Dr. Hund besucht Kinder im Erdbebengebiet  
Und noch mehr gute Nachrichten aus China. Suki Deng, unser Dr. Hund Koordinator in Chengdu, und Rainbow waren gerade mit ein paar unserer unwiderstehlichen Hundedoktoren und ihren Besitzern, die als Freiwillige für uns im Einsatz sind, in mehr als 40 Grundschulen zu Besuch bei Kindern, die durch das Erdbeben in Sichuan obdachlos geworden sind.



Die Kinder kommen aus einigen der am schlimmsten betroffenen Gebiete, wie z.B. Yingxiu und Beichuan, und sind vorübergehend in einem Altenheim in Xin Fan, Longquiao, untergebracht. Ganz offensichtlich haben sie traurige und traumatische Erlebnisse hinter sich. Die Hunde schenkten diesen Kindern eine Therapie voller Fröhlichkeit, gerade jetzt, wo sie etwas Freude dringend brauchen und Suki hat uns ein paar entzückende Fotos von diesem Besuch geschickt. Ich dachte mir, dass Sie die bestimmt auch sehen möchten.

Dem strahlenden Lächeln der Kinder nach zu urteilen, hatten sie offensichtlich eine wunderbare Zeit und mit ihnen auch der kleine Mops, Dr. Bi Bi, der es ganz eindeutig genoss, im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu sein und der gerne stillsaß, um sich von den Kindern portraitieren zu lassen.



Das Mädchen auf dem Foto oben ist die zehnjährige Zhou Xiao Yan aus Yinxiu. Das Haus ihrer Familie wurde durch das Erdbeben zerstört und sie verlor bei dem Unglück ihren Onkel.



Zwei unserer Dr. Hund-Freiwilligen brachten zwei große Schachteln mit Malutensilien aller Art und leckeren Kuchen für die Kinder. Es blieben sogar noch genug Papier und Stifte übrig für andere Kinder, die nicht an diesem Besuch teilnehmen konnten.



Das kleine Mädchen unten, in dem pinkfarbenen T-Shirt (vorderste Reihe, links) ist die siebenjährige Wu Yi aus Dujiangyan. Sie lag über mehrere Stunden begraben unter Geröll. Sie gab nicht auf, die Trümmer über sich weg zu schieben und schaffte es schließlich, sich zu befreien – traumatisiert, aber am Leben.



Rainbow sagt, am Ende des Besuchs, als alle Kinder aus voller Kehle “Xie xie ni!” (Danke!) riefen, fühlte es sich ein bisschen wie ein Nachbeben in Sichuan an!
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Nothilfe Bärenrettung


Ein kleiner Held kehrt heim 
Das Ende der Roadshow in England ist für Christie und mich nun in Sicht. Es war zwar anstrengend, aber auch sehr schön und ich werde bald mehr darüber berichten.

Jetzt will ich nur kurz einige gute Neuigkeiten weitergeben, die mir von Hayley, unserer Krankenschwester aus unserem Rettungszentrum in Chengdu, berichtet wurden. Vielleicht erinnern Sie sich noch an den kleinen weißen Hund namens „Tudo“ (übersetzt heißt das „Kartoffel“) aus meinem Blog vom 6. Juni. Tudo hat das Leben seines Besitzers am Tag des starken Erdbebens gerettet, als er ihn ins Bein biss und nach draußen rannte. Sein Besitzer ist ein alter Mann. Er folgte Tudo und befand sich draußen in Sicherheit, als sein Haus zusammenstürzte. Danach versteckte er Tudo in seinem Zelt. Aber weil er ihn nicht mehr richtig ernähren konnte, brachte er ihn zu uns, damit wir ihn aufnehmen.

