwachen der Wirtschaft, dem Erwachen des politischen Riesen, erwacht auch der Wunsch, die vielen Milliarden Tiere in diesem Land zu schützen, zu respektieren und für sie zu sorgen.

Während die Händler Tiere als Nahrungsmittel quälen und misshandeln, während die Dompteure schlagen, demütigen und den Willen der Tiere im Namen der Unterhaltung brechen, während die Menschen sich zurücklehnen und über das Leiden der Bären lachen, die man zwingt, auf den Vorderpfoten zu laufen oder miteinander zu „boxen“, um so zu zeigen, dass der Mensch der Herr ist, wächst auch eine neue Generation von Tierschützern heran. Solche, die bereit sind, ihre Stimme den Tieren zu geben, die Behörden für ihre Aktionen verantwortlich machen und auch diese Menschen selbst zu befragen, die im Namen der Unterhaltung und der Gier diese Tiere benutzen und missbrauchen. Diese Generation ist die Hoffnung für die Zukunft der Tiere in China.

Ihres Wesens beraubt, mit gebrochenem Willen, bleibt diesen Tieren nur mehr ihre Seele. Wir müssen für sie sprechen. Denn sie haben ihre Stimme schon mit der Geburt in diese grausame und herzlose Welt verloren. Wir müssen für die Rechte dieser verlorenen Seelen kämpfen und das Leid der vielen Milliarden lindern, die um Hilfe schreien. Dabei retten wir auch den Einzelnen. Für nur ein Lebewesen einen Unterschied zu machen, wirkt sich aus auf das Leben von Millionen.

Diesem Kätzchen konnte selbst unsere sorgende Hand nicht das Leben retten. Es starb, nachdem es die Liebe, Pflege und schlussendlich den Respekt dieser neuen Welt erhalten hat. Wir nannten es „Panda“

Panda, Du bist schön in jeder Beziehung. Dein Leben und die Leben all der anderen armen Seelen die in diese Welt kommen, nur um brutal und hartherzig wieder daraus weggerissen zu werden, ohne je menschliche Zuneigung kennenzulernen, ist viel mehr wert als wir jemals ermessen können. Du wurdest geliebt vom Augenblick Deiner Ankunft bis zu Deinem Abschied.

Dieses Foto fand ich von Dr. John mit Panda. Eine perfekte kleine Seele.



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