Nun, sie sind wieder zusammen. Hier ist Hayley’s Geschichte:

Die Familie von Tudo ging zuerst zum Rettungszentrum für Hunde, um ihn zurück zu holen. Doch da erzählte man ihnen, er sei bei uns im Bären-Rettungszentrum. Sie kamen sofort hierher und trafen alle vor dem Rehabilitationsgehege wieder zusammen. Vier Familienmitglieder kamen, um ihn nach Hause zu bringen und ihre Gesichter strahlten, als sie ihn sahen. Auch Tudo erkannte sie sofort wieder. Er rannte zu ihnen und lief vor ihnen im Kreis, bis er von ihnen gestreichelt wurde. Ganz aufgeregt sprang er von einem zum anderen und war offensichtlich überglücklich, sie wieder zu sehen. Ich hatte Tränen in meinen Augen!

So ein schöner Anblick. Sie haben uns herzlich dafür gedankt, dass wir uns so gut um Tudo gekümmert haben und erklärten, dass sie nun ein neues Appartement hätten und ihn daher wieder aufnehmen könnten. Dann erzählten sie wieder die Geschichte, wie er das Leben ihres Onkels gerettet hat, indem er ihn am Bein zog, bis der alte Mann aus dem Haus war und wie zehn Sekunden später das Erdbeben begann.

Bei uns war Tudo ein braver kleiner Hund, der gut auch mit den anderen Erdbebenopfern auskam, die noch darauf waren, von ihren Besitzern abgeholt zu werden.

Auf diesem Bild ist Tudo im Hintergrund mit Chris, einer unserer freiwilligen Helfer, im Mondbären Rettungszentrum zu sehen.



Und Hayley hatte noch mehr gute Neuigkeiten:

Eine weitere Geschichte betrifft Yoda – so genannt wegen ihrer großen Ohren. Sie wurde aus einem der geschlossenen Läden für Haustiere gerettet und hatte damals eine gebrochene Vorderpfote, die nicht richtig geheilt war.



Sie blieb bei uns, bis ihre Pfote wieder gesund war und wurde dann von einer der Frauen aus der Küche mit nach Hause genommen. Schon drei Tage ist sie dort und hat sich gut eingelebt. Besonders bei der elfjährigen Tochter. Sie beschreiben Yoda in einem Wort – goldig!
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Nothilfe Bärenrettung


Vielen Dank! 
Zusammen mit Christie Yang, unsere Direktorin für die Beziehungen nach China, bin ich gerade in Swindon in England angekommen. Heute Abend beginnt unsere UK Roadshow. In den nächsten Wochen werden wir in zahlreichen Vorträgen unseren britischen Unterstützern über den letzten Stand bei der Rettung des Chinesischen Schwarzbären und bei der Erdbebenhilfe berichten. Ich hoffe daher, dass man mir nachsieht, wenn für meinen Blog nicht mehr allzu viel Zeit übrig bleibt.

Doch zuvor möchte ich mich noch bei Gil Michaels und der Humane Society International bedanken. Gil ist der Gründer und Leiter er amerikanischen Compassion for Animals Foundation (Mitleid mit Tieren) und beide Organisationen haben uns äußerst großzügig bei unserer Erdbebenhilfe unterstützt. Dadurch konnten wir weit über 100 Hunde und mehrere Katzen aus der Erdbebenzone retten – viele davon waren heißgeliebte Mitglieder von Familien –, um die wir uns kümmern werden, bis ihre Besitzer sie wieder zurücknehmen können.

Ein lange überfälliges Dankeschön gilt auch einer großen Zahl von Unterstützern in Hongkong, die in den letzten Monaten einfach wunderbar waren.

Zunächst ist da Albert Wu von der Gruppe Maxim, der die Finanzierung eines dringend benötigten digitalen Röntgenapparats für unsere Chinabären ermöglicht hat. Diese Liebenswürdigkeit ist bei ihm eine Familientradition. Denn auch seine Nichte hat mit einer Spende ihre Unterstützung für unsere Erdbebenhilfe gezeigt.

Ein weiterer wunderbarer Helfer aus Hongkong ist Joe Hancock, der Ende letzten Jahres zusammen mit zwei seiner Freunde eine fantastische Spendenparty im JJ organisierte und auch bei unserem letzten Event im weltbekannten Mandarin Oriental in Hongkong einer der eifrigsten Mitsteigerer war. Eigentlich dachten wir, dass er nun wirklich alle Taschen geleert hätte, doch dann zog er noch einen Scheck heraus für den Wiederaufbau unseres vom Erdbeben beschädigten Rettungszentrums. Wow, Joe, mir fehlen die Worte!

Auch der Green Dragon Fund, ein Investor aus Hongkong war unglaublich großzügig und hat als Sponsor ein komplettes Bärenhaus in unserem neuen Rettungszentrum in Vietnam mit seiner Spende ermöglicht.

Zu guter letzt hier auch mein Dankeschön an Elsa Xiong, die wunderbare Journalistin von der Zeitung Wen Wei Po, die für ihre Artikelserie über die Schrecken der Bärenfarmen den „Best Writing“-Preis beim Hongkong News Award gewonnen hat. Soeben hat Elsa das halbe Preisgeld für die Rettung der Mondbären gespendet. Auch die andere Hälfte kam einer Wohlfahrtseinrichtung zu Gute.

Solche Gesten des Vertrauens bedeuten uns gerade in diesen kritischen Tagen unheimlich viel.


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Nothilfe Bärenrettung


Ruhe sanft, kleiner „Plug” 
Leider habe ich wieder schlechte Nachrichten. Denn noch ein Bär aus der Gruppe der zuletzt geretteten ist gestorben – noch ein Bär, der seine Qualen nicht überwinden konnte. Seit seiner Ankunft war Plug in fast jedem Bericht unserer Tierärzte in der Kategorie „besonders gefährdet“ vertreten. Das Team hat alles getan was möglich war, um ihn durchzubringen. Trotz unseres Eindrucks, dass es den Überlebenden der ursprünglich 28 Tiere langsam besser ging, spürten wir immer, dass sie noch lange nicht über dem Berg waren.

Wir hatten ja bereits den Verdacht, dass wir die schlimmsten Fälle aus allen umliegenden Farmen erhalten haben, obwohl uns erzählt wurde, dass nur eine bestimmte Farm geschlossen würde. Zwar war das wahrscheinlich korrekt, aber der Farmer hat wohl seine gesünderen Bären gegen die kranken aus anderen Farmen ausgetauscht. Die Farmer dort müssen gewusst haben, dass sie sterbende oder zumindest „unterdurchschnittliche“ Bären haben, die sie natürlich gern gegen gesündere Tiere austauschten. Daher haben wir eine ganze Gruppe kranker Bären erhalten. Plug war einer davon.



Die Folgen dieser Krankheiten werden immer mehr erkannt und unterstützen unsere Argumente – zusammen mit hiesigen Pathologen arbeiten wir sehr hart daran, der Regierung zu beweisen, dass unsere Befürchtungen gerechtfertigt sind.

Mein Herz ist bei Heather, unserer leitenden Tierärztin und ihrem Team, die bei diesem zornigen kleinen Bären doch solche Fortschritte gemacht haben. Hier ist ein Bericht von Heather, die Plug seit seiner Ankunft betreut hat:

„Leider mussten wir heute (Mittwoch) noch einen unserer neuen Bären einschläfern. Nummer S229, genannt „Plug“ nach der Figur von Beano wegen seiner riesigen Ohren, die bei seiner Ankunft auf seinem schmalen Gesicht noch einmal so groß wirkten. Sein ausgezehrter Zustand und das tiefe Brummen, das er von sich gab, wenn ein Mensch sich ihm näherte, haben uns von Anfang an Sorgen gemacht.

Er war der erste Bär, dem wir die Gallenblase entfernt haben, da wir wegen seiner schwachen Kondition sehr besorgt waren. Bei dieser Operation haben wir ihn auch auf andere mögliche Beschwerden hin untersucht, aber nichts gefunden, das eine Erklärung für seinen Zustand gewesen wäre. Seine Wunden heilten schnell nach der Operation, doch seine seelischen Verletzungen wurden augenscheinlich, als er zur Erholung in einen größeren Käfig kam. Er war sehr zornig und aggressiv. Er schlug nach den Menschen die ihm zu nahe kamen und verweigerte sein Fressen.

Mit viel Geduld und Beruhigungsmitteln wurde sein Verhalten etwas besser. Er akzeptierte schließlich Fruchtcocktails, doch machte er weiter ärgerliche Geräusche und hatte einen schlechten Appetit, manchmal auch Durchfall. Vor ein paar Wochen wurde sein Durchfall chronisch und wir gaben ihm Antibiotika und probiotische Medikamente. Tests ließen keine offensichtlichen Ursachen oder Parasiten erkennen und wir setzten unsere Arbeiten fort, ein Vertrauensverhältnis zu ihm aufzubauen. Er erhielt leicht verdauliche Leckereien wie Jogurt, um ihn davon zu überzeugen, dass nicht alle Menschen schlecht sind.

Doch heute ging es Plug noch schlechter. Wir mussten ihn sofort operieren und fanden ein Loch in seinem Dickdarm. Der in den Bauchraum ausgetretene Darminhalt hatte eine Bauchfellentzündung verursacht. Leider war der Schaden zu massiv, um ihn beheben zu können und daher mussten wir das Tier einschläfern. Für das Loch und die Entzündung kann es viele Ursachen geben, doch der enorme Stress und die schlechte Ernährung, die er auf der Farm erdulden musste, sind dafür sicherlich einer der Hauptgründe.

Wir können es zwar nicht beweisen, doch wir vermuten, dass Plug ein eingefangenes Wildtier war, das sich einfach nicht an seine Gefangenschaft und die Nähe der Menschen auf der Farm gewöhnen konnte. Unser einziger Trost ist, dass Plug vor seinem Tod nochmals die Freiheit fand, seine Glieder zu strecken und auch noch manche Leckerei entdecken konnte. Ich hoffe, er starb in der Erkenntnis, dass nicht alle Menschen schlecht sind. RIP"


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Besuch der Bärenfarmen 
Das Los der Bären auf den Farmen ist noch immer ungewiss, obwohl Toby Zhang, der Leiter unseres Rettungszentrums und Verbindungsmann zur Regierung, alles versucht hat, um an Informationen zu kommen. Wir haben unsere Unterstützung auch über die Forstverwaltung von Sichuan angeboten. Zwar waren die Beamten dort dankbar, aber sie bestanden darauf, dass die Lage in den Farmen unter Kontrolle sei und unsere Hilfe nicht benötigt werde. Daraufhin nahm Toby die Sache selbst in die Hand und besuchte vergangenes Wochenende inoffiziell zwei Farmen in Dujiangyan.

Die „Deer Farm“ war die erste davon und dort schien alles in Ordnung zu sein. Die Tiere waren in Sicherheit. Dort nutzt selbst die Armee den Platz, um ihre Zelte aufzustellen.

Das überrascht mich nicht. Auch unsere Bärenunterkünfte wurden so gebaut, um starke und intelligente Tiere sicher halten zu können – diese Gebäude haben das Erdbeben und die Nachbeben gut überstanden. Doch was mich traurig macht ist, dass die Bären, obwohl sie auf der Farm „sicher“ vor einer Naturkatastrophe sind, dennoch sowohl körperlich als auch seelisch leiden, da ihre Gallenflüssigkeit noch immer abgezapft und weiter verwendet wird.

Die zweite von Toby besuchte Farm, die „Musk Deer Farm,“ liegt auf einem Berg und war ernsthaft beschädigt. Der Farmer behauptete, dass sie 140 Bären verloren hätten – später im Gespräch reduzierte sich diese Zahl seltsamerweise auf 15-20 Bären, die dort ums Leben gekommen seien.

Ich glaube, die Wahrheit werden wir nie erfahren, da der Farmer offensichtlich versucht, eine Entschädigung von der Regierung für seine staatliche Farm zu bekommen. Die verbleibenden Bären waren sicher, doch wurden sie auf viel engerem Raum gehalten. Für mich ist es wirklich schlimm, wenn ich daran denke, wie sie selbst in diesen tragischen Zeiten keinerlei Mitleid erfahren und weiter so schrecklich verletzt und ausgebeutet werden.


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Nothilfe Bärenrettung



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